Edgar Dürholt
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"Holy Man" in Kathmandu

Weltreise 1996/1997

Besuchte Städte/Gebiete: Halbinsel Cancun, Miami, Tokyo, Hongkong, Singapore, Bali, Kuala Lumpur, Sydney, Bangkok, Kathmandu, Pokhara

Die eisten Photos der Reise befinden sich unter den Ländern! Allerdings findet sich eine Auswahl auch unter Photos

1.12. - 2.2.1997

Wir waren gerade von unserer Alaska/Kanadarundfahrt zurückgekommen, da begann ich auch schon die nächste größere Reise vorzubereiten. Es dauerte nur wenige Tage und alle Reisevorkehrungen waren getroffen. Alle Hotels gebucht und sämtliche Flüge bestätigt. Wir haben 3 kulturelle Höhepunkte eingeplant, doch dazu später mehr.

Am 1.12.96 hebt unsere LH 462 um 10:15 in Richtung Miami ab. Wir fliegen wieder Miles & More Meilen in der 1st Class ab. Ich habe noch nach dieser Reise immer noch über 500.000. Dort landen wir um 14:30 und fliegen mit AA 4755 (American Airlines) um 16:55 weiter nach Cancun,  auf der Halbinsel Yucatan in Mexico. Wir hatten auch noch Hyatt Punkte, sodass wir hier auch kostenlos wohnten. Gleich beim Einschecken lernen wir das Hotelpersonal kennen, denn man will uns in ein leicht versifftes Zimmer stecken. Also musste ich sie fragen, ob ich dies der Zentrale berichten soll, denn schließlich war ich mal ein sehr guter Kunde. Das wirkt und man besinnt sich eines Besseren. Nun haben wir einen Blick auf Meer und ein sauberes Zimmer. Ein schöner Ausblick ist zwar schön, aber auch daran gewöhnt man sich und schaut nicht mehr hin.

Es gibt hier zwar einen wunderbaren weißen Strand, aber sonst, außer einem Hotel nach dem anderen, nichts. Glücklicherweise hatte ich diese Reisezeit ausgesucht, denn ich wusste noch nichts von „Spring Break Time“. Ende Februar ist es soweit, dann strömen Tausende amerikanischer Jugendlicher der höheren Jahrgänge ins Land und feiern Parties bis zum Erbrechen. Im wahrsten Sinne des Wortes wird dann gesoffen bis zum Abwinken!! Dies ist hier möglich, denn daheim darf man erst ab 21 Jahren sich die Birne zudröhnen. Nach Cancun würde ich nicht mehr hinreisen, denn an den Strand lege ich mich nicht! 

Von Cancun fahren wir mit einem Mietwagen nach Playa del Carmen und wohnen in einem Haus in Playacar, einer Wohnanlage, in die man sich einkaufen kann. Ein herrlicher Flecken Erde, direkt am Karibischen Ozean gelegen?! Tür auf und ein paar Stufen zum Strand und schon waren wir im herrlichen türkisblauen Wasser mit dem weißen Sandstrand davor. Hier hätte man es durchaus ein paar Tage länger aushalten können. Außer, dass es richtig heiß war, man konnte sich außer im Wasser nicht bewegen, denn sonst flossen Bäche aus den Poren. Selbst auf dem Bett liegend, sich nicht rührend artete in schwitzen aus! Der Satz „hier hätte ich es ein paar Tage länger aushalten können, stammt nicht von mir!!

Im Süden Mexikos, dem flachen Land zwischen Pazifik und Karibik, war einst das große Reich der Maya. Ihre Zeitrechnung und Geschichte reicht zurück bis ins vierte Jahrtausend vor Christus. Dies ist der erste kulturelle Teil unserer Reise.

Wir wollen uns auch ein paar dieser Mayastätten ansehen und fahren nach ein paar Tagen weiter nach Süden, zur ersten Mayastätte, nach Tulum. Es ist die einzige am Meer gelegene Stätte und recht gut erhalten.

Unsere nächsten Mayaruinen heißen Coba und Uxmal, sie liegen im Inneren der Halbinsel.

Weiter geht unsere Rundfahrt nach Merida, einer größeren Stadt auf der Yucatan Halbinsel. Wir schauen uns die Stadt per pedes an und schwitzen natürlich wieder wie der Teufel in seiner Hölle, aber wahrscheinlich schwitzt der ja nicht!! Die Hitze muss schuld sein, dass wir dort eine Hängematte gekauft haben, die man nicht aufhängen kann!! Ich habe dieses Ding heute noch und ärgere mich jedes Mal aufs Neue wenn sie mir in die Hände fällt. Wenn ich den nächsten Mexikaner treffe!!

Von Merida fahren wir nach Chichen Itza, der wohl bekanntesten Mayastätte auf Yucatan. Am nächsten Tag schauen wir uns diese, eine der ältesten prähistorischen Mayastätten Mexikos an. Sie wurde in der Blütezeit der Maya, der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends n. Chr. erbaut.  Doch schon wenige Hundert Jahre später, noch bevor die spanischen Eroberer in Mexiko eintrafen, gingen die Maya samt (oder trotz) ihrer hochentwickelten Kultur auf rätselhafte Weise unter. Urwald überwucherte die verwaiste Stadt, bis sie Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt und freigelegt wurde. Seitdem suchen Archäologen nach dem Grund für den Untergang der Maya. Bis heute suchen sie vergeblich.

