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Eine Reise zu den Galapagos Inseln 1980

Die Reise zu den Galapagos Inseln war sicher der wesentlichste Teil unserer Reise in 1980 von Japan über Los Angelos, Hollywood und Südamerika nach Deutschland, sowie zurück nach Japan, dem so genannten Heimaturlaub.

Bevor wir uns Richtung Galapagos Inseln aufmachten, mussten wir erst einmal Richtung Los Angelos fliegen, um uns dort zwei wichtige Impfungen geben zu lassen, da diese in Japan nicht verabreicht wurden. Es handelte sich um Typhus und Diphtherie. Die Impfungen haben uns erst einmal für 48 Stunden umgehauen, doch dann musste ich sofort mit meinen Töchtern los auf „Starsuche“. Folglich kurvte ich wahl- bzw. richtungslos in Hollywood herum. Unsere Suche war zwar nicht besonders erfolgreich, die „Stars“ liefen uns einfach nicht vor das Auto. Farah Foawcett Major wollen meine Töchter allerdings gesichtet haben, ich nicht, denn ich musste ja fahren und meine Augen dem Verkehr widmen.

Wir wohnten natürlich im Beverly Hills Hilton Hotel, in dem es auch ein Traders Vik Restaurant gibt. Ein paar „Honey Honey“ (Cocktail aus Rum und Bourbon Whiskey und verschiedenen Säften) waren einfach köstlich.

Ausgerechnet an diesem Ort und in dieser Bar musste ich an meine Eltern bzw. meinen 1972 verstorbenen Vater denken. Wie sehr hatte er sich einen Tag vor seinem Tod gewünscht seine Enkelinnen zu sehen. Doch das Krankenhauspersonal hatte es mir nicht erlaubt, ihn schon am Samstag mit den Kindern zu besuchen, sondern erst am Sonntag. Ich habe dies akzeptiert, und er sie nicht mehr gesehen!

Natürlich haben wir uns auch einen kompletten Tag in den Studios aufgehalten und viele der Life Attraktionen, z.B. eine „Western Stand Show“ erlebt.

Bei dem Lieferanten für Westernausstattung, „Nudie’s Rodeo Tailers“ in North Hollywood habe ich mir dann eine ganz tolle „Kreissäge“ sprich Western-Hut gekauft. Einen „Resistol Selfconforming XXX Beaver“! Nun war ich für die Weiterreise gerüstet. Dieses Geschäft habe ich immer wieder besucht, bis es dies etwa Anfang der Neunziger nicht mehr gab. Vielleicht wurden zu wenige Western gedreht. Vor dem Geschäft stand immer ein riesiger offener Straßenkreuzer mit noch riesiger erscheinenden Büffelhörnern am Kühlergrill.

Das chinesische Theater und „ The Walk of Fame“ am Hollywood Boulevard gehörten natürlich auch zu unserem Besuchsprogramm. Sicher sind seit damals, d.h. 1980 bis heute 2004, einige Sterne dazu gekommen.

Der Rodeo Drive mit seinen erstklassigen Geschäften bestätigte mir dann auch, dass es nicht nur Jeans in Amerika gibt.

Nach etwa 5 Tagen ging es wieder auf die Weiterreise.

Wir flogen mit einer recht abenteuerlich erscheinenden Airline, entweder war es Air Mexiko oder Ecuador Airlines, von Los Angelos nach Guayaquil, einer Hafenstadt in Ecuador. Es war das erste Mal, dass wir in ein südamerikanisches Land flogen, in ein Land, das von den Spaniern kolonisiert wurde.

Wir kamen am Nachmittag in Guayaquil an und waren vom Flug, der etwa 10 Stunden gedauert hatte, ziemlich kaputt, denn die Sitze waren sehr eng beisammen und die Abstände zum Vordermann noch enger.

Da mich die Sehenswürdigkeiten in LA und den Hollywood Studios offensichtlich so fasziniert hatten, dass ich schon viele Super 8 Filme abgedreht hatte, musste ich in Guayaquil für Nachschub sorgen. Also ging ich am frühen Abend in das Zentrum, um nach einem Photogeschäft Ausschau zu halten. 

