Edgar Dürholt
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Blyde River Canyon, South Africa

Unsere Reise vom 13. Aug. bis 1. Okt. 09 nach Mozambique, Malawi, Sambia, Botswana und zurück nach Südafrika

Teil 1

Die Vorbereitungen für diese Reise waren anders als letztes Jahr. Der Wagen ist ausgerüstet, d.h. doppeltes Batteriesystem, Zusatztank, 2 Kühlschränke und Schubfächer statt Sitze. Zusätzlich zur letzten Reise haben wir jetzt 2 Ersatzreifen dabei, einer unter und einer auf dem Auto. Ein Schiebedach soll zum besseren Fotografieren dienen. 

Die Unterkünfte werden zwar meistens einfachster Art sein, aber es gibt in diesen Ländern und speziell in die Gegenden, in die wir fahren, nichts anderes. An Verpflegung nehmen wir nur Dosen, d.h. Blutwurst und Leberwurst von unserem ehemaligen Metzger in Mühltal, Sardinen, Tunfisch, Suppen, Bohnen und Brot mit. Somit kann ich den Gefrierschrank auf Kühlschranktemperatur einstellen und wir haben unsere Getränke immer schön kalt. 24 Flaschen Rotwein, 30 Flaschen Weißwein und 68 Liter Wasser in Flaschen werden verstaut! In Mozambique, Malawi, Sambia und Botswana gibt es nur in den größeren Städten genießbares zu kaufen, doch die wollen wir meiden.

Ein Satellitentelefon soll uns den Kontakt zur Außenwelt zu jeder Zeit ermöglichen, denn wir sind allein unterwegs und werden durch Gegenden fahren, in denen es sonst keine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme gibt.

Am 13.08. geht es los. Wir fahren in Paarl nicht durch den Hugenot Tunnel, sondern über den Du Toitskloof Pass. Von hier oben können wir am Morgen das Panorama genießen. Heute  fahren wir bis nach Beaufort West, einer Stadt in der Großen Karoo, etwa 450 km, d.h. ca. 5 Stunden Fahrtzeit. Kurz nach Mittag kommen wir im Haus Holzapfel, unserer Unterkunft für die Nacht an. Ein junges Paar, sie Deutsche und er Südafrikaner, betreiben das B & B. Das Zimmer ist sehr ordentlich, aber da es kalt ist, stellen wir die Klimaanlage zum Heizen an. Nun brummt es schauerlich um unsere Ohren, was uns eine schlaflose Nacht bereitet hat! Daraufhin beschließen wir auf dem Rückweg hier nicht wieder einzukehren. Wie man überhaupt hierhin ziehen kann, wo er doch über 10 Jahre bei Mercedes in Stuttgart in der Computerabteilung gearbeitet hat. Für uns nicht verständlich. In Beaufort West werden nämlich die Bürgersteige nicht erst um 18 Uhr eingezogen, sondern ab 16 Uhr! Und besonders hübsch ist die Gegend schon gar nicht.

Beim Laufen durch die Sonne stelle ich fest, dass ich meinen Safari Hut vergessen habe. Im Ort gibt es einen Laden für alles, der hat einen Hut und das sogar in meiner Größe. Hier gibt es auch eine Schnur für den 2. Autoschlüssel, den ich um den Hals hänge. Man stelle sich vor, man verliert den 1. Schlüssel irgendwo!!

Am 14.08. geht es weiter durch die Große Karoo zum Gariep Dam (Orange River Damm), 380 km, 3:30 Stunden. Hier wohnen wir im DEStijl Gariep Hotel, haben ein tolles großes Zimmer mit riesigem Bett und direktem herrlichem Blick auf den Stausee, der bei Sonnenuntergang besonders gut wirkt.

Chris merkt während der Fahrt an, dass die Kühe hier entlang der N 1 das ganze Jahr auf  Diät leben, denn man entdeckt auf einem Quadratmeter nur wenige trockene Grashalme.

Wir unternehmen noch eine kleine Rundfahrt über dem Staudamm und an den Gariep (Oranje Fluss). Es ist nur eine Turbine in Betrieb, obwohl es 6 gibt und der Damm voll ist!? Haben wir etwa zu viel Strom?