Wir laufen zwei Tage in den Ruinen herum und ich erklimme sogar unter körperlichem Schmerz die Pyramide des Kukulcan. Ich kann nicht hinunterschauen, es zieht sich im Brustkorb alles zusammen, selbst wenn ich jemanden sehe, der zu nahe an den Abgrund geht!!

Diese präkolumbische? Ruinenanlage beherbergt die 30 m hohe Pyramide des Kukulcan, den Chac Mool mit seinem rotbemalten Thron in Form eines Jaguars, den mit 91x36 m größten erhaltenen Ballspielplatz Mexikos, den Tempel des bärtigen Mannes, den Tempel des Jaguars, die Plattform der Adler und Jaguare, den 30 m tiefen Cenote, den heiligen Brunnen, die Halle der tausend Säulen, das Grab des Hohepriesters, das Bunte Haus und den Tempel der Wandpaneele.

Wenn man früh morgens oder am frühen Nachmittag zu den Ruinen geht, hat man die besten Chancen den bis zu 100 Bussen und deren Insassen zu entgehen, denn früh sind sie noch nicht da und später schon wieder weg! Die Lightshow am Abend war nicht nach unserem Geschmack! Sicher kein muss!

Nachdem wir nun mittlerweile 7 Tage Kultur in uns geschaufelt haben, fahren wir am 10.12. mit unserem Leihwagen zurück nach Cancun, ca. 180 km, um von dort mit der AA 2186 um 13:05 nach Miami zu fliegen. Der Flug dauert nur 3 ½  Stunden. Wir meinten uns Miami anschauen zu müssen. Miami ist totales Kontrastprogramm nach soviel Kultur. Da wir nur zwei Tage bleiben, aber etwas sehen wollen, machen wir eine Stadtrundfahrt mit. Nach Miami sollen früher die älteren Juden New Yorks gezogen sein, da es hier klimatisch angenehmer ist. Folglich entstanden große Wohnblocks mit kleinen Apartments, die mittlerweile furchtbar aussehen. Da die Bewohner mittlerweile meist verstorben sind, werden diese furchtbaren Häuser renoviert bzw. abgerissen. Es gibt natürlich exklusive Gegenden wie Coconut Grove und Coral Gables, doch der Strand am Meer sah furchtbar aus, total verdreckt und dies nur wenige Meter von den Hotels und Apartmentblocks entfernt. An der am Strand entlangführenden Straße bzw. in denen an dieser Straße gelegenen Bars und Restaurants heißt das Motto „sehen und gesehen werden“. In Miami sind 60 % der Bevölkerung spanischer Herkunft (meist Kubaner), 30 % Schwarze und nur 10 % Weiße. Somit ist die Hauptsprache hier nicht etwa Englisch sondern Spanisch. Für uns war der Besuch im Seeaquarium am schönsten, auch wenn ich ziemlich nass wurde. Die Vorführungen waren exzellent, hier kann man erleben wie intelligent Delphine und auch Orkas, die weißen Wale, sind. Es ist faszinierend zu erleben, was die Tiere erlernt haben und auf Kommando tun, denn es gibt ja immer eine Belohnung. Kommt mir irgendwie bekannt vor?! Es war herrlich, obwohl wie gesagt, ich triefend nass wurde, weil ich natürlich ganz vorne filmen wollte. Die Dusche war sozusagen eingeplant.

Am 12.12. fliegen wir mit der UA 1064 um 14:35 nach Denver, Colorado, wo wir nach ca. 4 Stunden landen und um 17:40 mit der UA 1607 nach San Diego fliegen.

Wir bleiben nur wenige Tage bei meiner Tochter, denn wir sind in diesem Jahr schon das dritte Mal zu Besuch. Man kann auch alles übertreiben.

Von San Diego fliegen wir am 15.12. mit der UA 1130 nach LAX und von dort mit der UA 875 um 12:35 nach Tokyo. Dieser Flug wird ca.10 Stunden dauern und durch die Zeitverschiebung kommen wir um 17:15 an, aber am 16. Dezember.

Über den Besuch in Tokyo gibt es nichts Neues zu berichten, denn wir besuchen immer wieder den Kanon in Asakusa, die Einkaufsstände in Ochachimachi, den Meiji-Schrein, die Omote Sando, die Jugendlichen in Harajuko und den Shinkansen Bahnhof. Wir hatten Glück, denn es war ein herrlicher sonniger Wintertag und am Meiji-Schrein waren viele Japaner in traditioneller Kleidung, dem Kimono zu sehen. Es scheint einer der Kinderfeiertage gewesen zu sein, denn es waren besonders viele kleine Mädchen und Jungen in bunten Trachten zu sehen.

Nahe Asakusa haben wir zufällig ein altes japanisches Restaurant entdeckt und sind hineingegangen. Die Besitzerin, in einen Kimono gekleidet, sprach natürlich nur Japanisch, doch haben wir uns verständlich machen können, mein Japanisch ist nicht weg. Das Innere des Restaurants war mit vielen alten japanischen Gegenständen wie gusseisernen Teekesseln, Laternen, Hibachis (japanische Feuerstelle), Gewändern, Hüten, Masken etc. dekoriert. Wir haben ein paar Spieße Yakitori (Hühnchenfleisch am Spieß) gegessen und der Köchin bei ihren Erzählungen zugehört, denn wir waren zu so früher Stunde noch die einzigen Gäste, sodass sie sich voll auf uns konzentrierte. Schließlich kam nicht jedes Jahr ein Gaijin (unfreundliches Wort für Ausländer, ein freundliches gibt es nicht) in dieses Lokal. Zugegebenermaßen war ich mit meinen Japanischkenntnissen ein wenig überfordert, aber wir konnten uns verständigen, sodass sie nicht mehr aufhörte zu reden. Aber das soll ja schon mal öfter vorkommen, und nicht nur in Japan, oder?!

