Edgar Dürholt
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Reise vom 30.04. bis 11.06.2008 Teil 2 Namibia

 

04.05.08        Kokerboomskloof,  Mt Noemesberg, Sendelinsdrif, R 212 nördlich des Orange, Fish River, Gamchab River Eco Trail, R 316 und D 324 bis Canyon Roadhouse, 207 km Schotter, Sand und Teer, 8:30 Std.

Da wir nun wirklich keine Lust hatten, wieder eine Nacht fast ohne Schlaf zu verbringen, haben wir uns entschlossen, die de Hoop Campside am Fluss zu streichen und im Hauptlager in Sendelingsdrif  nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu fragen.

Wir fuhren 4 Stunden über eine teilweise komplett andere Route zurück, nämlich über Helskloof. Die Strecke über die Berge zu fahren war nicht sehr anspruchsvoll dafür aber recht holprig mit vielen spitzen Steinen, die es zu umfahren gilt, denn einer genügt, um den Reifen aufzuschlitzen.

Im Hauptcamp war natürlich kein Chalet mehr frei, sodass wir sofort mit einer winzigen Fähre nach Namibia übersetzen, um zum Canyon Roadhouse, unserem  nächsten Etappenziel zu fahren.

Doch vorher galt es einiges zu klären:

  1. ist die Brücke über den Fish River wieder passierbar?
  2. hat das Roadhouse einen Tag früher ein Bett für uns frei?

Glücklicherweise wurde beides positiv bestätigt, sodass wir uns am Orange Fluss entlang Richtung Ais Ais National Park aufmachten. Auf beiden Seiten des Flusses wird auch nach Diamanten gesucht und die Landschaft ist wirklich teilweise total verschandelt!

Nicht weit hinter der Überquerung des Fish Rivers, der dort in den Orange Fluss mündet, kann man einen Allrad Track durch dass Flussbett des Gamchab zur R 316 fahren. Wieder stellt sich die Frage, sollen wir es wagen, denn der Regen hat dieses Jahr ziemlichen Schaden angerichtet. Ich beschließe in das Flussbett zu fahren, aber nur weiterzufahren, wenn ich eine Fahrspur vorfinde. Wir finden einer Spur und folgen ihr, denn wir können recht sicher sein, dass unser Wagen es mit jedem anderen aufnehmen kann.

Wir fahren an steilen hohen Felshängen entlang und als diese Platz machen, ragt rechts von uns eine riesige Düne auf, die wir allerdings nicht zu überqueren brauchen.

Normalerweise braucht man von Sendelingsdrif bis zum Canyon Roadhouse 3 Stunden, d.h. 3 Stunden ohne zu fotografieren. Als die 3 Stunden rum sind und wir sicher noch eine Stunde brauchen werden, rufe ich über Satellitentelefon (sonst geht hier nichts) an, um sicherzustellen, dass unser Zimmer reserviert bleibt.

Das Abendessen war bescheiden, aber wir lagen in einem Bett, ohne dass uns das Zelt um die Ohren flatterte.

05.05.08        Canyon Roadhouse, R 324, C 12 bis Seeheim, B4 bis Klein Aus Vista

                        Schotter und Teer, 337 km, 5 Std.

Da wir durch unseren Gewaltritt von über 8 Stunden Autofahrt am Vortag einen Tag gut gemacht haben, entschließen wir uns 2Tage statt 1 Tag in Klein Aus zu verbringen. So haben wir Zeit genug uns ein wenig zu erholen und an einem Tag nach Lüderitz zu fahren, was wir uns eigentlich schenken wollten.

Nach unserer Abfahrt vom Canyon Roadhouse ging es erst einmal zurück zum Fish River Canyon, dem zweitgrößten Canyon der Welt.

Ich war vor 10 Jahren schon einmal hier und sogar auch unten, musste dann aber vor Schmerzen in den Kniegelenken aufgeben und am zweiten Tag aussteigen, d.h. nach oben klettern.

Als ich sah, wo ich vor 10 Jahren runtergegangen bin, wurde es mir fast schwindelig,  meine Höhenangst hat sich offensichtlich verstärkt. Wenn ich weit genug zurück bleibe und sonst niemand aus meinen Sichtfeld zu nahe heran geht, kann ich auch hinschauen, aber nicht direkt runter.

Es gibt verschiedene Aussichtspunkte am Rande des Canyons, von denen man einen herrlichen Blick hinunter hat. Auch wenn heute Busladungen zu den Aussichtspunkten gefahren werde, ist er eine Reise wert! Vor 10 Jahren waren wir alleine hier, d.h. weit und breit war niemand zu sehen.

Nach der Besichtigung fuhren wir endlos gerade erscheinende Strecken auf Schotterpisten, die jedoch meistens recht eben waren und wenig Waschbrett enthielten. Wenn man vom Fish River Canyon über Seeheim nach Aus fährt, glaubt man, dass man durch das zweit dünnbesiedelte Land unserer Erde fährt. Rechts und links der Straße ist weit und breit nichts als Savanne zu sehen.

Es war die richtige Endscheidung in Klein Aus Vista 2 Nächte zu verbringen. Dieses B & B ist in sehr guten Händen und man kann sich wirklich über nichts beschweren. Die Zimmer sind groß und sauber, das Frühstück und Abendessen im Restaurant sind sehr gut. Die Besitzer-Familie bewirtschaftet es selbst, was sicher den großen Unterschied macht.

06.05.08        Klein-Aus Vista nach Lüderitz und zurück auf der B 4, 286 Teer, 4 Std.

Entlang der Straße nach Lüderitz ist wieder Sperrgebiet, da dort auch überall nach Diamanten geschürft wird. Zum Glück sieht man nicht viel davon.  

Wir müssen Vollgas geben, denn es findet nur eine Führung in der Geisterstadt Kolmannskuppe statt, an der Christine unbedingt teilnehmen möchte. So rasen wir mit 160 km/h, für einen Geländewagen nicht schlecht, durch die Landschaft, aber die können wir uns ja auf dem Rückweg eingehender ansehen. 

Etwa 15 km vor Lüderitz ist die Geisterstadt Kolmannskuppe. Hier hat der deutsche Kaiser schon vor 100 Jahren nach Diamanten suchen lassen. Die Führung durch die alte Ansiedlung erklärt den Besuchern u.a. wie man früher Eis hergestellt hat, denn es gibt nicht viel zu erzählen, aber schließlich muss man etwas für den Eintritt bieten. Da mich dies weniger interessierte, hab ich mich abgesondert und lieber die alten Häuser, die Turnhalle und den Theatersaal fotografiert.

Auf der Weiterfahrt nach Lüderitz sieht man immer mehr kleinere Berge und Sanddünen, die vor Lüderitz immer größer werden. Aber die großen Dünenberge und Täler beginnen weiter nördlich von Lüderitz, man sieht die rötlichen Kolosse nur in der Ferne.

In Lüderitz muss man nicht unbedingt gewesen sein, denn außer ein paar gut erhaltenen bzw. renovierten alten deutschen Häusern und den Gedenkplatten an Lüderitz, Vogelsang und an Captain Cornelius Fredericks, einem enthaupteten Nama Häuptling, gibt es nicht viel zu sehen.

Wichtig für uns war allerdings der Spar Markt, in dem wir unseren Weinvorrat wieder auffüllen konnten.

Ein 20 km Abstecher von der B 4 direkt vor Lüderitz führt uns zum Diaz Point. Hier landete Bartolomeus Diaz am 25. Juli 1488, wie ein Gedenkstein aussagt. Es war wahrscheinlich kalt, stürmisch und regnerisch, denn die Portugiesen sind zwar an verschiedenen Stellen in Südafrika und Namibia gelandet, aber sie haben sich nicht dort niedergelassen.

Wir waren zur Zeit des Flutscheitels dort und konnten so sehen und hören wie die Wellen gegen die Felsen schlugen und entsprechend hohe Gischt entstand.

Auf der Rückfahrt besuchen wir bei Garub dann noch die Wildpferde der Namib. Wir hatten Glück und haben eine ganze Menge angetroffen, aber wahrscheinlich hat dies weniger mit Glück als mit der Wasserstelle zu tun, die es dort gibt. Warum sollten die Pferde sich eigentlich weit von hier rumtreiben, wenn es doch hier viel angenehmer ist und außerdem der Tourismus dadurch beflügelt wird?

Heute haben wir 20 Liter per 100 km Benzin verbraucht, nur um an der Führung in der Geisterstadt teilzunehmen, die ich dann verlassen habe. Allerdings habe ich dabei einen neuen Geschwindigkeitsrekord für diesen Wagen aufgestellt, nämlich 160 km/Std.! Wir haben trotz Dachzelt nicht abgehoben.

07.05.08        Klein Aus Vista, zurück auf der B 4 bis zur C 13, auf der man 80 km durchgeschüttelt wird, danach ca. 90 km auf der D 707 zum Abzweig auf den 20 km langen Privatpfad zur Koiimasis Farm vor den Tiras Bergen

Unsere heutige Strecke ist verhältnismäßig kurz, nämlich nur 190 km, aber 170 km davon sind Schotterpiste.

Wieder fahren wir kilometerlange Strecken schnurgeradeaus. Hin und wieder sind ein paar Springböcke, Strauße oder auch Kudus zu sehen, ansonsten ein fast weißes Meer aus Gras und dazwischen hier und da mal eine Akazie.

Die D 707 wird auch die Traumstraße genannt, wohl weil rechts von ihr Berge aufragen mit tiefen Taleinschnitten, in die sich das Meer aus weißem Grass ergießt  und links der Naukluft National Park mit seinen großen roten Dünen liegt. Auf der Traumstraße ist uns über eine Strecke von ca. 90 km bzw. 1 ½ Stunden kein Mensch begegnet.

