Edgar Dürholt
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gähnender Löwe im Ruaha National Park in Tansania

 

Unsere Fahrt nach Tansania im Aug.- Sept. 2011

 

Teil 2: von Selous GR Tansania bis zurück nach Südafrika

Auf die Rückfahrt zur Hauptstraße haben wir uns schon gefreut, denn wir müssen die ganzen 150 km zurück! Aber dieses Mal sind wir schneller, denn nun kenne ich die Strecke ja schon ein wenig.

Schon weit vor Dar es Alam wird der Verkehr zunehmend schleppender und zahlreicher. Wir passieren viele kleine Vorstädte und jede Menge Müll. Es gibt alle paar hundert Meter eine Tankstelle, es sind Dutzende auf wenige km und es sind noch viele im Bau. Das soll einer verstehen, aber man versteht hier sowieso einiges nicht.

Ich hatte eine Unterkunft nördlich außerhalb der Stadt gewählt, um erstens nicht in den Moloch von Stadt fahren zu müssen und auch aus Sicherheitsgründen.

Das Mediterraneo Hotel liegt direkt am Indischen Ozean, die Wellen schlagen gegen die Mauer und jeden Morgen werden meterlange Fensterfronten geputzt und Sand vom Strand zurück ins Meer gefegt. Das Zimmer hat Klimaanlage, die braucht man auch, denn es ist sehr feucht und Moskitos haben reichlich Gelegenheit sich zu laben. Die Hotelzimmer liegen etwas zurück aber das Restaurant reicht ans Meer. Es ist sehr mediterran eingerichtet und das Essen war auch gut. Managerin ist eine gebürtige Italienerin, deren Mutter in den 80er Jahren den ersten Computer in der Staatsbank von Tansania installiert hat. Die Managerin ist mit einem Somalier verheiratet, einem Piraten also.

Entweder in Utengule oder dem Old Farmhouse habe ich meinen Kamera Batterie Aufladegerät liegenlassen, glaube ich. Anrufe ergaben, dass nichts abgegeben worden war. Somit waren wir am Mittwoch damit beschäftigt Batterien zu suchen, denn es war ja Feiertag! In Dar es Alam gibt es ein „Game“ Geschäft (Großer Kramladen, der fast alles hat). Dort fand ich wahrhaftig Lithium AA Batterien, die waren zwar sehr teuer, halten aber auch hoffentlich wesentlich länger.

Am zweiten Abend haben wir uns gegrillte Lobster gegönnt, die hier recht günstig sind. Da ich am Morgen beobachtet hatte, dass Sand weggefegt worden war, wusste ich, dass bei Flut Wellen bis ins Restaurant gespült werden. Als wir zum Lobster Essen gingen war fast der Scheitelpunkt der Flut erreicht. Ich setzte Christine auf einen entsprechenden Stuhl und wartete  auf die Dinge, die passieren würden. Nach etwa 30 Minuten hatte eine Welle ihre Füße erreicht und sie hatte nasse Füße.

Am Nachmittag erfahren wir von der Frau des Piraten, dass heute Nacht eine große Poolparty startet zum Ende des Ramadan. Ab 22 Uhr ging der Krach los, ohrenbetäubender Lärm bis am nächsten Morgen um 7 Uhr. Wir haben keine Minute geschlafen. Um 6:30 bin ich aufgestanden und zur Rezeption gegangen. Ich war recht wütend und habe die Zimmermiete für die Nacht zurückverlangt. Erst hatte man kein Geld, da das Büro erst um 8:30 öffnet. Als ich ihnen gedroht habe, den Behörden zu berichten, dass die Aid Party ein großes Besäufnis mit Alkohol und Drogen war, fand man Geld für mich.

Zum Frühstück gab es für jeden einen Apfel im Auto und später als Dessert Wasser.

Die Fahrt am 1.9. war leider etwas sehr lang. Ca. 700 Km, aber die Straße war weitestgehend in Ordnung, sodass wir nur 8 Stunden gebraucht haben. Die ersten 3 Stunden bin ich wie im Traum gefahren, ich war total kaputt, da ich nicht geschlafen hatte.

Wir kamen an den „Veilchen Bergen“ vorbei, den Usambara Bergen.

Mittlerweile haben wir bestimmt schon 30 - 35 liegengebliebene LKWs und auch 6 - 8 auf dem Rücken liegende LKWs gesehen.

Neben den kleinen 14 Personen Taxis wie in Südafrika, fahren hier auch mittelgroße LKWs Taxi. Auf so einem LKW stehen bestimmt dicht gedrängt 50-60 Leute auf der Ladefläche! Da würden jedem deutschen Polzisten die Haare zu Berge stehen.

Die Kia Lodge in Moshi liegt in der Nähe des Internationalen Flugplatzes und ist vom Durchgangsverkehr verschont. Die Anlage ist ok, doch TV gibt es heute nicht. Wir sind jedoch so kaputt, dass wir gar nicht in das Restaurant wollen, sondern eine Fleischwurst von Raith mit Schwarzbrot gegessen haben. Dies war sicher kein besonders schöner Tag. Das Frühstück am nächsten Morgen in der Kia Lodge ist ausgezeichnet, wir haben schon lange nicht mehr eine solche Vielfalt gesehen.

Heute sind es nur ca. 150 Km bis ins Mgunga Tented Camp, nicht weit vom Eingang zum Manyara NP entfernt. Anschließend sind wir noch ca. 60 Km auf Game Drive im Manyara NP unterwegs. Als wir zu unserem Zelt gehen huscht eine Gruppe Mangoose durch das Camp. Christine fällt sofort ein, dass es hier viele Schlangen geben muss, denn die Mangoose fressen diese. Folglich muss ich nun immer vorangehen.

Der Manyara NP besteht eingangs aus fast tropischem Wald, da relativ viel Wasser von den Bergen herunterfließt. Doch wenig später folgt trockene Savanne und ein riesiger Salzsee mit tausenden Flamingos, die sich allerdings so weit weg vom Ufer befinden, dass man nur rosa Umrisse erkennen kann.

Im Selous Game Reserve waren wir mit unserer Margarine alleine unterwegs, aber hier fahren mindestens 15 - 20 Tour Operator mit ihren Gästen herum!

Im dichten Gestrüpp sehen wir ein paar Elefanten und Giraffen. Ein Dutzend Hippos suhlt sich in einem Pool aus Wasser und Morast. Gnus und Zebras bevölkern eine kleine Ebene vor dem See. Wir haben sogar das Glück Black Forest Monkeys zu sehen, aber die sind so scheu und schnell, man kann sie nicht fotografieren.

Wir fahren 3 Stunden herum, Christine schwitzt und wischt sich mit meinem Schweißtuch die Stirn ab, das ist neu!

Auf der Rückfahrt Am Straßenrand stehen Frauen und verkaufen Bananen, auch rote Bananen und die muss Christine natürlich kaufen. Also halte ich an und schon ist ein Schwarm von Verkäufern an den Fenstern. Das ist das erste Mal, seit wir unterwegs sind.

Das Abendessen, Hühnchen in Kokosnuss, im Camp war ausgesprochen lecker. Leckeres Essen hatten wir noch nicht häufig. Christine schmeckte auch ihr Glas Weißwein.

Am Samstagmorgen geht es 102 Km auf einen völlig unbekannten, aber laut Track4Africa befahrbaren Off Road Track. Ich weiß nicht, wann das letzte Mal einer der Geotracker von denen hier gefahren ist, aber ich weiß, dass ich nie mehr die Strecke fahren möchte und auch nicht werde! 5 Stunden Staub, Steine und Felsen. Manchmal sind wir komplett in Staub gehüllt, der Staub rieselt dann an den Fensterscheiben herunter. Das sieht vielleicht komisch aus. In dieser gottverlassenen Gegend leben die Massai mit ihren Rinder-, Ziegen- und Schafherden. Das Viech muss wohl auch Staub fressen, denn etwas anderes gibt es hier nicht. Das Vieh ist übrigens genauso dürre wie die Massai selbst oder umgekehrt. Ganz nebenbei sind es 37 Grad und Christine meint, dass ihr gleich der Schädel platzt. Ich beruhige sie, in dem ich sage, dass das mit dem Platzen nicht so schlimm ist, denn man spürt fast nichts davon. Daraufhin hat sie erst einmal nichts mehr gesagt, es war Stille im Auto.