Der 15.08. führt uns nach Bethlehem in die Inkwe Lodge, 440 km, 4:30 Std. Eine sehr eigenwillig ausgestattete Lodge. Sie gehört einem weltweiten jagenden Großwildjäger, der seine Beute überall in der Lodge und den Räumen ausgestellt hat. So hängen bei uns ein Kudu- und Warzenschweinkopf sowie allerlei Kleintier an den Wänden. In dem Restaurant stehen Löwen und Leoparden. Büffel-, Bison- und Elandköpfe hängen an den Wänden.

Auch hier war es nachts wieder ziemlich kühl, weswegen im Frühstücksraum der Kamin brennt und die Bedienung davor steht, um sich zu wärmen bzw. um uns jeden Bissen in den Mund zu schauen! Ich hätte am liebsten eine nette Bemerkung gemacht, doch ich muss mich ja zurückhalten.

Wir sind wieder durch unendliche Weiten mit Kornfeldern und Kühen auf Diät gefahren, dann kommen Kohlebergwerke und später Kiefernplantagen von unglaublichen Ausmaßen. Sie sind mindestens über 100 km lang und breit!!

Von Bethlehem geht es am 16.08. weiter nach Sabie zur Villa Ticino. 530 km, 6 Std. Das Zimmer ist recht bescheiden eingerichtet, d.h. es hat mit Villa nichts zu tun. Die Besitzer, er ein freundlicher Schweizer, sie Deutsche, die seit 29 Jahren in RSA leben. Sie ist vor 29 Jahren nach Südafrika geflogen, um gutes Englisch zu lernen, um dann am Frankfurter Flughafen zu arbeiten. Beabsichtigt waren 2 Jahre, doch als diese herum waren, hat sie ihre Eltern angerufen und mitgeteilt, dass sie in Südafrika bleiben wird. Und diese Frau ist in der selben Gegend wie Chris aufgewachsen, aus Altheim nämlich. In Altheim wären die beiden sich wahrscheinlich nie über den Weg gelaufen. Unglaublich.

Am 17.08. unternehmen wir eine Rundfahrt (210 km) entlang und im Blyde River Natur Reservat. Wir haben tolle Aussichtspunkte wie den Blyde River Canyon, die Three Rondavels, God’s Window, The Pinnacle, die Bourke‘s Luck Potholes (Wasserfälle), die Berlin Falls, die Lisbon Falls und den Pilgrims Rest angesteuert. Berlin und Lisbon Falls wurden nach den Namen der Farmen benannt, auf denen sie waren. Leider war das Wetter nicht gut zum Fotografieren, einfach zu wolkig.

Am 18.08. fahren wir 325 km in 5 Std. von Sabie nach Casa Lisa, einem Guest House ca. 40 km nördlich von Maputo. Vor dem Grenzübergang auf südafrikanischer Seite habe ich noch schnell R 500 in MZM (Metacais) getauscht, was ca. 1700 MZM sind, um die Straßengebühr bezahlen zu können und um voll zu tanken, denn in Mozambique wird das Benzin erheblich teurer.  Die Grenzformalitäten verlaufen reibungslos auf beiden Seiten. Wir haben das 10-fache der erlaubten Menge Wein geschmuggelt, niemand wollte etwas sehen. Das sind die Vorteile der Trägheit!

In Maputo waren wir schon einmal 2004 mit dem BMW wegen der Carnet Verlängerung. Bis auf wenige Stellen ist Maputo ein großes Dreckloch, in dem alles verkommt. Alte Häuser sind so verkommen wie ich sie 1983 in Lissabon gesehen habe. Die Bürgersteige sind eine einzige Falle, um sich die Knochen zu brechen, überall fehlen Deckel von irgendwelchen Schächten. Hier kann man nur mit dem Blick nach unten gehen, sonst verschwindet man plötzlich oder man bricht sich ein Bein. Außerdem lauern Hunderte von Straßenverkäufern auf den Bürgersteigen auf Kundschaft.

Wir wollen uns in Maputo nur den Bahnhof und Eifel‘s Stahlhaus ansehen und dann zum Polana Hotel zum Kaffee fahren. In Maputo will uns das GPS durch den Containerhafen zum Bahnhof lenken, was unsinnig ist, denn davor ist der Zoll. Gut, dass ich keine Übernachtung im Polana Hotel gebucht habe. Es ist eine riesige Baustelle, alles wird renoviert, die Aga Khan Gruppe hat das Polana Hotel übernommen. Unseren Kaffee bekommen wir auf einer Wiese mit Blick auf den Indischen Ozean serviert. Übrigens hat in Eifel’s Stahlhaus nie jemand gewohnt, denn es ist wohl einfach zu heiß darin. Ja, es war der Eifel, der den Eifelturm in Paris und einen Aufzug in Lissabon von der Unterstadt in die Oberstadt gebaut hat.

