Edgar Dürholt
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Hippo pool beside Wilderness Lodge, Luambe NP, Sambia

Unsere Reise vom 13. Aug. bis 1. Okt. 09 nach Mozambique, Malawi, Sambia, Botswana und zurück nach Südafrika

Teil 3

Auch auf dieser Fahrt sehen wir immer wieder gewollte Waldbrände. Das trockene Gras und das dürre Unterholz werden verbrannt und liefern somit Dünger für die nächste Generation.

Hin und wieder erleben wir wieder wie Kinder und Frauen Geschenke recht aggressiv einfordern.

Im Straßengraben steht ein Lastwagen, der aus eigener Kraft nicht wieder herauskommt. Man hält uns an und möchte um Hilfe zu holen mitfahren, doch das geht ja nicht, denn wir haben nur 2 Sitze. Aber wir versprechen an dem Abzweig nach Norden einem Lastwagenfahrer von ihnen zu berichten, der dann zu ihnen fahren wird. Die Straße, die T 2 nach Norden, d.h. nach Tansania ist recht ordentlich, außer dass der Asphalt uneben ist und das Lenkrad bzw. der ganze Wagen wackelt. Auch sind einzelne, dafür aber sehr große Potholes zu beachten, denn einen Achsenbruch braucht man hier oben nicht.

Endlich kommen wir zur Abzweigung zum Shiwa Ngandu und der Kapisha Hot Spring Lodge.

1920 hatte sich Steward Gore-Browne, ein Jäger, am „See der der königlichen Krokodile“ (Shiwa Ngandu) niedergelassen und dort ein altenglisches Herrschaftsanwesen errichtet. Er beschäftigte ca. 900 Arbeiter, um das Baumaterial von weit her zu transportieren. Es standen damals keinerlei Straßen zur Verfügung, dennoch ließ er englische Möbel und Familiengemälde hunderte Kilometer durch die Sümpfe tragen. Es wurde ein englischer Garten angelegt, es gab ein Hospital und eine Poststation, denn er schrieb wöchentlich an die 100 Briefe. Als er 1967 im hohen Alter starb, ordnete Kenneth Kaunda, der damalige Staats-Präsident, ein Staatsbegräbnis an. Er ist der einzige Weiße, der je ein sambisches Staatsbegräbnis und zugleich das eines Bemba-Chiefs erhalten hat.

Heute wird das Shiwa House vom ältesten der Harvey Brüder (Enkel) bewohnt und eine Rinderfarm betrieben. Mark Harvey, der jüngere betreibt Kapisha und das Buffalo Camp. Er ist als ausgezeichneter Guide und Jäger bekannt. Die Kapisha Hot Spring Lodge umgibt ein großer Garten mit vielen verschieden Sträuchern und Bäumen aus aller Welt, die Mark Harvey auf seinen Reisen sammelt und mitbringt. Im Garten eingebettet liegen 5 einfache Chalets. Unser Chalet liegt direkt am Flusslauf, indem sich zur Zeit weniger Krokodile befinden, da der Wasserstand nicht hoch genug ist. Aber unweit vom Flusslauf hat Mark vor 2 Wochen ein 5 m langes Krokodil geschossen, das verschiedentlich versucht hatte eine Kuh ins Wasser zu zerren.

Am Abend sitzen alle Gäste der Lodge mit Mark und seiner Frau Mel am Tisch und essen gemeinsam. Meist hat Mark die ganze Gesellschaft mit allerlei Geschichten aus dem täglichen Leben in Sambia unterhalten bzw. Geschichten um die Ermordung seiner Eltern in Lusaka 1991. Seine Eltern, John und Lorna Harvey, waren die ersten, die 1984 in dem kaum zugänglichen Park erste Safaris mit Gästen unternahmen. Der Park gilt als einer der ursprünglichsten Parks Afrikas und wurde auch erst 2001 zum Selbstfahren geöffnet.   

