Edgar Dürholt
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Water pumping along the road in Malawi

Unsere Reise vom 13. Aug. bis 1. Okt. 09 nach Mozambique, Malawi, Sambia, Botswana und zurück nach Südafrika

Teil 2

Folglich sind wir am 29.09. zur Tiger Lodge gefahren, die liegt kurz vor Tete, allerdings 110 km  abseits an einem großen Stausee, dem Cahora Bassa. Hier wird der Sambesi gestaut und ein Hydrokraftwerk betrieben. Wir waren 7 Std. inkl. Fotos für 510 km unterwegs. Erst ist die Straße für ca. 2 Std. ganz gut, doch dann wird sie immer schlechter. Nach Guro bis Changara riesige Potholes. Dann ist die Straße auf eine Staub-Piste nebenan im Busch verlegt, da sie erneuert wird. Die Staubwolken der Laster hüllen die Piste ein und man sieht nichts mehr. Vor Tete kommt ein gutes Teilstück, aber dort liegt ein Lastwagen umgefallen im Graben. Da die Polizei gerade eintrifft, kann es noch nicht lange her sein, aber wer weiß das schon, schließlich sind wir in einen dunklen Teil Afrikas. 

Auch diese Lodge kann uns nicht begeistern, wir haben ein furchtbares hölzernes Chalet mit gutem Blick auf den Stausee, dafür ist es aber recht schmuddelig. Chris lehnt es ab hier zu duschen! Die Betten riechen auch hier wieder nach den Vorgängern! Am Abend essen wir einen geschmacklosen plattgeschlagenen Hahn. Am Nebentisch grölen ein paar Schwarze.

Am 30.08. fahren wir durch Tete, einer unglaublich dreckigen Stadt, Müllhalden neben der Straße erwarten uns am Stadteingang. Plötzlich beginnt eine Schlange von hunderten von Lastzügen. Sie stehen Schlange zum Überqueren des Sambesi. Ich fürchte schon, dass wir uns da einreihen müssen, dann wären wir in 10 Stunden noch nicht auf der anderen Seite. Ich fahre ungerührt langsam an ihnen vorbei, gegen den Gegenverkehr. Kurz vor der Brücke soll eine Tankstelle sein, dort wollen wir auffüllen, denn dies wird wohl die letzte Tankstelle vor der Malawischen Grenze sein. Die  LKW-Schlange endet an der Tankstelle, sodass wir tanken und weiter zur Brücke fahren können. Die Brücke ist nur einspurig befahrbar, man hat alle 20-30 m den Beton aufgeschlagen und prüft wohl die Haltbarkeit! Ob deshalb so viele Lastwagen warten, bis sie einzeln dazwischen geschleust werden? 

Geldwechsler auf der Mozambique Seite wollen wieder den Trick anwenden, es fehlte wieder etwas, wir geben Ihnen ihr Geld zurück und fahren weiter.

Auf der Malawi Seite wird man sofort von Schleppern umringt, die die Third Party Insurance (Pflicht) vermitteln und Geld wechseln wollen. Sie geben sich sehr hilfreich und wollen für 15 Minuten Arbeit ein Tipp von $ 50!! Ich gebe ihm $ 10, - und sage ihm, dass man so nur Leute vergrault, aber das hat ihn sicher nicht interessiert. Den Visa Antrag für Chris unterschreibe ich, man will sie gar nicht sehen!! Das Auto wird auch nicht in Augenschein genommen, denn dann müsste man ja aufstehen. Uns ist es recht.

Unser heutiges Ziel ist das Kuchave Sunbird Hotel auf dem Zomba Plateau, 450 km = 7 Stunden. Die Fahrt führt an Blantyre vorbei, wo es offensichtlich etwas Industrie gibt. Ansonsten geht es vorbei an ersichtlich armen Dörfern, die sich häufig vom Köhlern ernähren, denn überall stehen Säcke mit Holzkohle am Straßenrand zum Verkauf. Das Hotel liegt auf einem Plateau über der alten Hauptstadt Zomba. Auf dem Weg nach oben stehen Straßenverkäufer und bieten Physalis (Kapstachelbeeren), Himbeeren und Erdbeeren an. Natürlich muss Chris Erdbeeren kaufen, von denen wir später 50 % wegwerfen müssen, denn wo und wie kann man hier am Straßenrand Erdbeeren waschen? Diese Früchte gibt es hier nur durch die kühle und feuchte Luft am Plateau Hang. Einige Ausblicke sehen so aus als wäre man Mitten im Schwarzwald.

Das Hotel bietet uns die beste Unterkunft seit Tagen. Ein schönes Zimmer, einen tollen Garten, gutes Abendessen und ein auswahlreiches Frühstück.

