Edgar Dürholt
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Titikakasee at an altitude of 3810 meter

Unsere Reise um die Welt 1980

Die Reise zu den Galapagos Inseln war sicher der wesentlichste Teil unserer Reise in 1980 von Japan über Los Angelos, Hollywood und Südamerika nach Deutschland, sowie zurück nach Japan, dem so genannten Heimaturlaub.

Bevor wir uns Richtung Galapagos Inseln aufmachten, mussten wir erst einmal Richtung Los Angelos fliegen, um uns dort zwei wichtige Impfungen geben zu lassen, da diese in Japan nicht verabreicht wurden. Es handelte sich um Typhus und Diphtherie. Die Impfungen haben uns erst einmal für 48 Stunden umgehauen, doch dann musste ich sofort mit meinen Töchtern los auf „Starsuche“. Folglich kurvte ich wahl- bzw. richtungslos in Hollywood herum. Unsere Suche war zwar nicht besonders erfolgreich, die „Stars“ liefen uns einfach nicht vor das Auto. Farah Foawcett Major wollen meine Töchter allerdings gesichtet haben, ich nicht, denn ich musste ja fahren und meine Augen dem Verkehr widmen.

Wir wohnten natürlich im Beverly Hills Hilton Hotel, in dem es auch ein Traders Vik Restaurant gibt. Ein paar „Honey Honey“ (Cocktail aus Rum und Bourbon Whiskey und verschiedenen Säften) waren einfach köstlich.

Ausgerechnet an diesem Ort und in dieser Bar musste ich an meine Eltern bzw. meinen 1972 verstorbenen Vater denken. Wie sehr hatte er sich einen Tag vor seinem Tod gewünscht seine Enkelinnen zu sehen. Doch das Krankenhauspersonal hatte es mir nicht erlaubt, ihn schon am Samstag mit den Kindern zu besuchen, sondern erst am Sonntag. Ich habe dies akzeptiert, und er sie nicht mehr gesehen!

Natürlich haben wir uns auch einen kompletten Tag in den Studios aufgehalten und viele der Life Attraktionen, z.B. eine „Western Stand Show“ erlebt.

Bei dem Lieferanten für Westernausstattung, „Nudie’s Rodeo Tailers“ in North Hollywood habe ich mir dann eine ganz tolle „Kreissäge“ sprich Western-Hut gekauft. Einen „Resistol Selfconforming XXX Beaver“! Nun war ich für die Weiterreise gerüstet. Dieses Geschäft habe ich immer wieder besucht, bis es dies etwa Anfang der Neunziger nicht mehr gab. Vielleicht wurden zu wenige Western gedreht. Vor dem Geschäft stand immer ein riesiger offener Straßenkreuzer mit noch riesiger erscheinenden Büffelhörnern am Kühlergrill.

Das chinesische Theater und „ The Walk of Fame“ am Hollywood Boulevard gehörten natürlich auch zu unserem Besuchsprogramm. Sicher sind seit damals, d.h. 1980 bis heute 2004, einige Sterne dazu gekommen.

Der Rodeo Drive mit seinen erstklassigen Geschäften bestätigte mir dann auch, dass es nicht nur Jeans in Amerika gibt.

Nach etwa 5 Tagen ging es wieder auf die Weiterreise.

Wir flogen mit einer recht abenteuerlich erscheinenden Airline, entweder war es Air Mexiko oder Ecuador Airlines, von Los Angelos nach Guayaquil, einer Hafenstadt in Ecuador. Es war das erste Mal, dass wir in ein südamerikanisches Land flogen, in ein Land, das von den Spaniern kolonisiert wurde.

Wir kamen am Nachmittag in Guayaquil an und waren vom Flug, der etwa 10 Stunden gedauert hatte, ziemlich kaputt, denn die Sitze waren sehr eng beisammen und die Abstände zum Vordermann noch enger.

Da mich die Sehenswürdigkeiten in LA und den Hollywood Studios offensichtlich so fasziniert hatten, dass ich schon viele Super 8 Filme abgedreht hatte, musste ich in Guayaquil für Nachschub sorgen. Also ging ich am frühen Abend in das Zentrum, um nach einem Photogeschäft Ausschau zu halten. 

Für diese Reise hatte ich mir eine etwas ausgefallene Kleidung ausgesucht, d.h. ich trug halb hohe Stiefel, Jeans in den Stiefeln, eine kurze braune Lederjacke und einen Hut, den Clint Eastwood einmal trug, den ich mir in Hollywood gekauft hatte.