Erwähnenswert ist auch unser Besuch im koreanischen Restaurant, für Christine der erste Besuch beim Koreaner. Sie fand es sofort köstlich, das in Knoblauchsauce eingelegte Karupi auf dem im Tisch eingebauten Gasgrill zu braten und natürlich auch zu essen. Man brät das dünn geschnittene Fleisch und taucht es vor dem Essen in eine verdünnte Sojasauce mit Sesamkörnern. Dazu gibt es verschiedene Sorten Kimshi, das sind eingelegte scharfe Gemüse wie Kohl, Rettich und viele andere Sorten. Nach einem Korea Restaurant Besuch darf man niemandem zu nahe kommen, denn der fällt sonst sofort um.

Man kann in Tokyo hervorragend essen, hier ist jede Küche dieser Erde in höchster Qualität vertreten.

Am 19.12. fliegen wir weiter nach Hongkong mit der UA 801. Die Maschine hebt gegen 18:00 ab und nach 5 Stunden landen wir auf dem Flughafen Kai Tak. Der Anflug auf diesen Flughafen ist etwas ganz Besonderes. Gut dass dies die meisten Fluggäste nicht wissen, denn sonst würden sie zitternd im Sitz kauern. Es geht nämlich hier zur Sache, denn der Endanflug geht wirklich knapp über die Hochhäuser hinweg. Es hat nicht nur eine Maschine Teile des Fahrwerkes verloren! Außerdem herrscht hier häufig Crosswind, da muss man gegenhalten, aber auch kurz vorm Touchdown in Richtung sein, sonst landet man woanders, nämlich im Wasser. Da waren auch schon mehrere Maschinen drin.

Ich bin übrigens auch einmal mit einer 1motorigen Maschine vom Hongkong Flying Club dort gestartet und gelandet. Beides, Start und Landung, waren etwas Besonderes, denn die Flying Club Maschinen können nur in den Lücken zwischen Starts und Landungen der Großen starten und landen. Ich musste unmittelbar nach einer 747 auf die Rollbahn und wäre fast schon von deren Wirbeln abgehoben. Zur Landung flog ich über das Abfertigungsgebäude in 500 Fuß Höhe, um dann nach der Landung einer weiteren 747 in deren Wirbeln wieder zu Landen! Es war harte Arbeit, die aber richtig Spaß gemacht.

Wettermäßig haben wir Glück gehabt und konnten mit der Tram zum Peak rauffahren. Vorher haben wir eine Hafenrundfahrt gemacht, auf der es zwar ein bisschen zugig war, aber es war für Christine beeindruckend. Ich war schon 50 Mal hier! Wie alle großen asiatischen Städte ist Hongkong nachts wegen der vielen bunten Werbelichter schön anzuschauen. Ganz besonders vom Pier aus. Tagsüber wird das Auge dann wieder ernüchtert.

Wir sind u.a. in Hongkong um Ranny zu treffen. Sie war unsere Ansprechpartnerin im alten Reisebüro in Shanghai 1995! Wir haben mit Ihr einen netten Abend verbracht und herrlich Chinesisch gegessen.

Um 21:30 fliegen wir am 22.12. mit der UA 805 nach Singapore, wo wir übernachten müssen, um am nächsten Tag nach Bali weiter zu fliegen. Die Tickets für diesen Flug hat uns ein alter Freund aus Tokyo besorgt, der seit Jahren in Singapore lebt, denn sie passten nicht mehr in das Round The World Programm hinein.

Am nächsten Tag geht es weiter mit der GA 957 (Garuda Indonesien Airlines) nach Bali, unserem zweiten Kulturstop.

Als erste Einwanderer vermutet man Menschen aus Südindien, die Bali ca. 1500 v. Chr. besiedelten. Das erste Königreich ist für 990 n.Chr. belegt. 1478 zog die hinduistische Oberschicht des Majapahitreiches von Java, durch den Islam verdrängt, nach Bali. Der König der hieraus entstehenden Dynastie regierte Bali von Klungkung aus. In der Folgezeit verselbstständigten sich die Provinzen Balis. Ihre Herrscher, die Radjas, wurden nunmehr zu Königen ihrer eigenen Reiche. Die Holländer besetzten Bali von 1846 bis 1942. Danach wurde die Insel bis 1945 von Japan annektiert. Am 17. August 1945 erfolgte die Proklamation Indonesiens. Seitdem ist Bali ein Teil des Landes.

In Bali haben wir über einen Bekannten aus Hongkong einen Bungalow angemietet, in dem wir Weihnachten und Neujahr verbringen wollen. Der Bungalow ist groß und hat einen wunderschönen großzügigen Garten samt Pool, den wir täglich mehrfach genutzt haben. Da es 2 Schlafzimmer gab, brauchte ich mir Christines Schnarchen nicht anzuhören! In der Nacht zu Neujahr hören wir plötzlich Stimmen im Haus und wundern uns schon sehr, denn wir haben eine eigene Security am Tor in einem Baumhaus sitzen. Es waren Freunde des Vermieters, der seinen Freunden nichts vom Vermieten erzählt hatte und die ihm alles Gute zum neuen Jahr wünschen wollten?!