Am 31.08. brechen wir unsere Fahrt zu einem Aussichtspunkt ab, denn es ist viel zu diesig um etwas sehen können. So fahren wir Richtung Senga Beach am Malawi See, 270 km = 3 Std. Dort habe ich ein Chalet in der Safari Lodge gebucht, die über dem See liegt und einen schönen Blick auf den See verspricht. Die Straße dorthin ist ok.

Aber auf dem Weg dorthin sollten wir noch ein paar Mal ins Schwitzen geraten. Erst lenkt  urplötzlich vor uns ein Radfahrer seinen Drahtesel direkt vor unser Auto und wenig später rennt ein kleiner Junge direkt vor die Räder! Wäre ich wieder die erlaubten 60 km/h gefahren und nicht 20 km/h, wären beide unter unseren Rädern gelandet und unsere Reise wieder zu Ende.

Die Menschen in den Dörfern am Straßenrand sind meist sehr freundlich, aber man merkt auch manchmal nicht nur Zurückhaltung, sondern Abweisung. Manche wollen unbedingt fotografiert werden und strahlen, andere lehnen es ab. Ob dies religiöse Gründe hat, vermag ich nicht zu beantworten, aber es ist sehr deutlich ein starker islamischer Einfluss ersichtlich. Der gegenwärtige Präsident ist Moslem und es soll Druck ausgeübt werden. Finanziert wird dies aus Malaysia.

Die Einheimischen fahren wie die Irren, total unberechenbar. Ein Linienbus aus Johannesburg überholt uns mit über 140 km/h, erlaubt sind 100 km/h, obwohl ihm Verkehr entgegen kommt und noch ein Radfahrer rechts neben ihm fährt. Die Straßen sind gerade mal für ein Fahrzeug in beide Richtungen ausgelegt!

In Malawi stehen alle ca. 50 km Polizisten hinter einem Schlagbaum und kontrollieren die Fahrzeuge und Fahrer. Es geht um ein zusätzliches Einkommen. Wir wurden nur einmal richtig zum Stehen gebracht. Ein Polizist will mir ein Ticket wegen falschem Parken verpassen und nimmt meinen hervorragend kopierten Führerschein mit. Ich sage ihm, dass ich seinen Vorgesetzten sprechen möchte und er, dass ich links ranfahren soll. Ich tue dies und gehe zurück zu ihm. Er telefoniert mit seinem Handy, ich verlange meinen Führerschein zurück, er gibt ihn mir und ich verabschiede mich, er sagt nichts, nickt aber.

Zugegeben hatte ich mir von der Safari Lodge mehr versprochen, aber das Chalet ist zumindest sauber. Es gibt zwar einen Swimming Pool, doch der wird ausgiebig von Baboons umlagert, die daraus trinken. Wir sind nach 2 statt 3 Tagen abgereist.

Ganz in der Nähe gibt es ein Sunbird Hotel, das Internet anbietet. Wir fahren hin, der Computer wird angeworfen, doch nach einer ¼ Stunde geben wir auf, es kommt kein Anschluss zustande.

Nach dem Frühstück am 01.09. sind wir wieder zum Sunbird Hotel gefahren, um dort wieder nach den Emails zu schauen, aber es ist immer noch keine Verbindung vorhanden.

Als nächstes steht an, für morgen und übermorgen unsere Herberge zu buchen. Wir versuchen über das Satelliten Telefon eine Verbindung herzustellen, doch es funktioniert nicht. Wir wussten nicht, dass seit kurzem allen Nummern die 99 voranzustellen ist. Wir haben dies dann im Hotel erfahren und die Rezeption gebeten für uns direkt dort anzurufen, da es manchmal sehr schwer ist die Einheimischen zu verstehen. Also wohnen wir morgen in der Nähe des Staatshauses in einer Lodge mit „feinem Restaurant“. Wir sind  gespannt, ob dies so zutrifft. Übermorgen werden wir bei „Mama Rula‘s“, kurz hinter der Grenze in Sambia wohnen.

Nach getanen Buchungen haben wir eine Halskette im Shop des Fischerdorfes am See gekauft und uns von einem jungen Mann durch das Dorf führen lassen. Hier leben 300 Menschen in Strohhütten mit je 5-7 Personen. Die Mütter wollen alle ihre Kinder fotografiert haben, um sie dann auf dem Bildschirm der Kamera anzuschauen. Eine Gruppe von 3 bis 6 jährigen Jungen und Mädchen konnte nicht genug fotografiert werden, um sich dann anzuschauen. Es gab ein Gedränge am Bildschirm.