So gekleidet ging ich durch die Arkaden Guayaquils. Ich muss wohl wirklich wie ein Gringo ausgesehen haben, denn plötzlich wurde ich von einem jungen Mann angegriffen, der mir meinen Hut vom Kopf schlagen wollte, diesen auch traf, aber nicht fest genug, so dass ich ihn im letzten Moment festhalten konnte und schnell weiterging. Der Mann verschwand so schnell er gekommen war und rief verächtlich „Gringo“ hinter mir her. Das war das erste Mal, dass ich erlebte, dass „Amerikaner“ negativ angesehen werden.

Ich fand einen Shop  und kaufte seinen Bestand an Super 8 Filmen auf, denn auf Galapagos würde ich sicher keine kaufen können, auch die nächste Station danach, Lima, war ungewiss.

Guayaquil mag zwar eine historisch bedeutende Stadt sein, aber sie hat außer ein paar alten verkommenen Gebäuden wenig zu bieten. Ein paar schöne alte Kirchen, die noch schöner werden, wenn man an die Geschichte denkt, ist eigentlich alles was Guayaquil zu bieten hat.

Wir flogen von Guayaquil nach Baltra, eine der Galapagos Inseln und setzten von dort aus nach Santa Cruz über. Hier wurden wir nach einiger Zeit von unserem „Kapitän“, Karl Angermeyer, abgeholt. Wir hatten sein Boot und seine Dienste für 1 Woche über Lufthansa in Tokyo gebucht. In einem Artikel eines Reisemagazins hatten wir von Angermeyer und der Möglichkeit  ihn über Lufthansa zu buchen gelesen.

Karl Angermeyer holte uns ab und wir ruderten zu seiner Segeljacht, wo wir unser Gepäck unterbrachten. Anschließend ruderten wir wenige Meter weiter zu seinem Haus, das direkt am Eingang zum kleinen Hafen liegt.

Bei einer Tasse Tee lernten wir einander ein wenig kennen und besprachen den Verlauf der vor uns liegenden Woche „zur See“. Kapitän Angermeyer hatte bereits bis 1980 ein recht bewegtes bzw. abenteuerliches Leben hinter sich, wie wir in den nächsten Tagen erfahren sollten. Seine Frau, die etwa 20 Jahre älter war, d.h. etwa 85, hatte gerade die Gürtelrose, war aber ziemlich flott drauf, trotz  der Krankheit. Sie färbte ihre Haare rot mit Wella Koleston!

Als ich die Toilette aufsuchen musste, warnte mich Angermeyer vor dem was mich erwarten könnte! Ich solle mich nicht vor kleinen schwarzen Teufeln auf den Fenstersimsen erschrecken! Die Galapagos Meerechse ist die einzige im Meer lebende Echse.

Die Wände des ganzen Hauses bestanden aus Korallen, das Angermeyer selbst an diesen Hafeneingang gebaut hatte und auf das er offensichtlich sehr stolz war.

Auf der Toilette angekommen suchte mein Blick natürlich sofort nach besagten kleinen Teufeln. Es sollte auch nicht lange dauern bis ich Besuch auf dem Sims des Toilettenfensters bekam. Es erschien ein keiner schwarzer Drache, er sah wirklich aus wie ein kleiner Teufel, nur dass er nicht rot mit Pferdefuß, sondern schwarz war und einen Kopf voller „Warzen“ hatte.  Er schaute mich eigentlich recht friedfertig für einen Teufel an. Wenig später sollte ich die kleinen Teufel noch wesentlich näher erleben, denn Karl Angermeyer lud die „Kerle“ zum Mahl. Er rief nach ihnen wie nach Hühnern und sie kamen zu Dutzenden: Kleine, 50 cm lang und Große, über 100 cm lang, Fette und Dürre direkt aus dem Meer und den schwarzen Felsen, auf denen sie gelegen hatten. Sie bekamen gekochten Reis und tummelten sich um ihn übereinander.

Am nächsten Morgen ging es auf große Fahrt, nachdem wir schon die Nacht auf der Segeljacht verbracht hatten. Wir mussten uns natürlich zuvor unserer Straßenschuhe entledigen, denn auf einer Jacht gilt spezielles Schuhwerk oder barfuss.

Der „Knecht“ Angermeyer’s weckte uns zum sehr frühen Frühstück, das er selbst zubereitet hatte. Seinen Namen habe ich sicher gewusst, doch ich muss gestehen, dass ich diesen nach über 20 Jahren vergessen habe. Er war ein sehr netter und aufgeschlossener junger Bursche, der für Angermeyer das Gröbste besorgte, denn schließlich war der ja auch schon 65.