Das letzte Stück Wegstrecke führt über einen 20 km langen Privatpfad, der zuerst über die Farm Kannan und dann über das Gelände der Koiimasis Farm führt. Noch kurz vor der Farm ist nicht zu erkennen wo sie liegt bzw. wo ein Campingplatz sein soll. Am Farmgebäude angekommen, werden wir zum Leuten einer Glocke aufgefordert, um uns bemerkbar zu machen. Eine junge Schwarze erklärt uns, dass Madam auf dem Camping Gelände sei und wir doch dorthin fahren sollen. Nur wenige hundert Meter weiter tut sich uns ein herrlicher Anblick auf, hier liegen weit verstreut zwischen großen Felsgruppen die einzelnen Stellplätze und dahinter hohe rote Felswände. Die sanitären Einrichtungen sind ausgezeichnet und sehr sauber. Dieser Platz zählt sicher auch zu am schönsten gelegenen Plätzen in Namibia, mit dem großen Vorteil, dass es hier auch noch sauber ist!

Eigentlich wollten wir ja hier campen, aber nachdem wir die soeben fertiggestellten 4 Chalets besichtigt haben, haben wir ein Chalet vorgezogen. Diese Chalets sind mit größter Sorgfalt erbaut und die Felsen zum Teil integriert. Daneben gibt es ein Restaurant, einen kleinen Pool, ein Sonnendeck und eine Bar. Alles sehr geschmackvoll und liebevoll eingerichtet. Eingebettet in einer „Out of Afrika“ Landschaft.

Wir waren ja schon von den Chalets in Naries, im Norden Südafrikas begeistert, aber wir mussten uns eingestehen, dass die Chalets hier noch besser angelegt und noch viel geschmackvoller ausgelegt und eingerichtet sind. Ein kleines Paradies, weit abgelegen vom allgemeinen Tourismus.

Der Besitzer der Farm ist Wulff Itzko, der mit seiner Frau Anke, sowie mit Roland, einem gelernten Maurer aus Sachsen-Anhalt,  die Farm und die Unterkünfte betreibt.

08.05.08        Farm Koiimasis, D 707 bis Betta und dann auf die C 27 bis Sesriem, 250 km Schotter und Sand, 5 Std.

Nach einem sehr guten Frühstück, haben wir uns dann auf den Weg zur D 707 gemacht, die ca. 20 km entfernt liegt und über das Farmgelände der Koiimasis und der Kanaan führt. Nun geht es wieder 230 km über Schotterpiste und unser Wagen ist natürlich vom eigenen Aufwirbeln des Staubes, aber natürlich auch von entgegenkommenden Fahrzeugen innen und außen ordentlich verstaubt.

Wenige Kilometer nach dem Abbiegen auf die D 707 steht eine große etwa 200 Stück fassende Gemsbockherde nicht weit von der Straße entfernt auf dem Feld. So viele Gemsböcke sieht man selten auf einem Haufen.

Die Schotterstraße ist teilweise wieder mehr ein Waschbrett als eine Straße und der Wagen und wir werden ordentlich durchgeschüttelt.

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir unser Nachtlager, die Sossus Dune Lodge. Eine erst vor wenigen Monaten in Betrieb genommene neue Lodge des Namibian Wildlife Resort. Vom Parkplatz wird man mit einem Golfcart zur Lodge gefahren. Die gesamte Anlage ist auf etwa 1 m hohen Stelzen errichtet, ob dies wegen der Schlangen so eingerichtet wurde? Die runden Chalets sind etwa 20 m voneinander entfernt. Die Chalets sind rustikal, aber sehr schön eingerichtet. Die Shower liegt seitlich offen im Raum und das Wasser fließt durch Schlitze im Holzboden in eine Auffangwanne unter dem Chalet. Christine lobt mich für die gute Auswahl.

Da wir am nächsten Morgen nicht um 5 Uhr aufstehen wollen, um mit 300 weiteren Touristen zur Düne 45 zu fahren, um dort zum Hinauflaufen anzustehen, fahren wir noch heute die 65 km weiter. Gott sei Dank ist die Straße innerhalb des Parks  geteert. Die Düne heißt Düne 45, weil sie 45 km vom Eingang entfernt liegt. Christine muss natürlich da rauf und wir nehmen uns eine Dose voll Sand mit, sozusagen als Souvenir. Wahrscheinlich ist dies nicht erlaubt, aber hier liegt so viel Sand auf riesigen Dünen rum. Die letzten 6 km zum Sossusvlei sind nur mit Allradantrieb zu fahren, denn der Sand ist sehr tief und pulverig. Wir haben Glück, es sind so gut wie keine Touristen mehr da und durch die langsam untergehende Sonne sind die Farben der Landschaft besonders warm ausgeprägt. Trotz dem vielen Regen steht  im Sossusvlei kein Wasser. Die 3 km Fußmarsch zum Deadvlei durch tiefen Sand ersparen wir uns, obwohl Christine gerne gegangen wäre. Mein Knie tut zwar im Moment nicht weh, aber wenn ich auf dem halben Weg umknicke sehen wir alt aus. Die Vernunft hat gesiegt.

Bevor wir zur Lodge fahren, will ich noch schnell tanken, da die Tankstelle am Ausgang des Parks liegt. Doch hier heißt es, dass der Wagen später am Abend kommt. Ok, dann tanken wir morgen früh.

09.05.08        von Sesriem auf der C 27, M 36/C 19, M 36/C 14 und die  D 1.438 zu

Rooiklip Farm, 200 km Schotterstraße und Steine, 3:40 Std.

Wir können uns am Morgen Zeit lassen, denn die Besichtigung haben wir bereits hinter uns. So frühstücken wir in aller Ruhe und machen uns auf den Weg zur Tankstelle. Dort erfahren wir, dass der Tankwagen mit 3 Reifenpannen liegengeblieben ist und gegen 17 Uhr erwartet wird. Schöne Scheiße, denn dieser Platz ist eigentlich für stetige Verfügbarkeit von Benzin bekannt. Da meine Reserveanzeige erst gestern Abend, nach unserer Rückkehr aufleuchtete, so meinte ich es gesehen zu haben, kommen wir die 83 km bis Solitaire mit unserem Tankinhalt hin. Doch plötzlich nach 60 km geht der Wagen aus und wir stehen mitten in der Pampa. Dass wir kein Benzin mehr haben, mag ich nicht glauben, denn es hätte gut reichen müssen. So muss ich mich allerdings mit dem Gedanken anfreunden und hoffen, dass es doch so ist, denn alles andere wäre eine kleine Katastrophe gewesen. Zum Glück kommt nach einer Weile ein Ehepaar aus München mit Freunden aus Windhuk vorbei. Ich bitte sie, mich mit einem Kanister zu einer kleinen Tankstelle zu fahren, die nur wenige  Kilometer zurück liegt. Dort angekommen stellt sich heraus, dass dort überhaupt niemand ist, ganz  zu schweigen von Benzin. Doch wieder haben wir Glück, denn an einer Abfahrt zu einer Lodge steht ein Auto, zu dem ich nun laufe. Ich mochte es nicht glauben, aber der Fahrer, ein Schwarzer, hatte 25 Liter bleifreies Benzin in einem Behälter dabei und war sofort bereit mir dies zu verkaufen. Nun fährt er hinter uns her und füllt mir das Benzin in meinen Tank. Er hatte einen Schlauch dabei, steckte diesen in meinen Tank, das andere Ende in den Benzinbehälter, seine Hand um dessen Öffnung und blies nun die Luft heraus, sodass das Benzin in meinen Tank lief. Nun waren wir bis Solitaire versorgt, denn  dort sollte es Benzin geben. Zum Glück sieht der Schwarze auch noch, dass eine Schraube, die die Bullbar hält, verlorengegangen ist. Die muss ich auch unbedingt in Solitaire ersetzen lassen.

Gott sei Dank gab es Benzin in Solitaire. Von nun an werde ich die „Goldene Regel“ für Tanken in Namibia anwenden, d.h. an jeder Tankstelle wird aufgefüllt, egal wie viel man zutankt.

Vor 10 Jahren gab es hier auch schon eine Tankstelle und einen General Store, aber sonst so gut wie nichts. Doch nun kann man hier Campen und auch sogar in einem Zimmer übernachten. Jeden Morgen wird frischer Apfelkuchen angeboten und manche Namibia Fans fahren wegen dem Apfelkuchen nach Solitaire?!

Die Schotterstraße verlangt starke Konzentration, denn die Spuren wechseln von rechts nach links. Wenn man die sanftere Spur verpasst, rüttelt es den Fahrer wach.

Der letzte Teil dieser Strecke führt uns am Gamsberg vorbei, einem Berg der dem Tafelberg in Kapstadt ähnelt.  

Für die letzten 18 km vom Abzweig zur Farm Rooiklip sind Allrad kein unbedingtes Muss, aber wir brauchen dafür 40 Minuten! 

Als erstes treffen wir auf einen barfüßigen Mann in kürzer blauer Hose. Er sieht uns und kommt auf uns zu, begrüßt uns und fragt nach unserem Getränkewunsch.  Wenig später kommt eine ältere Frau, die uns herzlich begrüßt und uns über Rooiklip aufklärt.