Außer uns sind es 4 ältere Italiener, der italienische Tour-Veranstalter lebt in Tansania. Ein junges holländisches Paar, die als Backpacker reisen, 2 ältere südafrikanische Paare, die in Kenia waren und die attraktive und spärlich bekleidete Farbige Vicky, die mit ihrem Fahrer (?) unterwegs war. Sie war einmal mit einem Deutsch-Schweizer verheiratet, sprach ausgezeichnet englisch und auch etwas deutsch. Zum Frühstück erschien sie dann in einem komplett durchsichtigen recht kurzen Kleid. Die Figur darunter konnte sich sehen lassen. Wie wir später erfuhren, entstammt sie aus einer der reichsten Familien Sambias. Auch sie bewahrt ihren Rotwein im Kühlschrank auf, was sie mir noch sympathischer machte.

Im südlichen Teil Afrikas darf man die Menschen nach ihrer Hautfarbe beschreiben, ohne dass sie sich diskriminiert fühlen. So sind Farbige alle Menschen, bei denen ein Weißer oder eine Weise ein Elternteil darstellt und der andere Teil schwarz ist. Inder und Malaien sind auch Farbige. Schwarze sind Schwarze.

In Südafrika gab es früher eine Kommission, bei der man einen Antrag auf eine andere Farb-bzw. Rassebezeichnung stellen konnte! Wenn man also der Meinung war, dass die Haut recht hell war, konnte man diesen Antrag auf Farbig bzw. Coloured stellen. Die Kommission untersuchte dann den Menschen und entschied. Die Buren waren eben erfinderisch.

Nach dem Frühstück am 14.09. sind wir dann zur Ablegestelle unserer Schlauchboottour  gegangen, denn der Fahrer, der uns hätte dorthin fahren sollen, war nicht erschienen. Das Boot musste auf einem Fahrrad dorthin transportiert werden. Die nächsten paar Kilometer musste ich mit Elias, unserem Begleiter, paddeln. Endlich mal Sport für mich, meint Chris. Sie kam sich dagegen vor wie Catherine Hepburn auf der African Queen. Die Fahrt war nichts Besonderes, hätte da nicht die Möglichkeit bestanden, dass plötzlich ein Krokodil ins Wasser springt, nicht um uns anzugreifen, sondern abzutauchen. Trotzdem ist uns nicht ganz wohl dabei. Als wir dann noch unter einer aus Baumstämmen provisorisch gebauten Brücke durchfahren müssen, die nur ca. 70 cm hoch ist, wäre ich fast mit meinem Kopf und dem Titanknie gegen die Baumstämme geknallt. Um das zu verhindern musste ich mit dem Hintern auf den Boden des Bootes, das inzwischen reichlich Wasser führte, weil es leckte. Chris freute sich diebisch, kann aber einen Lachkrampf nicht ausleben, denn das hätte Elias nicht begriffen. Zu guter Letzt schwimmt keine 40 m vor unserer Anlegestelle an der Lodge eine grüne Mamba blitzschnell von rechts nach links über den Fluss vor uns vorbei. Das Gift einer Schwarzen Mamba tötet 10 Menschen. 

Vor unserer Abfahrt am 15.09. habe ich den Luftfilter ausgebaut und den Staub herausgeklopft, denn der Kompressor für Pressluft sprang nicht an.

Auf dem Weg von Kapisha Hotspring zurück zur Hauptstraße haben uns zwei junge Burschen gebeten, ihre  beiden Koffer mit an die Kreuzung der Hauptstraße zu nehmen, die sie auf einem Fahrrad transportierten. Auf unsere Frage, wem wir denn die Koffer dort geben sollen, meinten sie, diese einfach in einer der dort stehenden Hütten abzugeben, sie würden sie dort abholen.

Nun fahren wir nach Mpika, einer Provinzstadt, wo wir einkaufen müssen, denn unser Tonic ist wieder ausgegangen. Außerdem will ich im Internet Cafe unser Hotel in Livingstone buchen. Nach 20 Minuten musste ich aufgeben, denn TUI.com hat bei der Registrierung des Namens etc. nicht das Land Südafrika vorgesehen. Da aber bei Kreditkartenzahlung die eingegebene Anschrift mit der Anschrift der Kreditkartenhalters verglichen wird, ist diese Angabe zwingend notwendig. Hier kommt unser Satelliten Telefon wieder zum Einsatz, ich rufe bei TUI an und buche, allerdings mit Hindernissen, denn ich habe wohl jemanden am Telefon erwischt, der noch angelernt wurde. So dauerte die Buchung 25 Minuten!!