Ab jetzt sollte es Frühstück für eine Woche um 6 Uhr geben. Dafür aber auch einen Sundowner, Rum mit Orangensaft aus der Dose, um 17 Uhr und einige Cocktails, Rum mit Orangensaft aus der Dose, nach dem Abendessen mit vielen interessanten alten Geschichten über die Inseln und aus seinem Leben.

Karl Angermeyer, der uns abends auf seiner Mundharmonika alte deutsche Fahrten- und Seemannslieder vorspielte oder wir zusammen mit ihm diese zur Mundharmonika sangen, war auch ein guter Erzähler. Er erzählte uns Geschichten aus seiner Jugend bzw. seiner Reise nach Galapagos und dem anfänglichen Leben auf der Insel.

Ein alter Kapitän, der ein Freund der in Hamburg lebenden Familie war, erzählte von diesen wunderbaren Inseln im Pazifik und weckte wohl mehr und mehr das Interesse der 4 Brüder. Irgendwann beschlossen sie dann dorthin zu fahren, um dort zu leben. Es dauerte Jahre bis sie ein seetüchtiges Segelboot gebaut hatten, mit dem sie eines Tages in See, d.h. in die Elbe stechen konnten. Allerdings brachte sie der erste Anlauf nicht sehr weit, sondern lediglich bis in den Ärmelkanal, wo sie in einem Sturm in Seenot gerieten und das Boot verloren.

Nun hieß es erst einmal arbeiten, um für das Weiterkommen Geld zu verdienen.  Sie gaben die Idee mit einem eigenen Boot auf und arbeiteten, um Geld für eine Überfahrt zu verdienen.

Mit Saatgut, Schaufeln, Hammer und Zange, sowie sicherlich weiterer Werkzeuge machten sie sich dann auf den Weg zu den entlegenen Inseln, die noch einiges an Überraschungen für die Brüder auf Lager haben sollten.

So wurde er auch einmal schanghait, aber da hatte er wohl etwas zu viel getrunken. Als er aufwachte war er Kapitän der Eagle II (?) und brachte Bibeln nach Hawaii. Mit kleinen Nebenrollen hat er sich auch für einige Zeit, bevor er wieder zurückkehrte, in Hollywood durchgeschlagen.

Die „Bunte“ hat meines Wissens zweimal einen großen Bericht über Angermeyer in den letzten 15–25 Jahren veröffentlicht.

In meinem Haus im Flur erinnert ein Bild an ihn, dass er mit den Fingern gemalt hat, und selbstverständlich die Vegetation einer Galapagos Insel zeigt.

Nach dem Frühstück laufen wir Motor getrieben aus dem kleinen Hafen aus. Vorbei an den kleinen schwarzen Drachen auf ihren Felsen neben Angermeyers Haus. Wir werden eine Woche auf dieser kleinen Jacht um einige der Galapagos Inseln segeln und uns immer wieder einzelne kleine Tierparadiese ansehen.

Wir sahen einen riesigen Rochen, der nur wenige Meter vom Strand entfernt immer wieder auf und ab parallel zum Strand schwamm. Er hatte bestimmt eine Spannweite von 3 Metern!

Nicht weit entfernt von diesem Strand unter einem steilen Felsen sahen wir eine kleine Kolonie der Galapagos-Pinguine, dessen Vorfahren wohl mit dem kalten Humboldtstrom aus der Antarktis gekommen sind.

Auf einem anderen Teil der Insel hätte man über einem Seehund nach dem anderen stolpern können, so viele Seehunde lagen herum, buhlten und sonnten sich, kümmerten sich aber so gut wie nicht um uns, die zwischen ihnen herumliefen. Wahrscheinlich hätte man sie auch streicheln können, doch dass haben wir lieber gelassen.

Ein anderes Mal stehen wir in einer kleinen Bucht Dutzenden von Flamingos gegenüber.

Auf einer anderen Inseln begegnen wir einem kleinen gelben „Landdrachen“, einem  Landleguan von ca. 1 Meter Länge, der sich durch das Unterholz kriechend davonmacht, aber  sich nicht sonderlich beeilt.

Auf einer unserer „Seefahrten“ hat der „Knecht“ einen Fischkopf an einen riesigen Haken gehängt, um damit einen Hai zu fangen. Am nächsten Morgen hing dann tatsächlich ein etwa 1,5 m langer Hai am Haken. Dass er am Haken hing hieß aber nun noch nicht, dass er auch schon an Board war. Es war ein 2 Stunden Kampf mit Leine lassen und ran ziehen. Doch am Ende hat Angermeyer ihm den Bauch mit einem Küchenmesser aufgeschlitzt, um nachzusehen, ob er vielleicht doch ein Ring beim Menschenfressen verschluckt hatte?!