Unsere Klimaanlage funktioniert nicht, d.h. es wird nicht kühl. Ich habe nämlich in SA vergessen das Gas nachprüfen zu lassen. Da der Wagen wegen unserer Mai-August Reise stand und die Klimaanlage nicht betätigt wurde, entfleuchte das Gas.

Da es wirklich recht heiß im Wagen war, meinte Christine wenigstens den Ventilator höher zu drehen. Doch nun flog ihr jede Menge Staub aus den Schächten direkt ins Gesicht. Ich hatte Glück, denn dafür wurde ich dieses Mal nicht verantwortlich gemacht!

Die Massai hier oben, verglichen mit denen im Süden Tansanias, sind viel aufdringlicher. Man kann nicht anhalten und schon rennen Kinder aus hunderte Meter entfernten Hütten herbei.

Aber nach etwa 3 Stunden kommt das Schärfste. Da ist nämlich ein Schlagbaum mitten in einem Dorf, der die Weiterfahrt behindert. Es dauert nicht lange und schon verlangt ein junger Mann 10 US $ pro Person für das Weiterfahren. Alle Proteste verhallen im Wind.

Als wir anhalten ist sofort ein Strom von Weibern an beiden Fenstern und bietet Armreife etc. an. Ich sage ihnen, sie sollen das Zeug dem jungen Mann verkaufen, denn der habe jetzt unser Geld. Verstanden haben sie natürlich kein Wort.

Nach einer Weile kommt der nächste Schlagbaum und nun verlangt man 15 US $ pro Person und 15 US $ für das Auto.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen ist 500 Meter vor unserem Camp wieder ein Schlagbaum. Ich frage ganz naiv nach unserem Camp und er meint, erst müssten wir 15 US $ pro Person zahlen!

Wegelagerer hatten wir vor ein paar hundert Jahren auch.

Das Camp wird von Massai geführt und sieht entsprechend aus. Es ist alles recht rustikal für 250 US $ die Nacht. Das schönste hier war eine große Gruppe Meerkatzen in allen Größen, die wie die Wilden getobt haben. Eine Größere zog einen Winzling am Schwanz durch die Gegend, sie sprangen nacheinander an einem Ast hoch, so als wollten sie zeigen wer der bessere Kletterer ist. Es war ein Vergnügen ihnen von unserer Hütte aus zuzuschauen.

Als ich nach dem Lake Natron und den Flamingos frage, schallt es mir entgegen, dass ich aber erst ein Permit kaufen muss.

Christine möchte hier nicht essen, d.h. unsere letzte Fleischwurst wird daran glauben müssen. Später überlegt sie es sich doch anders, denn sie wollte nicht unhöflich sein.

Doch vor dem Abendessen fahren wir zum Lake Natron zu den Flamingos. Doch wie gesagt, erst müssen wir die „Erlaubnis“ dafür kaufen. Wir fahren in das Dorf und suchen den Verwalter. Als wir ihn endlich finden, steht auch schon ein Guide bereit, um mitzufahren und zu verdienen. Ich erkläre ihm, dass wir nur 2 Sitze haben und er auf dem Dach sitzen müsste. Dazu scheint er bereit zu sein, aber ich nicht, denn wenn der da runterfällt, wollen die wieder Geld. Nun erklärt man mir, dass es nicht ohne Guide geht. Ok, sage ich und verlange mein Geld zurück. Was für ein Wunder, nun geht es auch ohne Guide.

Christine war sehr enttäuscht. Wegen der Flamingos wollten wir hierher. Nach ihrer Ansicht war die ganze 5stündige und beschwerliche Anreise die Sache auf keinen Fall Wert. Rosa Punkte waren alles was wir mit bloßem Auge zu sehen bekamen. Enttäuschend, denn es waren Tausende. Wenigstens die Bilder sind ganz gut geworden.

Danach folgte das Abendessen. Allerdings essen wir nur das Gemüse und die Kartoffeln, das Fleisch wollten wir lieber nicht essen, denn erstens haben wir so etwas beim Metzger im Freien hängen sehen und zweitens war es unglaublich zäh.

Am Morgen fehlte zu unserem Kaffee, den wir nur haben wollten, um früh abfahren zu können, Milchpulver und ohne diesen war er ungenießbar. Fazit: ohne alles auf den Weg, nicht mal einen Apfel!

Die heutige Fahrt (4.9.11) zur Lobo Wildlife Lodge lag mir schwer im Magen, denn ich befürchtete dass die Strecke ähnlich wie gestern sein würde, bloß doppelt so lang! Der GPS Computer wollte 8:15 Stunden brauchen, d.h. bei meiner vorsichtigeren Fahrweise leicht 10 Stunden. Wir wurden glücklicherweise mit weiten Strecken recht gutem Off Road Pfad überrascht. Diesmal habe ich für 190 Km nur 5 Stunden gebraucht.

Zu Anfang fuhren wir wieder durch eine Umwelt, die unwirklich wirkte, schroffe Felsen und alles total ausgetrocknet.

Etwa 30 Km vor unserem Ziel kam das „Klein’s Gate“ zum Serengeti NP, hier wollte man von uns 200 US $ und für das Auto 80 US $ für 2 Tage. Wir sind nun am nördlichsten Punkt unserer Reise angelangt, keine 15 Km bis zur Grenze nach Kenia.

Was sehen wir als erstes nach der Einfahrt? Ein Dutzend Guinae Fowls! Später kamen dann viele Gnus, Büffel, Greifvögel, Giraffen und Tse Tse Fliegen hinzu.

Die Lodge ist geschmackvoll zwischen riesigen Bouldern eingefügt, es wurde viel Holz verarbeitet, das macht die Anlage noch anschaulicher. Auf den Felsen sonnen sich farbige Lizards und Dassies (doppelt so groß wie große Ratten und mit den Elefanten verwandt).

An der Rezeption kann man unsere Reservierung nicht finden, in Arusha, der Buchungszentrale geht niemand an das Telefon. Afrika lässt grüßen. Nach etwa 1 Stunde findet uns jemand in Arusha, wir waren für einen Tag später eingebucht! Gott sei Dank ist nicht viel los und man hat ein Zimmer für uns.

Nach dem Mittagessen, wir hatten ja nichts zum Frühstück, machen wir noch eine kleine Pirschfahrt, die allerdings nicht sehr erfolgreich war. Das war auch gut so, denn wir hätten kein Autofenster öffnen können, da immer ein Dutzend Tse Tse Fliegen davor rumturnten.

Nach dem Frühstück, diesmal Spiegeleier mit Bacon und Toast geht es weiter. Es gibt zwar mehr an Auswahl, aber wir vertragen offensichtlich nicht alles, denn Monte Zuma hat uns vor 2 Tagen besucht und will einfach nicht weiterreisen.

Bei der Abfahrt zum Ikoma Tented Camp läuft eine große Horde Baboons vor der Lodge herum, sie frühstücken auch in den Bäumen. Nach nur wenigen Km begegnen wir 2 Hyänen und immer wieder sehr große Herden von Zebras und Gnus, es sind Tausende. Herrliche kleine und große Vögel präsentieren sich in manchmal wunderschönen Farben. Heute wird uns allerhand geboten, natürlich Impalas, Springböcke, Grant’s Gazellen, Hartebeasts, eine Gruppe Elefanten unter einem Baum, zwei große Gruppen fürchterlich stinkender Nilpferde. Die versprühen ihren Kot mit ihrem kleinen Schwanz direkt vor der Nase ihres Nachbarn, um ihr Terrain zu markieren. Die liegen praktisch in ihrer eigenen und des Nachbarn Scheiße im Wasser. Auf dem Weg zu denen liegt ein einzelnes Hippo in einem Schlammloch. Es wurde sicher bestraft weil es dem Nachbarn ins Auge gesch... hat und muss nun hier alleine liegen.

