Edgar Dürholt
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große abziehende Büffelherde im Tarangire National Park in Tansania

Unsere Fahrt nach Tansania im Aug.- Sept. 2011

Teil 1: Von Südafrika bis Selous Game Reserve in Tansania

Der heutige Abreisetag, d.h. der 6. August fing schon gut an. Auf den Bergen lag Schnee und es war recht frisch, also nichts wie weg in wärmere Gefilde.

Nach 15 Km durfte ich das 1. Mal für eine Pipi Pause halten. Sie muss erst wieder trainieren! Da bin ich mal gespannt. Als wir vor 3 Jahren mit meinem amerikanischen Vetter 10. Grades unterwegs waren, pflegte er in diesem Fall zu sagen: „Edgar I see the yellow line, would you please stop“.

Die erste Teilstrecke nach Wilderness, ein kleiner Ort hinter George, wollte ich nicht nur über die Schnellstraße N 2 fahren, sondern eine etwas längere, aber dafür landschaftlich schönere Strecke fahren. Folglich sind wir ab kurz hinter Swellendam in Richtung R 62 gefahren. Die Straße führte uns über den Tradouws Pass mit seinen gewaltigen tiefen Schluchten, glücklicherweise sind diese aber vom Fahrersitz nicht direkt einzusehen. Außerdem musste ich mich auf die enge Straße konzentrieren bzw. aufpassen, dass kein Baboon vor die Räder springt. Die lauern in Horden am Straßenrand.

Schon vor Ladismith waren im Hintergrund hohe schneebedeckte Berge zu sehen. Hier scheint ordentlich was runtergekommen zu sein.

Dass dies etwas mehr war, erfuhren wir dann in Oudtshorn, denn dort war ein großes Schild mit der Aufschrift aufgestellt „R12 Richtung George gesperrt, Umleitung über Mosselbay“. Die Straße musste wegen der starken Regenfälle an den Vortagen gesperrt werden, da die Gefahr bestand, dass sich größere Felsen selbständig machen. Dies bedeutete 1 Stunde länger fahren! (In der Nähe von Kapstadt ist vorige Woche ein 1 Tonnen schwerer Felsen auf die Straße gestürzt).

Wir haben in Wilderness im „The Dune“ gebucht, ein kleines B & B, das oben auf einer Düne erbaut wurde. Somit schauen wir direkt auf das 50 m entfernt liegende Meer und hören die Brandung unentwegt donnern. Christine findet die Brandung natürlich schön, aber ich hätte lieber nicht so ein lautes Getöse, sondern ein sanfteres Plätschern.

Am nächsten Morgen ist alles nass, die Scheiben von innen, die Sonnenliegen draußen und es sind 11 Grad. Bis jetzt sind wir noch nicht in wärmeren Gefilden.

Die nächste Etappe bringt uns in ca. 7 Std. zum Gariep Dam. Dort gibt es ein kleines Hotel, nichts Besonderes, sondern eher schlicht, aber dafür ist unser Zimmer riesig und mit einem herrlichen Blick auf den Staudamm des Oranje Flusses (neuerdings Gariep genannt).

Die Fahrt geht nach George auf der N 12 über den Outeniqua Pass und dann über die N 9 erst durch die Kleine und dann durch die Große Karoo. Es ist immer wieder ein Erlebnis durch diese endlos erscheinende Weite zu fahren.

Wieder fahren wir an schneebedeckten Bergen vorbei und dieses Mal sitzen Meerkatzen am Straßenrand. Leider rennen sie sofort weg sobald man bremst.

Während der Fahrt hatten wir gegen Mittag immer noch nicht mehr als 12 Grad!

Dann kommt uns mitten in der Karoo ein weißes Feuerross entgegen geschossen, wir trauen unseren Augen nicht und können nicht mal genau sagen was es für ein Wagen war, denn er war einfach zu schnell. Ich tippe auf einen McLaren F 1, einen großen Ferrari oder sogar auf einen Testwagen. Hier kann man ungestört Gas geben, die Straße ist gut und es gibt so gut wie keinen Verkehr.

Am 8.8. waren es 6 Grad bei der Abfahrt. Wir sind also wärmeren Gefilden noch immer nicht näher gekommen.

Von der Fahrt zwischen dem Gariep Dam nach Bethlehem gibt es nicht viel zu berichten, außer dass man durch endlose Weiten fährt und es weitestgehend geradeaus geht. Über eine 51 Km lange Baustelle haben wir uns auch gefreut.

Wir haben eine schöne Unterkunft im „ Lavender Hill“ gefunden. Ein kleine Karaffe Cherry stand als Begrüßungstrunk bereit.

Am Dienstagmorgen um 8:30 hatten wir 2 Grad, aber heute Abend in Malelane (südlich vom Krüger NP) sollen es 26 Grad sein.

Eine Fahrt mit vielen Baustellen, anscheinend wird das ganze Straßennetz neu gebaut. Etwa
1 Km vorher wird die Baustelle durch ein Schild und Geschwindigkeitsbegrenzung angezeigt. Es folgen weitere Schilder mit reduzierenden Geschwindigkeiten. Doch da die Menschen hier offensichtlich nicht zu den Schnellmerkern zählen, steht da noch ein Schwarzer daneben und winkt mit einer roten Fahne; wenn er Lust dazu hat.

Etwa 1 Stunde vor Malelane fahren wir an Zitrus- und Papaya Plantagen vorbei.

Wir haben im River House gebucht, einem 5 Sterne B & B direkt am Crocodile River gelegen, der die südliche Grenze des Krüger NP darstellt. 2 Schwule betreiben das Haus, welches mit altem Nippes überfüllt ist. Der weibliche Teil des Paares ist einfach furchtbar, er gebärdet sich wie man es eigentlich nicht anders erwartet, aber das war zu viel!

Christine hört um 4:30 einen Löwen brüllen während ich schlafe. Später wurde es bestätigt, dass ich es nicht war, sondern wirklich ein Löwe.

Das Frühstück war nach „Afrikaner Art“, Pommes, Boerwurst, gebratene Zwiebeln, ein Muffin und ein Spiegelei. Christine hat ihren und meinen Muffin verputzt und Kaffee getrunken. Ich, als halber Afrikaner, habe das Zeug gegessen, weil ich Hunger hatte. Das River House hat zwar einen gewissen Charme aber es ist bei weitem nicht wert was sie berechnen.

Als wir am 10.8. fertig zur Abfahrt sind und ich die Wagentür per Knopfdruck öffne, begrüßt uns die Fanfare des Wagens! Komisch, das hatten wir noch nicht. Als ich dann starten will, gibt das Auto keinen Mucks von sich. Die Batterie ist leer und das nach 650 Km Fahrt!

Wir überbrücken den Wagen und fahren zu Toyota. Die Batterie ist ok, sagt ein Gerät. Nun fahren wir zum Fahrzeugelektriker und der prüft ob Strom irgendwie ungewünscht abfließt. Nein, es fließt keiner und geladen wird die Batterie auch. Aber irgendetwas kann ja nicht stimmen. Nun werden die Batteriezellen einzeln geprüft und siehe da, 3 Zellen sind defekt. Eine neue Batterie kostet € 90. Aber hier gibt es eine und drüben in Mozambique hätten wir lange suchen müssen.

Nach Malelane kommen riesige Bananenplantagen und Zuckerrohrfelder.

An der Grenze ist es wie immer furchtbar, es lungern Geldwechsler und Versicherungsagenten herum, die einfach nicht aufgeben wollen und überhöhte Kurse bieten, um einen zu ködern. Das hatten wir schon erlebt, entweder wird falsch gezählt oder man rennt mit dem Geld einfach davon!

Etwa 20 Km vor Maputo beginnt das Chaos, aber ab der Abzweigung nach Xai-Xai geht es erst richtig los. Dort fährt man im Schritt, wenn überhaupt, an Menschenmassen vorbei, die rechts und links der Straße in den angebotenen Waren wühlen. Hier liegt alles auf dem Gehweg im  Staub am Boden: Schuhe, Kleidung, Autoreifen, Bretter, Säfte, Bier, Sofas, Zement, Türen, Gemüse, Früchte etc. Das Ganze zieht sich auf 10 Km hin!! Aufpassen beim Fahren ist auch angesagt, denn die Menschen rennen wie die Hühner über die Straße!