Für diese Reise hatte ich mir eine etwas ausgefallene Kleidung ausgesucht, d.h. ich trug halb hohe Stiefel, Jeans in den Stiefeln, eine kurze braune Lederjacke und einen Hut, den Clint Eastwood einmal trug, den ich mir in Hollywood gekauft hatte.

So gekleidet ging ich durch die Arkaden Guayaquils. Ich muss wohl wirklich wie ein Gringo ausgesehen haben, denn plötzlich wurde ich von einem jungen Mann angegriffen, der mir meinen Hut vom Kopf schlagen wollte, diesen auch traf, aber nicht fest genug, so dass ich ihn im letzten Moment festhalten konnte und schnell weiterging. Der Mann verschwand so schnell er gekommen war und rief verächtlich „Gringo“ hinter mir her. Das war das erste Mal, dass ich erlebte, dass „Amerikaner“ negativ angesehen werden.

Ich fand einen Shop  und kaufte seinen Bestand an Super 8 Filmen auf, denn auf Galapagos würde ich sicher keine kaufen können, auch die nächste Station danach, Lima, war ungewiss.

Guayaquil mag zwar eine historisch bedeutende Stadt sein, aber sie hat außer ein paar alten verkommenen Gebäuden wenig zu bieten. Ein paar schöne alte Kirchen, die noch schöner werden, wenn man an die Geschichte denkt, ist eigentlich alles was Guayaquil zu bieten hat.

Wir flogen von Guayaquil nach Baltra, eine der Galapagos Inseln und setzten von dort aus nach Santa Cruz über. Hier wurden wir nach einiger Zeit von unserem „Kapitän“, Karl Angermeyer, abgeholt. Wir hatten sein Boot und seine Dienste für 1 Woche über Lufthansa in Tokyo gebucht. In einem Artikel eines Reisemagazins hatten wir von Angermeyer und der Möglichkeit  ihn über Lufthansa zu buchen gelesen.

Karl Angermeyer holte uns ab und wir ruderten zu seiner Segeljacht, wo wir unser Gepäck unterbrachten. Anschließend ruderten wir wenige Meter weiter zu seinem Haus, das direkt am Eingang zum kleinen Hafen liegt.

Bei einer Tasse Tee lernten wir einander ein wenig kennen und besprachen den Verlauf der vor uns liegenden Woche „zur See“. Kapitän Angermeyer hatte bereits bis 1980 ein recht bewegtes bzw. abenteuerliches Leben hinter sich, wie wir in den nächsten Tagen erfahren sollten. Seine Frau, die etwa 20 Jahre älter war, d.h. etwa 85, hatte gerade die Gürtelrose, war aber ziemlich flott drauf, trotz  der Krankheit. Sie färbte ihre Haare rot mit Wella Koleston!

Als ich die Toilette aufsuchen musste, warnte mich Angermeyer vor dem was mich erwarten könnte! Ich solle mich nicht vor kleinen schwarzen Teufeln auf den Fenstersimsen erschrecken! Die Galapagos Meerechse ist die einzige im Meer lebende Echse.

Die Wände des ganzen Hauses bestanden aus Korallen, das Angermeyer selbst an diesen Hafeneingang gebaut hatte und auf das er offensichtlich sehr stolz war.

Auf der Toilette angekommen suchte mein Blick natürlich sofort nach besagten kleinen Teufeln. Es sollte auch nicht lange dauern bis ich Besuch auf dem Sims des Toilettenfensters bekam. Es erschien ein keiner schwarzer Drache, er sah wirklich aus wie ein kleiner Teufel, nur dass er nicht rot mit Pferdefuß, sondern schwarz war und einen Kopf voller „Warzen“ hatte.  Er schaute mich eigentlich recht friedfertig für einen Teufel an. Wenig später sollte ich die kleinen Teufel noch wesentlich näher erleben, denn Karl Angermeyer lud die „Kerle“ zum Mahl. Er rief nach ihnen wie nach Hühnern und sie kamen zu Dutzenden: Kleine, 50 cm lang und Große, über 100 cm lang, Fette und Dürre direkt aus dem Meer und den schwarzen Felsen, auf denen sie gelegen hatten. Sie bekamen gekochten Reis und tummelten sich um ihn übereinander.