Wir wechseln Geld in der Bank und kaufen kleine Tonic Dosen für $ 1,- das Stück. Am Ortsausgang haben wir dann noch vollgetankt, denn es muss möglicherweise bis Lusaka reichen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Mutinondo Wilderness, ein 10.000 ha großes privates Schutzgebiet, das in einer wunderschönen Landschaft eingebettet liegt. Die Besitzer haben 5 Jahre im Zelt gelebt, als sie die Chalets gebaut haben. Die Bauzeit betrug 6 Jahre! Unser Chalet, das in die Felsen integriert ist, hat eine spektakuläre Aussicht über den Urwald auf die riesigen 300-500 m langen und 100-200 m breiten Felsblöcke. Hier werden wir die nächsten 2 Tage am Fluss entlang wandern. Im Fluss soll man auch schwimmen können, Krokodile soll es nicht geben. Allerdings wurden Löwen und auch Leoparden gesichtet. Doch beim Wandern sollte man wahrscheinlich mehr auf Schlangen achten, denn die großen Katzen machen in der Regel einen Bogen um Menschen.

Wir sind beide Tage je 2 Std. gewandert. Am ersten Tag wollte Chris eigentlich am Wendepunkt der Wanderstrecke in einen Pool im Fluss schwimmen, doch als sie den Fuß in das Wasser tauchte, stellte sie fest, dass es höchstens 17 Grad habe und somit nicht zum Schwimmen für sie geeignet war.

Auch hier sitzen am Abend alle Gäste zusammen mit den Besitzern am Tisch und essen gemeinsam. Das wäre nichts für uns, denn jeden Abend ähnliche Fragen zu beantworten und dann auch eventuell noch unsympathische Leute um sich herum zu haben, ist nicht unser Ding.

Wir haben uns entschieden am 18.09. weiter als ursprünglich geplant zu fahren, d.h. 330 km = 6 Std., denn die Unterkunft soll dort besser sein. Wir umfahren unzählige große Potholes bis Serenje (130 km), obwohl der Reiseführer 2009 vom Hupe Verlag für diese Strecke eine gute Teerstraße beschreibt. Leider ist die Sicht links und rechts der Straße sehr eingeschränkt, da überall das Unterholz und trockenes Gras abgebrannt wird und wieder Holzkohle am Straßenrand angeboten wird. Man scheint auch dieses Land abzuholzen. Die Sicht selbst von Bergen oder Hügeln ist sehr schlecht. Schweinehälften hängen zum Verkauf offen herum, die Fliegen laben sich daran und es wird abgeschnitten was der Kunde haben will.

Wir übernachten im Forest Inn, einem B & B, das zu  einer Farm gehört, die von einer alteingesessenen Farmerdynastie betrieben wird. Es gibt nichts Besonderes darüber zu sagen, außer dass hier alte hölzerne Eisenbahnschwellen als Stürze über den Fenstern eingebaut wurden! Die Unterkunft ist sehr einfach, aber sauber und auch im kleinen Restaurant sieht es nicht nur ordentlich aus, sondern mein T-Bone Steak war sogar zart.

Auf der Fahrt am 19.09. nach Lusaka, 270 km = 4 Std., begegnen wir langsam immer mehr Autos und bescheuerten Autofahrern. In der Stadt herrscht das reinste Chaos im Verkehr, jeder fährt wie es ihm gefällt. Chris ruft immer wieder „pass auf“ und meint damit, dass da wieder jemand uns die Vorfahrt schneiden will. Da muss man aber vorsichtig dagegen halten oder man kommt nicht voran. Wir haben uns vorgenommen als erstes einzukaufen, denn es fehlt an Zahnseide, Feuchtigkeitscreme, Pflegespülung, Tonic und Wodka. Vielleicht finden wir ja auch Wein. Als wir aus dem Wagen steigen, spüren wir die angezeigten 40 Grad und Staub weht uns um die Nase. Im Manda Hill Shoppingcenter gibt es einen Shoprite (Geschäftsname) und hier finden wir wahrhaftig alles was es in den Provinzhauptstädten nicht gab.