Verschiedenste Vogelkolonien lernen wir aus nächster Nähe kennen, denn ein Phänomen der Inseln ist, dass die Tierwelt offensichtlich nicht scheu ist, sondern Menschen sehr nahe an sich heran lässt und man das Gefühl haben könnte, dass nicht nur wir sie betrachten, sondern sie uns auch etwas näher kennen lernen möchten.

Reiher stehen im Wasser und halten nach Fischen Ausschau.

Möwen verschiedenster Arten fliegen um uns herum oder sitzen zu Hauff auf den Felsen.

In den Mangrovenbuchten ziehen große Schwärme, d.h. Hunderte von Rochen hintereinander her.

Lagunenhaie streifen an unserem Ruderboot vorbei.

Albatrosse sitzen auf den Felsen und beobachten uns.

Riesige Wasserschildkröten (über 1 Meter lang) strecken ihren Kopf aus dem Wasser, als ob sie auch gesehen werden möchten.

Es gibt ja nur noch sehr wenige Riesenschildkröten auf den Galapagos Inseln, denn über einige Jahrhunderte hinweg wurden sie als lebendiger Proviant von den Seefahrern vieler Nationen mit auf die Weiterreise genommen, um auf diese Weise für Frischfleisch zu sorgen. Nichts desto weniger trotz hatten wir durch Zufall die Gelegenheit zu beobachten, wie ein Riesenschildkrötenmännchen in den Trab verfiel, als es ein Weibchen ausmachte. Er war schneller, aber sie schien sich auch nicht sonderlich beeilen zu wollen, um dem Unvermeidlichen zu entgehen! Ich habe nie wieder eine Schildkröte so schnell laufen sehen!

Auf einer anderen Insel laufen wir über ein nicht sehr altes schwarzes Lavafeld mit kleinen kegelförmigen Kratern, aus denen man es förmlich blubbern hört.

Die eine Hälfte einer Insel, die trockenere Seite, sieht aus wie ein Silberwald. Auf einer anderen kleinen Insel wachsen große Kakteen.

Die Vielfalt der Tierwelt und der Pflanzen auf den Inseln, wird sicher auch durch die verschiedenen klimatischen Zonen auf den Inseln beeinflusst.

Die Tiefseevulkane bestimmen weitgehend die Wassertemperatur, so dass sich auch in großen Tiefen noch bisher unentdecktes Leben aufhalten kann. Es ist von allerlei gruseligem Getier die Rede, auch von Riesenkraken mit Armen von mehreren Metern Länge.

Meine Frau und unsere Töchter hielten sich während der Fahrt häufig an der Reling oder im Bett auf. Ihnen war es einfach immer ziemlich übel. Nur während der Landausflüge und Liegezeiten ging es ihnen annehmbar gut. Eine Seefahrt ist halt nicht immer nur lustig, aber andererseits haben wir so viel gesehen und erleben dürfen, womit dann das Übelsein vielleicht wieder ein wenig kompensiert wurde.

Nach unserem phantastischen Segeltörn um mehrere Galapagos Inseln mit Karl Angermeyer flogen wir wieder zurück nach Guayaquil und von dort sofort weiter nach Lima, Peru.

Wir wohnen in einem sehr bekannten Hotel, dessen Namen ich vergessen habe oder hieß es Hotel Bolivar? An zwei wesentliche Dinge in diesem Hotel kann ich mich aber genau erinnern. Es gab in einem sehr gemütlichen Raum am Nachmittag herrlichsten Kuchen aller Art zum Nachmittagstee, und zwar kostenlos! In der Hotelbar wurde köstlicher Cusco Sauer serviert. Ich glaube so heißt das Getränk aus Zuckerrohrschnaps, Limonen und sehr feinem Zucker.

Unser Hotel war nicht weit vom Plaza des Armas entfernt, sodass wir unsere Erkundungsgänge im Stadtinneren alle zu Fuß absolvieren konnten.

Besonders imponiert hat uns die alte Kathedrale von Lima am Plaza des Armas. Francisco Pizarro gründete 1535 Lima und nannte die Stadt „Stadt der Könige“. Im Inneren der Kathedrale werden die Gebeine des Conquistadore Francisco Pizarro in einem gläsernen Sarg dargeboten. Wenn man bedenkt, was dieser Eroberer in Peru und anderen Teilen Südamerikas alles so angestellt hat, als er nach Gold suchend, mordend durch das Land zog, dann muss man sich schon ein wenig wundern, dass so jemand heute noch in einer Kathedrale aufgebahrt liegt. Oder hatte er im Namen der katholischen Kirche eigentlich nur Ungläubige zum rechten Glauben bekehren wollen?

