Edgar Dürholt
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Family home, Zamboanga

Reise in die Philippinen im Dez. 1976

Kurz vor Weihnachten 1976 flogen wir mit unseren Töchtern in den Norden der Philippinen, d.h. in den Norden von Luzon, nach San Fernando, in ein Hotel am Strand. Einen Arbeitskollegen von der Wella, Christian Kaufmann mit seiner Frau, trafen wir Vorort.

Die Kinder hatten natürlich ihren Spaß am Strand und im Wasser, aber ansonsten war es ein recht langweiliger Urlaub. Außerdem liegt am Strand soviel Sand herum, den ich zwischen den Zehen nicht ausstehen kann.

Abends ging es mit einer Flasche Rum ins Restaurant. Dort wurden Coca Cola und Limonen bestellt, damit wir uns ordentliche Cuba-Libre mischen konnten. Der Rum war unglaublich billig, d.h. 1 Liter hat sicher nicht mehr als  DM 2,- gekostet.

Mit Christian und Sabine Kaufmanns machte ich mich an einem Tag zu einer langen Autofahrt über staubige Wege zu den Reisterrassen nach Banaue auf. Es war ein Genuss die kunstvoll angelegten Reisterrassen anzusehen.  Wie viel Arbeit darin steckt und wie viele Generationen daran gearbeitet haben, ist nur schwer abzuschätzen. Aber es war auf jeden Fall sehr viel körperliche Arbeit, denn Maschinen gab es noch nicht. In den tiefen Tälern unterhalb der Terrassen leben heute noch die Ureinwohner der Philippinen, die Aeta.

Nach einer Woche in San Fernando bin ich dann mit der "Rabbit Line" in den Süden nach Manila gefahren. 8 lange Stunden saß ich in der letzten Reihe des Busses. Die letzte Reihe schien mir der sicherste Platz zu sein, denn die Busfahrer müssen im Akkord fahren, um überhaupt über die Runden zu kommen. Die Mitreisenden waren überaus freundlich und gesprächig. Transportiert wurde auch alles Vorstellbare, einschl. zusammengebundenen Hühnern etc. Diese Fahrt unternimmt man nur einmal freiwillig!

Von Manila ging es mit dem Flugzeug nach Zamboanga auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen. Mein Hotel lag direkt am Wasser und den  Boot-Anlegestellen, nicht weit vom Wochenmarkt. Hier habe ich mir aus Messing bestehendes gongförmige Musikinstrumente gekauft, die noch heute manchmal in der Wohnung als Dekoration dienen.

Um etwas zu unternehmen, mache ich einen Ausflug auf eine vorgelagerte Insel. 4 jungen Soldaten mit M 16 Gewehren bewaffnet begleiten mich auf meinem Rundgang auf der Insel. 2 ursprünglich weiße aber jetzt bereits krebsrote Gestalten liegen in der Sonne am Strand. Die Schmerzen, die die Kerle am Abend haben werden, kann ich mir lebhaft vorstellen. Erst nach Rückkehr von diesem Ausflug erfuhr ich, dass auf der besuchten Insel eine Woche vorher eine Japanerin entführt worden war. Die Muslims entführten schon mal Touristen, um auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings ging nicht immer alles glimpflich ab, obwohl es damals meistens nicht um viel Geld ging. Doch das sollte sich ja ändern.

Am Abend in der Hotellobby sprechen mich ein paar Münchner Journalisten  an. Sie haben Probleme, d.h. einer hat sich eine Geschlechtkrankheit zugezogen.

Sie bitten mich Ihnen zu helfen, da ihr Englisch nicht ausreiche, um Ärzten die Lage zu erklären. Folglich fuhren wir gemeinsam ins Hospital und ich habe den Ärzten erklärt worum es geht.

Während wir warteten wurden Soldaten mit Bauchschüssen zur Operation herein getragen.

Nachts fährt man in Zamboanga über Kreuzungen mit Standlicht, denn sonst werden die Soldaten mutig und schießen auf jeden, der mit mehr als Standlicht fährt. So ist das in Zamboanga! Nachts eine ziemlich unruhige Stadt in dieser Zeit. In der nach Unabhängigkeit strebenden muslimischen Provinz gab es immer wieder Feuergefechte mit Regierungssoldaten.

Von Zamboanga flog ich für zwei Tage nach Davao, einer Stadt im östlichen Teil der Insel Mindanao.

Dort bot sich mir am Swimmingpool ein interessantes Bild. Auch ein paar deutsche Ehepaare beobachteten das Geschehen. Ein Schwarm von offensichtlichen Bordsteinschwalben machte sich an ein paar junge Männer heran. Einige nahmen dann auch die Damen im Doppelpack mit und verschwanden. Es war köstlich zu erleben wie die Ehefrauen sich aufgeregt haben. Ihre Männer, vor Neid platzend (?), überboten sich in ihren Sprüchen. Ob sie auch so geredet hätten, wenn ihre Frauen nicht dabei gewesen wären?

Mein Weiterflug führt mich nach Cebu.