Da unser Wein leider mittlerweile fast aufgetrunken ist, müssen wir uns um Nachschub kümmern. An Wein ist dabei nicht zudenken, denn es gibt nur untrinkbare südafrikanische Weine, die auch noch sehr teuer sind. Da Wodka mit Tonic oder Bitter Lemon in der Not auch schmecken, begeben wir uns auf die Suche nach einem guten Wodka. Erst nach 5 Anläufen entdecke ich eine Flasche Puschkin für Kwacha (die Währung für Malawi und Sambia) 1.500 (€ 8), den werden wir nun heute Abend testen.

Als wir zur Abfahrt zu unserem Auto kommen, springen gerade ein paar Baboons (Paviane) auf diesem herum.

Bis zur Kumbali Lodge und Farm am 02.09. sind es nur 124 km = 1:30 Std. Wir haben die richtige Wahl getroffen. Unser Zimmer ist toll, sehr geräumig mit einer herrlichen Sicht in den riesigen gepflegten Garten. Und sauber! Auch das Haupthaus ist sehr geschmackvoll gebaut und eingerichtet. Das  Restaurant ist wirklich sehr gut und bietet einen noch besseren Service. Die Farm hat 1990 ein Südafrikaner gekauft (wegen der ersten Wahlen in Südafrika?) und zu dem ausgebaut was es heute ist.

In Malawi haben wir besonders viele Islamcenter und Moscheen gesehen, alle paar Km, aber auch die christlichen Kirchen sind in ihrer Vielfalt alle vertreten, um die Seelen der Menschen hier zu retten.

In Lilongwe, der Hauptstadt Malawis, müssen wir uns mit Wasser, Tonic Wasser, Bitter Lemon und Wodka eindecken, denn ob es hinter der Grenze in Sambia, d.h. in Chipata derartiges gibt, wissen wir nicht. Aber nach Chipata bestimmt nicht mehr. 

Kurz vor der Grenze zu Sambia sehen wir endlich wieder die Kondom-Werbung „mit Schokoladengeschmack“. Die soll ich unbedingt fotografieren, denn ich hatte sie beim ersten Mal übersehen.

Die heutige Fahrt am 03.09. dauert wieder nur ca. 2 Std., aber wir haben die Grenze zu überqueren und dies kann dauern. Doch die Beamten sind sehr freundlich, aber alles dauert seine Zeit. Erst muss man sich in das Einreisebuch eintragen, dann in das Zollbuch, nun ist die Third Party Versicherung abzuschließen (Kwacha 112.500, ca. $ 30), dazu braucht man einheimische Währung, die man nur von Geldwechslern auf der Straße bekommt. Dann wieder zurück zum Zoll, um die Straßensteuer von Kwacha 200.000 (ca. $ 50) zu bezahlen und um das Temporary Import Permit für das Auto auszufüllen. Wenn dies geschehen ist, geht man wieder zum Zollbuch und trägt dort die Quittungsnummer ein. Nun kann man losfahren. Wieder hat niemand weder Chris noch den Inhalt des Autos gesehen, was mir ganz recht ist.

An der Grenze kommt eine englischsprachige Backpackerin zwischen 50-55 Jahren auf uns zu und fragt, ob wir sie mit nach Lusaka nehmen können. Aber wir fahren nicht dorthin und außerdem haben wir nur 2 Sitze im Auto. Diese Frau war nicht mehr ganz gut zu Fuß und ganz alleine unterwegs. Mutig?

Unterwegs begegnet uns wieder ein Fahrradfahrer mit einer zusammengeschnürten Sau auf dem Gepäckträger. Wenn die wüsste wohin die Reise führt!

Immer wieder halten Kinder an der Straße auch lebende Hühner zum Verkauf hoch.

Wir fahren nun zu einem Geldwechsler mit Büro in Chipata und danach zum Tanken. Dort bietet ein weiterer Geldwechsler mir Kwacha zu einem besseren Kurs an. Ich will $ 100 tauschen, er gibt mir einen Teil, aber viel zu wenig. Als ich ihm dies sage und zeige, reißt er mir fast alles Geld aus der Hand und rennt weg. Willkommen in Sambia! Natürlich hat der Tankwart nichts gesehen, kennt ihn auch nicht, obwohl er bestimmt täglich Touristen ausnimmt. Man scheint weitläufig der Meinung zu sein, dass man Touristen berauben darf. 

Weiter zum B & B Mama Rula‘s, kurz hinter Chipata. Auch hier sind es südafrikanische Besitzer, aber wohl mit einem anderen Verständnis von Auslegung und Einrichtung eines B & B. Das Restaurant übertrifft alles Dagewesene an Ungemütlichkeit! Das Abendessen war allerdings besser als wir es erwartet hatten.