Auf einer anderen Seite des Plaza des Armas liegt der Regierungspalast. Wir, meine Super 8 Kamera und ich, haben uns gefreut, dass genau an dieser Stelle ein Wachwechsel stattfand, an der wir uns gerade befanden. Die Soldaten trugen Uniformen, die nicht viel anders als kurz nach der Eroberung Perus ausgesehen haben mögen.

Weitere wunderschöne Gebäude aus dem 18ten Jahrhundert sind das erzbischöfliche Palais (wie könnte es auch anders sein?) und die National Bibliothek.

An einem Nachmittag sind wir zu den Ruinen von Pachacamac gefahren. Es gibt nichts Besonderes zusehen, aber wo fährt man nicht alles hin, wenn man von alten Ruinen hört. Allerdings war unsere Fahrt dorthin bzw. unser Fahrzeug und unser Fahrer etwas ganz Besonderes. Wir fuhren in einer bestimmt 30 Jahre alten riesigen schwarzen Limousine. Wir hatten auf den Rücksitzen unglaublichen Platz und selbst meine Beine reichten nicht bis zum Vorderen Sitz. Leider habe ich mir das Modell des Wagens nicht notiert. Unsere Fahrer trug natürlich eine schwarze Uniform mit weißen Baumwollhandschuhen! Dieser Mann, so erzählte er uns, war sein Leben lang Fahrer in einem Ministerium gewesen und hatte immer diesen Wagen gefahren. Als er pensioniert wurde, wurde der Wagen sozusagen auch pensioniert und er hat ihn gleich mitgenommen, um sich ein Zubrot zu verdienen. Es gibt ein Foto von uns mit dem Auto vor den Ruinen, köstlich!

Der eigentliche Grund nach Peru zu reisen war nicht Lima, sondern das Hochland, sprich Cusco und Machu Pichu.

Es ist kein langer Flug von Lima nach Cusco, und doch wird jeder Reisende diesen Flug oder vielmehr die Landung und das von Bordgehen nicht vergessen, denn Cusco liegt 3.360 Meter über dem Meeresspiegel. Vor mir, Gott sei Dank vor mir, stieg ein älterer Mann (damals hielt ich 50jährige für älter!) die Stiegen der Gangway hinunter und erbrach sich urplötzlich! Ich selbst fühlte so eine Art Tausendnadelstiche am ganzen Körper. Wir kamen aus Meereshöhe in Lima und stiegen in 3.360 Metern Höhe aus dem Flugzeug.

Wenn man einmotorige Flugzeuge fliegt, so darf und kann man auch gewöhnlich nicht höher als 4.000 Meter aufsteigen, denn ab dieser Höhe kann man höhenkrank werden, d.h. u.A. kann es passieren, dass man lächelnd dem Tod entgegenfliegt. Dies soll als Anschauung dienen, was der Körper alles möglich macht oder anders ausgedrückt, was alles passieren kann.

Wir bemerkten sehr schnell, dass man sich am Besten langsamer als gewöhnlich bewegt!

So fuhren wir mit einem Taxi zu unserem wunderschönen Hotel im Zentrum von Cusco. Ein wirklich schönes altes Gebäude mit einem typisch spanischen Innenhof. Bei Ankunft im Hotel erhalten wir eine Tasse heißen Coca Tee. Der soll gut für das Befinden in dieser Höhe sein. Übrigens scheinen die Indios unentwegt diese Blätter zu kauen. Das Hotel (den Namen habe ich schon wieder vergessen!) liegt direkt an der Straße, die zur Kirche der Jünger Jesu, der „La Compania“ (wie treffend) führt, es sind keine 300 Meter. Die Jesuiten haben mit dem Bau der Kirche im 16. Jahrhundert begonnen, doch wurde sie 1650 durch ein Erdbeben zerstört und später wieder im spanischen Barock aufgebaut. Auch wenn es nur 300 Meter sind, so fährt man hier zumindest als Tourist mit dem Taxi diese 300 Meter, denn die gehen steil bergauf! Ich habe es natürlich mit Gewalt selber gehen wollen, habe es auch geschafft, doch waren diese Tausendnadelnstiche wieder verstärkt wahrzunehmen.