Da wir gerne Wein trinken, der aber auf Bali schwer zu erhaschen ist, grasen wir alle größeren Supermärkte ab. Es gibt Wein, doch der ist versteckt in einer kleinen Abstellkammer der Supermärkte, und wie sich später herausstellen wird auch noch korkig, obwohl er ein Vermögen gekostet hat.

Bali ist ja auch nahe am Äquator gelegen und damit in der feuchtesten und wärmsten Region dieser Erde. Dass heißt, dass man eigentlich im Abstand von 30 Minuten in den Pool muss, denn sonst ist man so nass wie der Pool vom Schwitzen!

Man muss die Feuchte und Hitze mögen, um dann auch noch die kulturellen Stätte so richtig zu inhalieren. Zu den Menschen zähle ich nicht mehr, denn die Leidensfähigkeit erlischt mittlerweile viel früher. 

Natürlich machen wir trotzdem auch Ausflüge, so waren wir am Goa Gajah (Elefantentempel), beim Besakih (Muttertempel), in Jutilawih bei den Reisterrassen, am Monkey Forest und Tanah Lot, einzige direkt am Meer (Indischer Ozean) gelegene Tempelanlage.

Der Tempel liegt auf einer Felsspitze im Meer dicht am Ufer. Auf dem Fußweg ist Tanah Lot,  ohne dabei nass zu werden, nur bei Ebbe zu erreichen. Vom Strand aus erreicht man den Tempel nach einem 50 Meter langen Gang über rundgewaschene Steine und feinem dunklen Sand, um zur Felseninsel zu gelangen. Dort angekommen folgt ein kurzer Aufstieg Richtung Tempel, wo ein Gatter den Eintritt zum eigentlichen Tempel verwehrt. Im inneren Hof, dessen Zugang den Gläubigen vorbehalten ist, reihen sich die mehrstöckigen, pagodenähnlichen Schreine auf, welche den Götterberg Meru repräsentieren. Im Falle von Tanah Lot ragen fünf Schreine in den Himmel. Bei Flut ist Tanah Lot komplett vom Meer umspült ist, aber immer noch zugänglich. In einer kleinen Höhle am Fuße des Tempelfelsens befindet sich eine Süßwasserquelle, die somit quasi im Meer entspringt. Sie gilt als heilig und wird ständig von Priestern bewacht. Gegenüber der Quelle befindet sich in den am Festland gelegenen Klippen eine weitere Höhle, die Ular Suci. Hier leben die heiligen Schlangen, die ebenfalls von Priestern betreut werden. Obwohl die Schlangen hochgiftig sind, haben sie angeblich noch nie jemanden gebissen.

All diese Stätten sind etwas Besonderes, doch wenn Javanesen anfangen Affen zu trainieren, um den Touristen die Brillen von der Nase zu stehlen und diese natürlich gegen eine Auslösesumme wieder herbeischaffen können, ist der Ofen aus!!

Kuta selbst ist ein reiner Touristenort mit tausend Geschäften und viel zu viel Verkehr. Muss man nicht unbedingt haben! Als ich dort 1975 zum ersten Mal war, konnte man hier für 1 $ am Tag leben, inklusive Unterkunft!!! Es gab keine Hotels, sondern nur private Unterkünfte!! Eine ganz andere Welt verglichen mit 1997 oder 2005. Schade, aber Bali hat seinen ursprünglichen Reiz verloren, Massentourismus hat es kaputt gemacht.

Unsere nächste Station heißt Kuala Lumpur. Dorthin fliegen wir am 5. Januar 1997 mit der

MH 714 um 15:00 Uhr. Am Flughafen werden wir von Charly Marx (Karl Marx) abgeholt. Es ist  kein Urenkel von ihm, sondern ein früherer Arbeitskollege aus Japan bzw. später Taiwan. Er ist Geschäftsführer der Wella Tochter in Malaysia und wir wohnen für ein paar Tage in seinem Haus, dass er vor wenigen Jahren für sich hat bauen lassen.

Wir verbringen 3 nette Tage bei einem tollen Gastgeber. Sein Haus ist sehr interessant aufgeteilt und viel Holz gibt dem Ganzen einen besonderen Touch. 

Kuala Lumpur findet Christine jedenfalls viel aufgeräumter und sauberer als Bali, aber heiß ist es hier auch. Wir schlendern in der Innenstadt umher und besichtigen den Bau der Petrona  Towers auf der Baustelle, bis wir vertrieben werden.

In Kuala Lumpur ist Chilly Crab angesagt, eine unvergessliche Delikatesse, die zwar die Finger ständig in roter Sauce tauchen lässt, aber herrlich schmeckt!! Ich brauche nicht zu erwähnen, dass das übrige chinesische Essen einfach köstlich war!

Am 9. Januar fliegen wir mit der SQ 111 nach Singapore. Eine saubere und großzügig angelegte Stadt. Es wimmelt nur so von riesigen Department Stores, die alles beherbergen, was man sich nur vorstellen kann. Von "gewöhnlicher“ Ware bis zu Edelmarken selbstverständlich. Obwohl ich den Eindruck hatte, hier kauft man nur "Versace, KC, Gucci etc.".