Heute habe ich Probleme mit meiner Blase, aber hier kann ich nicht einfach anhalten. Denn selbst wenn man meint endlich allein zu sein, steht schon wieder jemand am Straßenrand. Überall stehen Hütten im Busch oder Kinder rennen herum. Wenn man anhält, ist das halbe Dorf sofort da. Bei dem Gedanken kann ich überhaupt nicht mehr. Dies bedeutete, dass ich 6 Stunden einhalten musste! Nun verstehe ich Christine ein wenig besser.

Als wir durch ein Dorf fahren, kommt uns ein Leichenzug entgegen. Vorneweg ein kleiner Lastwagen mit offener Pritsche, auf der der Sarg steht und die nächsten Verwandten sitzen drum herum. Hinter dem Lastwagen marschiert die trauernde Verwandtschaft etc.

Nach ca. 6 Stunden kommen wir in unserer Unterkunft „Nascer do Sol“ (Sonnenaufgang),
43 Km östlich von Xai-Xai, an. Eine kleine Anlage, die von Südafrikanern betrieben wird und auf Angler zugeschnitten ist. Wir wohnen im „Angelfish“, einem kleinen Haus mit Küche, Wohn- und Schlafzimmer auf den Dünen mit Blick auf das Meer. Es rauscht wieder unentwegt.

Heute Abend gibt es Nürnberger Bratwürste von unserem Metzger in Kapstadt, dazu Erbsen aus der Dose und eine Scheibe Brot, ebenfalls aus der Dose. Vergelegen Cabernet Sauvignon/Merlot natürlich auch, denn davon haben wir 30 Flaschen mitgenommen.

Hier bleiben wir 2 Nächte und Christine hat schon angedroht, dass morgen früh ein langer Strandspaziergang angesagt ist.

Es ist herrlich auf die weiße Brandung zu schauen. Wir haben strahlend blauen Himmel und ca. 24 Grad, da kann man es aushalten. Als ich nach dem Frühstück aus dem Fenster schaue, sitzt eine Meerkatze auf einer Mauer 2 Meter vor mir.  Sie sind jedoch sehr scheu und rennen blitzschnell weg, sobald sie jemanden bemerken.

Heute Morgen sind die Wellen der Brandung besonders hoch, ich schätze sie sind höher als
5 Meter.

Auf der Fahrt zur Barra Halbinsel kommen uns ein Bus und ein LKW entgegen. Als sie ca.
100 Meter vor uns sind, schert der Bus aus und überholt den Lastwagen. Da für 3 Autos kein Platz nebeneinander war, musste der Kleinere in den Graben. Das waren wir!

Unsere Bay View Lodge in Barra liegt wieder direkt am Meer und es rauscht wieder wie verrückt. Wir machen wieder einen Strandspaziergang, der allerdings ziemlich anstrengend ist, da der Sand tief nachgibt.

Nachdem wir zurück sind gibt es eine Tasse Kaffee von Davidoff, die verkaufen neben Zigarren nun auch Instant Kaffee. Der Kaffee schmeckte scheußlich und war irgendwie bitter. Aus dem Wasserhahn kam Salzwasser! Beim zweiten Anlauf mit unserem Wasser schmeckte er wieder vorzüglich.

Zum Abendessen fahren wir nach einer Skizze unserer Vermieter zu dem einzigen Restaurant mit einer Speisekarte, dem „Bali Hai“. Es geht etwas abenteuerlich durch tiefen Sand, aber mein Toyota meistert es vorzüglich. Da es hier schon um 6 Uhr dunkel ist, müssen wir um all die Ecken im Dunkeln wieder zurück.

Am Morgen gibt es ein Eier- und ein Schinkenbrot aus eigener Küche.

Dann geht es wieder weiter, aber erst muss ich noch die verbleibenden 50 % bezahlen.

Der Vermieter fragt wohin es als nächstes geht und ich schildere ihm die Strecke und nenne die Lodge. Daraufhin erwähnt er, dass wir uns beeilen müssten da wir zur B D Lodge 25 Km am Strand entlang fahren müssen, aber um 15:30 Hochwasser ist und wir spätestens um 13:30 am Startpunkt sein sollten. Es seien schon einige Autos ins Meer gespült worden, denn links seien sehr hohe Dünen und rechts das Meer, das bei Hochwasser bis zum Fuß der Dünen brandet und alles mitnimmt. Das hört sich ja gut an!

Ich gebe Gas, um so früh wie möglich am Strand anzukommen. Das führt dazu, dass mich die Polizei mit ihrer Speed Pistole zu MTn 1000 (ca. € 30) verknackt. Ich war statt 60 Km/h 74 Km/h gefahren. Aber ich habe mir zur Strafe eine Quittung geben lassen.

Wenn man durch größere Orte wie z.B. Massinga fährt, meint man in Japan auf der Ginza zu sein. Nicht dass es hier Hochhäuser, tolle Geschäfte oder saubere Straßen geben würde, sondern die Zahl der herumirrenden Menschen erinnert daran. Allerdings sind sie nicht so gepflegt!

Dass hier wie verrückt „geschnachselt“ wird, lässt sich am Straßenrand ablesen, jede Menge Kleinkinder und junge Leute.

Die Menschen auf dem Land bzw. am Straßenrand leben in Lehmhütten mit Strohdach, oder manchmal steht daneben auch schon ein halbfertiges Steinhaus.

Man verkauft alle möglichen selbst erzeugten Waren, mal stehen dutzende Flaschen Piri Piri auf Holzgestellen oder Holz in Bündeln.

In der Nähe des Meeres stehen junge Leute mit Fischen am Straßenrand. Ihre Hand haben sie hinter die Kiemen geklemmt, damit der Fisch mit dem Schwanzende wackelt, ein Zeichen von Frische! Auf der Zufahrt zur Bay View Lodge bieten uns Männer lebendige Langusten zum Kauf an. Hier gibt es alles am Straßenrand.

Gegen 13 Uhr kommen wir in Inhassoro an und dort beginnt diese Fahrt am Strand. Erst können wir die Zufahrt zum Strand nicht finden, weil ich nicht glauben kann, dass es so steil den Abhang hinunter gehen soll. Also fahren wir zurück und fragen, doch es wird mir bestätigt, dass es dort runter geht. Mit einem beklemmenden Gefühl fahren wir runter.

Ein riesiger weiter Strand liegt vor uns und keine 200 Meter entfernt ziehen bestimmt 50 Fischer ein großes Netz aus dem Meer. Ich wäre normalerweise sicher stehen geblieben und hätte ein paar Fotos gemacht, aber dazu hatte ich jetzt nicht die Nerven. Der Strand war hier breit und links ragten rot-gelbe feste Dünen ca. 25 Meter steil hoch. Glücklicherweise sehe ich einen Weißen und frage ihn zur Bestätigung nach dem Weg zu unserer Lodge. Das hätte ich nicht tun sollen, denn er hatte keine Ahnung, da er auch Tourist war.

Christine meinte nun zum ersten Mal, dass wir wahrscheinlich in die falsche Richtung fahren würden, denn hier entlang gehe es direkt ins Meer. Hätte ich nicht heute Morgen von dem Vermieter die Aussage gehört, wäre ich auch skeptischer geworden. Der 4 L Motor schafft hier nur 20 Km/h, dies bedeutet ca. 1 Stunde durch bösen tiefen Sand direkt am rauschenden Meer entlang. Eine Stunde ist in einer solchen Situation sehr lange! Nach etwa 10 Km kommt uns jemand auf einem Moped entgegen und gibt uns Zeichen nicht weiter zu fahren!! Nun meint Christine, dass ich über das Satellitentelefon in der Lodge anrufen solle um nach dem Weg zu fragen. Tolle Idee, denn dort gibt es kein Telefon, sondern nur in Maputo im Buchungsbüro, aber das sage ich ihr lieber nicht. Ich sehe vor mir eine alte Spur bzw. die kann nicht alt sein, denn die Flut verwischt alles in Minuten. Das heißt nichts anderes, als dass hier jemand nach der letzten Flut entlang gefahren ist. Allerdings wird mir auch immer wärmer und Christine meint, meine körperlichen Vorwärtsbewegungen würden den Toyota auch nicht einfacher durch den Sand fahren lassen. Als Nächstes werde ich gebeten umzudrehen, denn sie möchte nicht die Düne hinaufklettern müssen, um zuzusehen wie der Wagen versinkt! Meine Bemerkungen zu all dem möchte ich mir hier schenken, obwohl mir auch nicht wohl war. In solch einer Situation darf man sich einfach nicht vorstellen, dass etwas mit dem Wagen nicht funktionieren könnte. Nach ca. 1 Std. und vielen weiteren Anmerkungen wie „noch ist es nicht zu spät umzudrehen“ oder „ruf doch bitte endlich an“ wurden die Dünen links von uns flacher, aber das Meer kam auch immer näher, d. h. nun hatten wir zwischen Dünen und Meer noch ca. 6 m. Doch dann sahen wir einen Mast am Horizont stehen und ein Mast steht ja nicht ohne Grund im Nirgendwo. Kurz danach kam ein Gebäude in Sicht und auch eine Spur, die nunmehr in die flachen Dünen führte. Wir hatten es geschafft. Gott sei Dank. Ich hatte gedanklich auch schon darüber nachgedacht, was wir aus dem Auto nehmen sollten.