Dann sehen wir eine Gruppe von 6 Hyänen, die etwas beobachten, aber wir sehen natürlich nichts. Später sitzen nochmals 2 Hyänen direkt neben dem Track, man kann sie kaum erkennen, denn sie sitzen vor einem Baum, der fast die gleiche Farbe hat wie ihr eigenes Fell.
4 Geier sitzen nicht weit von dem Track entfernt und man kann sehen, dass da noch etwas zum Abknabbern liegt.

Heute waren es nur ca. 120 Km, aber durch das Fotografieren brauchen wir 6 Stunden einschließlich Pirschfahrt. Länger fahren als eigentlich geplant, sind wir mittlerweile gewohnt.

Im Camp ist der Empfang recht unfreundlich, keinerlei Begrüßung, sondern klare Ansagen wie: Abendessen um 7:30, Frühstück 7:00 und hier ist der Schlüssel. Kein Gepäckträger im Angebot! Das Zelt ist allerdings in Ordnung, geräumig und sauber.

Da es noch früh ist, d.h. 15 Uhr beschließen wir unsere Computer, Thunfisch, Wodka und Dry Lemon zu holen und heute den Feierabend vorzuverlegen. Es gibt schon um 16:30 nach der Dose Thunfisch einen Wodka Bitter Lemon! Wir sitzen auf unserer Terrasse vor dem Zelt und schauen auf Schirmakazien, die sich gegen den blauen Himmel Afrikas abheben.

Zum Abendessen gibt es wieder Schweinefleisch bzw. Schweineknochen mit einem Gemüse, das Herrn Monte Zuma nicht abreisen lässt. Der Weißwein ist schön kühl.

Nach dem Abendessen begleitet uns ein Askari zu unserem Zelt, denn es ist stockdunkel und ziemlich weit dorthin.

Am 6.9. fahren wir von Nord-Westen durch die Serengeti zum Ngorongoro Crater.

Es geht über eine tiefe Brücke im Fluss neben der ein Dutzend stinkender Hippos auf  Augenhöhe im Wasser liegen. Der Norden ist streckenweise grün und mit Büschen und Bäumen gesegnet, d.h. hier muss es immer Wasser geben. Doch nach Seronera, in Richtung Süden kommen weite Grassteppen. Hier ziehen während der großen Wanderung die riesigen Herden von Gnus und Zebras durch.

Nach ca. 50 Km kommen dann einzelne Boulder-Ansammlungen mitten in der Ebene. Von so einer Anhäufung kommt ein Safariwagen und blinkt uns an. Der Wagen hinter uns hält und die beiden Fahrer besprechen etwas miteinander. Wir beschließen dem Wagen hinter uns zu folgen. Nach wenigen hundert Metern sehen wir unter einem Schatten spendenden Baum eine Gruppe von 8 – 10 Löwen liegen. Sie liegen da, heben mal ein Augenlied, lecken ihre Tatzen ab und drehen den Kopf auf die andere Seite. Sie lagen keine 10 Meter von uns entfernt. Wir waren nur wenige Minuten dort, denn...

Monte Zuma plagte mich so sehr, dass ich keine 500 m von den Löwen entfernt die Hosen fallen lassen musste. Es gab nur 2 Möglichkeiten:  entweder die Serengeti oder meine Hose!

Den Track durch den nördlichen Teil der Serengeti kann man ja noch als befahrbar bezeichnen, aber was nach Seronera kommt, ist unmöglich. Es ist ein Waschbrett über 100 Km und zwar vom Feinsten. Ich möchte nicht wissen wie viele Autos hier jedes Jahr zu Schrott gefahren werden. Die Fahrer der Safari Firmen haben keine andere Wahl als mit Vollgas darüber zu rauschen, denn sie müssen ihr Pensum schaffen. Da kommen jeden Morgen Kolonnen von Toyota Allrad Fahrzeugen angebraust. Rein in die Serengeti und am nächsten Morgen wieder raus. Sightseeing auf Japanisch.

Am Naabi Hill Gate endet der Serengeti NP und die Ngorongoro Conservation Area beginnt. Wir haben ein Serengeti Permit bis 11:30 und kommen am Gate um 11:20 an. Am Gate schickt man uns zum Permit kaufen für die Ngorongoro Conservation Area, danach sollen wir zum Auschecken für die Serengeti gehen. Als Christine dann dort ankommt verlangt man von ihr 140 US $ für einen Tag mehr, da wir 5 Minuten zu spät sind!

Ich hatte zwischenzeitlich unser Auto zur Seite gefahren, denn es zischte irgendwo unter dem Wagen. Ein sehr hilfsbereiter und wie sich herausstellen sollte, auch fachkundiger Schwarzer wollte mal nachschauen was das sein konnte. Er demontierte das hintere Rad und kam so leichter an die Stelle wo etwas auszulaufen schien. Meine Befürchtung war, dass die Verbindung zwischen den beiden Tanks durch die Waschbrettpiste leckgeschlagen wurde. Die Flüssigkeit roch jedoch nicht nach Benzin, sondern war öliger Art. Die Bremsleitung war es nicht, denn die liegt tiefer. Unser Mechaniker stellte fest, dass die Leitung der Klimaanlage angeschlagen und somit undicht war. Also nichts was die Fahrtüchtigkeit des Autos beeinflusst hätte. Christine hat den Mechaniker ausgiebig und fachunkundig nach allen unvorstellbaren Dingen befragt und selbst die Leitung abgetastet! Nachdem sie zufrieden war und der Mechaniker 20 US $ erhalten hatte, durfte ich weiterfahren. D.h. da waren ja noch die 5 Minuten Verspätung für 140 US $. Unser Mechaniker war uns auch dabei behilflich und wir konnten ohne zu zahlen fahren,  somit waren die 20 US $ gut angelegt.

In der Ngorongoro Conservation Area leben Massai mit ihren großen Kuhherden, sie dürfen jedoch mit den Herden nicht in den Krater runter. Am Kraterrand stehen einige Lodges mit sicherlich schönem Ausblick auf einen Salzsee in einer Grasebene. Wir können nicht runterfahren, da wir keinen Sitzplatz für einen Guide haben. Aber da unten habe ich vor 36 Jahren auch nicht mehr gesehen als hier oben. Mit anderen Worten, macht nichts!

Wir fahren am Kraterrand entlang und halten an den beiden schönen Aussichtspunkten und natürlich am Grzimek Memorial. Hier wird an Michael Grzimek, der hier mit einer 1motorigen Maschine abstürzte und an seinen Vater, Prof. Grzimek, mit einem Denkmal gedacht.

Als wir am Ausgang der Ngorongoro Conservation Area ankommen, glauben wir unseren Augen nicht zu trauen, denn vor uns liegt eine nagelneue Teerstraße. Wir haben es geschafft, nach 8 Stunden für 200 Km Schotterwaschbrett nun diese ebene Straße! Unsere nächste Unterkunft liegt allerdings 9 Km abseits der Straße und wie sich herausstellt geht es nun 6 Km durch dicken Staub und dann 3 Km durch eine Kaffeeplantage.

Christine ist bedient und als sie dann noch die Massai vor unserem Camp stehen sieht, will sie schon wieder nicht im Restaurant essen, denn es gibt ja sowieso wieder Schweineknochen! Beim Frühstück stellt sich heraus, dass das Restaurant doch recht ordentlich aussieht.

Wir haben jedoch statt Schweineknochen Schwarzbrot mit Parma Schinken, Salami und Käse gegessen.