Am nächsten Morgen ging es auf große Fahrt, nachdem wir schon die Nacht auf der Segeljacht verbracht hatten. Wir mussten uns natürlich zuvor unserer Straßenschuhe entledigen, denn auf einer Jacht gilt spezielles Schuhwerk oder barfuss.

Der „Knecht“ Angermeyer’s weckte uns zum sehr frühen Frühstück, das er selbst zubereitet hatte. Seinen Namen habe ich sicher gewusst, doch ich muss gestehen, dass ich diesen nach über 20 Jahren vergessen habe. Er war ein sehr netter und aufgeschlossener junger Bursche, der für Angermeyer das Gröbste besorgte, denn schließlich war der ja auch schon 65.

Ab jetzt sollte es Frühstück für eine Woche um 6 Uhr geben. Dafür aber auch einen Sundowner, Rum mit Orangensaft aus der Dose, um 17 Uhr und einige Cocktails, Rum mit Orangensaft aus der Dose, nach dem Abendessen mit vielen interessanten alten Geschichten über die Inseln und aus seinem Leben.

Karl Angermeyer, der uns abends auf seiner Mundharmonika alte deutsche Fahrten- und Seemannslieder vorspielte oder wir zusammen mit ihm diese zur Mundharmonika sangen, war auch ein guter Erzähler. Er erzählte uns Geschichten aus seiner Jugend bzw. seiner Reise nach Galapagos und dem anfänglichen Leben auf der Insel.

Ein alter Kapitän, der ein Freund der in Hamburg lebenden Familie war, erzählte von diesen wunderbaren Inseln im Pazifik und weckte wohl mehr und mehr das Interesse der 4 Brüder. Irgendwann beschlossen sie dann dorthin zu fahren, um dort zu leben. Es dauerte Jahre bis sie ein seetüchtiges Segelboot gebaut hatten, mit dem sie eines Tages in See, d.h. in die Elbe stechen konnten. Allerdings brachte sie der erste Anlauf nicht sehr weit, sondern lediglich bis in den Ärmelkanal, wo sie in einem Sturm in Seenot gerieten und das Boot verloren.

Nun hieß es erst einmal arbeiten, um für das Weiterkommen Geld zu verdienen.  Sie gaben die Idee mit einem eigenen Boot auf und arbeiteten, um Geld für eine Überfahrt zu verdienen.

Mit Saatgut, Schaufeln, Hammer und Zange, sowie sicherlich weiterer Werkzeuge machten sie sich dann auf den Weg zu den entlegenen Inseln, die noch einiges an Überraschungen für die Brüder auf Lager haben sollten.

So wurde er auch einmal schanghait, aber da hatte er wohl etwas zu viel getrunken. Als er aufwachte war er Kapitän der Eagle II (?) und brachte Bibeln nach Hawaii. Mit kleinen Nebenrollen hat er sich auch für einige Zeit, bevor er wieder zurückkehrte, in Hollywood durchgeschlagen.

Die „Bunte“ hat meines Wissens zweimal einen großen Bericht über Angermeyer in den letzten 15–25 Jahren veröffentlicht.

In meinem Haus im Flur erinnert ein Bild an ihn, dass er mit den Fingern gemalt hat, und selbstverständlich die Vegetation einer Galapagos Insel zeigt.

Nach dem Frühstück laufen wir Motor getrieben aus dem kleinen Hafen aus. Vorbei an den kleinen schwarzen Drachen auf ihren Felsen neben Angermeyers Haus. Wir werden eine Woche auf dieser kleinen Jacht um einige der Galapagos Inseln segeln und uns immer wieder einzelne kleine Tierparadiese ansehen.

Wir sahen einen riesigen Rochen, der nur wenige Meter vom Strand entfernt immer wieder auf und ab parallel zum Strand schwamm. Er hatte bestimmt eine Spannweite von 3 Metern!

Nicht weit entfernt von diesem Strand unter einem steilen Felsen sahen wir eine kleine Kolonie der Galapagos-Pinguine, dessen Vorfahren wohl mit dem kalten Humboldtstrom aus der Antarktis gekommen sind.