Um nach Casa Lisa zu gelangen, müssen wir zurück über die Straße des 24 Juni in  Richtung Xai Xai. Die Ausfahrt über die En 1 ist total mit Taxis, Bussen, Lastwagen und Verkaufsständen übersät, sodass es nur sehr schleppend vorangeht. Die Chinesen bauen hier ein kolossales Stadium.

Casa Lisa ist alles andere als eine Traumunterkunft, aber das Essen unvergleichbar besser. 

Am 19.08. geht es zum Paraiso de Chidenguele, einem B & B am Indischen Ozean. 220 km und 2 Std. All diese Unterkünfte sind in erster Linie für südafrikanische Angler eingerichtet, d.h. auf das Notwendigste beschränkt und wahrlich kein Paradies. Allerdings haben wir hier jeder über 1 kg köstlichen Lobster gegessen!! Der Strand ist hell gelb/braun und unendlich, ohne einen Menschen. Am Abend sitzen wir auf unserem Balkon und blicken auf das Meer bei Rotwein von Vergelegen. Die Straße ab Xai Xai ist übersät mit Potholes, Schlaglöchern also von bis zu 1 m Durchmesser, aufmerksames Fahren ist angesagt.

Der 20.08. führt uns nach Inhambane und dann an den Strand von Barra zur Flamingo Lodge. 220 km aber 3:45 Std. Am Straßenrand stehen Benzinverkäufer mit 1 Liter Flaschen von denen man sagt, dass das Benzin gepanscht ist. Wie sollten sie auch sonst daran verdienen? Links und rechts der Straße immer wieder angefangene kleine Steinhäuser. Doch zunehmend werden es immer mehr Strohhütten. Schnitzereien, Piri Piri in Flaschen und Cashew Nuts werden am  Straßenrand angeboten. Wir kaufen ein kg Nüsse und haben einige Abende beim Wein etwas zum Knabbern. Es scheint als würde die Schar der Kinder jeglichen Alters immer größer. Die meisten Frauen sind schwanger, tragen einen Winzling auf dem Rücken und haben weitere an der Hand. Nachwuchssorgen gibt es in Mozambique offensichtlich nicht.

In der Flamingo Lodge angekommen haben wir erst einmal ein Problem, denn ein Portugiese  weigert sich sein Zimmer zu verlassen, obwohl er es nicht länger gebucht hat. Das südafrikanische Management ist unfähig ihn raus zu befördern. Wir warten 4 Stunden auf unser Zimmer, dann hat er ein Einsehen. Gefahren sind wir 3:45 Stunden. Da kommt Freude auf!

Die Flamingo Lodge liegt im nördlichen Teil der Barra Halbinsel, ca. 25 km nordöstlich von Inhambane. Die Lodge besteht aus 20 Holzhäusern mit Strohdach, Balkon, Dusche und Toilette, die auf Stelzen in eine Lagune gebaut wurden. Auch die Rezeption, das Restaurant und die Bar sind auf Stelzen gebaut. Vom Festland zur Rezeption und den Holzhäusern bestehen Verbindungen auf Holzstegen, die auch auf Stelzen gebaut sind. Das Ganze heißt, dass bei Ebbe die Holzhäuser bzw. deren Stelzen aus dem Wasser ragen, und bei Flut alles bis auf 30 cm unter dem Boden der Häuser vom Wasser überflutet ist. Es sind hier ca. 2,2 m Unterschied zwischen Ebbe und Flut.

Am 21.08. haben wir es uns in der Flamingo Lodge gut gehen lassen und gefaulenzt.

Nun geht es am 22.8. nach Pomene zur Pomene Lodge. 220 km bzw. 4 Std. Fahrt.

Unsere Reise führt uns erst einmal 60 km zurück nach Süden, da wir nördlich auf eine Halbinsel gefahren waren.

