Edgar Dürholt
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Micha with elefant head

Kenia, Tansania und Seychellen im September 1975

Im Herbst 1975, nachdem wir unsere Familien in Deutschland besucht hatten, wollten wir auf dem Weg nach Hause, d.h. Tokyo, noch einen Abstecher zur Tierwelt in Kenia und Tansania machen.

Natürlich war ich vor Abflug aus Tokyo damit beschäftigt, das meiste aus dem verfügbaren Ticket zu machen, doch Kenia passte einfach nicht mehr in die Milage rein. So musste ich einen günstigen Weg finden, uns den Ausflug auch leisten zu können. Der Weg führte zu Pakistan Airlines! Wir wollten von Frankfurt nach Nairobi, den Seychellen und über Hongkong nach Hause fliegen.

Am Tag des Abfluges bekam ich im Hause meiner Mutter einen Anruf von Pakistan Airlines. Der Flug war gestrichen worden! Was nun? Wir hatten zwar Tickets, die uns vergütet werden sollten, aber keinen Flug mehr.

Voller guten Mutes und gleichzeitig einem flauen Gefühl im Bauch fuhren wir trotzdem wie geplant zum Flughafen nach Frankfurt, denn in Radevormwald würde ich unser Problem nicht lösen können. In Frankfurt angekommen bin ich dann zu allen Airlines gerannt, die in unsere Richtung, d.h. Nairobi und dann weiter Richtung Hongkong fliegen würden. Nur British Airways flog unsere Route! Platz an Board der in 45 Minuten abfliegenden Maschine gab es auch, aber ich hatte nicht genug Bargeld und keine Kreditkarte, sondern nur Schecks! Doch diese Form der Bezahlung durfte der Station Manager nicht ohne Genehmigung seines Chefs akzeptieren, aber dieser war bereits auf dem Weg nach Hause und nicht erreichbar! Nun lief ich zwischen Lufthansa, dort kannte man mich, und British Airways hin und her, um jemanden zu finden, der sagen würde, dass der Scheck von dem Dürholt schon in Ordnung geht. Nur wenige Minuten vor dem Schließen der Türen der Maschine kamen wir 4 am Gate an. Die Koffer mussten wir selbst hinschleppen, denn das Einchecken war längst zu Ende. So begann unser Flug nach Nairobi/Kenia ziemlich aufregend in Frankfurt.

In Nairobi/Kenia wohnten wir im Hilton Hotel, in dessen Lobby sich das horizontale Gewerbe bereits 1975 unübersehbar breit gemacht hatte.

Nun galt es als erstes eine einwöchige Rundfahrt zu organisieren, denn wir wollten uns auf der Reise täglich von einer Lodge zur nächsten fahren lassen. Abends dort essen und übernachten, sowie am nächsten Morgen nach dem Frühstück weiterfahren. Es war recht einfach einen VW Bus (4 Personen mit Gepäck) mit kundigem Fahrer/Führer zu buchen, denn schon in 1975 waren die Touristen eine wichtige Einnahmequelle des Landes. Die vorgeschlagene Strecke wurde durchgesprochen und die Lodges nach der zu überwindenden Entfernung ausgesucht.

Bereits am nächsten Tag ging unsere Fahrt los. Die erste Etappe brachte uns in das Massai Mara Wildschutzgebiet. Am Rand der Piste begegneten uns Massai unweit ihres Kraals, und um uns ihre „aufstreckende“ Bewegung vorzuführen. Es sieht aus als würden die Kerle um 10 cm länger dabei werden. Es gab keine Straßen im herkömmlichen Sinn, sondern sandige Pisten, die kreuz und quer durch das Gelände führten. Der Fahrer muss sich folglich ganz gut auskennen, um auch die richtige Richtung einzuschlagen. Am Abend konnten wir neben der Lodge an einem Wasserloch ein paar Elefanten und Büffel aus gebührender Entfernung beobachten. Am nächsten Tag bog unser Fahrer plötzlich vom Pfad ab und fuhr hinter ein Gebüsch. Er hatte wohl schon die Geier vorher entdeckt, denn nun bot sich uns ein weniger schönes Bild. Ein großer Elefant lag auf der Seite und war auch schon ordentlich angefressen. Die Geier saßen auf ihm und holten sich ihren Teil. Es war ein trauriger Anblick, einen solchen Riesen dort tot liegen zu sehen und beobachten zu müssen wie er langsam aufgefressen wurde.