Später erfuhren wir, dass es früher eine Route durch die Dünen gab, doch diese sei selbst für Allrad Fahrzeuge nicht mehr passierbar. Da gibt es wieder etwas an Track4Africa zu berichten, denn dort ist diese Route noch vorhanden.

Heute haben wir beide entgegen der Gepflogenheit 1 Glas Wein nach der Ankunft um ca. 15 Uhr getrunken. Es hat gut geschmeckt!

Übrigens müssen wir übermorgen diesen Weg wieder zurückfahren! Allerdings bei Ebbe

Ein großer, junger, dürrer, hässlicher mit großen Zahnlücken bestückter Südafrikaner stellt sich als General Manager vor. Ich musste an mir halten, um nicht lachen zu müssen.

Am Nachmittag sind wir dann einmal um die Spitze der Halbinsel gelaufen. Die Brandung kommt bereits sehr nahe an einige Hütten heran, deshalb ist man dabei eine Palisade gegen die Wellen zu errichten. Da die Brandung bis zu halber Höhe der Palisaden reicht, kann man nur bei Ebbe bauen.

Am nächsten Morgen bei Ebbe, so um 9:00, mache ich einen langen Spaziergang, um ein wenig die Gegend zu erkunden. Hier finde ich zwischen hohen Sträuchern die Strohhütten der Fischer, die offene Küche, d.h. ein offenes Feuer zum Kochen. Vor einer Hütte liegt eine Frau und schläft.

Meine wenigen verbliebenen Brocken Portugiesisch kann ich auch anwenden und als Ergebnis strahlen die Menschen mich sofort an.

Die Fischerboote sind sehenswert. Es sind eigentlich keine Boote, sondern ein paar zusammengenagelte Bretter in Bootsform. Damit die Dinger nicht sofort sinken, hat man Styropor-Schaum-Platten an den Brettern befestigt! Mich würde so ein Boot allerdings nicht tragen.

Bei Ebbe sieht man am Ende der Halbinsel nun große schwarz-braune Stellen aus dem Sand ragen. Erst dachte ich das sei Fels, doch als ich dann darauf stieg gab es unter mir nach. Es waren die Reste von sehr dicht gewachsenen Mangrovenwurzeln, die einmal dort gestanden haben müssen.

Um 15:30 ist das Hochwasser wieder vor unserer Hütte und rauscht so stark, dass man nachts davon wach wird. Am Morgen hat sich die Brandung bis auf weniger als einen Meter an den Pfad zu den Chalets herangefressen!

Am Tag unserer Abreise warten wir bis Ebbe ist und dann können wir Fullspeed 10 Meter vom Meer entfernt in Richtung Inhassoro brausen. Es ist ein Kinderspiel verglichen mit der Hinfahrt.

Wir haben noch einen Einheimischen aufgegriffen und ihn die 25 Km mitgenommen. Der saß quasi auf Christines Schoß, denn wir haben ja nur 2 Sitze. Am Strand saßen noch 20 weitere potenzielle Mitfahrer, die, wenn sie Pech haben, 3-4 Tage warten müssen. Es gibt keinerlei regelmäßigen Transport.

Kurz vor der Auffahrt auf die EN 1, der Hauptstraße nach Norden, sitzen Frauen am Straßenrand und zerschlagen Steine zu Splitt in verschiedene Körnungen, den sie zum Kauf anbieten.

Nach nur ca. 170 Km, davon 17 Km durch den Busch, kommen wir gegen Mittag in Rio Save im Camp an. Die Ausstattung des Camps hat nichts mit den Bildern im Internet zu tun, denn dort sieht man Safari Zelte als Unterkunft. Doch in Wirklichkeit gibt es hier kleine runde Hütten, wie die Schwarzen sie bewohnen und drinnen stehen zwei einzelne Feldbetten, sonst nichts. Eine Dusche aus Stroh und eine Buschtoilette sind 50 Meter entfernt. Da wir uns so zu schlafen nicht vorgestellt haben, fahren wir sofort weiter nach Beira, d.h. weitere 5 Stunden fahren.

Es gilt wieder sehr aufmerksam zu fahren, denn die Schlaglöcher und deren Größe mehren sich.

Als wir durch eine Ortschaft fahren, sehen wir auf einem Lastwagen, der mit Baumstämmen beladen ist, zwei festgebundene Ziegen stehen.

Außerdem stehen ein paar junge Kerle auf der Straße und halten uns lebende Hühner zum Kauf hin. Leben werden sie wohl noch, denn der Kopf war noch dran, aber gerührt haben sie sich nicht mehr. Aber wer rührt sich noch, wenn man 1 Stunde mit dem Kopf nach unten hängt?

Vor Beira kommen erst einmal die chaotischen und schäbigen Vororte. Aus dem Buch vom Hupe Verlag über Mozambique habe ich entnommen, dass alle verfügbaren Straßenpläne vollkommen falsch sind!  Es sind Straßen verzeichnet, die nie über ein planerisches Stadium herausgekommen sind, dafür gibt es statt Straßenkreuzungen Kreisverkehre. Die scheint man in Beira zu lieben.

Beira ist ausgesprochen dreckig und hässlich, alles sieht verkommen aus. Ganze Häuserblocks sind verfallen, Balkone hängen herab, aber wenn man glaubt da lebt niemand drin, hat man sich geirrt. Gott sei Dank finden wir unser Guesthouse sofort, denn es wird langsam dunkel und dann findet man in dieser Stadt nichts mehr, denn Straßennamen gibt es zwar, aber die stehen nirgendwo. Unsere Absteige sieht ganz ordentlich aus, sie soll die Beste im Ort sein, riecht aber muffelig, sagt Christine.

Da wir nicht mehr wegfahren wollen und wahrscheinlich ein Restaurant auch nicht finden würden, haben wir kurzerhand beschlossen unsere vorgebratenen kalten Nürnberger vom Raith zu essen.

Am 16.8. müssen wir uns morgens erst mal mehr einheimische Währung besorgen, Wasser kaufen und tanken. Einen Geldwechsler in diesem Dreckloch zu finden ist nicht einfach. Ich gehe in die Barclays Bank, doch dort zeigt man mir wo draußen ein Geldwechsler ist. Hier bekomme ich einen viel besseren Kurs als allgemein genannt wurde, aber das ist ja ok. Nun tanken wir auf, auch die 4 Reservekanister, denn wann die nächste Tankstelle kommt ist ungewiss. Praktischerweise liegt Shoprite gleich neben der Tankstelle, wo wir Wasser, Butter und Bier kaufen.

Nun kann es losgehen in Richtung M’phingwe, unserer nächsten Station. Vorsichtshalber haben wir dort angerufen und unsere verfrühte Ankunft angekündigt, was kein Problem war.

Wir müssen ein wenig zurück fahren und biegen dann in Dondo rechts auf eine Erdpiste ab. Auf der fahren wir 193 Km, so sagt mein GPS. Diese Piste wurde einfach mit Raupen durch den Busch geschoben und nun fahren Autos darüber. Da diese Piste jedes Jahr in der Regenzeit wieder nicht mehr befahrbar wird, müsste sie immer wieder nachgebessert werden, doch dies geschieht offensichtlich nicht. Es gab viele Stellen, an denen es einen furchtbaren Schlag getan hat, weil ich durch eine tiefe Querrille gefahren bin ohne abzubremsen. Doch in dem hellgrauen Staub  sieht man die nicht oder aber zu spät.

Hier stehen wieder bergeweise Säcke mit Holzkohle am Straßenrand oder man sieht Männer auf dem Fahrrad, die 3 Säcke geladen haben, irgendwo damit hinlaufen.