Da wir einen Fernsehapparat im Zimmer stehen haben, wollen wir diesen natürlich auch mal einschalten. Doch dies klappt nicht, wir haben nur ein Rauschen, aber kein Bild. Ich bitte den Kellner sich die Sache anzuschauen und er drückt auch auf alle möglichen Knöpfe, doch es tut sich nichts. Was nun, der Chef muss her, also trottet der Kellner los und holt ihn. Anfänglich machte er ein ziemlich unglückliches Gesicht, denn es wollte ihm auch nicht gelingen, bis er dann doch den richtigen Knopf fand. So konnten wir dann einen blöden Film über Überlebens- und Teamtraining für Manager ansehen, doch danach kam ein Krimi.  

04.09. Bei der Abfahrt aus Chipata weht ein sehr starker Wind, sodass die ganze Stadt in eine Dreckwolke gehüllt ist. Der Präsident ist heute in Town, hoffentlich bekommt er auch den Dreck um die Ohren geweht. Wir fahren zum South Luangwa National Park. Gäste scheinen hier nicht besonders willkommen zu sein, denn die einzige Zufahrtstraße hierher ist ca. 120 km lang, von denen 90 km grausames Waschbrett sind!! Aber natürlich kann man auch hierhin fliegen.

Wir fahren wieder an Dörfern vorbei, die ihr armseliges Auskommen mit Holzkohle erwirtschaften müssen, d.h. aber auch, dass ganze Landstriche ohne Bäume dastehen und es werden immer mehr. Doch was sollen die Leute machen? Strom und Wasser gibt es nicht, und Wasser muss oft über lange Wege herangetragen werden. Strom zum Kochen oder Wärmen gibt es nur in größeren Dörfern und Städten. Auf dem Land bleibt nur Holzkohle zum Verkauf und Holz für das eigene Feuer.

In South Luangwa angekommen, fahren wir zum gut gelegenen Flat Dogs Camp (Flache Hunde = Krokodile) am Luangwa Fluss mit kurzer Anfahrt zum Park. Wir fahren hin und werden hier in einem Chalet 3 Nächte verbringen. Auf der Hinfahrt sind uns schon ein paar Elefanten und Meerkatzen begegnet, doch sonst war es ruhig. Beim Einchecken werden wir gewarnt aufzupassen wenn wir zum Restaurant gehen, denn es sind Elefanten, Giraffen und Flusspferde im Camp unterwegs. Als wir dann zum Fluss gehen, hören und sehen wir bestimmt 20 Hippos. Um 17:30 durchwandern 12 Giraffen das Camp und ziehen fressend keine 50 m an uns vorbei. Auch sehen wir die ersten Hippos aus dem Fluss steigen und auf unsere Seite zukommen. Die Kerle sind nicht ungefährlich, sie verursachen mehr tödliche Begegnungen mit Menschen als Löwen! Und schnell sind sie auch noch, obwohl sie wirklich nicht so aussehen. Bald müssen wir uns entscheiden, ob wir mit dem Auto zum Restaurant fahren (100 m), uns von einem Führer abholen lassen oder mutig genug sind selbst zu gehen. Wir wollen mutig allein zum Restaurant gehen, doch als wir unsere Tür aufmachen steht schon jemand da, um uns zu führen. Auf dem Weg sehen wir das erste Hippo im Dunkeln stehen, ich hätte es nicht gesehen, jedoch unser Guide.

05.09. Auf der ersten Pirschfahrt am Morgen müssen wir erst einmal am Eingang zum Park Eintritt für uns und das Auto bezahlen. Es sind ca. US $ 75 pro Tag. Dafür sehen und fotografieren wir Krokodile, Elefanten, Hippos, Impalas und sonst alles, außer Löwen. Wir fahren Pfade, die fast keine mehr sind und plötzlich endet der Pfad mitten in einem dichten Wald.

Unsere Lodge hat kein „longrange radio“, also bin ich zum „Luangwa Conservation“ gefahren, die haben dank westlicher Hilfe alles, selbst ein Flugzeug, dass allerdings alles andere als flugtüchtig aussieht, obwohl dies beteuert wird. Hier nehme ich über Funk Kontakt zur nächsten Lodge auf, der Luangwa Wilderness Lodge im Luambe Nat. Park auf. Man sollte wissen, dass wir kommen, falls etwas schief geht, würden die uns dann suchen?! Jessie, die Managerin funkt uns Instruktionen zur Fahrstrecke durch und sie will uns mit einem guten Mittagessen begrüßen. Sie kocht hoffentlich nicht selbst, denn sie ist die Freundin vom Luangwa Conservation Manager, Björn Behlert und Engländerin. Die Distanz ist nur 102 km, aber wir müssen mit ca. 5 Std. rechnen, da der Pfad durch Büffel- und Elefantenspuren ziemlich holprig ist und außerdem einige Flussbetten zu durchqueren sind.