Am Ausgang eines kleinen Ortes passiert es dann. Wäre ich jetzt die möglichen 60 km/Std. gefahren, hätten wir ein größeres Problem zu bewältigen gehabt, denn plötzlich rennt eine Frau mit einem auf den Rücken geschnalltem Kind vor unser Auto. Ich komme 1 m vor ihr zum Stehen!! Gott sei Dank, für sie und für uns. Das wäre wohl das vorzeitige Ende unserer  Reise gewesen. 

Nach ca. 40 km über Schlaglöcher weist ein Schild nach Maxixe, ab hier beginnt eine Allradstrecke. Christine meint zwar ich solle die Strecke nicht nehmen, aber wir probieren es und siehe da, die Piste ist mit roter Erde befestigt und gut zu fahren. In Maxixe finden wir die beschriebene Tankstelle (Hupe Verlag) mit angeblich sauberer Toilette nicht, aber da der Tank noch ½ voll ist und bis Massinga, wo es Benzin geben soll, nur noch ca. 65 km sind, fahren wir weiter. Dort angekommen steuere ich die erste BP Tankstelle an, der junge Mann freut sich, dass jemand kommt und will zapfen. Es kommt nichts, er bemerkt, dass die Pumpe nicht läuft, d.h. es ist kein Strom da, daraufhin setzt sich jemand in Bewegung, um den Generator anzuwerfen. Der will aber auch nicht und nach 10 Versuchen will die Batterie auch nicht mehr. Also weiter zur nächsten Tankstelle. Dort funktioniert die Benzinpumpe und unser Tank wird gefüllt.

Kurz nach Massinga beginnt die Zufahrt nach Pomene. Die ersten 40 km bestehen aus einer furchtbaren Erdstraße, dann beginnt die Sandpiste nach Pomene. Im Buch vom Hupe Verlag „Mozambique“ wird die Zufahrt als beschwerlich beschrieben, aber das Fahren durch diese Landschaft ist einfach nur schön. Es macht Spaß durch den tiefen Sand zu fahren, da der Motor und die Reifen dies spielend schaffen. Lenken braucht man selbst nicht mehr. Natürlich darf man nicht rasen, aber bei ca. 15-20 km/h kann man das Lenkrad loslassen und die tiefe Sandspur führt den Wagen von selbst. Es ist ein beindruckendes Erlebnis wie die Räder immer wieder zurück in die Spur geführt werden.

Es geht bedrohlich nah an Mangrovensümpfen vorbei, aus denen jede Menge rote Krebse herausschauten und nach insgesamt 4 Stunden erreichen wir die Pomene Lodge. Eine wieder auf einer Landzunge einer Halbinsel gelegenen Lodge. Viel einsamer können eine Lodge und ein Strand nicht liegen. Idyllisch eingebettet im Pomene Reservat gibt es hier ein paar Water Chalets und ein paar Campingplätze. Unser Chalet ist sehr geräumig und wird bei Flut von Wasser umspült. Die Anlage ist sehr gepflegt und hier betreibt sogar einer der Eigner die Anlage selbst. Er ist Tauchlehrer, repariert die Boote, d.h. er kümmert sich um alles Technische und seine Frau um den Rest. Sehr nette und ansprechbare Mitmenschen.

23.08. Ein ruhiger Tag in Pomene, Christine rennt am menschenleeren Strand entlang, rauf und runter, denn sie muss sich bewegen nach „all der Sitzerei“, wie sie sagt. Natürlich bin ich Schuld! Ich gehe am Strand entlang und beobachte die großen Krebse, sie kommen aus ihren Erdlöchern und lassen sich von den Wellen überspülen, um daraus Nahrung aufzunehmen. Ich stelle mir dies ziemlich mühsam vor, aber die sind ja auch etwas kleiner und damit genügsamer in der „Nahrungsaufnahmemenge“. Am Abend gehen wir zur der Stelle, an der man den Sonnenuntergang am besten betrachten und fotografieren kann, doch heute Abend ist zwar die Sonne voll da, aber halt nicht in der Farbe, die ich gerne hätte.

Am 24.08. 270 km, 5 Std. Fahrt. Wieder volle Fahrt zurück durch Tiefsand, d.h. an manchen Stellen bis zu 50 cm tief, da muss der Motor hart arbeiten und ohne Allrad ginge es nicht.