Um 15:30 kommen wir im Camp an. Das hat eine Firma Dalmann eingerichtet, die hier Holz schlägt und in Möbel verarbeitet. Später haben wir von der Inhaberin erfahren, dass Dalman bis zur Unabhängigkeit eine deutsche Firma war, deren Eigentümer zurück nach Deutschland gingen.

Wir wohnen in einem einfachen Chalet mit kleinem Vorzimmer, Schlafraum und Dusche/WC. Das Chalet hat kein einziges Glasfenster, sondern alle Fenster sind anstatt mit Fliegengitter bespannt. Es ist luftig, aber nicht kalt. Zwei große Ventilatoren stehen für den Sommer bereit, denn 45 Grad sind dann keine Seltenheit.

Zum Abendessen hatten wir ein Steak, das hervorragend geschmeckt hat. Nach dem Abendessen haben wir am Lagerfeuer noch ein Glas Wein getrunken und uns mit der Inhaberin unterhalten. Von ihr haben wir gelernt, dass sich Fieber bei Malaria schubweise zeigt, d.h. dass das Fieber kommt und geht. Ihr Mann hatte Malaria bereits 5 Mal. Wir haben uns von ihr eine Packung Coartem (von Novartis) gegen Malaria verkaufen lassen. Nur für den Fall! Das beste Mittel, das es auf dem Markt gibt, sollte man mit Malaria infiziert sein. Nach Einnahme ist man erst einmal 6 Stunden fix und fertig, aber danach wieder ok! Das Mittel hat die Bill Gates Stiftung in Mozambique entweder eingeführt oder sogar entwickeln lassen.

Das Leben spielt sich hier an bzw. neben der Straße ab, d.h. man kann nirgendwo zum Pinkeln anhalten, überall steht jemand. Alle starren uns bzw. unser Auto an, als wenn wir vom Mond kommen würden. Wir sind ja tief in Afrika, hier wohnen zwar ein paar Weiße Farmer, aber sonst sind alle kohlrabenschwarz.

Wir passieren einen Fahrradfahrer, der ein totes Schwein auf dem Gepäckträger hat. Jedenfalls behauptet Christine dass das Schwein tot war, denn es habe alles hängenlassen.

Übrigens sind die Wellblechbaracken von Khaelitsha wahre Luxushäuser verglichen mit den Lehmhütten der Menschen, die hier leben. Die meisten Menschen sind sehr freundlich, aber zurückhaltend. Jedoch sobald man ihnen zuwinkt erwidern sie es und strahlen einem entgegen! Kein Kind kommt zum Betteln angelaufen!

Plötzlich sehen wir auf der Straße einen langen Stecken liegen! Doch etwa 10 Meter bevor wir ihn überfahren, springt der Stecken hoch und verschwindet zwischen die Räder. Es war kein Stecken, denn Stecken können nicht von selbst springen, sondern eine ca. 3 m lange oliv-grau-braune Schlange, die sich auf dem Asphalt gesonnt hat. Da die Schlange sprang, meinte Christine, dass sie sich unter das Auto geklammert hat. Wir werden es beim Aussteigen merken, ob sie da gegrillt hängen wird. Es wird doch wohl keine Black Mamba gewesen sein? Die kann nämlich bis 2 m hoch springen und hat soviel Gift in ihren Zähnen um 10 Menschen auf einmal zu töten!

Ein Fahrradfahrer hat 2 Ziegen auf dem Gepäckträger festgezurrt und radelt sie entweder zum neuen Besitzer oder zum Schlachter. Christine wundert sich, dass die so stillhalten. Was sollen sie machen, wenn sie festgezurrt sind?

Kurz hinter Caia überqueren wir die 2010 eröffnete Brücke über den Sambesi. Nun haben wir den Sambesi schon 3 mal überquert. 2009 in Tete, auf dem Weg zum Luangwa NP, dann später mit der Fähre in Kasungula nach Kasane, Botswana und heute. Früher gab es in Caia eine Fähre mit einem Außenbordmotor, da musste man tagelang warten bis man an der Reihe war. Wir haben das Ding dort liegen sehen. Es muss abenteuerlich gewesen sein, damit den Fluss zu überqueren.

Nach dem Frühstück fahren wir los nach Quelimane (17.8.), wo wir im Flamingo Hotel übernachten wollen. Die Stadt liegt an der Flussmündung des Rio Cua Cua und gilt als eine der ältesten Hafenstädte an der gesamten afrikanischen Ostküste. Schon lange vor Ankunft der Europäer wurde der tiefe Flusshafen als arabische Handelsstation genutzt.

Vasco da Gama war der erste Europäer, der 1498 in der von dichten Mangrovensümpfen umsäumten Flussmündung auftauchte.

Bis zum 17. Jh. wurde vornehmlich Elfenbein über diesen Hafen verfrachtet. Dann folgte Sklavenhandel im großen Stil für die portugiesischen Kolonien in Südamerika.

Als David Livingstone Quelimane das erste Mal besuchte sagte er: „Quelimane muss lediglich des Sklavenhandels wegen gebaut worden sein, denn es würde nie jemandem auch nur im Traum einfallen, an einem so tief liegenden, schlammigen, vom Fieber heimgesuchten, von Moskitos wimmelnden Platz ein Dorf anzulegen, wenn es nicht um der Vorteile willen geschehen wäre, die der Sklavenhandel gewährt.“

Als wir in Quelimane ankommen, stellt sich heraus, dass das Hotel ausgebucht ist. Wir sind ja auch einen Tag zu früh. Aber man hat für solche Fälle ein Guesthouse, in dem auch der italienische Manager des Hotels wohnt. Es ist ein Wohnhaus mit mehreren „Wohnlöchern“, denn als Zimmer kann man die nicht bezeichnen. Außerdem gibt es einen gemeinsamen Wohnraum. Da wir keine andere Chance haben, denn es gibt keine Alternative, übernachten wir hier.

Wir gehen um 15:00 Uhr zu Fuß zum Abendessen und bestellen wieder Steak, was nichts mit dem von gestern zu tun hatte. Ein Südafrikaner kommt zum Cola kaufen und spricht uns an. Er meint, dass die Portugiesen nicht kochen können und wir am besten immer Hühnchen bestellen sollten. Dies könne zwar länger dauern, weil das Huhn noch geschlachtet werden muss, aber man sei auf der sicheren Seite.

Nach dem Mahl bezahlen wir das Geld für unsere Absteige und gehen dorthin zurück. Quelimane ist auch so eine schmucklose hässliche Stadt in der alles verrottet!

Nun laden wir unter „Aufsicht vieler Augen“ unsere Computer, Wein etc. aus. Weil wir auch an der nächsten Übernachtungsstelle in Malawi wieder einen Tag früher ankommen werden, telefoniere ich vorsichtshalber über Satellitentelefon und bekomme ein ok.

Inzwischen sitze ich im Gemeinschaftsraum und arbeite an meinem Computer, als plötzlich die Türglocke läutet. Ich schaue raus und sehe eine hübsche junge schwarze Frau. Sie steht vor unserer Eingangstür und möchte offensichtlich rein. Ich gehe zu ihr und tue so als ob ich nichts verstehe, obwohl ich noch einiges in Portugiesisch mitkriege. Jetzt ruft sie einen der Boys, die da rumstehen um Hilfe. Der erklärt mir, dass sie zum „gerente“ möchte. Gerente heißt „Regierender oder auch Direktor“. Also möchte sie zu unserem italienischen Manager zum Vögeln! Nun lasse ich sie natürlich passieren.

Wie kann man hier als junger Mann irgendeine Zukunft für sich sehen? Referenzen gibt es hier nur für Afrika! Aber der Kerl machte auch nicht den Eindruck als wolle er irgendetwas erreichen. Der schaute genauso starr wie die Einheimischen, obwohl der ja schon weiße Menschen auf Erden gesehen hat. Passt der Geist sich den Gegebenheiten an, um nicht durchzudrehen?

Während ich hier gerade schreibe, ertönt draußen der Muezzin, obwohl es schon dunkel ist. Der scheint nicht auf die Uhr geschaut zu haben! Gestern sagte mir ein südafrikanischer Motorradfahrer, dass wir nicht in der Schweiz, sondern in Mozambique sind. Ist angekommen!