Das Massai Mara Wildschutzgebiet liegt direkt an der Grenze zu Tansania und es geht praktisch direkt über in den Serengeti Nationalpark.

Eines der beeindruckensten Bilder der Serengeti war für mich die Weite der Ebene und die über diese Ebene ziehenden Tierherden von hauptsächlich Gnus, Zebras und Antilopen. Tausende Tiere strebten einem neuen Ziel zu.

An einem Tag hatten wir das Glück einen Leoparden auf einem Baum in dieser Weite zu entdecken. Das unser Weg uns ausgerechnet an diesem Baum entlang geführt hat, war schon ein großes Glück, denn diese Kerle zeigen sich nicht freiwillig. Man entdeckt sie mehr zufällig, denn ihre Tarnung ist so perfekt.

Unser Fahrer war ja auch gleichzeitig unser Führer durch die Parks. Er hatte immer wieder ein ausgezeichnetes Auge für Besonderheiten, z. B. sah er weit entfernt unter einem größeren Strauch ein Nashorn stehen. Wir fuhren näher heran und hatten somit Gelegenheit diesen Kollos genauer zu betrachten. Aber auch beim Nashorn ist Vorsicht angesagt, denn falls es sich angegriffen fühlt, greift es an, und unser VW Bus wäre wohl ordentlich beschädigt worden. Also immer in der richtigen Richtung und Fuß bereit auf das Gaspedal zu treten.

Als wir abends nach einem langen Tag an der ausgesuchten Lodge ankamen, bin ich mit Michaela, meiner jüngeren Tochter, noch ein mal um die Lodge herum gelaufen. Wir waren noch keine 300 Meter weit gegangen, da waren wir auch schon von einer großen Gruppe Affen umzingelt. Die Kerle kamen langsam auf uns zu, aber wichen dann wieder seitlich aus. So ging das eine ganze Weile und mir wurde es recht mulmig, denn weder waren sie winzig, noch nur wenige. Wir haben uns langsam aber zielstrebig wieder Richtung Lodgeeingang zurückbewegt.

Aus der Serengeti ging es weiter zum Ngorongoro Krater. Hier wohnten wir oben am Kraterrand in einer Lodge, die uns einen wunderschönen Blick in den rund 20 km weiten Krater bot. Ganz in der Nähe ist das Grab des Sohnes von Prof. B. Grzimek, Zoodirektor in Frankfurt und Moderator einer sehr beliebten Tierserie im deutschen Fernsehen. Prof. B. Grzimek’s Sohn war auch begeisterter Tierfreund und ist bei einem Flug mit seiner einmotorigen Maschine abgestürzt.

Als wir am Kraterrand ankamen, haben Teile meiner Familie ordentlich gefroren, denn es ging ein sehr kühler Wind am späten Nachmittag. Am nächsten Morgen ging es dann sofort los und wir fuhren „nach unten“. Wieder hatten wir großes Glück, denn wir haben fast auf Anhieb eine Löwin mit zwei Babies entdeckt. Die Löwin lag auf der Seite und die beiden haben ordentlich an den Zitzen gesaugt. Wir konnten bis auf 10 Meter heranfahren, sicher auch, weil die Löwen im Ngorongoro schon mehr als einen Menschen gesehen haben. Allerdings sollte man trotzdem große Vorsicht walten lassen, denn wild sind sie mit Sicherheit beblieben. Wir haben im Ngorongoro Krater Löwen an verschiednen Stellen entdeckt, unter Sträuchern im Schatten, an Wasserstellen sich labend, aber auch als Rudel auf der Pirsch. Das größte Rudel umfasste sicher 8 Löwen. Einmal konnten wir ein Löwenpaar beim Kopulieren beobachteten. Es muss wohl ziemlich anstrengend für den „armen Kerl“ gewesen sein, denn nach jeder Runde, die jeweils wieder rasch beendet war, fiel er von der Dame und rekelte sich. Keine 20 Meter entfernt stand ein einsamer alter Büffel (laut Fahrer), den schienen die Löwen nicht zu interessieren, aber uns mochte er gar nicht. So stand er mehrfach da, keine 10 Meter entfernt und es sah so aus, als wolle er angreifen. In diesen Momenten schlug unser Fahrer kräftig auf die Wagentür, was einen Höllenlärm verursachte und den Büffel davon abhielt, uns anzugreifen. Wären die beiden Löwen nicht anderweitig vergnüglich beschäftigt gewesen, d.h. das Ganze findet ja ca. 40 mal statt, so wäre der Büffel vielleicht nicht mit dem Leben davon gekommen. Aber alles zu seiner Zeit.