Nach Erreichen der N 1 oder EN 1 erwarten uns 70 km Potholes ungeahnter Größe und Tiefe. Ich sehe also etwa 2 Std. nur Straße und sonst nichts. Aber danach wird die Straße sehr gut, teilweise von der Deutschen Diakonie finanziert, wie es Hinweisschilder aussagen.

Da wir ab Inhassoro nicht mehr mit Benzin rechnen können, füllen wir hier auf, auch die 4 Reservetanks auf dem Dach. Jetzt können wir 1.000 km fahren und zwar ohne Tankstelle! Die Zapfsäule wurde mit Hand betrieben, d.h. einer hält den Zapfhahn in den Tank und ein zweiter dreht das Benzin in den Tank! Es gibt keinen Strom bzw. keine elektrische Pumpe, also orgelt man das Benzin in die Tanks.

Das Seta Hotel in Inhassoro ist nicht unbedingt empfehlenswert, aber da es keine bessere Alternative gibt und im Buch des Hupe Verlages dieses Hotel angepriesen wurde, sind wir hier. An der Rezeption ist man sehr unfreundlich, nur das Zimmermädchen lächelt und versucht ihr Englisch. Chris muss natürlich sofort nach Ankunft auf die Toilette. Sie ruft und fragt mich, wo denn der Hebel für die Toilettenspülung sei, denn sie findet keinen. Da war auch keiner mehr, also hebe ich den Deckel des Spülkastens hoch und ziehe einen Stopfen und die Spülung funktioniert. Nachdem wir von einem Rundgang durch die Gartenanlage zurück kamen, kommt ein Techniker im weißen Hemd und sucht nach Chalet Nr. 3, wir sind Nr. 7. Er rennt also weiter und kommt wieder zurück, er will unsere Toilette reparieren. Ich fasse es nicht, denn mittlerweile ist es dunkel und der Strom ist ausgefallen. Was nun? Ich hole unsere aufdrehbare Taschenlampe, drehe 10 x und Christine leuchtet ihm bei der Reparatur. Wir hatten nun zwar einen Hebel an der Toilettenspülung, doch dieser ließ sich nicht bewegen! Mozambique oder auch Afrika wie es leibt und lebt.

Wir trinken einen Gin Tonic bzw. Wodka Tonic und erkunden uns im sehr gut aussehenden neuen Restaurant nach dem Menü für den Abend. Wir bestellen im Voraus Calamari für Chris und Langusten für mich als Vorspeise und je einen großen Lobster zum Hauptgericht, denn nun geht es landeinwärts und Fisch/Prawns/Lobster sind nicht mehr angesagt.

Dann marschieren wir auf der Hauptstraße von Inhassoro entlang und entdecken einen Getränkeladen, der Wasser in Flaschen führt. Alles Andere sollte man tunlichst meiden. Hier wollen wir am Morgen unseren Vorrat auffüllen.

Wir begegnen 3 Frauen, die jeweils zwei Kästen Getränke auf ihrem Kopf tragen, also ca. 20 kg. Müssen die einen Nackenmuskel haben. Nachahmen ist nicht empfehlenswert!

Das Abendessen war vorzüglich, alle 4 Gerichte waren ausgezeichnet und vor allen Dingen frisch, zart und preiswert, ein Traum.

Nach dem Abendessen setzen wir uns noch ein wenig auf die Terrasse, es ist zwar windig, aber mit Jacke ist es allemal schöner hier draußen als im Raum. Dort scheinen die Moskitos richtig Jagd auf uns zu machen. Wir haben uns zwar eingerieben, aber wohl nicht sorgfältig genug. Chris sind Moskitonetze zuwider, deshalb liegen wir nun im Bett ohne Schutz des Netzes. Nach ein paar Stunden Quälerei meint Chris dann, dass es vielleicht doch besser mit Netz sei! Nun können wir endlich ruhig schlafen und müssen uns nicht selbst hinter die Ohren schlagen. Chris scheint akzeptiert zu haben, dass wir nun für ein paar Wochen unter Moskitonetzen schlafen müssen, auch wenn das eine oder andere Netz ihr zuwider ist.