Unsere Töchter waren ziemlich unleidlich, da sie sich nicht wohl fühlten und somit einige Ausflüge wegen Unwohlsein verweigerten.

Auf dem Markt von Cusco, dem Plaza des Armas, dem antiken Zentrum des Inkareiches, trifft man die Einheimischen in ihren sehr bunten Trachten und Hüten. Es ist interessant zu sehen, wie hier die Frauen mit für uns so typischen Männerhüten auf dem Kopf vor ihren Auslagen in bunter Tracht sitzen. Sie verkaufen Pullover, Decken, Hüte und vielerlei bunte Sachen.

Wenn man einmal von den Inkastätten gefangen ist, dann fährt man auch noch stundenlang zur nächsten Ansammlung von Quadern. Folglich fuhren wir nach Sacsakuaman und Pisac. Dieser Name trifft es sehr gut, denn man piesackt sich unentwegt in dieser Höhe. 

Doch der Höhepunkt dieser Reise in das Land der Inka sollte unsere Fahrt mit der Eisenbahn und Besichtigung der Ruinen von Machu Pichu werden.

Der Zug fährt etwa gegen Mitternacht ab, helle Begeisterung bei meinen übrigen Familienmitgliedern! Die Fahrt durch das heilige Urubambatal bis Machu Pichu dauert etwa 4 Stunden für ca. 80 km! Meist liegen die Bahngeleise direkt neben dem Urubamba Fluss. Die Fahrgäste bestehen aus Touristen und den Indios, die irgendwo am Weg in der Nähe des Urubamba leben.

An der Bahnstation Machu Picchu angekommen hat man die Wahl über den legendären, sehr steilen Inkapfad nach oben zu den Ruinen aufzusteigen, oder aber man vertraut sich einem dieser Kleinbusse an, die wie die Irren über schmale Pfade nach oben rasen. Sie müssen wohl ordentlich Gas geben, denn wenn der Wagen zum Stehen kommen sollte, bewegt er sich nicht mehr nach vorne, sondern nur noch rückwärts. So steil geht es dort hinauf!

Die Inkastadt Machu Pichu, hoch oben in den peruanischen Anden, ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden. Die Bauvollendung wird auf das Jahr 1450 datiert. Die Überreste der Tempel und Wohnstätten lassen darauf schließen, dass es in dieser Stadt ein groß angelegtes System von Aquädukten und Brunnen gab. Über die ehemaligen Einwohner Machu Pichus ist nur wenig bekannt. Machu Pichu blieb den spanischen Conquistadores unbekannt, es wurde erst 1911 von einem amerikanischen Archäologen entdeckt!

Es ist immer noch, auch wenn nur noch Ruinen übriggeblieben sind, eine atemberaubende Anlage, die die Indios hier vor 550  Jahren in dieser Höhe erbaut haben.

Die Fotos der Ruinenstadt sind ja auch weltberühmt und häufig Teil der Werbung für Fernreisen. Doch wenn man ein derartiges tolles Foto, in dem man die gesamte Anlage von oben sieht, selbst machen will, dann ist erst einmal klettern angesagt. Natürlich ging ich anfangs zu schnell, doch meine Lunge hat mich sofort daran erinnert.

Wahrscheinlich gewöhnen sich die Lungen im Laufe der Jahre an diese Höhe und erlauben somit auch wieder schwere körperliche Arbeit, wir jedenfalls waren froh, langsam gehen zu können, denn jede schnelle Bewegung hat man sofort bereut!

Die Fahrt nach unten ist noch halsbrecherischer als nach oben, denn nun geht es mit Karamba nach unten. Gut dass man nicht weiß, wie viele von diesen kleinen Bussen die Steilkurven nicht geschafft haben.

Irgendwann setzt der Zug sich am Nachmittag wieder in Richtung Cusco in Bewegung. Es geht gemächlich zurück und wir sammeln an vielen Haltestellen wieder Indios ein, die auf dem Markt von Cusco ihre Waren feilbieten wollen.

Als einen weiteren Leckerbissen für unsere Reise hatte ich mir eine Zugfahrt von Cusco zum Titicacasee, die Überquerung des Sees und die Weiterfahrt mit dem Bus nach La Paz in Bolivien einfallen lassen.