Unser nächster Stopp ist eine Lodge im Tarangire NP, nur eine kurze Fahrt von ca. 90 Km. Wir kommen schon um 10:30 an und sind von der Lage der Lodge begeistert. Sie liegt etwa 100 Meter über einem Fluss, der jetzt während der Trockenzeit als einzige kleine Wasserstelle weit und breit zur Verfügung steht, denn auch er ist fast ausgetrocknet.

Wir erleben einen wunderschönen Nachmittag, es ist ein sonniger Tag und wir sitzen vor unserem Zelt auf der Veranda und schauen den riesigen Herden von Gnus (300) oder Zebras (200) zu, wie sie zum Trinken kommen und dann sofort wieder abziehen. Elefanten machen es gemütlicher, sie kommen angetrottet, trinken und wälzen sich gegebenenfalls im Schlamm. Es kamen am Nachmittag mehr als 10 Gruppen von Elefanten. Giraffen ziehen langsam vor uns vorbei. Strauße kommen auch zum Trinken und stehen blöd herum. Impalas wandern im Camp herum, sie sind jedoch sehr scheu.

Gegen 18 Uhr stolziert ein einzelner Löwe zum Fluss, trinkt und wandert zurück. Es war kein großer Auftritt, dafür hat er oder ein Kollege ab 5 Uhr am nächsten Morgen gebrüllt. Es klang so laut, dass ich dachte er steht vor unserem Zelt. Christine meinte ich sei sofort wieder eingeschlafen, hätte aber auffällig gezuckt. Das Zucken konnte ich ihr erklären, denn ich hatte geträumt ein 4 Meter langes Krokodil vor unserem Zelt liegen zu sehen, dass sich auf uns zu bewegte. Wir sind durch das Badezimmer nach draußen geflüchtet und konnten doch nicht entkommen. Aber kurz vor dem Zubeißen wurde ich wohl wach.

Der zweite Tag hier beginnt mit bedecktem Himmel, aber wir gehen auf Pirschfahrt, obwohl es hier weit mehr zu sehen gibt. Zum Mittagstisch sind wir mit magerer Ausbeute zurück und es ist immer noch bedeckt. Erst um 15 Uhr reißt der Himmel auf und die Sonne meldet sich zu Wort. Wir sitzen wieder auf unserer Terrasse und lassen den Film ablaufen. Es ist einfach wunderschön hier.

Gegen 16 Uhr gehe ich zur allgemeinen Terrasse und erfahre, dass da unten 2 Löwen im Baum liegen. Man konnte nur mal ein Bein oder den Schwanz sehen. Ich habe 2 Stunden damit verbracht, darauf zu warten, dass sie vom Baum springen oder vielleicht sogar ein Zebra oder Gnu angreifen. Ein Zebra marschierte fast unter ihnen durch, aber einer erhob sich nur, sprang aber nicht. Sie müssen satt gewesen sein.

Die Fahrt nach Dodoma war einfach furchtbar: Sand, Staub oder Steine auf Waschbrett für 8 Stunden. Christine meinte, sie wolle nach Hause, da gäbe es wenigstens Teerstraßen. Heute habe ich aus einigen Schwarzen Rothäute gemacht, denn der rote Staub hat sie sicher rötlich schimmern lassen. Außerdem mussten wir 4 Schlagbäume passieren. Jedes Mal das gleiche Palaver: woher kommt ihr, wohin wollt ihr, manchmal leider sehr arrogant. Christine heißt seit neuestem „Mama“, so hat sie nämlich ein Polizist begrüßt.

Im „New Dodoma Hotel“ wohnen die Entwicklungshelfer, ich beneide sie nicht darum, obwohl wir leckere Fried Noodles gegessen haben. Mal was ganz Anderes.

Meine chinesischen Plastik Lederstiefel haben sich bereits nach 5 Wochen aufgelöst, der Schuhkörper löste sich von der Sohle und dem Absatz. Aber gegenüber der Einfahrt zum Hotel in Dodoma sitzt ein Schuhmacher an der Straße. Der hat sich die Sache angesehen, alles zusammengeklebt und anschließend mit Hand vernäht. Auch ein neuer Absatz wurde zurecht geschnitzt. Nun laufe ich in meinen runderneuerten Stiefeln. Der neue Absatz hat sich allerdings nach 2 Tagen wieder verabschiedet.

Als ein älterer Schwarzer im Dodoma Hotel hörte, dass wir nach Iringa fahren wollen, meinte er, „rough road, you must be brave“. So war es dann auch, 8 ½ Stunden sind wir für ca. 350 Km gefahren. Es gab einiges zu sehen, u. a. ein auf dem Dach liegender Autobus, LKWs im Graben, jede Menge aufgebockte Fahrzeuge aller Art wegen Reifenschaden. In Tansania geht es eigentlich recht bedächtig bzw. langsam zu, z. B. beim Denken. Doch beim Autofahren, da spielen alle verrückt und rasen wie die Bekloppten über Stock und Stein. Zwei Fahrzeuge einer Hilfsorganisation mussten uns unbedingt rasend überholen, doch es dauerte nicht lange, da standen sie bzw. lagen unter dem Auto. Manchmal überholte uns auch der von uns aufgewirbelte Staub, da es wieder eine tiefe Querrille gab. Christine fand diese Situation besonders beglückend. Kurz vor unserem Ziel kommt uns bergaufwärts auf unserer Straßenseite in einer unübersichtlichen Kurve ein Lastwagen entgegen. Nur eine Vollbremsung meinerseits mit Lenkradeinschlag nach links konnte einen Zusammenstoß verhindern. Das wäre dann das vorzeitige Ende der Reise mit vielen Scherereien gewesen.

Unser Ziel, die Ruaha Hilltop Lodge, liegt etwa 10 Km vom Eingang des Ruaha NP entfernt an einem Berghang. Wir haben ein Cottage mit großem Bett, Moskitonetz und einem kleinen Bad. Der Toilettendeckel fällt einem immer in den Rücken, nicht nur beim Aufstehen, und die Schüssel ist so tief einbetoniert, das nun auch ein Liliputaner seine Füße auf den Boden bekommt. Das Moskitonetz wurde mit einem Pflaster geflickt. Ja, es ist leider so, alle tansanisch geführten Unterkünfte sehen entsprechend aus.

Das Bier ist warm, sorry, ja leider taugt der Solarkühlschrank nichts, aber der Inhaber sucht nach einem anderen Kühlschrank!

Es ist noch eine Gruppe von 11 Deutschen seit 2 Tagen da, die auch mit Humor nehmen, dass es keine Butter gibt zum Brot, es für jeden einen winzigen Fleischspieß gibt, es kein Licht über dem Tisch gibt, man sich beim Duschen erkältet, weil es so zieht (kein Glas im Fenster und es ist abends recht kalt) und die Fliesen von den Wänden fallen.

Wir freuen uns schon auf Morgen, denn dann sind wir wieder im „Old Farmhouse“ für 2 Tage. Hier stimmt alles, ist aber nicht viel teurer. Die Besitzerin, die Enkelin eines Syrers und einer Schweizerin, ist hier geboren, weiß aber immer noch, wie man etwas in Ordnung hält.

Aber zurück zur Ruaha Hilltop Lodge. Wir hatten am Abend der Ankunft mit Titus, dem Manager, besprochen am nächsten Morgen einen Game Drive für einen ½ Tag mit ihm zu machen. Als wir morgens zum Frühstück gehen, erzählt er uns, dass er leider vergessen habe Benzin zu tanken und außerdem habe die nächstliegende Tankstelle keinen Treibstoff. Das war natürlich nur eine Ausrede, denn nur mit 2 Personen zu fahren lohnt sich nicht wirklich oder er hatte etwas anderes vor. Aber diesbezüglich ist mit mir schlecht Kirschen essen, denn ich habe ihm Benzin aus unseren Reservekanistern angeboten. Nun schaute er etwas verdutzt aus der Wäsche. Als wir zur Abfahrt bereit waren und Benzin umfüllen wollten, meinte er, er habe schon Benzin von jemandem bekommen!