Auf einem anderen Teil der Insel hätte man über einem Seehund nach dem anderen stolpern können, so viele Seehunde lagen herum, buhlten und sonnten sich, kümmerten sich aber so gut wie nicht um uns, die zwischen ihnen herumliefen. Wahrscheinlich hätte man sie auch streicheln können, doch dass haben wir lieber gelassen.

Ein anderes Mal stehen wir in einer kleinen Bucht Dutzenden von Flamingos gegenüber.

Auf einer anderen Inseln begegnen wir einem kleinen gelben „Landdrachen“, einem  Landleguan von ca. 1 Meter Länge, der sich durch das Unterholz kriechend davonmacht, aber  sich nicht sonderlich beeilt.

Auf einer unserer „Seefahrten“ hat der „Knecht“ einen Fischkopf an einen riesigen Haken gehängt, um damit einen Hai zu fangen. Am nächsten Morgen hing dann tatsächlich ein etwa 1,5 m langer Hai am Haken. Dass er am Haken hing hieß aber nun noch nicht, dass er auch schon an Board war. Es war ein 2 Stunden Kampf mit Leine lassen und ran ziehen. Doch am Ende hat Angermeyer ihm den Bauch mit einem Küchenmesser aufgeschlitzt, um nachzusehen, ob er vielleicht doch ein Ring beim Menschenfressen verschluckt hatte?!

Verschiedenste Vogelkolonien lernen wir aus nächster Nähe kennen, denn ein Phänomen der Inseln ist, dass die Tierwelt offensichtlich nicht scheu ist, sondern Menschen sehr nahe an sich heran lässt und man das Gefühl haben könnte, dass nicht nur wir sie betrachten, sondern sie uns auch etwas näher kennen lernen möchten.

Reiher stehen im Wasser und halten nach Fischen Ausschau.

Möwen verschiedenster Arten fliegen um uns herum oder sitzen zu Hauff auf den Felsen.

In den Mangrovenbuchten ziehen große Schwärme, d.h. Hunderte von Rochen hintereinander her.

Lagunenhaie streifen an unserem Ruderboot vorbei.

Albatrosse sitzen auf den Felsen und beobachten uns.

Riesige Wasserschildkröten (über 1 Meter lang) strecken ihren Kopf aus dem Wasser, als ob sie auch gesehen werden möchten.

Es gibt ja nur noch sehr wenige Riesenschildkröten auf den Galapagos Inseln, denn über einige Jahrhunderte hinweg wurden sie als lebendiger Proviant von den Seefahrern vieler Nationen mit auf die Weiterreise genommen, um auf diese Weise für Frischfleisch zu sorgen. Nichts desto weniger trotz hatten wir durch Zufall die Gelegenheit zu beobachten, wie ein Riesenschildkrötenmännchen in den Trab verfiel, als es ein Weibchen ausmachte. Er war schneller, aber sie schien sich auch nicht sonderlich beeilen zu wollen, um dem Unvermeidlichen zu entgehen! Ich habe nie wieder eine Schildkröte so schnell laufen sehen!

Auf einer anderen Insel laufen wir über ein nicht sehr altes schwarzes Lavafeld mit kleinen kegelförmigen Kratern, aus denen man es förmlich blubbern hört.

Die eine Hälfte einer Insel, die trockenere Seite, sieht aus wie ein Silberwald. Auf einer anderen kleinen Insel wachsen große Kakteen.

Die Vielfalt der Tierwelt und der Pflanzen auf den Inseln, wird sicher auch durch die verschiedenen klimatischen Zonen auf den Inseln beeinflusst.

Die Tiefseevulkane bestimmen weitgehend die Wassertemperatur, so dass sich auch in großen Tiefen noch bisher unentdecktes Leben aufhalten kann. Es ist von allerlei gruseligem Getier die Rede, auch von Riesenkraken mit Armen von mehreren Metern Länge.

Meine Frau und unsere Töchter hielten sich während der Fahrt häufig an der Reling oder im Bett auf. Ihnen war es einfach immer ziemlich übel. Nur während der Landausflüge und Liegezeiten ging es ihnen annehmbar gut. Eine Seefahrt ist halt nicht immer nur lustig, aber andererseits haben wir so viel gesehen und erleben dürfen, womit dann das Übelsein vielleicht wieder ein wenig kompensiert wurde.