Sie, Lore, stammt aus Mannheim und hat bei BASF gearbeitet. Mit 60 hat sie sich die heruntergekommene Farm Rooiklip gekauft und dann mehrere Jahre neben dem Hauptgebäude gezeltet, bis dies einigermaßen hergerichtet war. Er, den sie Barfuß Franz nennt, hat ihr Haus wieder hergerichtet und dabei sind sie sich näher gekommen. Einmal ist sie mit Barfuß Franz nach Mannheim gereist, um ihre Gästefarm vorzustellen und um Besucher zu werben. Dafür hatte sie einen Saal angemietet, sie sprach über die Farm, zeigte Dias und Franz weigerte sich bei der Veranstaltung Schuhe anzuziehen, denn er geht immer barfuß. Franz trug erheblich zum Gelingen des Abends bei, denn ein Unikum wie Barfuß Franz kommt natürlich an.

Er soll auf der elterlichen Farm von Buschleuten großgezogen worden sein und hat viel davon übernommen. So macht es ihm nichts aus, die dicken fetten Corn Crickets mit den bloßen Zehen zu zertreten, dabei hing ihm das Eingeweide an seinem dicken Zeh herunter! Er hat nur noch zwei Zähne, das sind die beiden oberen Schneidezähne und die sind aus Gold.

Bei einem Rundgang über das Farmgelände habe ich 14 alte Autos gesichtet, teilweise so verrostet, sodass sie zu nichts mehr Nutze sein konnten. Berge von Baugerüsten und alten Bohlen lagen verstreut herum, Franz war ja mal Bauunternehmer, laut Lore.

Unsere Unterkunft war sehr einfach und das Essen furchtbar. Also kein Geheimtipp, außer man möchte Barfuß Franz und Lore kennenlernen.

10.05.08        Rooiklip Farm auf C 26, C 14 und B 2 nach Swakopmund, 180 km Steine und Schotter und 60 Teer, 4 Std.

Wir brauchen wieder 40 Minuten für die 18 km bis zur C 26. Dann geht es westwärts in Richtung Walvis Bay. Der größte Teil der Strecke führt durch den Namib Naukluft National Park.

In diesem Gebiet, d.h. den zerklüfteten Canyons, haben sich die beiden deutschen Geologen Hermann Korn und Henno Martin ab 1940 für 2 Jahre versteckt, um damit der drohenden Internierung während des zweiten Weltkrieges zu entgehen. Sie mussten aufgeben, da Hermann Korn krank wurde. Wir haben das Buch von Henno Martin zufällig später in Opuwo gesehen und gekauft. Somit hatten wir eine hautnahe Lektüre des Umfeldes, die uns schilderte, wie 2 Menschen allein 2 Jahre in der Wildnis ausharrten und zum Schluss wie Buschmänner lebten. Wie sie mit Sandstürmen klarkommen mussten, mit  weit über 50 Grad im Sommer und mit Minusgraden im Winter.

Wenn man durch diese Landschaft fährt und die zerklüfteten Canyons des Gaub  und Kuiseb Flusses sieht, versteht man dass man sich hier verstecken kann. Neben den Canyons kommt man an bis zum Horizont reichenden Hügelketten und endlosen weißen Grasflächen vorbei, bis man plötzlich vor dem Vogelfederberg steht. Nun sind es nur noch ca. 55 km bis Walvis Bay.

Walvis Bay schenken wir uns nachdem wir 200 m reingefahren waren.

Auf dem Weg nach Swakopmund, unmittelbar am Meer, entstehen entsetzliche Siedlungen für alle Geldbeutel, einfach grässlich.

Unsere Herberge hätte ich auch besser aussuchen können, aber unser Auto steht sicher im Hof und wird bewacht! Das Zimmer lässt zu wünschen übrig, aber hier wohnen lauter Deutsche. Die Wirtsleute machen einen spießigen Eindruck oder einfach nur wie „Swapkopmunder“?

Unser Weinvorrat ist mal wieder zu Ende und hier in Swakopmund kann man samstags ab 13 Uhr keinen Wein mehr kaufen! In Südafrika kann man sonntags nicht, damit die lieben Mitmenschen nicht besoffen in die Kirche kommen, aber hier will man wohl schon Samstagnachmittag seine Ruhe haben. Also müssen wir uns wohl einschränken und Bacardi Cola bzw. Gin Tonics trinken, denn davon ist noch reichlich vorhanden.

Im Ort laufen unzählige Deutsche Touristen rum, so wie wir, aber wir werden sicher kein zweites Mal freiwillig hierher fahren, denn soviel Deutschtum tut eher weh.

Heute haben wir auch die ersten Himba Frauen gesehen, die ihre frei schwingenden  Brüste zur Schau stellten

Das Museum in der Nähe des Strandes ist sehr interessant und behandelt recht ausführlich die Ureinwohner, die Tierwelt, die Besiedlung und Geologie der Umgebung.

Das Wetter in Swakopmund ist mit dem Klima im Inland nicht zu vergleichen. Wir kommen von trockenen 30 in feuchte 18 Grad. Hinzu kommt, dass um 16 Uhr die Sonne durch Seenebel  verdrängt wird.

11.05.08        von Swakopmund über Heintjesbay nach Cape Cross, 126 km auf Salzstraße, 2 Std.

Wir fahren am Morgen noch ein wenig durch Swakopmund, nachdem wir am Vortag beim Laufen nach 16 Uhr fast keine Bilder mehr schießen konnten. Wir kurven herum, doch der Seenebel will sich am morgen einfach nicht auflösen. So gehen wir in ein Internet-Kaffee und schauen unsere Nachrichten und unser Bankkonto an. 

Danach kaufen wir Wasser statt Wein. Christine findet mangels geöffneter Geschäfte wieder keine hohen Schuhe oder Stiefel und muss nun weiter einen Schlangenbiss oder Skorpionstich fürchten, so meint sie. Allerdings haben ihr ein paar robuste Stiefel im Cape Union Mart nicht gefallen, d.h. der Schutz vor Bissen muss auch noch gefallen. Ich habe ein paar solcher Stiefel, die einem Caterpillar Fahrer Ehre machen würden.  

Die Straße nach Cape Cross ist gut zu fahren, es ist eine Salzstraße! Wahrscheinlich nimmt man Schotter und kippt Salz und Wasser darüber, dass sich dann zwischen die Steine setzt und der Untergrund somit weicher wird? Allerdings ist es darauf etwas glitschig, da es durch das naheliegende Meer immer etwas feucht ist.

Auf dem Weg nach Cape Cross wird Salz abgebaut, man kann an der Straße große Salzkristallformationen kaufen, doch leider ist unser Weg noch zu weit, um so etwas mitzunehmen.

Wir fahren kurz nach Heintjesbay rein und bekommen so einen Wüstengolfplatz mit richtigen Grüns zu Gesicht. Die Fairways bestehen natürlich alle nur aus Sand und sehen  somit recht eigenartig aus.

Cape Cross ist bekannt für seine Robben, die jedes Jahr hierher kommen und  ihre Jungen gebären und aufziehen. Es ist nicht übertrieben, aber hier liegen auf einen Felsenstreifen von ca. 70 m x 500 m ein paar Tausend Robben herum, die bestialisch stinken, säugen und blöken. Es liefen einige Schakale umher, die sich sicher hin und wieder ein Neugeborenes holen, wenn die Mutter nicht aufpasst.

12.05.08        von Cape Cross über die C 34, D 2303, Off Road durch den Messum Krater, D 2342 und C 35 nach Uis, 170 km, Salzstraße, Steine, Sand und Schotter, 7 Std.

Die ersten ca. 40 km fahren wir wieder über die Salzstraße nach Norden und biegen dann in die Schotterstraße D 2303 ein. Doch schon nach kurzer Zeit geht es weg von der Straße auf einen 4 x 4 Track durch das Messum Flussbett zum Messum Krater. Dieser ist allerdings nur aus der Luft als Krater sichtbar, da er etwa 25 km im Durchmesser misst. Der Track ist teilweise einfach furchtbar rau mit unzählig vielen spitzen und scharfen Steinen. Gut, dass wir ein Satelliten Telefon dabei haben, den wenn man hier mit einer Panne stecken bleibt, sieht man ganz schön alt aus. Wir haben auf der Strecke durch den Krater, d.h. über die ca. 80 km bzw. 5 ¼ Stunden keinen Menschen weit und breit gesehen. Zugegebenermaßen war es mir recht warm auf dieser Strecke und dies nicht nur weil es über 45 Grad Celsius heiß war, obwohl es Winter in Namibia ist.  

Das vorletzte Teilstück über die D 2342 ist schrecklich holprig und einschlafen kann man als Fahrer auf dieser Strecke wirklich nicht.

Kurz vor Uis kaufen wir dann von einer Frau am Straßenrand ein paar einfache Halbedelsteine. Sie hat uns herbei gewunken, als sie unseren Wagen kommen sah.  Ihr ca. 3 Jahre alter Sohn liegt im Staub unter dem Verschlag und schläft.

In Uis angekommen, fahren wir zuerst zu der Tankstelle. Der Tankdeckel ist noch nicht ganz geöffnet, da stehen schon 4 Schwarze um mich herum und wollen uns wieder Halbedelsteine verkaufen. Als sie mir erklärten, dass die Mine geschlossen wurde, ihre Arbeitsplätze weg seien und sie auf den Verkauf der Steine an Durchreisende angewiesen, haben wir wieder Steine gekauft. Später stellt sich heraus, dass die Mine schon vor 25 Jahren geschlossen wurde und die Kerle höchstens dieses Alter hatten.  

Gut, dass es im ortsansässigen Schnapsladen auch Wein zu kaufen gibt, obwohl der Schnaps eine weitaus größere Stellfläche hat. Die Auswahl ist beschränkt, aber wir bekommen einen Rotwein, der sich trinken lässt.  