Ein riesiger Elefant legt sich am Abend für ein paar Stunden nicht weit von unserem Chalet zum Schlafen, ein Stoßzahn ragt gen Himmel, der andere muss halb im Erdreich stecken. Das haben wir auch noch nicht gesehen.

Auf unserer zweiten Pirschfahrt am 06.09. müssen wir natürlich erst wieder Eintritt bezahlen. Ich frage nach Discount, denn schließlich sind wir am ersten Tag nur ca. 5 Std. im Park gewesen. Der weibliche Scout schlägt vor, ihr erst einmal US $ 75 zu geben, um später bei der Rückkehr abzurechnen. Außerdem möchte sie von mir die Quittung vom Vortag.

Dieses Mal sehen wir erst Büffel, Elefanten, Kudus und dann 3 Löwenkinder am Strand des Luangwa Flusses. Wir bestaunen die süßen Kerlchen und wundern uns wo Mama wohl steckt. Nach ca. 20 Minuten fahren wir weiter, kehren aber nach einer Stunde wieder zurück. Nun liegen sie mitten auf dem Pfad und lassen sich von weiteren Besuchern bestaunen. Später traben sie gemächlich weiter und legen sich hoch oben auf einen Termitenhügel. Es sah köstlich aus und ich habe auch ein paar gute Fotos davon. Mutti ist wahrscheinlich auf Jagd, die Kleinen sind noch nicht alt genug, um daran teilzunehmen und somit wohl nur hinderlich.

Bei der Ausfahrt gehe ich wieder zum weiblichen Scout und erbitte mein Geld zurück, schließlich waren wir wieder nur 4-5 Std. im Park. Sie gibt mir US $ 35 zurück und erklärt, dass sie die US $ 40 mit ihrem Kollegen teilen wird. Die Quittung vom Vortag war nicht mehr aufzufinden! Ob sie ein offizielles Quittungsbuch und eins für Fälle wie den unsrigen führt?!

Jedenfalls haben die Norweger ihre millionenschweren Hilfeleistungen eingestellt! Sie hatten Millionen für die Infrastruktur im Park überwiesen, ZAWA (Zambian Wildlife Association) hat die Baufirma bezahlt, aber gebaut wurde nicht. Daraufhin haben die Norweger in einer eher ungewöhnlichen klaren öffentlichen Aussage den Rücktritt der Verantwortlichen bei ZAWA verlangt. Als dies nicht geschah, wurden alle weiteren Mittel gestrichen. Vielleicht sollte mal jemand unserer Entwicklungshilfe-Ministerin, der roten Heide, diese Vorgehensweise vorstellen.

Als wir wieder im Camp sind, versperren 2 Elefanten Chris den Weg zum Chalet. Am Nachmittag und als ich vom Wasser kaufen zurückkomme, stehen 11 Giraffen vor der Rezeption.

Die Schwarze im „Getränkeladen“ will pro Flasche Wasser Kwacha 2000 haben und für 12 St. Kwacha 30.000. Ich rechne ihr vor, das da etwas nicht stimmen kann. Nun zählt sie ab und tippt auf jede Flasche 2000, 4000, 6000 usw. bis sie bei der letzten Flasche auf 24.000 kommt und meiner Berechnung zustimmt.  

Um 18 Uhr steht plötzlich ein Flusspferd keine 50 m entfernt von unserem Chalet und grast. Durch die Anlage, die direkt am Luangwa Fluss liegt, marschieren zu Tag und Nacht Elefanten, Giraffen und jede Menge Paviane und Meerkatzen. Am späten Abend und nachts kommen noch die Flusspferde dazu. Man geht besser mit Begleitschutz, denn selbst mit Taschenlampe sieht man die Tiere selbst zu spät, wohingegen ein Guide die Tiere selbst im Dunkeln erkennt.

Am 07.09. wollen wir zum Luangwa Wilderness Camp, 105 km, 7 Std., fahren. Doch erst einmal werden wir durch eine Gruppe Elefanten aufgehalten, die sich auf dem Weg aus dem Camp vor der Rezeption befinden. Ausgerechnet ein wenige Wochen altes Baby steht mitten auf dem Weg. Jetzt nahe an dem Baby vorbeizufahren könnte ziemlich beulig für den Wagen  enden, denn Elefantenmütter sind sehr empfindlich, wenn es um ihre Kleinen geht. Nach etwa 20 Minuten sind sie dann weit genug vom Weg entfernt, sodass wir passieren können.