Die Fahrt nach Malawi/Muchenje hatte ich mir anders vorgestellt. Statt Teerstraße mit Schlaglöchern kam Staubstraße mit Schlaglöchern, die man nicht sieht, und es waren wieder mal über 170 Km, d.h. über 7 Stunden fahren. Am Ende hatte ich die Schnauze für heute voll.

Ab Quelimane fährt man erst einmal 30 Km durch flaches Land, das sicher früher mal von Großgrundbesitzern bestellt wurde. Heute stehen dort winzige Strohhütten und die Familien bauen an was sie brauchen bzw. verkaufen. Immer wieder passieren wir Dörfer, in denen alle alten Gebäude vergammeln. Ich sah ein Haus, das nur auf der einen Hälfte ein Dach hatte und darin lebten Menschen. Die andere Hälfte hatte kein Dach mehr, dafür wuchsen aus dem Fußboden Papaya Bäume.

Auch heute haben wir wieder Probleme beim Pipi machen, denn man ist selten auf 500 Meter alleine.

Die Leute am Pistenrand sind wie immer recht freundlich. Mütter halten ihre Babys zum Foto hoch. Man sieht hier keine junge Frau, die nicht schwanger ist! Meistens hängt gleichzeitig noch ein Winzling in einem Tuch an ihr.

Die Grenzabfertigung auf beiden Seiten war sehr freundlich. Bei Einreise in Mozambique hatte man für uns offensichtlich das falsche Papier ausgefüllt, nämlich ein Ausreise- statt Einreisepapier für das Auto. Wir hatten eine kleine Diskussion, doch dann meinte der Zollbeamte, da hat man halt einen Fehler gemacht. Ok.

Auch auf der Malawi Seite ging alles reibungslos, wir waren die einzigen Grenzgänger.

Wir werden an der Grenze wieder von Geldwechslern beschissen, aber diesmal ist es ein anderer Trick und wir fallen wieder darauf rein. Es geht folgendermaßen: Er bietet den normalen Kurs und nicht mehr, also denkt man, der Mann ist in Ordnung. Er gibt uns die Summe in Malawi Kwacha und wir ihm die 100 US $. Doch dann sagt er, wir hätten die Exchange Rate falsch verstanden, denn es sei weniger. Daraufhin gebe ich ihm sein Geld wieder und verlange meine US $ zurück. Er tut dies so geschickt, dass man glaubt, man hätte die 100 US $ erhalten, doch in Wirklichkeit sind es zwei Scheine, ein 50 $ und ein 1 $ Schein. Das Geschäft ist besser als wechseln!

Schon von der Grenze aus kann man das gewaltige Mulanje Bergmassiv sehen. Einzelne Gipfel erreichen eine Höhe von über 3.000 m. Wenig später kommen dann die ersten Teeplantagen in Sicht. Sorgfältig gepflegt reihen sich die Sträucher aneinander wie die Weinberge in Südafrika.

Unsere Unterkunft Kara O’Mula lässt auch zu wünschen übrig. Wir werden nur 1 statt 2 Nächte bleiben und wollen sehen wie die Lodge in Lilongwe aussieht, um gegebenenfalls dort zu verlängern, sonst kommen wir überall zu früh an.

Das schönste an der Kara O’Mula Country Lodge ist die Aussicht auf die Teeplantagen im Tal unter uns.

Die Fahrt nach Lilongwe war recht gut, außer dass wir in Blantyre 1 Stunde für 4 Km durch die Stadt gebraucht haben. Die Kreisel funktionierten nicht bzw. alle wollten rein, doch keiner kam rein, da man sich gegenseitig blockierte.

In Lilongwe finden wir schnell unsere Unterkunft, die „The Sanctuary Lodge“. Die Zimmer sind sehr ordentlich, groß, gute saubere Betten mit kuscheligen strahlend weißen Oberbetten und ein sauberes Bad. Hier lässt es sich 2 Nächte aushalten!

Da wir aber schon 2 Nächte im Voraus sind, muss ich eine weitere Nacht buchen. Ich rufe bei Wilderness Safaris an und frage nach der Möglichkeit in Chintheche eine Nacht länger zu bleiben. Nach 10 Minuten ist dies geklärt und wir wandern zu deren Büro, das nur 500 Meter entfernt liegt. Hier bezahlen wir die Extra-Nacht und alles ist wieder im Lot.

Neben dem Büro liegt eine Tankstelle und dort stehen lange Schlangen an! Es stellt sich heraus, dass es seit 5 Monaten Benzinknappheit gibt. Immer wenn bekannt wird, dass eine Tankstelle beliefert wird, beginnen die Schlangen zu wachsen in der Hoffnung dass der Tankwagen auch wirklich kommt. Dies heißt für uns aufpassen. Wir haben zwar genug für die nächsten 600 Km im Tank bzw. auf dem Dach, aber wir müssen von nun an jede Tankstelle anfahren, um auf der sicheren Seite zu sein.

An dieser Tankstelle und dem angeschlossenen Food-Market haben wir vor 2 Jahren jede Menge Tonic Wasser gekauft, heute jedoch nur Wasser, denn wir haben Lemon-Dry mitgebracht. Das Zeug ist weit gereist bevor es geschluckt wird.

Eigentlich wollten wir heute Abend hier in dem recht ordentlich aussehenden Restaurant essen gehen, doch dann stellen wir fest, dass dort heute eine Benefiz Gala stattfinden wird. Also essen wir von unseren Vorräten, d.h. jeder eine Dose Tunfisch mit extra japanischer Mayonnaise, Brot aus der Dose und Weißwein. Es könnte schlimmer sein, oder?!

Das Frühstücksbuffet gibt es am nächsten Morgen nicht, da ja die Feier so lange andauerte. Wir können aber nach Karte bestellen. Christine traut dem Braten nicht und bestellt sich nur Cornflakes. Ich nehme das warme Frühstück mit Eiern und Bacon. Es kommen aber eigenartig ausschauende Würstchen, da es keinen Bacon gab. Die gebratenen Eier sahen furchtbar aus und schmeckten auch so.

Samstag ist ein Tag ohne Autofahren. Ich kaufe mir einen Internet Voucher in der Lodge, denn sie haben einen Hotspot. Allerdings brauche ich eine halbe Stunde bis der Hotspot stabil bleibt und ich nicht wie vorher fünfmal rausgeschmissen werde. Dann will natürlich Christine auch an ihre Emails. Auch bei ihr haben wir erst mal eine Viertelstunde rumgemacht bis es plötzlich ging. Christine liegt am Pool und ich arbeite, wie üblich!

Da das Frühstück so furchtbar war, haben wir beschlossen uns zum Abendessen wieder selbst zu verpflegen, d. h. heute gibt es heiße Bockwurst mit Brot und wer noch Hunger hat, isst Brot mit italienischem Coppa oder Käse.

In dieser Nacht brüllt ein Löwe in der angrenzenden Wildlife Sanctuary. Wir sind da gar nicht erst hingegangen, denn wir können uns nicht mehr ansehen, wie Tiere in Käfigen gehalten werden.

Als wir heute, am Sonntag den 21.8. weiterfahren, fahre ich als erstes zu der Tankstelle um die Ecke. Es ist zwar jemand da, aber kein Benzin. Das kann ja lustig werden, war mein Gedanke, aber bis zur nächsten Station hatten wir genug. Doch nach wenigen Kilometern kam eine BP Tankstelle und die hatte Benzin. Also volltanken und weiter. Nach 190 Km kam wieder eine Tankstelle, auch sie hatte Benzin, also wieder auffüllen. Damit und meinen Tanks auf dem Dach kommen wir bis Tansania.

Im ersten Dorf laufen uns wieder 2 Schweine vor das Auto, die sind genauso kohlrabenschwarz wie die Schwarzen. Und dann kommt das Größte, nämlich ein Metzgerei Verkaufsladen am Straßenrand. Hier liegt ein undefinierbares Stück Schwein auf einem Tisch und oben drauf ein Messer und viele Fliegen! Ein herrlicher Anblick.

Im gleichen Dorf werden offensichtlich auch Polstermöbel hergestellt, d.h. Sessel mit knall roten Bezügen stehen am Straßenrand.

Als wir am Lake Malawi ankommen, werden es wieder mehr Menschen und kleine Dörfer stehen in Strandnähe. Laut Hupe ist der Lake Malawi 24.000 Km2 groß. Er ist 575 Km lang, bis zu 85 Km breit und 700 m tief. Hier leben 10 % aller Süßwasserfische und fast 1.000 verschieden Fischarten. 1700 Buntbarscharten wurden gezählt, von denen viele heimische Aquarien zieren.