Obwohl ich Christines Schrauben in der Wirbelsäule bereits einmal nachgezogen hatte, war es ihr oben auf den Sitzen doch zu wackelig und ein zweites Mal sollte ich nicht nachstellen. Somit verzog sich Christine zu Titus ins Auto und ich saß mutterseelenalleine auf dem Thron und hielt Ausschau. Es war wie üblich, Zebras, Giraffen, Elefanten, Kudus, Impalas, Warzenschweine, Kraniche, Dik Diks, Hippos und einige riesige Krokodile in einem großen Teich. Zur Regenzeit wird allerdings aus dem Teich ein See. Als wir in den River Circuit eindrehen und dort einen sehr schönen großen Vogel anschauen, kommt plötzlich aus der Uferböschung ein männlicher Löwe in Richtung Fluss oder was davon übrig geblieben war, anspaziert. Gemächlich schreitet er zum Wasser und trinkt. Nach etwa 10 Minuten steht er auf und marschiert zurück. Wir fahren hinterher und siehe da, da liegen noch 9 Stück auf der faulen Haut. Man kann ja bis auf wenige Meter ranfahren, die bewegen sich so gut wie nicht, denn sie wissen offensichtlich, dass wir ihnen nichts anhaben können oder es ist einfach die Arroganz des Starken.

Nur wenige Km weiter entdecken wir an der Uferböschung einen männlichen Löwen neben einem getöteten jungen Büffel. Der Löwe hat dem Büffel die Bauchdecke aufgerissen und dessen Eingeweide verzehrt. Die Eingeweide und das Blut sind die Delikatesse eines Risses. Nun liegt er vollgefressen mit Sodbrennen daneben und wartet darauf, dass ihm seine Frau die Pille gegen Sodbrennen bringt.

Es reicht für heute, wir fahren zurück und lassen uns unsere letzte Packung Bockwürstchen warmmachen. Wir haben zwar Diner, Lunch und Breakfast gebucht, aber das Angebotene ist nicht nach unserem Geschmack und außerdem recht dürftig.

Christine lässt sich einem Eimer mit Wasser geben und will unbedingt unser Auto im Fahrer- und Beifahrerbereich vom Staub befreien. Endlich kann sie wieder mal putzen, wo sie doch schon 5 Wochen darauf verzichten musste!

Am Abreisetag wollen wir im Restaurant frühstücken und mal wieder Spiegeleier essen, schließlich ist dies im Preis eingeschlossen, aber man hat weder Eier noch Butter, nur ein paar trockene Brötchen.

Also gehe ich zum Auto, hole Schwarzbrot, die letzte Fleischwurst, Butter, Davidoff Kaffee und Milchpulver und wir frühstücken. Zahlen dürfen wir jedoch den Preis mit Frühstück.

Als ich die Rechnung in Bar begleiche, sage ich Titus, dass dies der am meisten heruntergekommene Platz war, in dem wir übernachtet haben. Er schaut mich groß an und fragt nach Vorschlägen. Ich antworte ihm, dass von den 430 US $, die ich ihm gerade gegeben habe, einiges als Erhaltung der Anlage verwendet werden müsste. Z.B. müsste der Fußboden in unserem Bad nicht überschwemmt sein. Über das Loch in der Zuleitung zur Toilettenspülung hatte man ein Pflaster geklebt, anstatt es ordnungsgemäß zu reparieren, aber das hätte größerer Anstrengung bedurft. Diese Menschen sehen diese Dinge einfach nicht, denn in der eigenen Hütte ist es nicht anders, bzw. da gibt es keine Toilettenspülung.

Am 12.9. sind wir wieder im Old Farm House, was für eine Wohltat für Seele und Magen.

Die Fahrt war herrlich, nur 95 Km Staub und der Rest Teerstraße, d.h. mir haben heute zum ersten Mal seit Tagen nicht die Finger vom Lenkrad festhalten geschmerzt.

Ein junger Franzose mit weißer Freundin aus Simbabwe führt das Restaurant, da Nicky, die Besitzerin, stark mit der Farm beschäftigt ist. Sie hat über 400 Kühe, 500 Schafe, baut Tabak, Gemüse, Früchte und Blumen an.

Den jungen Franzosen kann man nicht länger als 10 Minuten ertragen. Er versucht schnell Englisch zu reden, wiederholt jedes zweite Wort 3 Mal und kichert zwischendurch unentwegt. Welchen Schaden muss seine Freundin haben, um ihn zu ertragen?

Leider war der Shiraz ausgegangen, sodass wir Pinotage Vorlieb nehmen mussten, doch der war zu säurehaltig.

Am Morgen haben wir wie im Film „Out of Afrika“ auf der Wiese in der Sonne gefrühstückt. Die größere deutsche Gruppe musste ins Restaurant und hat uns beneidet. Einer davon hat ein Foto von uns gemacht, weil er das einfach zu schön fand, wir auch!

Der 13.9. war ein ruhiger Tag, ich habe die Tanks auf dem Dach zusätzlich gesichert, da sie sich durch die unendliche Schüttelei etwas in der Halterung gelöst hatten. Christine liest in ihrem iPad ein Buch.

Dann fällt mir ein, dass wir ja noch malawische Kwacha haben für die Weiterreise durch Malawi, aber wo sind sie? Ich habe das ganze Auto durchsucht, in allen Hosen die Taschen durchwühlt und nichts gefunden. Zu guter Letzt, kurz vor der Verzweiflung, vielen mir die Handschuhe unter meinem Sitz ein, da waren sie dann auch drin und der Tag gerettet.

Heute auf der Fahrt nach Mbeya, der Utengule Kaffeefarm, haben wir einen weißen Fahrradfahrer zum zweiten Mal  überholt. Wir hatten ihn zum ersten Mal im Dreck auf der Fahrt nach Iringa gesehen. Wir sind ja dann in den Ruaha NP und er wohl einfach nur weiter. Es gibt sicher Leute, die uns für bescheuert halten, eine solche Fahrt zu unternehmen und wir halten ihn für bescheuert mit dem Fahrrad eine solche Strapaze auf sich zu nehmen.

Nun verstehen wir auch warum das ganze Land bald abgeholzt ist und das Holz in Holzkohle verwandelt wird. Selbst in dem Old Farmhouse Restaurant wird mit Holzkohle gekocht, weil das Gas in den angelieferten Flaschen meistens schlechter Qualität ist und somit nicht gleichmäßig heizt! Zu was ist man hier eigentlich in der Lage außer Abfall zu produzieren, der dann direkt neben der Hütte oder auf der Straße landet?

Ich muss mir unbedingt gegen Ende der Reise das Vögelchen zeigen wieder abgewöhnen. Aber es gibt hier so unendlich viele Situationen, in denen dies mehr als angebracht ist. Außerdem gibt es mir ein wenig Genugtuung in der jeweiligen Situation.

Es gibt an jeder Ecke ein Schild, das auf eine Schule oder irgendeine Institution hinweist, aber jedes dieser Schilder ist mit einem roten Kreuz durchgestrichen! Wir haben lange gerätselt was es damit auf sich hat. Nun wissen wir es. Es bedeutet, dass die Institution nicht in der Nähe des Schildes ist, sondern etwas weiter weg. Ist doch intelligent, oder?

Unsere Suche nach der Beimischung zum Bitter Lemon oder Dry Lemon in Mbeya gestaltete sich anfangs etwas problematisch und wir befürchteten schon ohne unseren Nachttrunk ins Bett zu müssen. Doch dann fand ich zufällig in einem Laden, in dem wir Shampoo, Duschgel und Mandeln gekauft haben, einen Weißen, den ich fragen konnte. In einem unscheinbaren winzigen Laden, der einer Russin gehört, finden wir „Absolute Wodka“ zu einem guten Preis. Der Weiße ist Bibelübersetzer und ist gerade dabei die Bibel in 9 native Sprachen zu übersetzen. Er lebt hier, dazu habe ich ihn aber nicht beglückwünscht.