25.08. Das Frühstück ist äußerst üppig, d.h. ist gibt Kaffee, Spiegeleier und Pommes Frittes!

Da wir befürchten, dass unsere nächste Unterkunft ähnlich schrecklich sein wird, beschließen wir länger als geplant zu fahren, d.h. wir müssen früh aufstehen, um die Strecke zum Gorongosa Nationalpark zu schaffen. Also stehen wir um 6:00 Uhr auf und sind um 7:00 abfahrbereit. Die Straße ist wesentlich besser als vorhergesagt und wir kommen viel schneller als gedacht voran. Um 10:00 Uhr rufe ich über Satellitentelefon im Park an, denn wir wollen ja einen Tag früher als gebucht kommen. Doch der Park ist ausgebucht und wir sind umsonst so früh aufgestanden. Wir haben keine andere Wahl als in der einzigen Herberge, ca. 65 km vor dem Park, im Complexo Arcos Iris Hotel, zu übernachten. Es kommt wie ich befürchtet habe. Das erste Zimmer, das man mir zeigt misst 2 x 2 m, dann kommt 2 x 2,5 usw. bis mir eine Suite gezeigt wird. Es ist ein kleines Haus mit einem riesigen Raum von 8 x 10 m und einem Bad. Im Raum steht ein sehr großes Bett, eine Frisierkommode, eine Polstergarnitur, ein Tisch, ein riesiger TV, ein Kühlschrank und ein Whirlpool! Alles wirkt etwas schmuddelig. Da wir den Rest des Tages in dieser Anlage verbringen müssen, entscheide ich mich für diesen Raum, der € 90,- kostet, ein Vermögen für diese Gegend. Dafür liegt im Hof in einem Käfig ein extrem stinkendes Krokodil. Wir haben kein Zutrauen in das Restaurant gefunden und entschließen uns, uns selbst zu verpflegen.

Da es einen Fernsehapparat gibt, möchten wir auch einmal ein Bild sehen, d.h. ich versuche den Kasten einzuschalten. Es passiert nichts. Dann prüfe ich die Zuleitung und stelle fest, dass die Doppelsteckdose, in der der Fernseher eingesteckt ist, keinen Stecker hat, dafür aber 2 blanke Drähte. Man könnte zwar nun den Stecker des TV direkt in die Steckdose stecken, aber da es auch einen DVD Player gibt, möchten wir später einen mitgebrachten Spielfilm ansehen. Also gehe ich zur Rezeption und bitte die Sache in Ordnung zu bringen. Ein junger Mann kommt und erklärt mir dass er keinen Stecker hat, weil der Chef ihm keinen kauft und somit kann unser Spielfilmabend nicht stattfinden.

Christine duscht und berichtet, dass das ganze Bad unter Wasser steht, aber dies nicht aus der Duschwanne kommen könne. Ich schaue nach und stelle fest, dass eine Zuleitung undicht ist und Wasser unter dem Spülstein aus einem Schlauch läuft. Ich drehe die Leitung zu und gehe wieder zur Rezeption, nun kommen 2 Techniker, die dann nach gut einer Stunde feststellen, dass sie es nicht reparieren können, da ihnen die Teile fehlen. Man will sie morgen besorgen!! Will heißen, wir können das Bad nicht mehr benutzen.

Als ich am nächsten Morgen einen Nachlass für die Unzulänglichkeiten verlange, erklärt mir die schwarze Managerin, dass der Besitzer ihr dies dann einfach vom Gehalt abziehen würde. Also gebe ich nach und bezahle teilweise in Rand, für die er sich eine Umtauschrate von 25 % weniger als normal hat einfallen lassen!! Nun reicht es mir und ich drohe das Alles ins Internet zu setzen und sie unmöglich zu machen. Die Managerin findet die Idee sehr gut, denn dies sei vielleicht der einzige Weg ihren Chef einsichtiger zu machen.

26.08. Wir fahren ohne Frühstück los, um diesen Ort schnellstens zu verlassen.

Es ist nicht weit zum Gorongosa Nat. Park, aber die Zufahrt zum Chitengo Camp ist über 29 km lang ziemlich holprig. Endlich angekommen frühstücken wir erst einmal, erkundigen uns nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit bis Tete und fahren auf die erste Pirschfahrt. Viel sehen werden wir nicht, denn es wurde im Bürgerkrieg fast alles Wild des Parks gewildert und gegessen. Wir haben dann doch noch ein paar Kudus, Säbelantilopen, Schweine, Springböcke etc. entdeckt.