Später kommen dann riesige Zuckerrohrplantagen in unmittelbarer Nähe zum See. Hier wird auch künstlich über Sprinkleranlagen gewässert.

Unsere Unterkunft liegt wieder direkt am Wasser. Der Chintheche Inn wird von Wilderness Safaris betrieben, das war auch der Grund warum ich hier gebucht habe. Allerdings ist alles etwas einfacher als erwartet. Wir werden zwar mit einem alkoholfreien Cocktail empfangen, aber das Zimmer ist doch recht klein und das Bad sehr einfach. Allerdings gibt es warmes und kaltes Wasser, was in Afrika nicht üblicherweise so ist. Nur ein strahlend weiß-gelber Sandstrand trennt uns von der blauen See. Es ragen zwar auch ein paar Felsen aus dem Wasser aber man kann leicht über Sand in das glasklare Wasser (Wassertemperatur ca. 23 Grad) zum Schwimmen gehen. Wir haben nicht nur andere schwimmen sehen, sondern waren selbst auch im See.

Leider ist der Motor des Speed Bootes kaputt, sodass wir nicht auf eine Insel im See fahren und dort schnorcheln können.

Nach dem Frühstück marschiere ich dem Seeufer entlang in Richtung eines Dorfes. Am Ufer waschen ein paar junge Frauen ihre Kinder, sich selbst und ihre Wäsche. Ich frage um Erlaubnis fotografieren zu dürfen und sie nicken. Ob sie mich verstanden haben weiß ich allerdings nicht.

Nachdem ich ein Bild gemacht habe, zeige ich ihnen das Ergebnis auf dem Kamerabildschirm und sie tanzen vor Freude um mich herum. Nun geht es rund, alle wollen einzeln oder in Gruppen fotografiert werden und kommen dann sofort nach jedem Bild gerannt, um sich anzuschauen. Sie stellen sich in immer neuen Positionen, wie in einem Modeheft auf, um erneut fotografiert zu werden.

Ein Winzling steht im Wasser und brüllt wie am Spieß. Nachdem es der Mutter wohl auch zu viel wurde, hebt sie ihn hoch und steckt ihm ihre Brust in den Mund. Der Kleine hält die Brust mit beiden Händen fest, man könnte meinen, er drückt Milch aus ihr in seinen Mund.

Plötzlich steht ein junges Mädchen ohne Oberteil vor mir und will so fotografiert werden. Natürlich tue ich ihr den Gefallen und alle kommen sofort zum Anschauen. Wieder brüllen und tanzen sie vor Freude. Das scheint eine weitere Frau angesteckt zu haben, denn sie zeiht auch ihr Shirt aus und möchte mit ihrem strahlend weißen BH fotografiert werden. Sofort springt das junge Mädchen daneben und ich soll beide fotografieren. Danach wie schon gewohnt Jubel und Tanz. Zum Abschluss stellen sich drei Frauen, eine mit BH und zwei oben ohne, auf und es geht von neuem los.

Natürlich wollen nun auch die jungen Kerle alle fotografiert werden, doch sie jubeln und tanzen nicht. Als ich mich verabschiede, geben sie mir zu verstehen, dass sie etwas von mir haben wollen. Ich habe überhaupt nichts bei mir, keinen Cent und zeige ihnen dies, indem ich ein Paket Tempo Taschentücher aus der Hosentasche hole. Als sie die Tempos sehen, wollen sie die Tempos haben und freuen sich wie kleine Kinder über das Geschenk. Was man alles für ein Paket Tempotaschentücher geboten bekommt.

Am Nachmittag habe ich ein Bild gekauft, um ein wenig Geld auszugeben, denn die armen Teufel haben sonst keine Chance an etwas Geld zu kommen.

Morgen, d.h. am Dienstag den 23.8. geht es weiter zur Sangilo Sanctuary Lodge an der Chitimba Bay am Malawi See. Auf dem Weg dorthin gibt es noch ein paar Sehenswürdigkeiten. Erst eine Hängebrücke aus Bambus und später die Livingstonia Mission.

Die Hängebrücke wurde 1904 gebaut und bestand bis vor kurzem ganz aus Bambus. Heute ist sie zusätzlich durch ein Stahlseil gesichert.

Livingstonia kann man sich schenken, außer man ist bereit die Strapazen auf sich zu nehmen, die wir erleben durften. Schon die Hinfahrt über die parallel zur M 1 verlaufenden Erdstraße ist ein Erlebnis, denn die Erdstraße kann eigentlich nicht als Straße bezeichnet werden. Es gibt kleine Teilstücke aus ebener Erde, der Rest sind tiefe große Löcher. Aber die Abfahrt von Livingstonia zurück zur M 1 ist der Hammer. Es sind 800 Höhenmeter in Haarnadelkurven runterzufahren. Der Track besteht zu 95 % aus Geröll, dicken spitzen Steinen und in den ganz scharfen Kurven hat man etwas Beton hingeworfen. Es war die Hölle und entsprechend habe ich geschwitzt. Vor ein paar Tagen hatte ich die Schnauze schon einmal voll, doch da wusste ich nicht was heute auf mich zukommen würde. Wir haben für 240 Km über 9 Stunden gebraucht. Nach unserer Ankunft haben einige Wodka Bitter Lemon dran glauben müssen.

Die Sangilo Sanctuary wird von einem Australier mit zur Zeit polnischer Freundin geführt, da der Besitzer auf Reisen ist. Es ist alles sehr einfach, die kleinen Chalets könnten eine Renovierung vertragen. Das kleine Restaurant und der Strandbereich sind nett angelegt.

Die Polin hat vor kurzem Pizza eingeführt, die wir auch sofort bestellt haben, denn das war mal etwas Anderes.

Am Morgen stehen Utensilien herum, um sich Kaffee selbst zu kochen. Das haben wir gelassen, sondern bezahlt und sind gefahren.

Die Straße nach Tansania führt an Karonga, der nördlichsten Stadt Malawis vorbei.

Hier trieb der legendäre Sklavenhändler Mlozi, der sich „Sultan von Nkondeland“ nannte, sein Unwesen. Er hatte seine Festung mit dicken Mauern und starken Wällen umgeben, in denen er die Sklaven versteckte, die er auf seinen Raubzügen erbeutete. Er trieb Tausende in Eisen geschmiedete Sklaven zu den großen Märkten nach Sansibar. Erst 1895 unternahmen die Briten massive Schritte gegen die letzten Sklavenhändler. 700 Nkonde kämpfen mit den Briten gegen Mlozi, der gestellt, von den Nkondechiefs verurteilt und gehängt wird.

Es beschleicht einen ein seltsames Gefühl, wenn man an einem derartigen Ort vorbeifährt, denn schließlich ist das Ganze wenig mehr als 100 Jahre her.

Auf der malawischen Seite der Grenze verlief es wieder reibungslos und freundlich. An der tansanischen Seite waren die männlichen Beamten auch freundlich, aber 2 besonders fette Weiber waren unbeschreiblich unhöflich.

Nach der Grenze kommen als erstes Teeplantagen, dann Bananenplantagen, Kartoffelfelder und zum Schluss Kappes. Es ist ausgesprochen grün hier aber 2 Stunden später hinter den Bergen wird es sehr trocken.

Wir klettern hinter einem PKW einen Berg hoch und vor uns ist eine uneinsichtige Kurve. Da kommen plötzlich 2 riesige LKW nebeneinander runter. Nun bleibt dem PKW und uns nichts anderes übrig als in den Graben auszuweichen.

Kurz hinter Mbeya in Richtung sambische Grenze, eine genauso hässliche Stadt wie die anderen, liegt unser nächstes Ziel für 2 Nächte, die Kaffeefarm Utengule. Unser Zimmer ist wieder sehr groß und es gibt ein sehr ordentlich aussehendes Restaurant. Wir sind gespannt, denn die Farm gehört seit Generationen Schweizern. Wie sich herausstellt, bewirtschaften die Schweizer die Farm nicht selbst, sondern ein englisches Paar sind die Verwalter der Kaffee Farm und der Lodge. Der Kaffee wird hier nicht nur angebaut, sondern auch geröstet, verpackt und in eigener Regie vermarktet.