Wir machen eine River Cruise an dem Ort wo "alles anfing".  Abgelegt hat die Dschunke direkt am "Stamford Landing", jenem Platz also wo Stamford Raffles, der Gründer des modernen Singapore 1819 angeblich gelandet ist. Natürlich ist diese Stelle mit seiner Statue geschmückt.

Danach hat sich diese Stadt entwickelt, Singapore ist ja bekanntlich der größte Umschlagplatz weltweit. Wir haben die riesigen Anlagen mit den unendlichen Containern sehen können.

Danach Besichtigung von "Little India", einer kleinen indischen Siedlung in Singapore und Arab Street, einer arabischen Siedlung. Araber waren die ersten Ausländer, die sich in Singapore niedergelassen haben. Zum Schluss waren wir noch im Raffles Hotel, einem sehr schönen alten Gebäude, in dem wir uns mit einem Drink in der Long Bar gestärkt haben. Die Bar war ganz lustig anzuschauen, weil der ganze Fußboden mit Erdnussschalen übersäht war. Die Nüsse werden mit Schale zum Drink gereicht und wer sich der Schale entledigt hat, darf die Schale einfach auf den Boden werfen, weshalb die Bar in eingeweihten Kreisen auch "Peanut Bar" genannt wird. Wirkte schon deshalb außergewöhnlich, weil die übrigen Gebäude peinlich sauber waren und fast jedwedes Wegwerfen von Abfall unter Strafe gestellt ist. Dies ist wohl ein historisches Überbleibsel aus der guten alten Zeit. Natürlich ist der "Schuppen" entsprechend teuer.

Orchard Road ist der heiße Tipp wo es nur so sprudelt von Menschen und Geschäften. Hier gibt es alles, von der fake Rolex bis zur echten Gucci Tasche. Mein beliebtester Departmentstore ist nach wie vor das Lucky Plaza. Diesen Departmentstore gab es schon als ich Ende der siebziger Jahre in Singapore gearbeitet habe. Er ist sicher einer der ältesten, aber m. E. auch asiatischsten.

In Little India kaufen wir Gewürze und Currypulver ein, es gibt eine schier unüberschaubare Auswahl an Mischungen.

Der Butterfly Park und Insect Kingdom ist sehenswert, denn soviele Schmetterlinge kann man selten auf einen Haufen sehen. Hier schwirren über 1500 Stück von über 50 Arten herum. Um die Insekten haben wir uns weniger gekümmert, denn Skorpione und dieses andere furchtbar aussehende Getier muss ich nicht unbedingt anschauen.

Mit der saubersten U-Bahn der Welt, dies ist keine Übertreibung, kann man mittlerweile große Teile der Stadt erreichen, doch sind Taxis immer noch erschwinglich.

Da wir mit SQ ankamen und auch weiterreisen, haben wir uns an dem Singapore Stopover Programm beteiligt. Die Hotelübernachten werden wohl vom Tourist Board subventioniert, denn preiswerter kann man nicht in einem der Tophotels wohnen. Außerdem gehört zum Stopover Programm der kostenlose Transfer von Flughafen und zurück, kostenlose Nutzung der Hopp on Busse, Jurong Bird Park Eintritt frei etc.

Nach 4 Tagen machen wir uns wieder auf den Weg, wir fliegen um 20:45 mit der SQ 221 nach Sydney. Der Flug dauert 8 ½ Stunden, doch durch die Zeitzone bedingt, kommen wir um 7:10 Uhr an. Andre Boyer , der Wella GF für Australien hat uns für die Woche, die wir bleiben wollen ein Apartment besorgt, dass sehr günstig in der Innenstadt liegt, aber vom Straßenlärm nicht belästigt wird.

Wir haben uns vorgenommen durch Sydney zu streifen und so viel wie möglich anzuschauen. Dies ist nicht ganz einfach, da Sydney ziemlich ausgedehnt ist, doch sind die Transportmöglichkeiten bestens. Man kauft z. B. ein Ticket für eine gewisse Zeit und kann damit alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, dazu gehören auch die Boote, die kreuz und quer durch den Hafen fahren und sogar Cruise Boote.

Bei den Rocks fahren minütlich Fähren in alle Himmelsrichtungen, es ist ein stetes Kommen und Gehen. Hier fahren behäbige große Boote und schnelle „Jet Cats“ ab. So wie es in manchen Städten ein Straßenbahnnetz gibt, gibt es in Sydney zusätzlich ein Verkehrsnetz auf dem Wasser.

So haben wir erst einmal eine Hafenrundfahrt gemacht, die im typisch lässigen Australierstil vom Kapitän kommentiert wurde. Schon bei der Abfahrt sieht man das Wahrzeichen Sydneys, das Opernhaus, denn es liegt direkt am Hafen. Man kommt vorbei an alten und modernen Villen direkt am Wasser gelegen und immer mit einem Motor- oder Segelboot davor.

Wir haben von dem ausgedehnten Bootsverkehrnetz ausgiebig Gebrauch gemacht und sind in die entlegensten Ecken der Stadt gefahren. So fuhren wir einmal mit dem "Jet Cat" nach Parramatta. Das Ganze dauerte hin und zurück 2 1/2 Stunden und wir waren in einer völlig anderen Gegend. Anfangs an der Bucht entlang wieder schöne Häuser und dann kilometerweit nur Mangrovenbüsche.