Wir passieren etliche kleine Dörfer und durchqueren mehrere trockene Flussbette. Hier graben Frauen nach Wasser. Diese Brühe müssen die Leute trinken!

Im Nsefu Sektor, d.h. nach etwa 1/3 der Fahrstrecke, sichten wir an einer grünen feuchten Stelle Dutzende von Kronenkranichen und Impalas. Ein Impala macht einen riesigen Sprung über unsere Motorhaube! Nur wenige Hundert Meter entfernt liegen 2 tote Flusspferde. Sie können noch nicht lange tot sein, denn wir können noch keine Anzeichen von Anfressen durch Hyänen oder anderem Getier erkennen. Weder Hyänen noch Aasgeier halten sich in der Nähe auf. Es gibt zwar die Wildhüter, die der Wilderei Einhalt gebieten sollen, doch die können ja auch nicht überall sein.

Zu allem Überfluss ist auch noch ein ca. 10 m breiter Wassergraben vor uns, den wir durchqueren müssen. Ich kann die Tiefe nicht erkennen, denn die Brühe ist braun. Wir haben Glück, denn kurze Zeit später kommt ein Wildhüter mit einem Wagen vorbei, der sich sicher auskennt. Er erklärt, dass es kein Problem ist, höchstens 60 cm tief. Das macht unser Toyota Fortuner mit links.

Übrigens haben wir tagsüber um die 37 Grad, aber nachts kühlt es auf erträgliche 28 Grad ab.

Im Wilderness Camp werden wir von Jessie, der  Managerin des Wilderness Camps begrüßt und eingewiesen, d.h. wir werden darüber aufgeklärt, was wir nicht tun dürfen! Wir dürfen

z. B. das Camp nicht verlassen. Besteht etwa die Gefahr, dass wir aufgefressen werden könnten?! Walking Safaris wurden wegen der Gefährlichkeit eingestellt! Nun können wir, außer an den Game-Drives teilzunehmen, gar nichts unternehmen bzw. uns ein bisschen Bewegung verschaffen.

Jessie schwätzt zu viel und lässt nach englischer Art kochen! Joe, der der Technik vorsteht, sieht aus als wäre er gerade aus einem dreckigen Ölfass entstiegen, aber so setzt er sich an den Tisch zum gemeinsamen Mittagessen. Wenn ich duschen will, muss ich mich ducken und es kommt dreckiges Wasser aus der Leitung. Als Chris duscht, sitzt dort ein winziger Frosch an der Wand und sie ist entzückt. Doch wenig später, als sie die Toilettenspülung drücken will, spürt sie etwas, das sich feucht und weich anfühlt, sie hat auf den süßen Frosch gedrückt und ist dieses Mal entsetzt. Das Trinkwasser soll ok sein, aber wir trinken lieber unser Flaschenwasser und davon reichlich, denn es ist sehr heiß. Es ist nicht billig hier, es gibt nur „All inklusive“ (außer alkoholische Getränke).

Vor uns im Luangwa Fluss liegen etwa 200 Flusspferde, von denen 2/3 nachts zum Grasen weite Strecken laufen und der Rest brüllend die Stellung des Clans im Wasser verteidigt. Es ist nicht einfach hier zu schlafen, ohne zwei extra Wodka geht es nicht. Gegenüber auf der anderen Seite des Flusses ist kein National Park mehr. Dort wird gejagt und wir hören die Schüsse.

Beim Morning Drive am 08.09. zieht eine Löwin 30 m an uns vorbei, später legt sie sich in den Schatten eines Strauches und lässt sich von uns schon gar nicht stören. Wir haben Glück gehabt sie zu erspähen, denn wenn sie durch das 3 m hohe Elefantengras gegangen wäre, hätten wir nichts gesehen.

Am 09.09. habe ich definitiv meine letzte Nachtfahrt mitgemacht, denn wir sehen außer einer kleinen Katze und einer Zebramanguste (ähnelt dem Waschbär), hauptsächlich Mäuse.

Ein Scout (Wildhüter), der vom Luambe Nat. Park bezahlt wird, will bei unserer Ausfahrt am 10.09. noch einmal Parkgebühren von uns kassieren (ca. $ 250), obwohl diese im Lodge Preis enthalten sind! Ich akzeptiere nicht und er macht den Schlagbaum nicht auf. Also wollen wir zurück zur Wilderness Lodge fahren, doch glücklicherweise kommt uns ein Wagen von der Wilderness L. entgegen, der die Situation am Gate klärt! Alles Halunken!