Nach dem Frühstück marschieren wir los, um uns ein wenig die Kaffee Farm anzusehen. Es geht bergrunter über einen sehr staubigen Weg und Christine möchte eigentlich lieber umkehren, doch die Neugierde siegt. Die Kaffeesträucher sehen traurig aus, sie lassen die Blätter hängen, aber das muss wohl so sein nach der Ernte.

Die zwei Hunde der Verwalter begleiten uns die ganze Stunde unseres Marsches, sie sind immer kurz vor oder kurz hinter uns. Als wir zurück sind, sind die beiden genauso verstaubt wie wir, d. h. sie werden abgespritzt, wir duschen.

Es stellt sich in einem Gespräch heraus, dass der Verwalter 3 ½ Jahre im South Luangwa NP (Sambia) gewohnt und gearbeitet hat. Somit hatten wir gemeinsamen Gesprächsstoff, denn wir kannten alles wovon er erzählte.

Es ist herrlich auf unserer großen Veranda zu sitzen und in die Ferne zu schauen. Ein Wodka Bitter Lemon verschönert die Aussicht noch ein wenig mehr.

Am Nachmittag wechsele ich bei Sharon, der Frau des Verwalters US $ in Tansanische Shilling, d.h. für 1 Dollar erhalte ich 1.550 Shilling. Ich wechsele 375 $ und erhalte 575.000 Shilling!! Anschließend kaufe ich noch 4 Dosen Kaffee, 350 Gramm für 12 US $,-.

Dann höre ich einen Helikopter heranfliegen und schaue neugierig hoch, dieser fliegt niedrig über mir, dreht und landet auf einem Helipad. Das war nicht ganz so einfach, denn eine Stromleitung führt 10 m vor dem Helipad entlang. Es wird unglaublich Staub aufgewirbelt und ich hatte gerade geduscht! Ich traue meinen Augen nicht als aus dem Hubschrauber ein Mann und eine junge Frau aussteigen. Sie ist die Pilotin und ca. 25 Jahre alt und außerdem noch hübsch.

Später sehe ich sie am Pool sitzen und stricken! Ich habe sie angesprochen und nach dem Gestell gefragt, das unter dem Helikopter angebracht ist und erfahre, dass damit geologische Daten aus der Luft gesammelt werden, um Bodenschätze zu finden. Sie ist Südafrikanerin und arbeitet für eine südafrikanische Firma, die 8 Helikopter für besagte Zwecke unterhält und immer ausgebucht sind. Sie fliegen in Angola, Botswana, Sambia, Mozambique, Malawi und Zimbabwe.

Außer uns ist eine Gruppe Luxemburger und 3 Deutsche da, die von einem Schweizer aus Dar es Alam geführt wird. Er betreibt dort eine Kaffeerösterei. Seine Kunden sind alle Kaffeeröster, die von ihm in der Gegend herumgefahren werden, um Kaffeeplantagen anzuschauen.

Um 7 Uhr am nächsten Morgen wollen die beiden Piloten weiter nach Lusaka fliegen und ich möchte mir das Abheben anschauen, denn es ist alles ungeheuer knapp. Die beiden machen die Außen- und Innenchecks, lassen die Turbine an und nach einer Weile beginnen die Rotoren sich zu drehen. Dann geht alles recht schnell, sie winkt mir noch zu und hebt mit einer sagenhaften Präzision ab. Die kann fliegen!

Wenig später machen wir uns auf die Weiterfahrt und tanken in diesem Drecksloch Mbeya. Nachdem wir in Beira und Quelimane schon Dreck gesehen hatten, glaubte ich nicht, dass dies zu steigern wäre. Mbeya ist ein riesiges Drecksloch, überall brennt es am Straßenrand, dazu fliegt Staub durch die Luft und als Schmankerl kommen die Abgase hinzu. Die Autofahrer sind rücksichtslos bzw. wohl zu dumm, um schwierige Situationen einzuschätzen. Man muss höllisch aufpassen. Wir tanken 66 Liter und sind 148.000 Shilling los.

Nach etwa 80 - 100 m sehen wir vor uns 6 - 8 Autos und Lastwagen stehen. Auch wir werden angehalten. Es kommt ein Polizist auf mich zu und hält mir eine Speedpistole unter die Nase und behauptet ich sei statt 50 Km/h 75 Km/h gefahren. Das stimmt allerdings nicht, denn ich drossele sofort meine Geschwindigkeit nachdem ein Schild in Sicht kommt, stelle den Tempomat ein und überlasse ihm die Kontrolle. Es nützt alles nichts, er grinst mich an und sagt, ich könne ja zurück nach Mbeya fahren und dort vor Gericht Einspruch einlegen. Mit anderen Worten, die Kerle stehen hier und erpressen die Autofahrer mit getürkten Anzeigen auf dem Gerät. Natürlich erhalte ich keine Quittung.

Es gibt immer wieder Straßenblockaden durch die Polizei. In Mozambique vielleicht alle 80 Km, in Malawi alle 40 Km und in Tansania alle 10 Km!! Diese Mistkerle stehen da rum und kassieren ab. Wir haben ja bisher Glück gehabt, bis auf die 2 Spenden, die wir leisten mussten. Übrigens war auch die erste Strafe nicht richtig, denn auch da bin ich nicht zu schnell gefahren, doch damals hatte ich überhaupt keine Zeit für eine Diskussion, denn die Flut war im kommen.

Unsere heutige Fahrt währt etwa über 4 Stunden bis zum „Old Farmhouse“. Wir trauen unseren Augen nicht, aber wir landen auf einer Farm, die als Nebenerwerb Cottages und Rundhütten gebaut hat und vermietet. Wir haben eins der 2 verfügbaren Farmhouse Cottages. Sie sind wunderschön eingerichtet und sehr geschmackvoll dekoriert. Ein sehr großer Raum mit Sitzecke und einem riesigen Bett und einem schönen Bad. Das hatten wir nicht erwartet.

Kurz nach Ankunft kommt Tee und Kuchen in unser Cottage und die Warmwasseraufbereitung, d. h. der Donkey Boiler wird angeworfen, sodass wir bald duschen können.

Das Abendessen und Frühstück werden unter Aufsicht eines jungen Paares zubereitet. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber das Gulasch war fad.

Die Straße nach Mikumi ist größtenteils neu und folglich sehr gut zu befahren. Allerdings wird an einigen Stellen noch gebaut und die Engpässe werden über grüne bzw. rote Flagge reguliert. Wir kommen an eine Stelle und dem LKW vor uns und uns wird grün gezeigt. Also fahren wir los, doch der entgegenkommende riesige LKW reagiert nicht auf rot und braust auf den vor uns fahrenden LKW direkt zu. Dieser reißt seinen Wagen in den Graben und der entgegenkommende rast durch die entstehende Lücke. Das war selbst den Arbeitern zu viel, die schimpfend gestikulieren. Christine zeigt dem LKW-Fahrer ihren Stinkefinger und ich brülle ihn mit „Fuck You“ an. Aber das wird ihm nichts ausgemacht haben.

Später fahren wir kilometerlang über steile Abhänge in eine Ebene herunter. Es geht alles recht langsam, denn die meisten LKW fahren sicher im niedrigsten Gang, da die Bremsbeläge mit Sicherheit bis zu den Trommeln abgefahren sind.

Wir fahren durch das „Baobab Valley“, ein Kilometer langes Tal mit tausenden von Baobabs! Überall stehen die Kerle rum, an der Straße bilden sie eine Allee und auch an den Berghängen rechts und links der Straße.

Tan-Swiss, unsere Herberge in Mikumi ist ok, nichts Besonderes, aber mit Fernseher! Der Tan Teil ist ein riesiger Brocken von Frau mit ca. 130 kg Lebendgewicht, da darf man schon  Körbchen Größe G erwarten. Der Swiss Teil, Josef, wird seine Arbeit damit haben. Eine junge Schweizerin auf Tramp-Afrikareise, die sich hier von ihrem Freund getrennt hat und bei Josef Arbeit fand erzählt uns, dass Josefs Frau ihn auch aus 20 m Entfernung anruft, statt zu ihm zu gehen. Man bewegt sich halt ungern.

Christine meint, dass, wenn sie nicht bei mir gewesen wäre, die junge Schweizerin jetzt den Beifahrersitz eingenommen hätte.

Wir checken schnell ein und fahren weiter zum Mikumi NP, unser erster National Park auf der Reise. Der Eintritt beträgt 20 US $ pro Person und für unser Auto auch noch mal 40 US $.