Es gibt zwar auch einige Hochhäuser in Sydney, die dort nicht unbedingt stehen müssten, doch im Großen und Ganzen kann man sie als grüne Stadt mit vielen Parks bezeichnen. Sydney hat ein besonderes Flair.

Natürlich musste ich auch auf die Harbour Bridge klettern und vom berühmten „Pylon Lookout“ den Hafen bewundern. Ich war unglaublich froh als ich wieder unten war, furchtbar.

Danach haben wir eine 1stündige Rundfahrt mit dem Bondi Bay Explorer gemacht. Das ist praktisch das Gegenstück zur Hafenrundfahrt, denn dieses Mal geht es nicht auf dem Wasser entlang der Buchten, sondern im Bus.

Sydney hat einiges zu bieten, gutes Klima im ganzen Jahr, es liegt am Meer, es gibt überall Strände und Parks, ein wunderschöner Hafen, ein sehr gutes Verkehrsnetz, gute Einkaufsmöglichkeiten und nicht zuletzt tolle Restaurants.

Für mich war es etwas ganz Besonderes am Hafen in einem kleinen Restaurant Austern zu schlürfen, dazu ein Glas Champagner zu trinken und gleichzeitig die Fähren vorbeiziehen zu sehen. Das könnte man hin und wieder ertragen.

An einem Abend haben wir uns mit zwei früheren Arbeitskollegen aus Shanghai, Bernie und Michael Schulz zum Abendessen bei den Rocks, einer Ecke im Hafen, nahe der Harbour Bridge getroffen. Es war ein netter Abend, an dem natürlich über Shanghai, aber auch über deren neue Jobs in Sydney geredet wurde.

Nach einer Woche ziehen wir wieder weiter, wir fliegen über Singapore nach Bangkok. Am 20.01.97 fliegen wir mit der SQ 220 um 9:30 nach Singapore und steigen dort um 19:35 in die TG 410 (Thai International) um. Nach insgesamt ca. 10 Stunden Flug und 5 Stunden Aufenthalt sind wir nach Ankunft in Bangkok geschlaucht, doch müssen wir noch die grässliche Taxifahrt zum Hotel überstehen, denn um 21:00 ist die Stadt noch nicht im Tiefschlaf. Wir bleiben 2 Nächte dort und fliegen mit der TG 311 am 22.01. um 10:30 in 3 ½ Std. weiter nach Kathmandu in Nepal, unserem dritten Kulturstopp.  

Ein Tal der Götter und Legenden im Herzen Nepals, eingebettet in die fruchtbare Ebene zwischen Tibet und Indien. Jahrhunderte lang kreuzten sich im Kathmandu-Tal die Pilger- und Handelswege. Tausende von Stupas, Steintempel und Pagoden zeugen noch heute von der blühenden Kultur der drei großen Siedlungszentren im Kathmandu-Tal: Kathmandu, Patan und Bhaktapur. Prachtvolle Palastarchitektur entstand unter der Malla-Dynastie, die bis ins 18. Jahrhundert in den drei Stadtkönigreichen regierte. Die drei Herrscher versuchten sich gegenseitig mit dem Bauen von immer schöneren und höheren Pagoden zu übertreffen und die Gunst ihrer hinduistischen Götter auf sich zu lenken. Die "Fünf-Dächer-Pagode" wurde mit über 30 Metern Höhe zum Wahrzeichen des Kathmandu-Tals.
Ich war Ende 1978 einmal mit meiner Frau und unseren Kindern in Nepal, somit wusste ich wohin wir flogen und hatte Christine von dieser tollen Stadt, dem Land und seinen Menschen vorgeschwärmt. Doch ihre anfängliche Begeisterung hielt sich schon kurz nach Ankunft wieder in Grenzen.

Das Getümmel in der arrival hall war schon abenteuerlich, totales Durcheinander überall. Da wir noch keine Visum hatten und dies uns hier ausstellen lassen wollten, standen wir in der entsprechenden Schlange. Es geht alles recht gemächlich voran, Eile hat hier niemand, wozu auch? Bei der Gepäckausgabe geht es richtig rund, denn irgendwelche Kulis von Einheimischen springen über die Koffer, um den der Mrs. zu suchen. Wie wir im Hotel später feststellten, hatte man meinen Koffer geöffnet, aber nichts entwendet. Als wir endlich unsere Koffer hatten, suchten wir nach einem Taxi zum Hotel. Keiner der Taxifahrer machte den Eindruck als könnte man ihm die Großmutter anvertrauen, aber das sind sicher nur Vorurteile! Hier wird alles geklaut, was nicht angebunden ist, meint Christine.

Der Weg zur Unterbringung war dann schon sehr ernüchternd für sie, denn am Straßenrand fanden sich riesige Müllberge, zum Teil offene Kanalisation und häufig ein Wirrwarr aus Stromleitungen. Die kleinen Autos stoßen fürchterliche Wolken aus und an allen Ecken sieht man, wie der Müll verbrannt wird. Dies führt dazu, dass man die Luft in Kathmandu im wahrsten Sinne des Wortes riechen und schmecken kann. So haben nicht wenige Bewohner von Kathmandu einen Mundschutz, um sich vor der Luft schützen. Damit hatte sie nach meinen Erzählungen nicht gerechnet. 