Nach unserem Einkauf fahren wir zum Wayside B & B, unserer Unterkunft für die nächsten beiden Tage, die, Gott sei Dank, außerhalb der Stadt liegt. Auf den ersten Blick sind wir etwas skeptisch, aber nach näherem Hinsehen sind wir dann doch von der Sauberkeit, auch im Detail, überrascht. Der Garten ist außergewöhnlich schön und gepflegt. Ein blühender großer Jakaranda Baum und 4 riesige blühende Frangipani, um nur einen Teil aufzuführen. Hier ist der Spiegel auch wieder oberhalb des Spülsteines angebracht und ich kann mich darin sehen, ohne mich bücken zu müssen! Es gibt sogar Licht in Hülle und Fülle. Auch darauf haben wir seit Wochen verzichten müssen.

Am Abend fahren wir zum Abendessen in das Arcades Einkaufszentrum. Auch dieses Einkaufszentrum ist eine andere Welt verglichen mit dem Rest der Stadt, ganz zu schweigen dem Rest des Landes. Doch ein Schwarm Moskitos hat sich meine Unterschenkel ausgesucht und sie stechen zu, denn ich habe das Schutzmittel vergessen aufzutragen.

Am 20.09. ist Ruhetag, Chris schwimmt im Pool und ich schreibe ein wenig an diesem Bericht. In die Stadt fahren wir erst wieder zum Abendessen, denn heute ist Sonntag und somit ist in der Hauptgeschäftsstraße, der Cairo Road, fast alles geschlossen, d.h. nichts los. Auf die Märkte zu gehen verzichten wir, denn betrogen und bestohlen wurden wir schon. Auch lehnt es Chris ab, sich in dem Dreck und Staub dieser Stadt zu bewegen.

Bevor wir uns auf die Fahrt am 21.09. zur Masuku Lodge begeben, 295 km = 4:45 Std., wollen wir zum deutschen Metzger Majoru in Lusaka fahren, dessen Geschäft auf unserer  Ausfahrtstraße liegt. Ich hoffe auf ein leckeres Stück Fleischwurst wie wir es von Südafrika her kennen. Wir werden bitter enttäuscht, hier würde ich nicht einkaufen, denn es stank nach verwesendem Fleisch und es sah sehr unhygienisch aus. Also haben wir auf dem Absatz kehrt gemacht und der Traum von Fleischwurst war dahin.

Heute war der Tag der meisten Unfallwagen. Rechts und links der Straße liegen diese Trümmerhaufen herum, von ihnen ist nichts mehr übrig außer dem verrosteten Rahmen. Es lagen auf dieser Strecke nicht 5, sondern 50 fürchterlich zertrümmerter Rostlauben aller Größen im Straßengraben.

Außerdem hatten wir 7 Straßensperren zu überwinden und wurden zum ersten Mal wirklich angehalten. Ein ziemlich arroganter Polizist wollte unsere Versicherungsdokumente sehen. Da diese neben mir im Auto lagen, waren sie griffbereit und er ließ uns weiterfahren ohne weitere Fragen zu stellen

Auch die Masuku Lodge ist eine unspektakuläre Lodge mit einfachen, aber sauberen Chalets. Da wir kurz nach 13 Uhr ankommen, wird für uns ein Salat (unser Wunsch) angerichtet. Der Salat war mir jedenfalls wesentlich lieber als der Fish Pie am nächsten Tag!! Hier müssen wir 2 Nächte bleiben, da wir erst ab dem 23. im Royal Livingstone unterkommen können.

Die Besitzer sind Engländer und er war bei der British High Commission. Diese Bezeichnung klingt doch besser als bei der Botschaft, oder? Die beiden haben viele Jahre in der Mongolei, Ghana, Ukraine etc. verbracht. Alles lovely places!

Wir verbringen zwei ruhige Tage, Chris liest, ich schreibe und wandern tun wir auch 1 Stunde, dann wird es zu heiß. Am Morgen kommen über 20 Rappenantilopen zur Wasserstelle. 