Bei der Pirschfahrt begegnet uns beim Lions House (eine Ruine) ein südafrikanischer Guide mit seinen Gästen. Er musste am Hippo House (auch eine Ruine) ein Loch für die Notdurft seiner Gäste graben und hat dort den Spaten vergessen. Falls wir da hin fahren sollten, bittet er uns den Spaten mitzubringen. Es ist eine furchtbar holprige Fahrt dorthin, Geschwindigkeit teilweise 5 km/h aber wir finden seinen Spaten und nehmen ihn mit. Dann fahren wir eilig zurück zum Camp, denn wir haben vergessen unsere Malaria Prophylaxe mitzunehmen und die tägliche Einnahmezeit sollte nicht mehrere Stunden unterschiedlich sein.

Der Sales Manager des Camps, Hendrik Pott, hat in der Schweiz mehrere Jahre gearbeitet und spricht fließend deutsch und englisch, neben seinem Portugiesisch. Er fragt mich ob wir dem diplomatischen Corps angehören. Ich frage ihn wieso. Ja, meint er, eure Autonummer CD 8888 WP. Nun ahnen wir, warum schon einige Polizisten erst ihren Arm zum Anhalten hochhielten, um uns dann 50 m vor ihnen durchzuwinken!

Am 27.08. sind wir 6 Std. auf Pirschfahrt im Busch, doch die Ausbeute war nicht groß.

Am 28.08., auf halbem Weg nach Tete, hatten wir ein Chalet auf einer Farm als nächste Unterkunft geplant. Wir mussten jedoch erfahren, dass die Farm nicht mehr vermietet. Die nächste Unterkunft liegt 250 km vor dem geplanten Stopp, d.h. 20 km hinter Chimoio auf dem Weg nach Zimbabwe. Wir fahren dorthin und erleben wieder ein heruntergekommenes

B & B für € 50, welches von einer Weißen geführt wird. Außer lange rote Fingernägel hatte sie genau so wenig Gepflegtes an sich wie das B & B. Das Casa Msika, so heißt dieses furchtbare B & B am Lake Chicamba, war der Gipfel des bisher Erlebten. Der Griff in der Dusche fiel einfach ab als Chris duschte. Hätte ich nicht eine Zange zur Hand gehabt, würde das Wasser wahrscheinlich heute noch laufen. Und die Bettwäsche roch nach unseren „Vorgängern“, widerlich!

 

Vorher haben wir in Chimoio Geld gewechselt. Ich bin zur Standard Bank und sah eine Schlange von 50 Menschen vor mir. Da hätte ich Stunden gewartet, also bin ich zu den Geldwechslern auf die Straße, die uns dann geschickt betrogen haben. Dies funktioniert folgendermaßen: Jede Menge junger Männer bietet Geld zum Tauschen an, und zwar zu einem guten Kurs. Man behält erst das zu wechselnde Geld. Der Geldwechsler zählt sein Geld ab und übergibt es zum Nachzählen. Dabei stellt sich heraus, dass eine kleine Summe fehlt. Nun bittet der Geldwechsler das Geld zurück,  zählt und flippt jeweils Scheine im Wert von 10.000 MZM hinter seine Finger. Tatsächlich, es fehlt etwas und er legt es drauf, aber im gleichen Moment hat er blitzschnell einen großen Teil der Scheine, die weggeflippt wurden, verschwinden lassen. Vermeintlich hat man nun die korrekte Summe, allerdings fehlt fast die Hälfte. Es fällt nicht leicht auf, da es einen großen Stapel an MZM-Scheinen für $ 100 gibt!

Beim zweiten Tausch meinten wir ja klüger zu sein und Chris konnte sowieso nicht glauben wie das abgelaufen war. Diesmal habe ich sie wechseln und zählen lassen, es fehlte wieder etwas und es wurde nachgezählt, doch am Ende war es wieder viel zu wenig. Der muss ihr

z. B. 3 Scheine gegeben und 6 weggenommen haben. Fingerfertig sind die Kerle wirklich. Doch nun war ich nicht mehr alleine der Volltrottel mit dem man alles machen konnte!

Im Gorongosa National Park hatte man uns geraten nicht in Tete, der letzten größeren Stadt vor der Grenze zu Malawi, zu übernachten, da dort häufiger Autos von Reisenden verschwinden sollen!