Dass das Wasser von Kathmandu nicht zu genießen ist, braucht wohl nach diesen Schilderungen nicht mehr extra erwähnt zu werden. Selbst zum Zähne putzen sollte man  Wasser aus einer verschweißten Flasche nehmen!

Unser Hotel findet Christine in Ordnung, sagt sie, obwohl es auch hier ziemlich düster aussieht und das Oberbett in unserem Zimmer eine Tonne wiegt und sich immer klamm anfühlt. Bis es darunter warm ist, dauert es.

Beim Frühstück sehen wir hier jeden Morgen einen Deutschen, der mit seiner nepalesischen Frau und dem gemeinsamen Sohn auch frühstückt. Dieser recht gut aussehende Mann, muss wohl Nepal irgendwie als Südseeinsel empfunden haben, wo er nach 6 Monaten erstmals wieder etwas Weibliches entdeckt hat, anders ist es nicht vorstellbar! Oder haben die Nepalesinnen noch besondere Reize, die ich überhaupt nicht kannte? Jedenfalls sah sie King Kong recht ähnlich!

Christine ist sehr gespannt, was die nächsten Tage noch so bringen. Nach dem ersten Eindruck möchte sie jedenfalls hier freiwillig nicht leben, was wir aber gar nicht vorhaben!

Shanghai hatte sie 1995 als unterentwickelt und schmutzig empfunden, aber dies hier war ja eine unerwartete Steigerung!

Ob es die schmutzige Umgebung ist oder was auch immer, jedenfalls bekommt Christine Magenprobleme, nein nicht Monte Zuma, sondern einfach ordentliche Magenschmerzen.

Wir beginnen unseren Kulturtrip in der Hauptstadt Kathmandu und fahren zum Durbar Square. Man hat gleich den Eindruck in ein lebendes Museum geraten zu sein, denn es wimmelt von Kultstätten, Tempeln, Palästen, Höfen, uralten Skulpturen aus Gold und Bronze, sowie Legenden, die beinahe mit jedem Stein verbunden sind. Durch den Hinduglauben bedingt gibt es entsprechend viele Götter und damit Verehrungsstätten.

Am Durbar Square findet man den alten Königspalast, das Haus der Kumari, den Ganesh Schrein, den Shiva – Parvati Tempel usw.

Die Kumari ist eine lebende Göttin und gilt als eine Inkarnation der Göttin Taleju, welche wiederum eine Form der Göttin Dhurga ist.  Das Haus der Kumari wurde 1757 erbaut. Eine kleine Türe führt zwischen den beiden großen weißen Löwen in einen wunderbaren Innenhof. Wie schon außen, sind auch hier reich geschnitzte Fenster zu bewundern. Die kleine Kumari sitzt im hinteren Bereich und ab und zu erscheint sie kurz am Fenster und guckt etwas gelangweilt zu den Touristen herunter. Ein kleines Trinkgeld an einen der Wächter kann hier sehr hilfreich sein. Man darf sie hier allerdings nicht fotografieren und nur Hindus ist der Weg in das Innere des Hauses erlaubt.

Normalerweise ist die Kumari immer in ihrem Haus und hat nur die Kinder ihrer Hausdiener als Spielkameraden. Tagsüber empfängt sie dann ihre Verehrer. Einmal pro Jahr wird sie in einem großen golden Wagen durch die Altstadt gefahren.

Die Kumari wird als kleines Kind im Alter von vier bis fünf Jahren ausgewählt. Sie stammt immer aus  der Shakya Kaste, der Gold- und Silberschmiede. Neben einem makellosen Körper muss sie 32 Merkmale aufweisen. Zum Schluss muss sie noch mehrere Proben bestehen. Die Schlimmste wartet für sie zu guter letzt. Ausgewählt wird die neue Kumari am achten Tag vom Dassain Fest. Dann werden die ganzen Köpfe der geopferten Büffel im Innenhof der Taleju-Pagode hingelegt und das kleine Mädchen muss sie ohne das geringste Zeichen von Furcht umrunden. Denn nur dann  kann sie glaubhaft eine Inkarnation der fürchterlichen und blutgewohnten Göttin Durgha sein. Zusätzlich erschrecken sie noch maskierte Priester. Hat sie alle Proben bestanden, wird sie in einer langen Zeremonie von allen Erinnerungen und anhaftenden Unreinheiten gereinigt und wird so die lebende Inkarnation der Götting Taleju und hat damit Shakti, die große Macht und Kraft der weiblichen Göttinnen.

Ab dann wird sie von ihren Eltern getrennt und wird im neuen Haus von Priestern erzogen. Sie trägt rote Kleider und wird auf der Stirn ebenfalls rot geschminkt, wobei das dritte Auge der Weisheit hinzugefügt wird.

Sobald die Kumari Blut verliert, sei es durch eine Verletzung oder einfach durch Menstruation, ist sie unrein und keine Göttin mehr. Daher muss ungefähr alle 8 bis 10 Jahre eine neue Kumari gesucht werden. Zwar hat sie während ihrer Zeit viele Geschenke erhalten, doch danach wird sie nur schwer einen Mann finden, der sich getraut, eine ehemalige Göttin zu heiraten, man sagt, es bringe Unglück.

In Bhaktapur gibt es eine ehemalige Kumari, die einfach behauptet, keine Menstruation zu bekommen, so kann sie noch mit über 25 Jahren die Geschenke ihrer Verehrer bekommen und göttlich bleiben!