Auf dieser Lodge werden wir hoffentlich zum letzten Mal das Frühstück, Mittag-und Abendessen mit den Besitzern der Camps oder Lodges einnehmen müssen. Seit Wilderness im Luambe N. P. essen wir gemeinsam, d.h. 13 Mal schon!! Es mag zwar interessant sein, sich mit vollkommen unbekannten Leuten hin und wieder zu unterhalten, aber nicht 13 X morgens, mittags und abends hintereinander, jedenfalls nicht für uns!

Am 23.09. fahren wir nach Livingstone, unserem Highlight in Sachen Unterkunft, wir wohnen nämlich im The Royal Livingstone Hotel. Eine kleine Belohnung für all die Strapazen muss sein. Das Hotel liegt direkt an den Victoria Falls, der Sundowner auf dem Sonnendeck soll spektakulär sein. Es sind nur 224 km und 3:30 Std. Die Straße bis Zimba ist gut, aber dann kommen 35 km Detour mit Staub und Waschbrett, da die Straße vollkommen neu gemacht wird. Die Detour hat hohe tiefe Böschungen, so ist es passiert, dass ein großer LKW zu nah kam und dann herunterrutschte und umkippte. Das schönste ist, das die Straße bereits fertig ist, aber noch nicht befahren werden darf!  Wir sind um 13 Uhr im Hotel angekommen und so können wir den Nachmittag voll mitnehmen.

Chris geht zum Pool, ich zu den Wasserfällen, die außer am Main Fall ziemlich wenig Wasser führen. Dies wussten wir vorher, aber über Livingstone nach Botswana und Richtung Somerset West ist es der beste Weg mit der schönsten Unterkunft. Die Belichtung an den Fällen ist zwar nicht optimal, da die Sonne nicht gut steht, aber wer weiß wie es morgen ist? Es könnte regnen oder ganz bewölkt sein! Die 38 Grad haben mir ordentlich zu schaffen gemacht! Außerdem musste ich an Abgründen vorbei gehen, was mir weitere Schweißausbrüche beschert hat! Ich habe nur geradeaus geschaut und bin schnell gegangen.

Als ich zurückkehre, möchte Chris gerne zum High Tea gehen. Wir haben jeder $ 18 für Ungenießbares ausgegeben. Das einzige was schmeckte war der Tee.

Das Filet Steak im Hotelrestaurant ist wesentlich schlechter als mein T-Bone Steak im Forest Inn, einem Farm-Restaurant! Chris Kingclip (Fisch) ist auch geschmacklos. Das Frühstück am nächsten Morgen ist ausgezeichnet und sehr vielfältig. Allerdings reißen Affen Essbares vom Tisch der Gäste. Es gibt zwar jemanden, der für die Affen zuständig ist, jedoch mit kleinen Steinen kommt man den schnellen Kerlen nicht bei!

Nach dem Frühstück marschieren wir gemeinsam zu den Fällen. Wir gehen jetzt über Stock und Stein vor den Fällen, da würden bei Hochwasser tausende cbm fließen. Chris muss natürlich an die Kante der Fälle, immer wieder muss ich ihr klar machen, dass ich dies nicht sehen kann, mir wird beim Zusehen schwindlig! Dann gehen wir auf die Seite, auf der der normale Tourist über Pfade am Abgrund entlang geht. Ich bin froh als wir umkehren! Wir sind wieder total durchnässt von der Hitze.

Nach unserem Ausflug verbringen wir 2 Stunden am Pool, danach fahren wir zum Spar Markt um Wasser, Tonic und Bier einkaufen. Außerdem brauchen wir mehr Malaria Prophylaxe, d.h. Malarone. Nur eine von 5 Apotheken hat das Medikament und schlägt einfach 10 % auf, denn es gibt sie sonst nirgendwo. Die Apotheken im Land scheinen alle in indischer Hand zu sein! Zum Abendessen sind wir in ein gut aussehendes indisches Restaurant gefahren. Das Essen war gut, endlich einmal.