In unserer Unterkunft lernen wir ein deutsches Ehepaar kennen, die mit einem Guide den Brandberg in 3 Tagen bestiegen haben. Sie sehen ziemlich kaputt aus.

Er ist wohl Professor, denn sie erwähnt laufend seinen Hörsaal!

Hier können wir endlich mal wieder selber grillen, Filetsteaks liegen bereit, eine Dose chinesisches Gemüse und eine Tüte Instant Püree von Maggi. Mir gelingen die Steaks natürlich hervorragend, das chinesische Gemüse ist essbar und der Püree überraschend gut.

Am nächsten Morgen haben wir sie vor unserer Abfahrt nicht mehr gesehen und ihr Guide saß mit uns am Frühstückstisch um 9:00. Er war hungrig und wartete bereits seit 7:00 Uhr und musste/wollte nun auf sie warten.

13.05.08        von Uis über die C 35, der D 2612 zu den Twyvelfontain Rock Engravings, zur Twyvelfontein Lodge und dem Xaragu Camp, 180 km Schotterpiste plus 70 km über die C 39 zur Palmwag Lodge von Wilderness Safaris, alles Schotter, 7 Std.

Die Schotterpiste kann einem schon auf die Nerven gehen, denn es sind Stellen dabei, die schütteln den Wagen von rechts nach links. Aber wenn man zu langsam fährt, nimmt man jede Welle einzeln mit.

Wieder fahren wir durch einsame wunderschöne Landschaften und doch sind da wieder kleine Verkaufsstände am Straßenrand zu sehen, die aber leer sind, bis wir plötzlich eine Herero Frau in ihrem farbenfrohen Gewand sehen, die auch auf ihren Stand aufmerksam macht. Wir halten an und kaufen ein winziges Täschchen aus Straußenleder, worauf Christine nichts Besseres einfällt als zu sagen, dass sie jetzt auch eine Straßenledertasche besitzt.

Unser Zwischenziel Twyvelfontein, die Steingravierungen und Steingemälde  erreichen wir nach 1 kg Staub schlucken. Meiner Meinung nach kann man sich die Dinger schenken, aber hierfür wurde wohl das bessere Marketing gemacht. Ich habe geschwitzt wie ein Stier, um ein Gemälde, die Twyvelfontein Quelle und zwei Steingravierungen zu sehen! Es war um die Mittagszeit bei 41 Grad Celsius!

Danach fahren wir zur gleichnamigen Lodge, um ein Bier und einen Kaffee zu trinken sowie Wein zu kaufen. Auf unsere Bitte kommt der Food und Beverage Manager und wir erklären unser Anliegen. Obwohl wir den Wein nicht hier trinken wollen, verlangt man den 3fachen Ladenpreis von uns! Mir fiel nichts Besseres ein als zu antworten, dass sie den Wein selber trinken sollen.

Von der Lodge fahren wir zu den Orgelpfeifen, dass ist wirklich eine kleine Gruppe von aufrecht nebeneinandergereiten Felsblöcken, die wie Orgelpfeifen aussehen. Nach den Pfeifen fahren wir auch noch zum „Burnt Mountain“. Der Hügel sieht wirklich verbrannt schwarz aus, aber ob man zu diesen beiden Stellen wirklich fahren muss, will ich mal dahingestellt sein lassen.

Weiter geht die Fahrt zu dem gebuchten Xaragu Rest Camp, wo wir die Nacht verbringen  wollen. Heute sind wir mal recht früh am Ziel, worauf wir uns schon freuen, um dann  in aller Ruhe den Tag ausklingen zu lassen.

Die Anfahrtstrecke zum Xaragu Rest Camp ist furchtbar holperig und geht mal wieder über Geröll und ordentliche dicke Steine.

Im Camp angekommen gehen wir zur Rezeption, um uns anzumelden. Es ist nur ein Schwarzer da, der verzweifelt nach unserer Buchung sucht und nichts findet!! Dabei hatte ich vor 2 Tagen dort angerufen und auf ein Chalet umgebucht! Mir wurden die Annehmlichkeiten des angebotenen Chalets ausführlich geschildert und dass es kein Problem sei umzubuchen. Ich sprach wohl mit der Tochter der Besitzer, mit Wanda, doch die war nicht da und auch sonst war niemand da, der die Situation hätte klären können. Der Schwarze erklärte uns, dass das Camp voll sei und dass wir somit nicht unterkommen könnten. Selbst mein Fluchen und die Email Bestätigung hilft nichts.  Wir fahren  weitere 70 km Schotterpiste bis zur Palmwag Lodge, die zu Wilderness Safaris gehört. Zum Glück kommen wir hier unter, aber unsere aufgetauten Würste und Straußensteaks müssen im Kühlschrank bleiben, da nur mit Frühstück und Abendessen vermietet wird.

Die Zimmermanagerin, eine Schwarze, war recht attraktiv, sprach sehr gutes Englisch und war angenehm freundlich.

Kurz vor der Palmwag Lodge ist eine Veterinär Station (Cattle Station), man muss anhalten und bekommt erklärt, dass man alles mitgeführte Fleisch innerhalb der Region, in die man sich nun begibt, verzehren muss und nicht wieder herausbringen kann. Das heißt ja wohl nichts anderes, als dass die Viecher der Schwarzen innerhalb dieser Region krank sind und man dieses Fleisch nicht herausbringen soll!!??

.  

14.05.08        von Palmwag Lodge zur Fort Seisfontein Lodge, ca. 100 km Schotter, 2:30 Std.

Obwohl wir nur 100 km zu fahren haben, brauchen wir mit ein paar Fotostops fast 3 Stunden, soviel über die Beschaffenheit der „Straße“.

Wieder fahren wir durch herrliche Landschaften, von denen ich allerdings recht wenig mitbekomme, denn ich muss mich auf die Straße konzentrieren, um die großen Löcher früh genug zu sehen und zu umfahren.

Christine hat etliche Giraffen gesichtet, für die ich selbstverständlich angehalten habe, um sie zu fotografieren.

Manche Springböcke machen riesige Sätze um zu verschwinden und andere bleiben für ein Foto am Straßenrand stehen. Hin und wieder fahren wir an kleinen Ansiedlungen aus Blechhütten oder Lehmhütten, vor denen manchmal auch ein uraltes Auto steht.

Der Ort Seisfontein ist alles andere als ein idyllischer kleiner Ort, eher eine Ansammlung von ungepflegten und halbfertigen Steinhäusern, Hütten, sowie das alte deutsche Fort, das in eine Lodge umgebaut wurde.

Von Herrn Klöppel, einem Deutschen aus Nürnberg, erfahren wir, dass die Lodge seinem Freund gehört und dieser ihn manchmal bittet, hier nach dem Rechten zu schauen, denn sie wird von einer Verwalterin, einer Herero mit deutschem Freund,  mehr schlecht als recht betrieben. Dem deutschen Freund, einem Bauunternehmer, hat dieses einst heruntergekommene Gebäude gefallen. Er kaufte es und schickte ein paar Container mit Baumaterialien hierher, um es umzubauen. Anschließend brachte er Kofferweise Geld hierher, denn ohne jegliche Aufsicht wurde er natürlich betrogen.

Die Lodge ist nichts Besonderes, oder besser ausgedrückt, es lässt einiges zu wünschen übrig. Das Essen ist akzeptabel, es gibt gekühlten Wein und eiskaltes Bier. Ein halber Liter Bier tut bei 35 Grad Celsius richtig gut. Am liebsten würde ich noch ein Glas trinken, doch die Vernunft siegt, denn es ist erst 14 Uhr.

15.05.08        von Fort Seisfontein über die C 43 nach Opuwo, etwa 150 km Schotter, bis auf einen Streifen, der so steil ist, dass man über Schotter nicht hoch käme bzw. runter rutschen würde, 6 Std.

Heute fahren wir wieder durch Herero Land mit vielen, vielen Rindern, die auch häufig direkt neben der oder auf der Straße auftauchen. Es gilt abermals vorsichtig zu fahren, d.h. hier ist nicht nur auf die Straße zu achten, sondern auch auf Rinder.

Die Vegetation verändert sich sehr stark einige km nach Seisfontein. Es gibt viel mehr Sträucher, kleine grüne Bäume und es wirkt insgesamt grüner. Dies kann natürlich von dem vielen Regen rühren, der hier erstmalig seit 8 Jahren runtergekommen ist. Allerdings hat der Regen auch viele Teile der Schotterpisten zerstört und nun ist man dabei diese wieder befahrbar zu machen. Der starke Regen hat die Furten der Flussläufe derart ausgehöhlt, dass ein Passieren des Flussbettes etwas komplizierter geworden ist. Aus früheren Landschaftwellen in den Straßen sind Geröllhalden entstanden, durch die man sich sehr langsam quälen muss. Es kommt vor, dass plötzlich einige große Steine die halbe Straße versperren, bis man sieht, dass sie dort absichtlich hingelegt wurden, denn sie sollen die Fahrer darauf hinweisen, dass da gleich ein sehr großes Loch kommt. Wer da zu schnell ist, kann sich leicht einen Achsenbruch zuziehen.

Nun zeigt mir mein GPS „Baobab Bend“ an. Bisher haben wir keinen Baobab Baum gesehen und ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, wieso dort plötzlich Baobabs stehen sollen. Ich erkläre Christine, dass wahrscheinlich die Kurven so eigentümlich verschränkt sind, wie die Äste des Baumes. Weit gefehlt, nach einer Kurve sehen wir nur noch Baobabs, einer schöner als der andere, manche total kahl, andere grün und einige mit Früchten. Auf einer Strecke von ca. 3 km stehen über 40 Baobabs. Ist das nicht unglaublich?! Allerdings muss man etwa 3.500 km fahren, um sie zu sehen!