Im Magellan-Hotel treffe ich "Oskar Regner". Sein Großvater sei Deutscher gewesen, sagt Oskar. Trotzdem oder genau deshalb ist er ein typischer Philippino der damaligen Zeit. Ein feines Messer im Stiefelschaft versteckt, immer auf der Lauer. Von Oskar hatten mir die deutschen Journalisten in Zamboanga erzählt..

Oscar hatte eine Freundin an der Rezeption des Hotels, die ihm immer die richtigen Tipps gab! Ein Macho wie er im Buch steht, der Traummann manch deutscher Frauen?!

Am Abend fuhren wir gemeinsam mit seiner Freundin in einem riesigen amerikanischen Straßenkreuzer durch die Stadt. Natürlich waren alle Fenster auf und fast jeder wurde im Vorbeifahren begrüßt. Einmal griff er einem jungen Mann unter das Hemd und holte eine Pistole hervor. Der Mann wurde von ihm ermahnt, denn als Mitglied der Miliz seines Onkels durfte er die Waffe nur im Dienst führen. Oskars Onkel war nicht nur der Inhaber eines Milizunternehmens, sondern auch im Hauptgeschäft der Polizeichef von Cebu.

Die Familie unterhielt außerdem einen 600 Mann Security-Service, Souvenirgeschäfte, Geldtransport usw. Zur Zeit des Vietnam Krieges waren die Geschäfte viel besser, man konnte M 16 Gewehre von den GIs kaufen und an Rebellen verkaufen. Dies war ein gutes Geschäft, wurde mir versichert!

Nach getaner Arbeit, d.h. nach der Stadtrundfahrt hat er seine Freundin nach Hause geschickt und er fuhr mit mir zurück zum Magellan-Hotel. Oskar wusste von seiner Freundin, dass neue weibliche Gäste eingetroffen waren. Nach denen suchte er nun und wir wurden fündig. Zwei australische Krankenschwestern. Irgendwie müssen die beiden von vorneherein bereit gewesen sein sich mit uns die Zeit zu vertreiben. Jedenfalls sind wir erst um 4 Uhr morgens ins Bett gekommen.

Auf den Philippinen erhält man die abenteuerlichsten Angebote.

So saß ich einmal lange in der Hotelbar. Dort kam ich mit einer kleinen Gruppe Philippinos ins Gespräch, zwei sehr gut aussehenden Frauen und einem Mann, der der Sohn des „Versicherungsbarons“ des Landes war. Er war mit einer der Damen sehr beschäftigt, sodass sich die zweite Dame mir zuwandte. Keiner der Drei erinnerte sich früh genug an die damals einzuhaltende Sperrstunde. D. h. zwischen ca. 1 und 5 Uhr nachts durfte sich niemand auf der Straße aufhalten, selbst die Reichsten nicht. Dies wiederum bedeutete, dass auch meine Gesprächspartnerin in der Hotelbar bleiben musste, um den beiden anderen Gesellschaft zu leisten. Da ich am nächsten morgen von meiner Firma um 8:30 abgeholt werden würde, habe ich mich entschuldigt, verabschiedet und bin ein mein Zimmer gegangen. Für das nette Gespräch bot mir die Dame an, mich am nächsten morgen um 7 Uhr im meinem Zimmer zu besuchen. Sie müsse nach der Sperrstunde nur schnell nach Hause und käme dann zurück. Höflichkeit zahlt sich halt manchmal aus.

Ein anderes Mal saß ich um 11:00 Uhr in der Hotelbar und beobachte ein ungleiches Paar nicht weit von mir. Sie turtelten und waren sich offensichtlich einig über das was da am Abend noch folgen sollte. Doch plötzlich erschien eine weitere Frau auf der Bildfläche. Diese schien weniger von der Anwesenheit der Dame begeistert zu sein, denn es zeichnete sich schnell eine kleine Auseinandersetzung ab. Als Ergebnis der Auseinandersetzung verließ der Mann mit der später gekommenen Frau die Bar.  Da es mittlerweile auch schon spät war, verließ auch ich die Bar und fuhr mit dem Fahrstuhl auf mein Zimmer. Ich lag schon in dem riesigen Bett, als das Telefon klingelte und eine Frau sich als die aus der Hotelbar vorstellte. Sie habe sich mit dem Mann zum Essen verabredet und sie seien danach noch in die Bar gegangen, als plötzlich und unerwartet dessen Ehefrau auf der Bildfläche erschienen sei. Sie erklärte mir, dass sie somit keine Unterkunft für die Nacht mehr habe und sich auch kein Hotelzimmer leisten könne. Sie fragte, ob sie bei mir im Zimmer schlafen könne. Ich war ziemlich kaputt und konnte mir vorstellen was aus dem Schlafen werden würde, deshalb lehnte ich ab. Sie gab nicht auf und versprach auf ihrer Seite des Bettes liegen zu bleiben. Nun hatte ich natürlich keinen Grund mehr nicht barmherzig zu sein. Manche Menschen können einfach überzeugend sein.