Natürlich geht der Zug wieder sehr früh los. Wir lassen uns zum Bahnhof fahren und unsere Koffer auf den Bahnsteig tragen. Hier stehen aber schon ein paar Hundert Indios und warten wie wir, dass die Abteile des Zuges geöffnet werden. Ich hatte uns vorsichtshalber die besten Tickets gekauft, denn wir wollten nicht unbedingt eingezwängt zwischen Bergen von Gemüse, Kartoffeln, lebenden Hühnern und Ballen von irgendwelchen Stoffen oder Kleidungsstücken sitzen. Als die Abteile geöffnet wurden, ging der Sturm auf die Waggons los. Da die Indios nun aber nicht wussten oder vielleicht auch nicht wissen wollten, welche Abteile für die preiswerteren Tickets bestimmt waren, quetschten sie sich überall hinein. Auch unsere Sitze waren bereits eingenommen, als wir sie erreichten. Doch herrscht zumindest am Abfahrtort Cusco noch Ordnung, denn Schaffner stolzierten durch die Waggons und schmissen die Indios, die falsche Plätze eingenommen hatten, wieder raus. So kamen wir doch noch zu unseren Sitzplätzen. Diese Ordnung sollte sich allerdings von Station zu Station, also je weiter wir von Cusco entfernt waren, Schritt für Schritt verändern, d.h. die Indios drängten mehr und mehr in bequemere Waggons. Gott sei Dank hielt man aber Abstand zu uns, denn ich war mir nicht so sicher, was da in den Haaren der Leute noch so alles mitreiste.

Der Bahnstrecke führt von Nordwesten nach Südosten an den schneebedeckten Ostkordilleren entlang, die sicher über 5.000 Meter hoch sind, bis nach Puno am Titicacasee. Das einzig wirkliche Schöne, dass ich einer frühen Abreise abgewinnen kann, sind die warmen morgendlichen Farben, die uns auch auf dieser Zugfahrt in etwa 3.600 Meter Höhe verwöhnten. Die warmen Töne, in die die Landschaft vor den schneebedeckten Bergen getaucht war, waren wieder etwas für das Auge, aber auch für die Kamera.

Der Titicacasee ist übrigens der größte Hochlandsee der Erde in 3.812 Metern Höhe. Durch den See führt die Grenze zu Bolivien, d.h. von den insgesamt 8.300 qkm gehören fast 5.000 qkm zu Peru und er Rest zu Bolivien.

Am Westufer, d.h. auf der peruanischen Seite lebt auf schwimmenden Schilfinseln das Fischervolk der Uru-Indinaer. Auch ihre Hütten und Boote sind aus Schilf gebaut!

Von Puno fuhren wir mir einer Art Schnellboot über den See zu einer Insel. Wir mussten alle aussteigen, um irgendetwas zu besichtigen, doch habe ich vergessen, was es war. Anschließend ging es weiter zur bolivianischen Grenze, um dort die Einreiseformalitäten zu erledigen.       

Nachdem dies erledigt war, fuhren wir mit einem ziemlich alten klapperigen Bus über das Altiplano nach La Paz. Mittlerweile war schon früher Abend geworden und während der Busfahrt versank die Sonne am Horizont.

Als wir im Sheraton Hotel in La Paz ankommen, sind wir über die verdunkelte Hotelhalle ziemlich verwundert. Doch dauert es nicht lange und an der Rezeption erfahren wir, dass heute das Militär mal wieder geputscht hat und die Präsidentin „Geiler“ ihres Amtes enthoben hat. Gleichzeitig hat das Militär Verdunklung und eine Ausgangssperre verhängt! Darauf hatten wir gerade noch gewartet! Wir fuhren mit einem Fahrstuhl, in dem nur die Notbeleuchtung brennen durfte, zu unseren Zimmern, in denen die Vorhänge nicht nur zugezogen, sondern auch noch aus Sicherheitsgründen - ein blöder Tourist könnte sie ja offen ziehen wollen -zusammengebunden waren.

Wir waren recht hungrig, denn den ganzen Tag über hatten wir nur ein paar Sandwichs zu essen gehabt. Folglich machten wir uns sofort, nachdem wir uns frisch gemacht hatten, auf zum Abendessen. Doch wir hatten kein Glück, denn die Küche war bereits geschlossen und wir konnten nur wieder Sandwichs vom Room Service bestellen.

Wir hatten nichts Großartiges für La Paz geplant, sodass wir nur 3 Nächte eingeplant hatten.