Opuwo ist ein größerer Ort als wir annahmen.  Auf der Karte sieht er so groß aus wie Seisfontein, aber dort steht nur die Fort Seisfontein Lodge, einige Häuser und  Hütten, in Opuwo hingegen gibt es 3 Tankstellen, mehrere Märkte und sogar einen Supermarkt, wo wir uns sofort mit 12 Flaschen Cabernet Sauvignon und Wasser eindecken.

Anschließend fahren wir erst einmal zur Lodge zum Einchecken, um dann sofort  wieder in den Ort zu fahren, denn dort liefen alle möglichen Gestalten herum. Da gibt es sicher was zu fotografieren.

Nach unserer Rückkehr bietet sich kleiner Junge an auf den Wagen aufzupassen, damit wir relaxter zu dem Treiben gehen können. Wo wir nun wirklich waren, wissen wir nicht, aber hier war was los. Unzählige kleine Gruppen sitzen im Staub, reden teilweise aufgeregt und trinken eine eigenartige hellbraune Flüssigkeit. Fotografieren kostet grundsätzlich, aber man muss vorher fragen, ob man überhaupt darf. Es gesellen sich schnell undurchsichtige Gesellen zu einem, um nach ein paar N $ zu fragen, damit sie weitertrinken können. Ich fotografiere ein paar Himbafrauen, die bescheiden sind und lediglich € 0,50 verlangen. Manche verlangen € 10,-, aber da sie auch nicht hübscher sind, werden sie eben nicht fotografiert.

Nach einer Viertelstunde wird es uns doch ein wenig mulmig und wir verlassen diese gesellige Stelle. Hier scheint man ordentlich zuzulangen und ein eigenartiges alkoholisches Gebräu  zu trinken.

In der Lodge wartet ein Bacardi Cola auf mich. Das Zimmer hat Aircondition und somit lässt es sich bei 36 Grad Außentemperatur gut aushalten.

Nachdem wir hier wieder von verschiedenen Einheimischen bestätigt bekommen haben, dass die Straße von Opuwo nach Orupembe durch den starken Regen ziemlich zerstört ist und man mit 9 Stunden Fahrtzeit rechnen muss (bei meiner Planung waren es 4 Stunden), entscheiden wir uns, unsere  Route zu ändern. 9 Stunden will und kann ich nicht konzentriert auf den Schotterpisten fahren. Als Fahrer muss man sich voll auf die Straße konzentrieren, denn die vielen Schlaglöcher und messerscharfen Steine gilt es zu umfahren. Eine Reifenpanne möchte ich versuchen zu vermeiden, denn bei 40 Grad ein Rad zu wechseln wird keine Freude bereiten. Außerdem muss ich bedenken, dass 9 Stunden ein Einheimischer braucht, doch der kennt die Strecke und fährt in der Regel wie der Henker, denn es ist ja nicht sein Auto! So könnten aus den 9 Stunden auch leicht 11-12 Stunden werden und auf dieses Abenteuer mochte ich gerne verzichten.

Auch die ursprünglich geplante Route von Orupembe nach Seisfontein hat sich von 6 Stunden Off Road im Flussbett auf 15 Stunden erhöht!!

Die Strecke von Orupembe nach Camp Synchro und zurück hat sich nicht wesentlich verschlechtert.

Leider werden wir Camp Synchro, das oberhalb des Marienflusses liegt, nun nicht anfahren, sondern uns länger bei den Epupafällen, in Opuwo und Seisfontein aufhalten. Zum Glück lässt sich dies alles arrangieren.

16.05.08        von Opuwo zu den Epupa Fällen des Kunene Flusses auf der C 43, der die Grenze zwischen Namibia und Angola bildet, 180 km Schotter, 4:30 Std.

Am Morgen unserer Abfahrt fahre ich noch zur FNB Bank, um mir Kleingeld zu besorgen. N $ 1,- (€ 0,08) Münzen sind wichtig, denn viele kleine Dinge und Services kann man damit begleichen.

Ich will nicht immer über die Schotterstraßenzustände schreiben, aber auf dieser Etappe hat es uns fast die Zahnfüllungen rausgehauen. Mein Rücken schmerzt und der Wagen leidet sicher auch.  

Die Himba lieben offensichtlich auch Rinder und Ziegen, denn immer wieder begegnen wir Herden mit Hirten.  

Die Landschaft ist übersät mit kleinen Bäumen an Berghängen. Alle paar hundert Meter durchqueren wir eine mehr oder minder steile Furt, d.h. Tempo von 40 km/Std. auf 5 km/Std. drosseln.  

In Okangwati werden wir doch tatsächlich von einem ziemlich unfreundlichen Polizisten angehalten, der am Straßenrand sitzt. Er fordert meinen Führerschein und will wissen woher wir kommen und wohin wir fahren. Er schreibt unser Nummernschild etc. auf und sagt, ich hätte meinen Sicherheitsgurt nicht angelegt gehabt. Er will also abkassieren! Ich erkläre ihm allerdings, dass ich nicht so blöd sei, um auf diesen Straßen ohne Sicherheitsgurt zu fahren. Er hat verstanden und lässt uns in Ruhe weiterfahren.

Hier in Okangwati hat ein „periodischer Bach“ einen solchen Schaden angerichtet, dass die EU ein Hilfsprojekt zur Erneuerung der Schotterstraße finanziert. Die Straße ist weg und entsprechend geht es über Stock und Stein!!

Später begegnet uns eine Gruppe Owambo Frauen, die gerne ihre Tracht mit bloßen Brüsten für ein paar N $ fotografieren lassen. Eine junge Hübsche handelt mit mir den Preis für die Gruppe aus, sie verlangt N $ 50,- für 6 Frauen, ich akzeptiere und schon geht das Foto Shooting los. Aus einem Foto lese ich später die Gedanken der Fotografierten, „schau mal, wäre der nicht etwas für dich“.

Nach 4 ½ Stunden erreichen wir die nördlichste Spitze Namibias, die Epupafälle am  Kunene Fluss. Hier liegt unser Omarunga Camp, direkt am Fluss, keine 2 m von unserem Zelteingang entfernt. Wir werden von Fritz, dem Besitzer, begrüßt und er führt uns auch zu unserem Zelt, in dem zwei Betten stehen. Im hinteren Teil des Zeltes befindet sich das „Badezimmer“. Dies besteht aus einer Dusche, einem Waschbecken und einer Toilette. Das Ganze ist mit dünnen Palisaden umgeben, sodass niemand hineinschauen kann, der nicht sein Auge direkt an einen Schlitz legt. Insgesamt stehen hier 9 Zelte, fünf an der Wasserfront und vier weiter hinten.

Zum Camp gehören eine Open Air Bar und ein Open Air Restaurant. Alle Einrichtungen sind in ein Meer aus Makalanipalmen gebettet.

Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht haben, gehen wir zu den Wasserfällen. Vorher wurden wir von Fritz gewarnt, uns nicht zu nahe heranzuwagen, denn es gibt keinen gesicherten Weg und es soll schon mehr als einer abgestürzt und verschwunden sein. Zurzeit führt der Fluss große Wassermengen und daher sind im Moment keine Krokodile am Ufer zu sehen, da die Strömung zu stark ist. Aber in wenigen Wochen werden sie wieder auf Lauer liegen und sich ein Opfer suchen. Übers Jahr sind immer wieder Unfälle vorgekommen, indem Himbahirten, die ihre Ziegen oder Rinder aus dem Fluss treiben wollten, von Krokodilen geschnappt und ins Wasser gerissen wurden. Auch von denen wurde keiner gefunden.

Um 5:45 machen wir uns zu einer Sundownertour auf, d.h. wir fahren mit einem Jeep auf eine nahegelegene Anhöhe, von der wir einen herrlichen Blick über die ganzen Fälle haben. Die Epupafälle sind nicht so spektakulär wie die Iguassu Fälle in Brasilien,  aber sie fallen auch verteilt über viele Fälle auf einer Breite von ca. 200 m in mehreren Stufen 70 m in die Tiefe. Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Iguassu- und Epupafällen. In Brasilien kommen täglich Tausende Besucher und man wird förmlich überrannt. Bei den Epupafällen finden sich täglich vielleicht 10 Besucher ein. Das liegt wohl an der Anreise.

17.05.08         Epupafälle und Himbas

Wir müssen heute früh raus, denn um 8:00 nach dem Frühstück, fahren wir mit einem Guide zu Himba Gräbern und zu einer Himba Siedlung.

Die Himba wurden früher sitzend bestattet, d.h. die Gräber wurden etwa 2-3 m tief gegraben, damit Hyänen sie nicht wieder ausgruben. Auch hier wird der Wohlstand des Begrabenden durch die Anzahl der Ochsenhörner auf dem Grab angezeigt. Bei Männern zeigen die Hörner nach oben und bei Frauen nach unten.

Das Fleisch der geschlachteten Ochsen darf nicht von seinen Söhnen verzehrt werden, sondern nur von anderen Trauergästen. Damit soll verhindert werden, dass Söhne ihre Väter umbringen.

Nach den Gräbern fahren wir zu einer Himba Familie, doch hier sind bereits alle ausgeflogen, da wir ein wenig spät dran sind. Wir hätten erst die Familie und dann die Gräber besuchen sollen, denn die können so schlecht weglaufen.

Aber eine Großmutter mit 3 kleinen Kindern und eine junge hübsche Himba sind noch da. Der Rest ist mit Ziegen und Rindern unterwegs.