Auf der Fahrt nach Arusha, einer Stadt in Tansania, die ca. 70 km vom Kilimandscharo entfernt liegt, kamen wir auch an dem Lake Manyara Nationalpark vorbei. Eine so riesige Flamingoherde haben wir nirgendwo wieder zu Gesicht bekommen, tausende von Tieren dicht gedrängt am Ufer. Ein Schauspiel von besonderer Art.

Wir haben nie wieder so viele Löwen, Giraffen, Nashörner, Wasserbüffel, Gnus, Gazellen aller Art, Zebras oder Warzenschweine gesehen. Mit am beeindruckensten waren sicher die riesigen wandernden Herden.

In Arusha müssen wir wohl weniger bekömmliches Büffelfleisch gegessen haben, das meiner Familie, außer mir, nicht gut bekommen ist.

Wir haben zwar die Rückfahrt nach Nairobi noch geschafft, doch dann ging es meinen Dreien ziemlich schlecht. Doch der Flug am nächsten Morgen in die Seychellen musste angetreten werden, denn es gingen nur zwei Flüge  wöchentlich. Eine ziemlich erschöpft dreinblickende Truppe saß im Flieger und sehnte sich nach der Landung.

Doch nach der Landung kam dann noch eine unangenehme Überraschung, denn da wir aus Kenia kamen, mussten wir uns einer zusätzlichen Impfung unterziehen. Die 3 Tage auf den Seychellen bestanden nur aus einem Krankenlager, wobei die Impfung möglicherweise noch zusätzlich dazu beigetragen hat. Folglich haben die Drei fast nichts von der Insel gesehen.  Ich habe mir für einen Tag einen Leihwagen, einen Morris, geliehen und mir die Insel ein wenig angesehen, d.h. das wollte ich. Auf halber Strecke gab der Wagen dann aber keinen Ton mehr von sich. Also musste ich den Verleih anrufen und um Hilfe bitten. Es kam zwar ein neues Auto, doch erst nach 3 Stunden, und somit war die Rundfahrt auch kürzer als geplant. Aber die herrlichen Palmenstrände mit den großen Bouldern (große runde Felsbrocken) waren ein Genuss an zusehen.

Als wir an einem Nachmittag von einem Strandspaziergang zurückkamen, fiel aus dem Baum vor unserem Hotelzimmer eine riesige haarige Spinne, die bestimmt 8 cm groß war, direkt vor meine Füße. Es sah so aus als ginge sie in Angriffstellung, deshalb tat ich, was man eigentlich nicht unbedingt tun sollte, denn ich streute einen Haufen Sand über sie und zerdrückte sie mit meinem Fuß.

Am vierten Tag ging es dann vom Mahe International Airport mit British Airways nach Hongkong, eine Flugverbindung, die es wahrscheinlich heute auch nicht mehr gibt.

In Hongkong bin nur ich ausgestiegen und meine Familie flog sofort weiter nach Tokyo. Ich blieb in Hongkong für einen Tag, um bei Cathay Art unser Rosenholz Esszimmer zu bestellen, dass dann nach 6 Monaten mit dem Schiff eintraf.