Auf unserer 3stündigen Fahrt haben wir Impalas, Zebras, eine große Büffelherde, Nilpferde, Giraffen und sich paarende Krokodile gesehen. Dies kann man in der freien Natur wohl nicht häufig erleben, mit etwas Fantasie konnte man sogar sehen, dass sie sich anstrahlten. Mehr kann man nicht verlangen für eine erste Pirschfahrt.

Die Weiterfahrt geht mitten durch den Mikumi NP. Es wird zwar auf Geschwindigkeits-begrenzung von 50 Km/h hingewiesen, aber da sich niemand daran hält, wurden zusätzlich Bodenschwellen eingebaut. Dass man hier wirklich langsamer fahren sollte, sieht man am Straßenrand. Hier grasen Zebras, Impalas und alles Mögliche an Getier. Als wir den Park durchfuhren, überquerte eine Giraffe die Straße im Schweinsgalopp.

Bodenschwellen sind sicher keine tansanische Erfindung, doch werden sie hier mit Vorliebe verwendet. Erst kommt ein Geschwindigkeitsbegrenzungsschild mit 50 Km/h vor einem Dorf, dann die erste Schwelle mit 3 Höckern, dann 5 Höcker und zum Schluss eine Monsterschwelle.

Da die Anzahl der Schwellen variiert, kann man sein Wunder erleben wenn man nicht aufpasst.

Die Fahrstrecke zum Selous Game Reserve hat zwei Teile, 150 Km Teerstraße und dann
150 Km Schotter, Staub, Sand, großen losen und festen Steinen und viele tiefe Löcher. Für den ersten Teil brauchen wir 1,5 Std. und für den zweiten Teil waren es dann über 6 Stunden! Es geht durch unzählige Dörfer im tiefsten Afrika und nicht alle sind von uns begeistert. Winzlinge rennen vor Angst davon, 5 – 8jährige winken und schreien uns etwas zu, aber die meisten Erwachsenen schauen starr auf uns. Nachdem wir über eine Brücke gefahren sind und ich rechts ein paar Frauen beim Waschen fotografiere, berichtet mir Christine gerade ihren ersten schwarzen nackten Mann gesehen zu haben.

Nach Ankunft in der Sable Mountain Lodge meint der am „Empfang“, ich solle meine Tasche auf den Boden stellen bis ein Träger kommt. Da der Boden aus 2 cm Staub besteht, habe ich ihn groß angeschaut und geantwortet, dass ich das nicht tun werde, da es mir zu staubig sei. Nun ergreift er selbst die Tasche und schleppt sie die 300 m zu unserem Chalet.

Vor dem Abendessen gehen wir zur Bar und unterhalten uns mit einem Paar, das eingeflogen war, über deren Game Drive. Des Weiteren sitzt dort ein junges japanisches Paar mit 2 kleinen und lauten Kindern. Da wir uns nicht mehr unterhalten konnten, habe ich in bestätigender Form auf Japanisch das Paar gefragt ob sie Japaner seien. Sie schauen verdutzt, meinen ich spräche aber gut japanisch und die Kinder wurden ruhiger. Mehr wollte ich nicht.

Für den nächsten Tag buchen wir eine Ganztagssafari durch den Park einschließlich einer Bootsfahrt.

Am Morgen stellt sich Rama als unser Führer und Fahrer vor. Ich merke mir Margarine und kann mir so seinen Namen merken. Er ist übrigens Muslim und kein Hindu! Aber fasten findet er nicht gut, da er so viel arbeitet.

Wir fahren um 8 Uhr los und kommen erst um 17 Uhr zurück. Es fing direkt herrlich an, d.h. Rama donnert über die Schlaglöcher im Schweinsgalopp und Christine meint, dass ihr bald die teuren Schrauben aus der Wirbelsäule fliegen würden.

Nachdem wir uns bei der Parkverwaltung zur Fahrt angemeldet haben, geht es los. Übrigens kostet der Eintritt 50 US $ pro Person plus 15 US $ Conservation Fee zur Parkerhaltung, aber davon ist nichts zu erkennen.

Als erstes sehen wir Leopardenspuren im Staub, doch ein lebendiger Leopard wäre uns lieber gewesen.

Wir haben einen außerordentlichen Tag im Park erlebt, auch durch die Kenntnisse Ramas. An Getier sahen wir viele Elefanten, viele Giraffen, Unmengen an Baboons, Zebras, eine Eland Herde, Tausende Impalas und Warzenschweine.

Mit am aufregendsten war die Bootsfahrt auf dem Tagalala See, der für seine große Krokodil Population berühmt ist. Für die Fahrt haben wir einen Außenbordmotor mitgenommen, denn das Boot liegt angekettet am Ufer.

Man sieht anfänglich eigentlich nicht viel, sondern erst bei genauem Hinschauen erkennt man die vielen kleinen Schwellen im Wasser als Nilpferdköpfe, die mal da sind und dann wieder minutenlang weg. Es leben ein paar tausend Nilpferde in diesem See. Rama erklärt uns, dass es möglich ist, dass ein Hippo plötzlich mit dem Kopf aus dem Wasser direkt neben uns hoch kommen kann. Es würde aber wieder von selbst untertauchen und wir müssten uns nicht fürchten! Aber dabei könnten wir ziemlich nass werden.

Wir fahren also direkt auf so eine Ansammlung von Köpfen zu, um sie aus der Nähe zu betrachten. Doch sobald man näher kommt, tauchen sie ab. Man kann sie dann als dunklen Schatten im Wasser sehen. Ein Hippo könnte unser Boot leicht umwerfen, denn verglichen mit unserem Boot besteht es aus gewaltiger Masse. Wir schauen uns die Kerle eine Weile an, wie sie hochkommen, den Kopf aus dem Wasser strecken und das riesige Maul aufreißen.

Nicht weit entfernt stehen ein paar Büsche am Uferrand, wir halten darauf zu und trauen unseren Augen nicht. Plötzlich schießen Krokodile sprichwörtlich aus den Büschen heraus und rennen ins Wasser. Wir haben sicher insgesamt über 200 Krokodile gesehen, aber im See leben mehrere tausend!

Gegen Mittag meint dann die Margarine, dass es jetzt Lunch Time sei und wir unsere Lunch Boxen verzehren sollten. Wir sind mitten unter den Hippos und außerdem schwimmen jede Menge Krokodile hier herum. Christine und mir war es etwas unbehaglich, aber Rama will sicher auch nicht gefressen werden.

Der Park wurde nach einem Captain der englischen Arme benannt, der 1917 hier gefallen ist  und auch im Park auf seinen Wunsch hin begraben wurde. Wir kamen an seinem Grab vorbei.

Er war 1871 als Großwildjäger auf der Suche nach guten Jagdgründen nach Ost-Afrika gekommen. Seine Abenteuerbücher waren Bestseller im viktorianischen England.

Auf der Rückfahrt am späten Nachmittag hätten wir doch fast die beiden Junggesellen von Löwen verpasst. Wahrscheinlich weil sie direkt neben unserem Track lagen und vor sich hin dösten. Sie haben uns nur eines Blickes gewürdigt und sich dann wieder hingelegt. Sie wissen genau wer hier das Sagen hat.

Rama erzählte uns von einer Gruppe Löwen, die einer Massai Siedlung zu nahe gekommen war und einige Rinder der Massai gerissen hatte. Diese haben sich auf ihre Weise revanchiert bzw. haben zur Selbsthilfe gegriffen. Das geschah nach Massai Art. Sie vergifteten eines ihrer Rinder und legten es für die Löwen aus. Die Löwen fraßen das verseuchte Rind und starben. Über die Löwenkadaver machten sich zwei Hyänen her und starben, nun kamen die Geier und fraßen an Löwen und Hyänen, auch sie starben.

Fazit: man sollte es sich mit einem Massai nicht verderben!

Das Selous Wild Reservat ist in etwa so groß wie die Schweiz, nämlich 50.000 Km2. Aber der größte Teil des Reservates besteht aus Jagd Konzessionen. Nur 5.000 Besucher kommen jährlich in den Park, somit fährt man meistens allein und sieht kein anderes Fahrzeug. Das Selous–Niassa Ecosystem, Süd-Tansania und Nord-Mozambique, umfasst sogar 155.000 Km2 praktisch unbewohnte Wildnis.