Wir lassen uns ein wenig aus ihrem täglichen Leben erklären und kaufen eine Himba Figur aus Omas „Geschäft“. Von unserem Guide erfahren wir, dass die junge Himba auch dass Ergebnis einer Liaison zwischen einem Weißen und einer Himba ist. Sie hat lange Kopfhaare, mit ockerfarbenen Lehm und Butter zu einer Vielzahl von Zöpfen geflochten. Allerdings ist von den Haaren in den Zöpfen wenig zu erkennen, da es eine rotbraune Schmiere ist.  

Ein Himba Mann hat gewöhnlich in mehreren Dörfern Kinder mit anderen Frauen, auch die Himba Frauen haben weitere Partner und deren Kinder.

HIV ist ein Problem hier, da Verhütung ein Fremdwort ist.

Morgen wollen wir noch einmal in ein anderes Dorf fahren, aber dieses Mal rechtzeitig, um das Leben am Morgen zu erleben.

18.05.08         Epupafälle und Himbas

Da wir gestern zu spät bei der Himba Familie angekommen sind, waren die Hirten mit den Tieren und damit die meisten Anwohner schon unterwegs. Deshalb dürfen wir heute umsonst mitfahren, denn sonst kostet die Fahrt mit Geschenk an die Familie, € 30,- pro Person.

Aber auch heute haben wir nur mehrere Familien besucht, d.h. ein richtiges Dorf mit Häuptling haben wir nicht gesehen. Dafür war die Attraktion des Tages Maria, die Frau von Uwe, einem Deutschen, der eine Himba geheiratet hat. Sie hat offensichtlich mehrere Kinder von diversen Männern, darunter eine hübsche Tochter von ca. 14 Jahren und ihr jüngster Sprössling ist von Uwe. Dies ist unverkennbar, denn das etwa 10 Monate alte Baby ist recht hellhäutig. Wir haben Uwe nicht gesehen, aber es heißt, dass er in Kamanjab (1 Tagesreise entfernt) als Automechaniker arbeitet.

Nach Maria fahren wir noch zu einer weiteren Familie, um uns dort umzuschauen. Hier begegnen wir einer Himbafrau, die mal einen unglaublich riesigen Busen gehabt haben muss, denn an ihr hingen nun 40 cm lange Schläuche herab!!

Da wir ein funktionierendes Dorf besuchen wollen, besorgen wir uns die nötigen Gastgeschenke, d.h. 10 kg Maismehl, 1 Kg Zucker, 1 kg Weizenmehl, Tee und 500ml Öl. Ein Päckchen Pfeifentabak hatte ich schon in SA gekauft. Damit bepackt wollen wir Morgen auf unserer Rückfahrt nach Opuwo in das Dorf des Chiefs Kapika fahren. Es liegt nur wenige km von der Straße entfernt.

Den Nachmittag verbringen wir wieder mit Lesen des Buches der beiden Deutschen in der Wüste.

Am Abend nehmen wir noch einmal an der Sundowner Tour teil, sie ist ein richtiger Nepp, sowie die Himbatour auch.

19.05.08        von den Epupa Fällen nach Opuwo, 180 km, 4 ½ Std. Schotter, davon 70 km schlimm

Ich wache auf und schaue auf den vor meinem Bett noch langsam vorbeifließenden Fluss Kunene und sehe von meinem Bett wie die Gischt des Wasserfalles aufsteigt.

Allerdings ist es auch laut, wegen der Wassermassen, die in die Tiefe stürzen, aber Christine genießt es, so sagt sie.

Heute verlassen wir den nördlichsten Punkt unserer Rundreise.

Wir frühstücken, gepackt ist alles und nun machen wir uns auf den Weg zu Chief Kapika. Es sind 30 km bis zu dem Abzweig zu seinem Kraal. Als wir dort ankommen, steht am Abzweig ein junger Himba und möchte zum Kraal mitgenommen werden. Wartete er auf uns, hatten die Buschtrommelen uns angekündigt? Wir werden es nie erfahren. Allerdings können wir ihn nicht mitnehmen, denn wir haben nur 2 Sitze im Auto.

Wir fahren durch 2 ausgetrocknete Flussbette und kommen zu einem großen Kraal, d.h. ein etwa 50-70 m großes rundes Areal, das mit Palisaden aus Holz eingezäuntes ist. Im Inneren stehen um einen weiteren inneren Kraal die Lehmhütten der Bewohner. Im inneren Kraal waren junge Kälber und im äußeren Kraal deren Mütter. Am Eingang des inneren Kraals saß ein kleines Mädchen, dass wohl den Eingang bewachen sollte, damit die Kuhmütter nicht zu viel Milch an die Kälber abgeben, denn diese sollten ja auch für die Menschen gemolken werden. Das kleine Mädchen hatte wohl nicht so recht aufgepasst und zwei Kuhmütter waren ins Innere gedrungen. Als nun eine Himba Frau eine Kuh melken wollte und diese aber schon im inneren Kraal war, bestrafte sie die Kleine, in dem sie ihr einen kleinen Stock auf den Rücken schmiss. Daraufhin brüllte die Kleine wie am Spieß, wohl nicht wegen der Schmerzen, sondern wegen der Strafe.

Es laufen viele kleine Kinder umher und es scheinen sich immer etwas ältere um jüngere zu kümmern. So beobachtet Christine, wie ein fast gleich großer, aber älterer, einen jüngeren mit sich herumschleppt.

Die Damen des Kraals lassen sich wie gewohnt gerne fotografieren, denn wir haben ja das Gastgeschenk mitgebracht.

Im Übrigen war der äußere wie der innere Kraal zu 100 % mit trockenem Kuhdung bedeckt. Es war mir fast ein Vergnügen durch so viel Kuhscheiße, (hoffentlich nur) zu laufen, da es mich an meine frühe Jugend erinnerte. Da habe ich mal einem Freund eine Ladung frische Kuhscheiße nachgeworfen und getroffen. Da war was los.

Die Tradition scheint bei den Himba Frauen am ehesten aufrecht erhalten zu werden, denn sie laufen selbst in kleinen Orten in ihren traditionellen Gewändern und oben ohne umher, wohingegen die Männer eher mal ein T-Shirt tragen.

Wir hatten noch einige Päckchen mit Erdnüssen, die Christine gerne noch verschenken wollte. Also haben wir Ausschau nach einer Gruppe kleiner Kinder gehalten. Als wir zwei kleine Jungen winkend am Straßenrand sehen, glaubten wir unsere Opfer gefunden zu haben. Ich werde langsamer, damit uns nicht die ganze  Staubwolke einholt und bleibe stehen. Aber als die Kleinen Christine im Auto erblicken sind sie aufschreiend weggerannt! Dies gibt mir nun wiederum zu denken, was mögen die kleinen Kerle gesehen haben, was ich nicht sehe? Oder hatten sie sie sie überhaupt noch nicht gesehen, denn sie hatte sich nach den Nüssen gebückt und tauchte nun plötzlich als Geist im Wagenfenster auf!?

Nach Ankunft in Opuwo tanken wir erst einmal, denn wer weiß, ob es morgen noch  Benzin gibt.

Auch ist sofort der Fensterreiniger wieder zur Stelle und tut sein Bestes mit dem wenigen Wasser, das er hat. Aber als wir nach ca. 3 km an der Lodge ankommen, ist der Wagen wieder genauso dreckig wie zuvor.

Als wir noch Bares an der Bank abheben, ist wieder der kleine Junge da, der auf unser Auto aufgepasst hat. Ich verspreche ihm, ihm morgen wieder einen Job zu geben. Er strahlt!

Am Bankautomaten steht eine Uniformierte hinter mir und fragt, ob ich ihr N $ 10 geben kann, sie hat aber gleichzeitig eine Bankkarte in der Hand, um Geld abzuheben.

20.05.08         Opuwo Country Lodge

Heute frühstücken wir etwas später, denn wir haben nichts Besonderes vor. Christine möchte einige Runden schwimmen, da wir recht wenig Bewegung haben, verglichen mit unseren Aktivitäten zu Hause. (Wir gehen 2 x wöchentlich in unser Fitnesscenter)

Ich werde zwischenzeitlich Wein und Wasser einkaufen, schließlich habe ich meinem Parkwächter versprochen, dass er heute wieder Geld verdient.

Natürlich kann ich es nicht lassen, wieder in dieses undefinierbare Treiben hinter der Tankstelle einzutauchen, um Fotos zu machen. Dieses Mal bleibe ich fast unbehelligt, lediglich eine betrunkene Herero fragt nach einem N $.

Manchmal wollen junge Ovambo Frauen, auch oben ohne fotografiert werden, jedoch ohne Bezahlung zu verlangen.

21.05.08         Opuwo Country Lodge

Heute ist nochmal ein Ruhetag in Opuwo, denn in der Fort Seisfonteon Lodge wollen wir nur so lange wie nötig übernachten. Da wir aber von Seisfontein aus zu den Wüstenelefanten aufbrechen wollen, müssen wir zwei Nächte dort bleiben, denn der Ausflug dauert einen ganzen Tag.

Es ist angenehm warm und sonnig mit ca. 25 Grad und nicht brütend heiß, wie vor wenigen Tagen noch.

22.05.08        von Opuwo nach Seisfontein, Abstecher nach Marius Steiner ,150 km Schotter; Geröll  und spitze Steine, 6 Std.

Heute muss Christine einsehen, dass sie schon um 7:00 Uhr aufstehen muss, denn wir fahren zurück nach Seisfontein. Wir könnten zwar auch über eine geteerte Straße nach Kamanjab fahren, aber dann müssten wir auf die Wüstenelefanten verzichten, und das wollen wir nicht.