Am letzten Tag haben wir eine Sundowner Cruise an „Board of the African Queen“ auf dem Sambesi gebucht. Wir werden am Hotel abgeholt und zum Schiff gebracht. Die Snacks an Bord waren zwar nicht köstlich, wie bei Hupe beschrieben, aber essbar. Wein und andere  Getränke gab es reichlich, ohne nachfragen zu müssen! Wir glitten ab 16:30 am Ufer des Sambesi entlang und konnten vom Schiff einige Flusspferde und auch eine Gruppe Elefanten beobachten. Wir hatten sogar einen sichtbaren Sonnenuntergang, obwohl es tagsüber bedeckt war.

The Royal Livingstone hat sich zwar mit 5 Sternen geschmückt, aber verglichen mit Asien sind es höchstens 4 Sterne. Das Hotel wurde 2001 eröffnet, sieht aber teilweise so aus als wäre es zur ersten Renovierung fällig. Vom Personal darf man nicht zu viel erwarten. Heute Morgen: erst kommt morgens kein Toast (15 Minuten), dann kommt eine Kellnerin, die mir einen vollen Teller mit Wurst und Käse wegnehmen will und zu guter Letzt kommt ein ganz in schwarz gekleideter Ober, der den Teller mitnimmt ohne zu fragen! Als ich mich beim Guest Relations Manager erkundige, wen ich bezüglich der Sambesi-Überquerung fragen könnte, fragt sie mich, wie wir zufrieden seien. Daraufhin habe ich sie gefragt, ob sie dies wirklich wissen möchte. Sie will und ich erzähle es ihr und schreibe es wunschgemäß auf.

Vom Restaurant aus kann man zu den Häusern gehen, in denen jeweils 8 Zimmer untergebracht sind. Doch kurz nach dem Restaurant stinkt es fürchterlich nach Jauche!! Beim Frühstück sind Gäste wieder aufgestanden und haben sich woanders hingesetzt, so schlimm war es!

Als ich am Morgen um 8:00 Uhr die Restaurant Rechnung etc. begleichen will, kann die Kassiererin mir kein Wechselgeld zurückgeben, da der Manager noch nicht da ist!

Das Hotel macht zwar einen tollen ersten Eindruck, aber man darf nicht genauer hinsehen, doch dies gelingt mir nicht.

Wir entschließen uns nicht durch Simbabwe nach Botswana zu fahren, obwohl dies viel kürzer wäre, sondern nördlich am Sambesi entlang zur Fähre zu fahren. Am Grenzübergang zu Simbabwe würden wir, obwohl wir nur im Transit wären, an Mugabe Visa Gebühren, Straßensteuer, Abgassteuer etc. bezahlen und 2 x eine Grenze überqueren. Nach ca. 65 km erreichen wir die Fähre, die etwas abenteuerlich aussieht.

Aber bevor wir auf die Fähre (US $ 20) dürfen, müssen wir eine Council Steuer von US $ 6 bei der Polizeistation auf der sambischen Seite bezahlen und die Grenzformalitäten erledigen. Am Tor zur Fähre kommt noch ein Offizieller auf uns zu und verlangt die Quittung für die Straßensteuer. Die haben wir aber nicht, da wir keine Steuer beim Grenzübergang nach Sambia bezahlen brauchten. Ich habe ihm gesagt, dass wir aus Livingstone kommen und er war zufrieden, oder hat er unser Nummernschild genauer betrachtet!?

Wir sind heil am anderen Ufer sprich in Botswana angekommen. Nun geht es wieder zur Immigration und zum Zoll. Hier läuft alles viel professioneller ab und freundlich sind die Beamten auch noch. Als ein Zollbeamter an unser Auto tritt, meint er: „Winter drinnen, Sommer draußen. Er meint unsere Klimaanlage.

Wir sind noch keine 10 km gefahren, als rechts direkt neben der Straße eine Gruppe Elefanten am grasen ist. Wenige km weiter zupft eine Giraffe ihren Nachtisch vom Baum.

Dann folgen quasi 350 km mit höchstens 10 Kurven. Die Straße wird ab 100 km bis 50 km vor Nata sehr schlecht. Wir fahren zum Planet Baobab, unserer Unterkunft kurz vor Gweta. Man kann die Zufahrt nicht verfehlen, denn ein 10 m hohes Erdferkel aus Beton weißt die Richtung. Hier bewohnen wir ein Mudhut, eine Hütte aus Lehm mit Strohdach. Allerdings haben wir eine Dusche und WC En Suite, was bei den Originalen ganz sicher fehlt. Auf dem Gelände stehen 7 große Baobab Bäume, wovon einer besonders riesig ist.