Am Donnerstag, den 15.9. geht es in folgender Reihenfolge an Kappes-, Kartoffeln-, Bananen- und Teefeldern vorbei zur Grenze nach Malawi. Dort stehen schon die Geldwechsler bzw. Betrüger bereit den nächsten abzuzocken. Dazu zählen wir nun endgültig nicht mehr.

Die Lastwagenfahrer sind begeistert von meiner Bullbar am Toyota und  drücken dies durch Daumen hoch deutlich aus.

Heute haben wir auch zum ersten Mal eine Polizistin mit Figur gesehen, bisher sahen sie alle wie Ritter Sport aus, quadratisch und breit wie tief.

Wir frühstücken in der Sangilo Sanctuary Lodge wieder nicht und haben am Vorabend bezahlt, denn beim ersten Besuch stand um 7 Uhr nur Kaffee zum Selbermachen da und zum Bezahlen mussten wir den Australier suchen.

Wir brechen auf, um in den Nyika NP zu fahren und verlassen den Malawi See. Nach etwa 160 Km erreichen wir Rumphi, eine kleine aber recht aufgeräumte Stadt südlich des NPs. Wir tanken vorsichtshalber, denn es gibt immer noch Versorgungsprobleme. Danach fahren wir weiter. Nach wenigen Km kommt wieder eine Staubstraße und es sind ein Lastwagen und ein paar PKW vor uns, d.h. wir fahren im Staub auf der holprigen Straße hinter ihnen her. Da die Wagen vor uns auch langsam fahren, kann dies nur bedeuten, dass die Straße sehr schlecht ist. Das soll nun 120 Km so weitergehen. Nach etwa 15 Minuten entscheiden wir, dass wir die im Voraus bezahlten 150 US $ sausen lassen, heute keinen Staub mehr schlucken wollen und nicht weiterfahren, sondern direkt zum nächsten Ziel, der Luwawa Forest Lodge. Die Tierwelt im Nyika NP muss auf uns verzichten.

Hinter Mzuzu beginnt ein riesiges Waldgebiet, der Viphya Forest in den gleichnamigen Bergen. Wir fahren über 80 Km an Pinien- und Eukalyptuswäldern vorbei. Aus diesen Wäldern scheint ganz Malawi mit Bauholz versorgt zu werden. Im Wald und am Straßenrand finden sich alle Größen von Sägewerken, einfache Kreissägen mit Dieselgenerator und große Sägewerke. Riesige Haufen von Brettern liegen am Straßenrand, die auf LKWs verladen werden. Die Arbeiter haben sich aus den Abfällen beim Zuschneiden der Bretter winzige Unterkünfte gebaut, in denen sie leben.

Die Wälder wurden noch während der englischen Kolonialzeit angelegt und waren zur Papierherstellung gedacht.  Der Abfall der Papierwerke sollte in den Malawi See geleitet werden. Jedoch frühzeitig genug wurde erkannt, dass dies den See ruinieren würde und die Wälder dienten fortan zur Bauholzbeschaffung. Es handelt sich um eine Pinienart (Pinus Patula), die ursprünglich aus Mexiko stammt und sehr gut zum Klima und der Bodenbeschaffenheit Malawis passt.

Die Luwawa Forest Lodge wurde 1984 gebaut und diente ursprünglich als Clubhouse für die Senior Engineers, die die „neue Straße“, die M 1, durch die Viphya Berge nach Mzuzu gebaut haben. Heute gehört sie einem Engländer, der sie zu einem Outdoor Activity Center ausgebaut hat, d.h. es werden viele Aktivitäten angeboten. Viele untere Schulklassen aus der Hauptstadt Lilongwe kommen hierher, um der Natur ein paar Tage näher zu sein.

Wir wohnen für 2 Tage in einem sehr geräumigen Cottage mit Küche, Wohnraum, Schlafraum und Bad. Zum Abendessen gab es aus eigener Küche Waldpilzcremesuppe und Pasta ai funghi.

Am Samstag habe ich den Luftdruck der Autoreifen geprüft und für gut befunden, es ist keine Luft entfleucht.

Wir sind hier übrigens in 1600 m Höhe und entsprechend frisch ist es am Abend und Morgen. Heute hatten wir den ersten Regen auf unserer Reise, der etwa 15 Minuten dauerte, ansonsten hatten wir entweder leichte Bewölkung oder klaren Himmel.

Zur Fahrt nach Chipata in Sambia haben wir nicht den direkten Weg nach Süden in Malawi gewählt, sondern sind erst ein kleines Stück zurück und dann Richtung sambische Grenze. Dort befindet sich eine kleine Grenzstation und damit werden einem die Pöbeleien der Geldwechsler und Versicherungsagenten erspart.

Wir waren die einzigen Grenzgänger um 9:15. Wir bezahlen  je 50 US $ für ein Visa und 40 US $ für die Carbon Tax des Autos und können weiterfahren. Auf beiden Seiten der Grenze musste der Zollbeamte zum Abstempeln des Carnet erst „geweckt“ werden, d.h. auf sambischer Seite meinte der freundliche Beamte, dass wir Glück hatten, denn er wollte gerade unter die Dusche.

Die Staubpiste zur Grenze war ok, wir haben Schlimmeres gesehen.

In Lundazi gibt es das „Lundazi Castle“, ein Gebäude, das reichlich mit Zinnen und Türmen versehen ist, eben wie ein Castle. Ein Engländer sollte ein Gästehaus dort bauen, doch er hat es etwas schnörkeliger gemocht, und da er das Budget nicht überschritt, hat man ihn gewähren lassen. Es sieht verheerend aus, alles verkommen, wird aber als Hotel genutzt, wie so manches, das nicht mal einem Schuppen entspricht.

Vor dem „Hotel“ steht ein nagelneuer großer Land Rover der „ European Union Election Observation Mission Zambia 2011“. Feiner ging es wohl nicht!

Die Straße von Lundazi nach Chipata ist etwa 180 Km lang, davon sind die letzten 80 Km geteert und davor geht es über Stock und Stein. Die Autofahrer haben sich teilweise selbst neue Pisten neben der Straße geschaffen, da die Straße nicht befahrbar ist! Man will die Straße wohl erneuern und so hat man über 40 Km eine Piste etwa 50 m neben der Straße durch den Busch geschoben. Gut, dass uns fast niemand begegnet ist, denn wir haben selbst schon genug Staub aufgewirbelt.

In Chipata sind wir erst mal zur Bank bzw. zu einer ATM gefahren um SKW 2.500.000 (ca. 350 €) abzuheben, denn meine Dollar brauche ich noch für andere Dinge.

Danach geht es zum Spar Markt um Schinken, Äpfel und irgendeinen Knusperkram zu kaufen, denn heute Abend verpflegen wir uns selbst. Wir haben noch das schlechte Essen und die heimelige Atmosphäre des Restaurants von Mama Rula von vor 2 Jahren gut in Erinnerung. Das Einzige bei Mama Rula, das man als gepflegt bezeichnen könnte, ist der Garten mit vielen schönen alten Palmen und Sträuchern. Aber warum sind wir wieder hier? Ganz einfach, es gibt nichts Besseres!

Ausgerechnet bei der Tankstelle, an der mir ein Geldwechsler vor 2 Jahren Dollars und Kwacha aus der Hand gerissen hat, tanken wir wieder. Die Geldwechsler sind auch sofort da und ich erzähle ihnen von vor 2 Jahren. Alle bezichtigen mich der Lüge, auch weitere alkoholisierte Leute, die noch hinzugekommen sind. Ein Südafrikaner lügt sowieso sagen sie, erst als ich erwidere, dass ich Deutscher bin, werden sie kleinlauter und verziehen sich langsam.