Aber natürlich gehört ein Stadtrundgang bzw. Stadtrundfahrt dazu, soweit man davon sprechen kann, denn meistens sind wir gefahren, da La Paz die höchstgelegene Großstadt der Welt ist und auf 3.658 Metern Höhe liegt. Zu den aufgesuchten Zielen gehörte die Kirche des San Francisco, ein Markt, eine wie eine Mondlandschaft aussehende Gegend außerhalb der Stadt und der Hausskiberg von La Paz. Da oben liegt ein Observatorium der Universität, aber sicher wichtiger für alle Skifreunde die Abfahrt. Das Observatorium liegt auf 5.200 Meter Höhe, doch die Abfahrt fängt noch wesentlich höher an! Wir sind mit einem amerikanischen Straßenkreuzer, die ja bekanntlich immer viel zu stark ausgelegt sind, auf 5.200 Meter hoch gefahren, wobei das Auto ein paar mal ordentlich gekeucht hat. Oben angekommen wollte niemand meiner Familie aus dem Wagen aussteigen, denn es blies ganz gewaltig, sodass nur ich mich für ein paar Fotos aus dem Wagen gewagt habe.

Am späteren Nachmittag haben wir im Restaurant früh zu Abend essen wollen, doch dies durfte aus besagten Gründen nur in einem innenliegenden Saal stattfinden.

Die Auswahl war nicht sehr groß und die Töchter aßen irgendwelche furchtbaren Nudeln mit einer roten Fleischsoße darüber, richtig ekelhaft. Ich weiß nicht warum, aber mir war nach Fisch, nämlich Sole, zum Abendessen. Dies sollte sich als ein fataler Fehler erweisen. Schon beim ersten Bissen spürte ich, dass etwas mit dem Fisch nicht stimmte, denn da war so ein unbeschreiblich eigenartiger Beigeschmack. Nun hatten wir aber versucht unseren Töchtern beizubringen, dass man seinen Teller leer ist und nicht etwas bestellt und dann die Hälfte stehen lässt. In dieser Zwickmühle steckend, habe ich den Fisch gegessen. Es dauerte aber gar nicht lange und mir wurde schlecht und ich musste mich laufend erbrechen, ich hatte eine Fischvergiftung. Den nächsten Tag musste ich mich im Bett aufhalten, denn ich schwächelte.

Das Ganze wäre nur halb so schlimm gewesen, wäre nicht unsere Weiterreise davon betroffen worden. Für den nächsten Tag hatte ich nämlich drei Sitze auf die Maschine nach Rio de Janeiro gebucht, denn ich wollte an diesem Tag mit dem Bus weiter zur Brasilianischen Grenze fahren und mich von dort zu einem Flugplatz durchschlagen, von dem ich dann auch irgendwie nach Rio gelangen würde. Ich hatte mir etwas Abenteuer für mich ausgedacht, doch danach war mir nun überhaupt nicht mehr zu Mute. Folglich habe ich einen weiteren Sitzplatz für mich gebucht, sodass wir alle vier nach Rio de Janeiro flogen.

In Rio lagen wir dann die ersten Tage alle am Pool, ich mit Tee und meine Frau mit Sangria. Die Kinder hatten natürlich ihren Spaß und ausfallende Besichtigungen nicht vermisst.

Gott sei Dank war ich in wenigen Tagen wieder bei Kräften, sodass das Sightseeing Programm wieder aufgenommen werden konnte.

Ich rief meinen Wella Kollegen in der Firma an, um mich wenigstens kurz gemeldet zu haben und bekam prompt einen Wagen mit Chauffeur für unser Sightseeing Programm. Außerdem wurden wir zum Abendessen für den übernächsten Abend eingeladen, denn unser Vorstandsvorsitzender K.H. Krutzki war zu Besuch und hatte darum gebeten.

Aber erst einmal wollte ich auf der Copacabana die heißen Popos entdecken, so wie auf den Postkarten abgebildet! Sie waren genau so! Der Zuckerhut und die Christusstatue gehörten natürlich auch zu unserem Programm.

Wir waren auf dieser Reise auf alles vorbereitet, bloß nicht auf ein Abendessen mit unserem Vorstandsvorsitzenden! Wir hatten keine entsprechende Kleidung und Schuhe dabei! Also haben wir mit Hilfe des Hotels einen Kleiderverleih ausfindig gemacht und uns dort ausgestattet. Dies war, was mich betrifft nicht ganz einfach, denn die Brasilianer scheinen kleiner als ich zu sein und so musste ich mich mit schlechten Kompromissen zufrieden geben. Doch bei den Schuhen gab es noch nicht einmal einen Kompromiss, sie waren gut eine Nummer zu klein und entsprechend weh taten mir meine Füße.

Wir hatten ein schönes geselliges Abendessen, auch wenn ich furchtbar in meinen geliehenen Kleidungstücken geschwitzt habe.

Von Rio de Janeiro ging es anschließend nach Frankfurt und unseren Eltern in Radevormwald, bis zum Rückflug nach Tokyo.