Von hier wollen wir zum Lekubu Island, einer Felseninsel in der Sua Pan (Salzpfanne). Es hat jedoch in der Nacht vor unserer Ankunft und auch während unserer Übernachtung im Planet Baobab geregnet, folglich ist der Himmel bis auf wenige Augenblicke bedeckt, d.h. bewölkt. Dies bedeutet, dass wir nicht den Weg über die Ntwetwe Pan nehmen sollten, denn Salzpfannen können nach Regen sehr gefährlich werden. Sie werden zu glatt und außerdem besteht die Möglichkeit einzusinken. Wir müssen also zurück bis kurz vor Nata, um dann von dort 95 km durch Staub, Steine, Sand und Gras bis Lekubu Island zu fahren. Auf dem Weg dorthin trafen wir einen Tour Operator aus Südafrika, der uns entgegen kam und somit unsere Strecke schon gefahren war. Er bestätigte uns, dass wir Lekubu ohne durch Wasser fahren zu müssen erreichen können und auch die Weiterfahrt südlich von Lekubu machbar ist. Es steht nur wenig Regen in der Pfanne und die Piste darüber ist befahrbar. Gut zu wissen!

Als wir nach 4,5 Stunden ankommen, ist der Himmel immer noch total bewölkt, also kein Sonnenuntergang, der hier so mystisch toll sein soll. Als wir aussteigen, um zu fotografieren, werden wir von hunderten von Fliegen attackiert. Da wir nicht den Rest des Tages und die  Nacht damit verbringen wollten Fliegen zu vertreiben, eine flog Chris in den Mund, habe ich alles so gut wie möglich fotografiert und dann sind wir weitergefahren. Dies bedeutete allerdings, dass  ich zwei Tagesetappen fahren musste. Es geht ca. 50 km über die Sua Pan nach Süden bevor wir wieder die Teerstraße erreichen. Heute bin ich insgesamt 8,5 Stunden Auto gefahren, davon 300 km auf Teer und 176 km durch Staub, Steine, Sand, Gras, Morast und Salz. Wir übernachten in Serowe und bereiten lieber unser eigenes Mahl.

Der 28.09. beschert uns die letzte Grenzüberquerung, d.h. von Botswana zurück nach Südafrika. Botswana kann man nicht in einen Topf werfen mit Mozambique, Sambia und Malawi, es ist sicher nicht alles perfekt, aber es tut sich was in diesem Land. Die Städte und  Dörfer sind viel sauberer und aufgeräumter und nicht zugemüllt. An der Grenze lief alles wie geschmiert. In Mafikeng übernachten wir in einem Protea Hotel, wir freuen uns über die saubere Bettwäsche.

Am nächsten Tag passieren wir riesige Farmen mit Kühen, Schafen, Getreide und jede Menge dämlicher Esel, die auch schon mal mitten auf der Straße stehen.

Wir kommen schon um 13 Uhr in Kimberley an und haben somit genügend Zeit in das große Loch zu schauen und eine Führung mitzumachen. Die Kimberley Diamantenmine ist seit über 100 Jahren nicht mehr in Betrieb, aber die Geschichte der De Beers beginnt hier. Es wurden 14,5 Millionen Karat gefördert, aber dazu mussten 22,5 Millionen Tonnen Boden ausgehoben werden!

In Kimberley gibt es guten Cabernet Sauvignon und Sauvignon Blanc zu kaufen, welch eine Wohltat!

Nach einer weiteren Übernachtung in Beaufort West fahren wir am 1.10. nach Hause und kommen früh genug an, um unser TV Programm wieder zu aktivieren, sodass wir am Abend endlich wieder! das deutsche Programm sehen können. Willkommen in der Zivilisation!

Wir haben während der 7 Wochen und 10.600 km im Auto viel erlebt, einiges dazugelernt und sind vielleicht sogar ein bisschen bescheidener geworden. Unsere selbstverständliche Welt gibt es in diesen Ländern nicht.