Die Straße, die Great Eastern Road von Chipata zur Luangwa Brücke ist bis auf einige sehr tiefe Schlaglöcher in Ordnung. Allerdings muss man die Potholes sehen, sonst ist die Achse schnell verbogen.

Wir haben auf der Reise noch nie so viele Autowracks gesehen, es waren bestimmt über 20 PKWs und etwa 6 LKWs, die ausgebrannt im Graben lagen.

Da wir sehr gut vorankommen und das Luangwa Bridge Camp wohl sehr rustikal sein würde, haben wir beschlossen, dass ich weiter fahren darf. Gegen 15:00 sind wir in Lusaka, d.h. wir haben ca. 650 Km in 6,5 Std. geschafft.

Die Palmwood Lodge in Lusaka liegt sehr schön in einem sehr gepflegten Garten und unser Zimmer ist nicht zu vergleichen mit dem an das wir uns mittlerweile schon fast gewöhnt hatten. Wir haben 24 Stunden Strom am Tag und nicht nur von 18:00 bis 22:00 Uhr.  Wir genießen diesen Luxus und beschließen hier 2 Nächte zu bleiben, d.h. erst am 21. Sept. nach Simbabwe weiterzureisen.

Am Dienstag den 20.9. sind Wahlen in Sambia und wir beschließen lieber im Lodge Bereich zu bleiben, denn es soll schon zu Ausschreitungen in der Stadt gekommen sein. Da das Wahlergebnis hoffentlich nicht schnell verkündet wird, sind wir dann bereits in Simbabwe.

Auf der Fahrt nach Livingstone sahen wir bereits gegen 9 Uhr am 21.9 in Mazabuka viele Lastwagen voll mit Demonstranten.

Die Fahrt war nicht so lang, nur etwa 500 Km bis Victoria Falls in Simbabwe auf guten Straßen.

Zuerst kommen große Rinderfarmen und Getreidefelder, später wieder kleine Bauernhöfe mit ihren Lehmhütten. Auch hier im Süden wird viel geköhlert, man sieht dies an der angebotenen Holzkohle und den wenigen verbliebenen Bäumen.

An der Sambia Grenze lief alles glatt und freundlich, aber an der Grenze zu Simbabwe waren einige sehr arrogant. Das Carnet wurde im Gebäude abgestempelt und am Gate, an dem man den Zollbereich verlässt, wollte man das Carnet wieder sehen. Also habe ich es ihnen gezeigt, doch so ein A...loch von Vorgesetzter rief aus dem Hintergrund, dass ich ihm zusätzlich das Carnet zeigen solle und zu diesem Zweck zu ihm kommen solle. Er hat sich das Carnet gar nicht angeschaut, sondern nur blöd gefragt wem der Wagen gehört. Dies steht zwar sehr deutlich im Carnet, aber das hat er sich ja nicht angesehen! Dies veranlasste mich zu fragen, ob man eigentlich Touristen haben wolle. Da dies bejaht wurde, habe ich vorgeschlagen vielleicht etwas freundlicher zu sein. Der Blick, den diese netten Menschen dann aufsetzen, gleicht einem abgeblendeten Büssing, genau so starr und so blöd.

Es ist mit 38 Grad recht warm in Victoria Falls, Christine leidet und meckert vor sich hin.

Zum Abendessen fahren wir in die Stadt, Chris ist eine Pizza und ich ein paar Hühnchen Teile von KFC.

Am nächsten Morgen sind wir früh los, da wir nicht in der Hitze an den Fällen entlang gehen wollen. Wir sind um 8:00 Uhr da und sonst fast niemand. Im afrikanischen Frühjahr stürzen nicht die unvorstellbaren Mengen Wasser (5 Mio cbm pro Minute) die Victoriafälle hinab wie etwa im Mai. Aber im September ist es trotzdem ein gigantischer Anblick und es gibt auch jetzt Stellen, an denen man von dem Wasser der herunter donnernden Wassermassen nass gesprüht wird.

Als wir um ca. 10:00 Uhr nach meinem äußerst dringendem Toilettenbesuch wieder zurück an die Fälle gehen, sehen wir schon Horden von Touristen mit ihren Guides den Weg entlang traben. Eine große Gruppe Amerikaner ist mit dem Shongololo Express aus Kapstadt bzw. Johannesburg gekommen. 

Zum Sundowner und Abendessen fahren wir in das Victoria Falls Hotel, dort soll es ein leckeres Buffet geben. Wir genießen es mal wieder etwas Schmackhaftes und Frisches zu essen, d.h. Vorspeise, Hauptgericht und Desert. Christine ist heute besonders tapfer und isst Krokodil-schwanz. Mich plagt Sodbrennen, denn soviel Essen und auch noch Süßes kann mein Magen nach 7 Wochen Schmalhans Kost nicht mehr vertragen.

Wir waren ja vor 12 Jahren im Mai hier an den Fällen, damals haben wir diese Wassermassen erlebt, zu Fuß und aus einem Helikopter. Das Dorf Victoria Falls ist nicht wiederzuerkennen. Es gibt jede Menge Hotels, Lodges, Gästehäuser, Souvenirläden, Reisebüros und Restaurants. Vor 12 Jahren war es viel bescheidener. Doch eins ist sicher, die Fälle von der Simbabwe Seite sind viel anschaulicher als von der sambischen Seite! Wir können dies beurteilen, denn vor 2 Jahren waren wir auf der sambischen Seite.

Am 23.9. fahren wir in den Hwange NP, nur ca. 190 Km, also ein Katzensprung. Unterwegs sehen wir an einer Tankstelle 2 Motorräder mit einem Wuppertaler Kennzeichen und ich frage die jungen Männer, ob sie aus Elberfeld oder Barmen kommen. Sie sind natürlich überrascht, lachen und wir unterhalten uns.

Wir sind zwar nur 190 Km heute gefahren, aber bis jetzt kommt es mir so vor, als wenn die Infrastruktur, d.h. die Straßen in Simbabwe in einem besseren Zustand sind als in Mozambique, Malawi, Tansania und Sambia. Selbst untergeordnete Straßen bis zur Miombo Safari Lodge am Hwange NP, wo wir wohnen, sind asphaltiert und ohne Schlaglöcher.

Die Miombo Safari Lodge, in der wir ein Treehouse gebucht haben, liegt am Rande des NP, in dem es besonders viele Elefanten geben soll. Wir werden uns heute Nachmittag und morgen früh zum Game Drive durch den Park fahren lassen.

Auf dem Weg in den Park überholt uns ein Wagen und berichtet, dass hinter uns, in der Nähe des Airstrips Wild Dogs am Straßenrand liegen. Unser Fahrer reagiert überhaupt nicht und ich frage ihn, was der Mann gesagt habe. Er sagt es sei zu weit zu den Wild Dogs! Am nächsten Tag erfahre ich, dass „zu weit“ 4 Km bedeutete. Das heißt, er wollte einfach nicht!

Dafür sehen wir 8 -10 große Elefantenherden, manche bis zu 40 Tieren mit vielen Jungtieren, einige von ihnen nur ca. 1 Woche alt. Sozusagen an jeder Ecke im Busch Elefanten. Die Langhälse, d.h. Giraffen schauen uns über die Schulter und Kudus verschwinden im Gehölz.

Beim frühen Morgen Drive von 6 - 9 Uhr scheinen viele Tiere heute ihren freien Tag genommen zu haben, denn es lässt sich kaum jemand blicken. Aber eine Fleckenhyäne kreuzt unseren Pfad und schaut uns neugierig an. Ein paar Geier sitzen auf einem Baum und halten nach Aas Ausschau. Natürlich sind auch Elefanten unterwegs, die sieht man hier im Park immer wieder.

Am Abend nach dem Abendessen möchte ich die Game Drives bezahlen, da wir gegen 7:30 abfahren wollen. Dies gestaltet sich jedoch etwas schwierig, denn der Manager lässt uns 30 Minuten warten. Ich wollte gerade aufstehen und dem Personal sagen, er soll zu uns in das  Baumhaus kommen, da kam er endlich.