Als ich mit dem Wagen bei der Abfahrt vor den Lodge Eingang fahre, hört Christine eigenartige Geräusche am Auto. Ich schaue nach und stelle fest, dass sich eine Schraube der Bull Bar gelöst hat. Das Geholpere und Geschüttele ist dermaßen heftig, da muss man sich wundern, dass nicht noch mehr klappert!

Dies bedeutet eine Werkstatt, bzw. so etwas Ähnliches zu finden, die auch einen passenden Steckschlüssel haben. Wir haben Glück und der junge Mann versteht sein Handwerk. In einer Viertelstunde und € 1,50 ist die Sache erledigt.

Etwa 65 km vor Seisfontein gibt es einen Abzweig nach Marius Steiner! Einem Deutschen der dort oben unter anderem eine kleine Dioptasmine betreibt, in der er Halbedelsteine aus den Wänden hacken lässt. Er lebt hier oben alleine seit 23 Jahren! Es ist eine mühselige Anfahrt zu ihm, denn so vielen messerscharfen Steinen musste ich bisher nicht auf 15 km ausweichen. Als ich erwähne, dass ich Sorgen um meine Reifen gehabt hätte, meint er, dann müsse ich halt auf Teerstraßen fahren. Er wohnt auf einem Hügel in den Bergen in absoluter Ruhe und betreibt neben der Mine ein paar Gästezimmer, sowie einen Campingplatz. Da es hier oben keinen Brunnen gibt, sammelt er in der Regenzeit 70.000 Liter in mehreren  Tanks, die dann bis zur nächsten Regenzeit in einem Jahr reichen müssen. Daher nur ein Plumskloset und einen Eimer Wasser zum Duschen. Er darf jährlich ein Kudu und zwei Springböcke schießen, dies reicht aber an Fleisch nicht aus. So baut er Eselskarren für die Schwarzen und erhält für einen Karren ein Rind, das er dann selber schlachtet.

Die Halbedelsteine verkauft er an deutsche Sammler, die zu ihm kommen, wenn er gute Stücke zur Auswahl hat.

Als wir unterwegs in unsere Kühltruhe schauen wollen, stelle ich fest, dass die Halterung, die die Gefriertruhe hält, abgebrochen ist! Also ist doch mehr passiert!

Nun heißt es langsamer fahren, denn die Kühltruhe soll ja nicht gegen die Hecktür schlagen! Gott sei Dank hat man in Fort Seisfontein ein Schweißgerät, sodass dieser Schaden hier behoben wurde.

Wir melden uns bei unserem Guide für Morgen zu den Wüstenelefanten an und erfahren von ihm, dass der Antrieb seines Autos Probleme hat, sodass wir mit unserem Wagen fahren müssen und er auf einer Munitionkiste sitzen wird, denn einen dritten Sitzplatz gibt es für ihn nicht. Aber diesbezüglich sind die Leute hier offensichtlich nicht verwöhnt und akzeptieren dies ohne ein Wort.

23.06.08        von Seisfontein in das Bett des Hoanib Flusses zu den Wüstenelefanten, 120 km Sand, 7 Std.

Wir holen Erwin, unseren Guide, zu dieser Fahrt um 8:30 ab und fahren in Richtung Flussbett. Gut, dass wir den Guide dabei haben, denn schon nach wenigen km zeigt er mir die Spur, der ich folgen soll. Es gibt auch noch eine andere, wenige Meter daneben, doch da würde man direkt in 60-70 cm tiefen Staub fahren und festsitzen. Wir alleine wären hier unweigerlich steckengeblieben, auch mit 4 x 4 und Differenzialsperre, denn man würde mit dem Chassis aufliegen und dann drehen sich alle vier Räder. Wir sind 7 Stunden Allrad für 120 km gefahren, da kann man sich die Track Bedingungen vorstellen. Elefanten haben wir keine zu Gesicht bekommen, aber deren alte Spuren und sehr frische Spuren von einer Löwin mit Jungen gefunden.

Giraffen haben uns beim Vorbeifahren zugesehen, Baboons sind vor uns geflüchtet, so wie der kleine Junge vorgestern, als er Christine sah.

Soviel Staub wie heute haben wir bisher nicht aufgewirbelt. Der Wagen sieht furchtbar aus. Das ist kein Staub, das ist Puderstaub, der in alles eindringt.

24.05.08         von Seisfontein nach Porcupine Camp vor Kamanjab, C 43 und C 40,

                        220 km Schotter, 4:30 Std.

Ich hatte mit dem Gedanken gespielt die Khowareb Schlucht  zu durchfahren, d.h. einem 4 x4 Track im Flussbett zu folgen, doch als ich in meinem GPS 6 x eine Warnung vor extremem Puderstaub gelesen habe, wurde dies sofort gestrichen.

Nun müssen wir von Seisfontein über diese furchtbare Schotterstraße bis Palmwag fahren, allerdings ist in Namibia eine Schotterstraße nicht wie wir sie uns vorstellen, sondern sie besteht auch aus faustdicken Steinen, die teilweise messerscharf sind. Auch eine Giraffe mit Baby kann meine Laune in der „Kleinen Serengeti“ nicht besonders verbessern. Ich mag diese dicken Steine und all die Löcher nicht.

Kurz nach der Palmwag Lodge, auf der wir auf dem Weg zu den Epupa Fällen übernachtet haben, ist eine Veterinärstation. Hier muss alles Fleisch abgegeben werden, das man bei sich hat, damit keine Krankheiten aus dem Damara- und Kaokoland übertragen werden. Wir nehmen unsere tiefgefrorenen Filets aus SA und stecken es zwischen die Lagen des Dachzeltes. Es hat geklappt, wenige km nach der Inspektion kommen die Filets zurück in die Gefriertruhe.

Nach einer Weile passieren wir den Grootberg Pass und schauen zurück auf die Berge und Täler.

Nach über 4:30 Std. erreichen wir das Porcupine Camp kurz vor Kamanjab, das von Kathrin (Mutter) und Antje (Tochter) betrieben wird. Die Mutter hat schon mal ein Camp an den Epupa Fällen und nebenan das Restcamp in Kamanjab betrieben. Sie haben von einem Farmer ein Areal gemietet und darauf die Campside errichtet. Es ist sehr rustikal, d.h. man kann einen Zeltplatz mieten oder aber in einem Zelt mit Betten schlafen. Die Toilette und die Dusche waren 20 m entfernt im Freien ohne Dach und mit Reisig abgedichtet. Die Anlage ist sauber, wenn man von dem Sandboden absieht, aber richtige Camper stört dies wohl nicht. Mittlerweile haben wir eingesehen, dass wir keine richtigen Camper sind. Wir schlafen lieber in einem bequemen Bett, denn unser Knochengerüst ist für eine Matratze von 5 cm nicht mehr geeignet.

Nach dem Duschen genehmigen wir uns einen Cuba Libre und vernichten eine Ameisenstraße.

Wir braten Nürnberger Würstchen zum Abendbrot und wärmen Chillibohnen aus der Dose dazu auf.

Die beiden Betreiberinnen reden leider ein wenig zu viel, aber dass kann natürlich damit zusammenhängen, dass sie viel alleine sind. Gut, dass ich nicht in die Küche geschaut habe, denn Christine fand sie ziemlich schmuddelig. Wir bekamen unser Frühstück daraus.

25.05.08         von Porcupine Camp nach Camp Okaukuejo, Etosha, 250 km, 3 Std.

Noch 10 km bis Kamanjab auf Schotter, dann nach 3.000 km und 23 Tagen Schotter endlich mal wieder auf einer Teerstraße für 250 km bis zum Camp Okaukuejo.  

Die Fahrt ist ziemlich eintönig, endlos geradeaus an Farmen vorbei.

Zur Abwechslung fahre ich die Kannibalen, die Corn Crrickets auf der Straße tot, die dort gerade ihren soeben überfahrenen Kumpanen auffressen. In ganz Namibia kriechen diese Biester im Gras und auf der Straße umher, zu vielen Millionen!

In Okaukuejo haben wir ein sehr schönes Chalet mit allem erdenklichen Komfort und  aus dem 1. Stock mit direktem Blick auf ein Wasserloch.

Es dauert auch nicht lange und es tauchen 4 Rhinozerosse auf, 3 Erwachsene und ein Junges. Später kommen ein einzelner Elefant, mehrere Oryxe und jede Menge Springböcke. 

Doch es ist noch früh am Tag, sodass wir noch zu ein paar Wasserlöchern in der  Etoshapfanne fahren wollen.

Am Wasserloch Okondeka, das direkt am Rande der Etoshapfanne liegt, stehen Zebras, Gnus, Gemsböcke und Springböcke.

Auf dem Weg nach Leeubron lagen einige Gnus im Gras und jede Menge Erdhörnchen buddelten an ihren Höhlen.

Später begegnet uns noch ein einzelner Elefant.

Zum Schluss unserer Pirschfahrt sind wir noch ganz nah an die Etoshapfanne gefahren. So weit das Auge reicht sieht man eine weiße Salzkruste. Hier unten bei Okaukuejo war die Pfanne nicht mit Wasser gefüllt.

Am späten Abend kommen erneut Rhinozerosse und Elefanten an das Wasserloch und wir sitzen mit einem Glas Wein auf unserer Terrasse und betrachten die Tierwelt.

Diese Chalets kann man nur mit Abendessen und Frühstück buchen.

26.05.08         von Camp Okaukuejo nach Camp Halali, 120 km inkl. Pirschfahrten

Am Morgen unserer Weiterfahrt können wir noch erleben wie Dutzende von Zebras zum Wasserloch kommen und trinken.