Vom Wilderness Camp zum Buffalo Camp sind es 7 Std. = 110 km. Auf der ganzen Fahrt laufen in den Dörfern bettelnde Kinder hinter uns her und Tse Tse Fliegen umschwirren das Auto. Aussteigen zum Fotografieren darf ich nicht mehr, da die Biester überall sind! Aus Spaß an der Freude Fremde zu ärgern lässt man uns am südlichen Eingang zum North Luangwa N. P. nicht den Fluss überqueren, obwohl dies auch dort möglich ist, denn der Lodge Fahrer hat den Fluss dort gestern überquert. Wir werden zur nördlichen Flussüberquerung geschickt, d.h. 2 Std. extra!! Einfach liebenswert! An der Flussdurchquerung angekommen, werden erst einmal wieder Gebühren fällig. North Luangwa kostet nur an Eintritt, Bettgebühr und Auto $ 255,- für 3 Tage!! Ich habe ihnen gesagt, dass sie Straßenräuber sind, da haben sie freundlich gelacht.

Die Flussüberquerung war harmloser als erwartet, 60 cm tiefes Wasser an 3 Stellen und

100 m lang, wir haben eine ordentliche Bugwelle vor uns hergeschoben, die dann zurück in den Fluss floss.

Bei der Anfahrt zum North Luangwa Nat. Park haben wir schon Elefanten, Pukus, Impalas, Flusspferde, Krokodile, Zebras und eine Hyäne gesehen.

Das Buffalo Camp ist sehr rustikal, die Strohhütten sind komplett offen in Richtung  Flussbiegung. Zwei Feldbetten stehen unter einem Moskitonetz. Wir haben eine Toilette, ein Waschbecken und eine Dusche En Suite, aber unter freiem Himmel. Der Fußboden besteht teilweise aus Lehm und Holzplanken. Wir schlafen praktisch im Freien, Chris ist begeistert, da es ziemlich staubig ist und auch noch ziemlich teuer, aber nach ein paar Stunden genießt auch sie die urige Unterkunft. Übrigens, beide Camps, sowohl Wilderness als auch Buffalo, müssen nach jeder Regenperiode wieder neu aufgebaut werden. Nur die Struktur bleibt erhalten, Strohdach, Wände etc. müssen jedes Mal neu errichtet werden.

In der Nacht brüllen einige Löwen auf der anderen Seite des Flusses, der allerdings in dieser Jahreszeit nur knietief Wasser führt.

Am Morgen des 11.09. gehen Chris und ich auf unseren ersten Morning Walk mit bewaffnetem Ranger, einem Guide und einem alten Mann (er hat übrigens 28 Kinder und 3 Frauen), der, wie sich später herausstellt, ein Handtuch zum Abtrocknen unserer Füße für uns in seinem Rucksack trägt. Wir ziehen unsere Schuhe aus und durchwaten den Fluss, am anderen Ufer breitet der Alte das Handtuch im Sand aus, damit wir unsere Füße abtrocknen können, ja besteht darauf. Wir haben Büffelspuren entdeckt und wollen diesen folgen. Doch dann sehen wir in einem freien Feld einen einzelnen Elefantenbullen unter einem Baum. Wir ziehen uns zurück und setzen uns unter Sträucher und Bäume, warten darauf dass der Elefant abzieht. Es dauert 15 Minuten, dann marschiert er parallel zu uns davon. Wir gehen parallel zu ihm mit 100 m Abstand in gleicher Richtung, damit er nicht unsere Witterung aufnehmen kann, denn der Wind würde ihm diese sonst zutragen. Doch dann dreht er plötzlich auf uns zu, d.h. er muss uns schon vorher gerochen haben. Wir wollen an der Flussböschung entlang weggehen, doch er kommt immer schneller auf uns zugerannt. Wir sind in der Falle, d.h. hinter uns die Flussböschung, 4 m steil herunter, der Elefant vor uns, der nun mit seinen Ohren wedelt und mit dem Kopf wackelnd auf uns zu rennt. Er greift an!  Unser Ranger lädt durch, die anderen Begleiter brüllen wie am Spieß und klatschen in die Hände, 15 m vor uns stoppt der Elefantenbulle. Unser Handtuch-/Wasserträger zieht uns zurück durch Dickicht an eine niedrigere Böschung, wo wir schnell die Schuhe ausziehen und ins Wasser flüchten. Der Ranger und unser Guide brüllen oben weiter und letztendlich lässt der Bulle von uns ab. Der Ranger meinte später zu mir „ I was about to shoot“. Ich habe natürlich vor lauter Aufregung nicht ein einziges Foto geschossen!