Als wir gezahlt hatten fragt er, wann wir am Morgen abfahren wollen. Wir bitten ihn, um 7 Uhr für uns Frühstück machen zu lassen und er antwortet, dass es Frühstück erst ab 8 Uhr gibt. Mittlerweile hatte ich die Nase so voll, dass ich ihm erklärte, dass wir auf das Frühstück ganz verzichten möchten.

Der Blödmann hatte uns schon 40 US $ gekostet, denn er schlug vor am 23.9. einen Morning Game Drive und am 24.9. einen Afternoon Game Drive zu machen. Wir mussten dafür nämlich

2 x Eintritt bezahlen, da wir an verschiedenen Tagen gefahren sind!

Die Fahrt von der Miombo Safari Lodge in Simbabwe nach Francistown in Botswana ist mit 7 Stunden berechnet und die brauchen wir auch, Grenzübergang eingeschlossen.

Der Grenzübertritt gestaltet sich allerdings etwas mühsam, da der Zollbeamte auf der Simbabwe Seite nicht an seinem Platz sitzt. Er musste erst gesucht werden, um das Carnet abzustempeln.

Definitiv eine andere Kultur als in Europa.

Kurz nach dem Grenzübergang nach Botswana kommt auch schon ein Veterinär Posten gegen Maul- und Klauenseuche, d.h. man muss aussteigen und mit den Schuhsohlen auf einen getränkten Lappen treten. Mit dem Auto fährt man anschließend durch ein Bad mit einer Flüssigkeit zur Bekämpfung der Seuche.

Francistown ist eine mittelgroße Stadt in Botswana und überhaupt nicht zu vergleichen mit den Städten der durchreisten Länder. In Botswana ist man den umliegenden Ländern um Längen voraus. Es ist auch um Vieles sauberer und es liegt nicht überall Müll oder Plastik herum.

Wir übernachten im Chresta Hotel mit strahlend weißen Betttüchern und können uns mit nicht stinkenden Handtüchern abtrocknen. Da ist Christine wieder guten Mutes.

Nebenan ist ein Sparmarkt, in dem wir ein Stück Camembert und Dry Lemon für P 147 (ca. 16 €) kaufen. Bei der Bezahlung verlangt man eine ID oder Passport! Auf meine Bemerkung, dass ich das ab einem Betrag von 100 € verstehen würde, kommt wieder der „abgeblendete Büssing Blick“.

Nach dem Frühstück am 26.9. geht es weiter zum „The Khama Rhino Sanctuary“ in der Nähe von Serowe. Dort wohnen wir noch mal in einem rustikalen Chalet im Busch.

Auf unserem Game Drive am späteren Nachmittag sehen wir etwa 12 White Rhinos in einer Pan grasen, allerdings etwas zu weit entfernt, um mit bloßem Auge Details zu sehen. Christine ist etwas enttäuscht, dass sie sich nicht direkt bei ihr vorgestellt haben und somit nicht in Streicheldistanz waren.

Als wir zurückkommen zeigt mir Christine einen Apfel, der auf dem Tisch lag und fragt ob ich den so komisch angebissen habe. Habe ich nicht, also hatten wir einen kleinen Besucher, der den Apfel probiert hat. Solange man nicht an mir knabbert ist das in Ordnung.

Zum Abendessen gibt es die letzte Dose Thunfisch mit Schwarzbrot, d.h. es hätte Schwarzbrot sein sollen, aber das war verschimmelt. Nun musste ich auch Pumpernickel essen. Erst mit Thunfisch und dann mit Käse.

Christine meckert mal wieder über das stinkende Badetuch nach der Dusche und meint, dass es jetzt reicht und sie sich auf zu Hause freut.

Zum Frühstück gibt es Käse mit Pumpernickel und 2 Tassen Davidoff Kaffee.

Die anschließende Fahrt nach Mafikeng, etwa 550 Km, war das reinste Vergnügen, keine Schlaglöcher und fast keine Wellen im Asphalt.

Auf der südafrikanischen Grenzseite bedanken wir uns bei dem Immigration Officer, sagen Bye Bye und ernten wieder diesen „abgeblendeten Büssing Blick“. Ein Teil der Schwarzen scheint uns nicht so richtig zu mögen oder gucken die nur so unverständlich?

In Mafikeng wohnen wir in dem Protea Hotel, dass wir in guter Erinnerung von vor 2 Jahren haben. Wir checken ein, duschen und fahren um 16 Uhr zum Abendessen zu Ocean Basket. Es war wie im 7ten Himmel: Crayfish, Shrimps, Kingclip, Calamari (nur für Christine)  und eine Flasche kalten Weißwein. Wir schauen uns an und sagen: „War das nicht toll?“

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Kimberley, d.h. vorbei an sehr großen Farmen links und rechts der Straße. Später kommt rechts eine bestimmt 40 - 50 Km lange Allee mit etwa
10 m hohen Bäumen. Kurz vor Kimberley sollen in einem Damm Flamingos zu sehen sein, die Christine jetzt endlich mal aus der Nähe sehen möchte. Wir sehen Kimberley und rechts hunderte von Flamingos im Wasser. Allerdings ist die Zufahrt am Viewing Point überflutet und  an einer anderen Zufahrt steht ein Schild „Trespassers will be shot“. Doch so leicht geben wir nicht auf bzw. ich und fahren zum naheliegenden Kasino um zu fragen. Siehe da, eine freundliche Schwarze am Schlagbaum erklärt uns einen Schotterweg neben den Bahngleisen direkt zu den Flamingos. So kam auch Christine noch zu ihren Flamingos.

Wir wohnen wieder in einem Protea Hotel, doch dieses Mal direkt neben dem „Big Hole“ von Kimberley. Wir hatten Glück überhaupt ein Zimmer zu bekommen, denn es finden die Skating Weltmeisterschaften an diesem Wochenende in Kimberley statt. Wir hatten uns schon über die ziemlich übel aussehenden Typen im Hotel gewundert.

Zum after Diner Trunk gönnen wir uns ein vorzügliches Tröpfchen Cabernet Sauvignon von Le Riche in Stellenbosch, den wir bei Checkers gefunden haben.

Am 29.9. fahren wir bis Beaufort West, wo wir wieder im Beaufort Manor wohnen und auch zu Abend essen werden, denn das „il Meglio“ Fine Dining Restaurant von vor 2 Jahren ist wegen überhöhter Nachfrage nach Fine Dining geschlossen.

Übrigens stammt Prof. Chris Barnard aus diesem Ort, in dem sein Vater predigte.

Nun haben wir es bald geschafft, wir sind 14.549 km mit meinem Toyota gefahren und haben nicht einmal einen platten Reifen gehabt. Wir haben 43 Nächte in verschiedenen Hotels, Lodges und Zelten gewohnt und ich wundere mich darüber, dass ich nicht ein einziges Mal vor einem Kleiderschrank gestanden habe, in den ich hineinpinkeln wollte. Es ist bekanntlich nicht so ganz einfach sich fast täglich an einen neuen Weg zur Toilette zu erinnern.

Der nächste Tag bringt uns nach Hause, d.h. erst mal in die Mall zum Einkaufen, denn wir haben ja nichts mehr im Kühlschrank und wollen auch vorerst nicht mehr essen gehen. Genug ist genug!

Es war eine herrliche und anstrengende Reise. Zum Ende hin habe ich mich fast über meinen eigenen Mut gewundert, so etwas auf mich zu nehmen, damit meine ich das Fahren. Aber es hat sich gelohnt, man bekommt Dinge zu sehen, über die man manchmal verwundert und ein anderes Mal verwirrt ist. Es ist eine wunderschöne Welt, in der wir leben dürfen, allerdings übersehen wir dies oft. Auf so einer Reise sieht man andere, ungewohnte Dinge und man wird dankbar für das Erlebte.