Bis zu unserem nächsten Chalet in Halali werden wir noch ein halbes Dutzend Wasserlöcher anfahren: darunter sind die Gemsbokvlachte, das Olifantsbad, Aus, Odongab, Homob, Sueda, Salvadora und Rietfontein.

Wieder sehen wir Gruppen von Impalas und Springböcken, einzelne Warzenschweine und Kudus. Auf der Rückfahrt von der Homob Wasserstelle begegnen uns bestimmt 10 Giraffen, die gemächlich Richtung Homob ziehen.

Auf dem Rhino Drive, einer südlichen Strecke durch den Busch in Richtung Halali sehen wir plötzlich links von uns, direkt an dem Pfad, mehrere große Elefanten. Nun heißt es erst einmal stehen bleiben und sie nicht belästigen, denn dies mögen sie nicht. Aber sie ziehen friedlich tiefer in den Busch und wir können weiterfahren. Aber nur wenige Meter weiter entdecken wir eine noch größere Gruppe Elefanten, doch dieses Mal sehen wir nur ein großes Exemplar und mehrere Halbwüchsige, die sich langsam von rechts nähern, aber dabei immer wieder in die Bäume nach Futter greifen. Wir stehen seitlich vor ihnen und können bei Bedarf mit Vollgas fliehen. So geschah es dann auch. Einer dieser Halbwüchsigen warnt uns deutlich aus dem Weg zu gehen. Er flattert mit seinen riesigen Ohren, streckt uns seinen Rüssel entgegen und kommt auf uns zu. Die Entfernung zu ihm ist nur noch ca. 20 m als wir lieber Gas geben und die Gruppe hinter uns lassen.

In Halali haben wir die Honeymoon Suite gebucht, die bezeichnenderweise „Elefant“ genannt wurde. Auch sie war sehr gut ausgestattet und in unserem kleinen nicht einsehbaren Garten stand sogar ein Jacuzzi. Aber vielleicht sollte man im Etosha NP keine Suite mit Jacuzzi buchen, denn das Wasser ist möglicherweise schon vor Wochen gewechselt worden, es sah etwas milchig aus. Folglich war Christine nicht zu bewegen auch nur einen Fuß hineinzustellen.

27.05.08        von Camp Halali nach Fort Namutoni, 160 km inkl. Pirschfahrten, auch nach Twee Palms

Heute fahren wir zum östlichsten Camp im Etosha NP, dem Camp Namutoni.  Natürlich steuern wir wieder fast jedes Wasserloch an, auch wenn dort oft wenig zu sehen ist. Man müsste sich noch viel mehr Zeit nehmen und einfach stundenlang dort stehen. Wahrscheinlich kommen nur so die spektakulären Fotos zustande. Die anfängliche Ausbeute an Sichtungen ist heute recht spärlich, in Goas und Noiams ist nichts los.

Nun fahren wir zum Aussichtspunkt der Etoshapfanne. Was wir hier zu sehen bekommen ist nicht häufig der Fall, die Pfanne ist bis zu den Büschen voll von Wasser. Es sieht irre aus.

In Baitia sind etliche Gnus, Zebras, ein paar Giraffen, ein Elefant, Gemsböcke und natürlich Springböcke zu sehen.

In Kalkheuvel haben wir dann das große Erlebnis. Am Wasserloch steht eine Elefantenherde mit allem drum und dran, d.h. riesige Bullen, große Mütter, Halbwüchsige und bestimmt 4-6 Winzlinge. Während wir dort stehen, kommen immer mehr, manche gehen wieder und kommen wieder zurück. Es sind bestimmt 30-40 Elefanten, die sich am kühlen Nass laben und mit Wasser bespritzen. Ein herrlicher Anblick, eine solch große Herde frei stehend zu sehen. Aber alle scheinen irgendeine Aufgabe zu haben, so sind die Winzlinge am Wasserloch immer in der Mitte, und außen herum stehen die Halbwüchsigen, als ob sie Wache schieben würden. Wir genießen diesen Anblick eine Stunde, ich mache ein paar hundert Fotos, die ich später alle anschauen und zumindest teilweise aussortieren muss.

Auf dem Weg nach Chudob begegnen wir noch einer großen Herde Giraffen in allen Größen rechts und links der Piste. Wir bleiben natürlich wieder sofort stehen und schauen uns das Treiben an. Ohne Scheu marschieren sie vor uns über die Straße und ein Bulle scheut sich nicht vor unseren Augen Sex zu haben. Ein seltener Anblick, und wir wundern uns dass der sich nicht den Hals dabei gebrochen hat.

Nun ist es nicht mehr weit bis Namutoni und wir lassen unser Gepäck in unser Chalet bringen, um sofort wieder weiter auf Pirschfahrt zu gehen, denn dies wird eine der letzten Fahrten im Etosha NP sein.

Unsere Ausbeute an den Löchern Klein Okevi, Groß Okevi, Aroe und Twee Palms ist nicht von Bedeutung, aber das am Nachmittag Erlebte ist auch schwer zu übertreffen.

Es gibt einen besonderen Grund, warum ich die Namen der Wasserlöcher erwähne. Wir haben nämlich in Swakopmund noch ein zweites Buch erstanden, und dies handelt von einem Namibier deutschen Ursprungs. Wahrscheinlich würde er mich für diese Beschreibung erschießen, denn diese ehemaligen Deutschen nennen sich noch heute „Südwestler“. Das Buch heißt „Der weiße Buschmann Peter Stark“ und handelt von seiner Karriere als Wilddieb bis zum Wildhüter rund um und in dem  Etosha NP. Wenn man dieses nicht anspruchsvolle Buch vorher gelesen hat, dann tun sich mit jedem Wasserloch Geschichten von ihm auf. Ich will nur Twee Palms  erwähnen, dort hat er Löwen aufgelauert und abgeschossen, weil sie immer wieder Rinder der angrenzenden Farm Onguma fraßen und die Farmer sich früher nur auf diese Weise zu schützen wussten. Onguma gibt es heute noch.

Unser Chalet in Namutoni sieht auf den ersten Blick auch sehr gut aus und ist auch noch kein halbes Jahr alt, aber vieles erscheint wie gewollt und nicht gekonnt.

Auch hier wird man mit einem Golfcart vom Parkplatz gefahren, jedoch nicht zu den Chalest, sondern zu einem Gehweg, der dann zu den Chalets führt.

Die Beleuchtung ist jetzt schon teilweise defekt.

Der Auslass des teuren Wasserkrans liegt so tief, man bekommt die Hände fast nicht darunter.

Die Lampe über der Badewanne kann man dimmen, sie lässt sich aber nicht ausschalten.

Es gibt auch eine Außendusche, aber ohne Lampe, der Kabel dazu hängt herum.

Außerdem müsste man zur Außendusche über scharfem Split gehen!

Die Jalousien sind auch schon defekt.

Der allgemeine Pool nicht benutzbar.

Aber man scheut sich nicht € 250,- zu nehmen.

28.05.08        von Fort Namutoni nach Roy’s Rest Camp, über Tsumeb und Grootfontein, alles Asphaltstraße!!! 225 km, 3 Std.

Bevor wir Etosha verlassen, fahren noch zum Klein Namutoni Wasserloch und dem Dik Dik Drive. Wir haben wahrhaftig eine ganze Reihe dieser kleinen Gazellen gesehen und fotografieren können.

Die Straßen in Namibia gehen meist über kilometerweite Strecken schnurgeradeaus, so auch auf dieser Strecke. Rechts und links Farmen, von den man aber wenig sieht. Wir sind inzwischen bei den Farmen Sachsen, Westfalen, Holstein, Luisenhof, Lusthof, Lichtenstein, Immenhof, Friedrichstal etc. vorbeigekommen.

In Tsumeb sind wir zu Toyota gefahren, denn mein elektrischer Fensterheber wollte  zwischendurch mal nicht mehr hochfahren. Die Kontakte waren verstaubt. Die Befestigungsschraube der Bullbar hatte sich wieder gelöst und eine weitere Schraube haben wir verloren. Ein wenig Spray half auch der Hecktür, denn die wollte nur noch mit einem furchtbaren Quietschen aufgehen. Alles wurde innerhalb einer Stunde erledigt, und man sprach natürlich auch hier Deutsch.

Als Nächstes müssen wir uns in Tsumeb mit Wein und Wasser eindecken, denn der nächste Ort, an dem man etwas Trinkbares findet, wird erst in einer Woche erreicht sein. Es gibt einen Spar Markt, den wir ansteuern und wo wir uns auch eindecken können. Hier gibt es auch einen FNB (Bank) Cash Automaten, aus dem kein Geld, sondern ein Gutschein kommt, den man dann an der Kasse in Bares umtauscht.

Wir suchen und finden ein Internet Cafe und schauen uns unsere Emails an.

Nachdem wir unsere Einkäufe erledigt haben, geht es weiter über die C 42 und B 8 zum Roy’s Rest Camp. Die Chalets sind sehr rustikal, so rustikal, dass man die Eisenfenster nicht ganz schließen kann. So liege ich Trottel direkt mit meinem Kopf an der zugigen Öffnung des Fensters. Am Morgen konnte ich vor Halsschmerzen kaum sprechen und in meiner Nase fing es langsam bedenklich an zu kribbeln. Ich hatte mir eine kräftige Erkältung zugezogen. Aber im Nachhinein frage ich mich, warum ich mich eigentlich nicht rumgedreht habe und somit die die Füße erfroren wären, denn wir hatten Null Grad.