Hierzu muss man wissen, dass Elefanten das sprichwörtliche Elefantengedächtnis haben und nicht vergessen was vor 30-40 Jahren in diesem Park geschah. Der National Park war praktisch von der Regierung aufgegeben worden. In dieser Zeit wurden jährlich über 1.000 Elefanten und alle 2.000 Schwarze Rhinozerosse von Wilderern abgeschossen. Im Juni dieses Jahres wurde eine Spanierin von einem Elefanten an einem Baum zerquetscht.

Als wir am Abend von unserer Strohhütte auf den Flusslauf schauen, durchqueren keine 200 m entfernt 6 Löwen den Fluss und lassen sich im Sandbett nieder. Leider wurde das Licht immer schlechter, sodass nur magere Fotos entstanden.

Am späten Nachmittag kommt ein Wagen mit 2 Deutschen, einer jungen Frau und einem Mann. Sie behaupten  gebucht zu haben, doch es gibt keine Anmeldung nach Funkrücksprache. Da man aber abends in dieser Gegend niemanden mehr abweisen kann, werden sie aufgenommen und fordern sofort, dass sie „self catering“ machen wollen, obwohl es hier eigentlich nur Fullboard gibt. Aber Humphrey, der schwarze Camp Manager, kann sich nicht durchsetzen und so kommen sie zum Abendessen mit einem Topf voller Spaghetti an den Tisch. Wir hätten uns auch lieber selbst verpflegt, haben uns aber mit der gegebenen Situation abgefunden. Frechheit siegt!

Wir werden am 12.09. ein Stück gefahren und laufen dann weiter zu einer Wasserstelle und  sitzen dort eine Stunde, aber außer einer großen Herde Impalas, ein paar Wildschweinen und wenige Zebras haben wir nichts gesehen.

Am Nachmittag werden wir erst flussaufwärts gefahren, dann wandern wir im Gänsemarsch hinter dem Ranger und dem Guide her. Der Alte geht wie immer zum Schluss. Wir wollen versuchen Löwen zu finden, laufen aber auf 2 Elefantengruppen zu. Die Erfahrung vom Vortag vor Augen, haben wir schnell einen großen Bogen um sie gemacht. Wir haben zwar keine Löwen gefunden, dafür aber 14 wilde Hunde gesehen!!! Es  ist wohl außergewöhnlich, so viele auf einmal zu sehen. Sie waren überhaupt nicht scheu, sondern haben uns in angemessenem Abstand vorbeiziehen lassen. Meine digitalen Fotos mit genauen GPS Koordinaten sind schon auf dem Weg zur „Frankfurter Zoologischen Gesellschaft“, denn diese Sichtung war so außergewöhnlich, dass man sie informieren muss. Schließlich erhält der North Luangwa Nat. Park jährlich aus Frankfurt € 300.000. Folglich müssen auch mal Ergebnisse her.

Der 13.09. führt uns nach Kapisha Hot Springs, 150 km, 5 Std. Wir füllen unseren Tank aus den Reservetanks vom Dach nach, denn es könnte knapp werden bzw. ich möchte dies nicht auf offener Straße tun müssen. Es ist eine Allradfahrt durch den Busch mit einigen Hindernissen, doch nichts Außergewöhnliches. Doch dann am 1. Gate schwirren Tse Tse Fliegen zu Hunderten um unser Auto. Ich muss aussteigen, um unsere Details in eine Kladde einzutragen. Als dies geschafft ist, haben wir mehrere Dutzend Tse Tse im Auto, die uns attackieren, Chris schimpft und beteuert, dass sie nicht weiß warum sie sich auf diese Reise eingelassen hat. Sie glaubt, dass jede Tse Tse Fliege die Schlafkrankheit überträgt!! Nun beginnt unser Kampf die Biester aufzustöbern und zu erschlagen!! Es dauert über 2 Stunden, denn Chris entdeckt immer wieder eine.

Als wir den North Luangwa Park am Mano Gate verlassen haben, glaubten wir auf eine schnellere Piste zu stoßen, doch es wurde viel schlimmer, ca. 12 km lang ging es durch 50-60 cm tiefen sehr feinen Staub. Wir haben den Staub vor uns hergeschoben, er flog aus der Motorhaube heraus. Entsprechend sieht der Wagen aus, auch innen, was Chris zusätzlich erbost, denn Dreck und Staub mag sie sehr. Heute ist nicht ihr Tag und folgedessen meiner schon gar nicht.