 

Am Flussufer des Heiligen Bagmati liegt in Kathmandu der große Tempel und die Verbrennungsstätte Pashupatinath. Dies ist unser nächstes Ziel. Wer hier verbrannt und dessen Asche dann in den Fluss gestreut wird, hat eine bessere Chance auf eine gute Wiedergeburt. Da dieser heilige Ort Shiva geweiht ist, finden sich hier auch viele Sadhus ein, die überwiegend aus Indien kommen. Über den Bagmati führt eine Brücke. Die Verbrennungsstellen im Norden sind den höheren Kasten vorbehalten und die im Süden sind für die niedrigeren Kasten.

Es ist ein Ort, an dem die Nepalesen ihre Verwandten verbrennen. Auf etwas erhöhten Plattformen aus Stein werden die Leichen aufgebahrt, mit Holz bedeckt und verbrannt. Die Zeremonie wird immer von einem Brahmanen geleitet, die Ausführung obliegt dem ältesten Sohn, er muss auch das mit Butter getränkte Strohbüschel anzünden, welches in den Mund des Toten gesteckt wurde, um damit den ganzen Scheiterhaufen zum Brennen zu bringen. Die eigentliche Verbrennung zieht sich dann über mehrere Stunden hin. Kaum ein westlicher Zuschauer bleibt vom Beiwohnen einer Verbrennung unberührt. Denn es ist etwas ganz anderes wenn man direkt daneben steht und ganz genau sieht, wie der Körper sich langsam auflöst.

Danach wird die Asche in den unglaublich schmutzigen Fluss geschüttet. Das schmutzige Flusswasser wird tatsächlich noch zum Kochen, Trinken und Waschen benutzt. Es wundert einen also nicht, dass in der Nähe ein Cholera-Krankenhaus errichtet wurde. Auf der anderen Seite muss man sich die Frage stellen, weshalb man nicht erst einmal dafür sorgt, dass diese Menschen hier nicht mehr dazu gezwungen sind, dieses Wasser zu benutzen, wäre das nicht der erste Schritt? Für unsereins unbegreifliche und ekelerregende Zustände.

An gleicher Stelle gibt es noch eine Stätte, wo alte Menschen untergebracht sind, die keine Kinder oder Verwandte haben, die sich um sie kümmern.

Diese armen Teufel leben von den Almosen der Touristen und von ein paar Groschen irgendeiner wohltätigen Vereinigung. Mit Bewunderung und Hochachtung haben wir 2 junge europäische Frauen beobachtet, die hier den Leuten behilflich sind. Das bedeutet nämlich, dass diese unter den gleichen Bedingungen leben müssen. Ich würde es vor lauter Ekel keinen Tag aushalten.

Um diesen "Friedhof" herum gab es dann noch allerhand interessante Menschen zu sehen. Vor allem "Sadhus", sogenannte heilige Männer, die so heilig sind, dass sie sich fürs Fotografieren bezahlen lassen, um damit das Marihuanarauchen zu finanzieren. Sicher gibt es auch hier Menschen darunter, die das wirklich aus Überzeugung und aus Glaubensgründen tun, aber das scheinen eher die Ausnahmen zu sein.

Oberhalb der Verbrennungsstätte bzw. jenseits des kleinen Flusses, in dem nebenbei auch Wäsche gewaschen wird, lungerten ein paar heilige Männer rum. Ihre Heiligkeit scheint sie vor Krankheiten zu bewahren, denn wer so verschmutzt und verwahrlost aussieht, müsste nach unserem Verständnis in Kürze todkrank sein. Doch einer dieser Kerle bietet uns für ein paar Münzen an, einen mit Wasser gefüllten Eimer mit seinem Penis hoch zu heben. Das wollen wir natürlich nicht verpassen! So schlingt er die Haut seines Schniedelwutzes durch eine Schlinge, an der der Eimer befestigt ist und hebt diesen wahrhaftig mit der Haut seines Gliedes hoch! Wir trauten unseren Augen nicht. Was ein  Schniedelwutz so alles aushält! Aber trotzdem möchte ich niemandem empfehlen dem Sadhu nachzueifern.

Im Nordwesten der Altstadt Kathmandus steht auf zwei Hügeln der Tempelkomplex von Swayambunath, der Affentempel. Der wichtigste Teil ist die große Stupa, die von mehreren Tempeln, Klöstern und Häusern umringt ist. Wie fast überall in Kathmandu findet man auch hier sowohl das Buddhistische wie Hinduistische eng miteinander verzahnt. 

Man kann vom Durbar Square in einer guten halben Stunde bequem bis zum Fuße des Hügels gehen. Allerdings muss man dann noch mühsam die vielen steilen Stufen hinaufsteigen.

Am Fuße des Hügels findet am schon viele Gebetsmühlen und die großen gelb und rot bemalten Buddhafiguren, kleine Chörten und lustig bemalte Steine. Jetzt heißt es erst mal die langen und steilen Treppen hinaufgehen. Spätestens jetzt versteht man, warum der Tempel im Volksmund auch Affentempel genannt wird, denn Horden von ihnen probieren Essen zu ergattern. Am besten hat man überhaupt nichts Essbares dabei, auch nicht in der Tasche. Diese Affen können sehr aufdringlich sein, im Zweifelsfalle sollte man sich bücken und so tun, als ob man einen Stein aufhebt, um nach ihnen zu werfen. Das hilft manchmal. Glücklicher- weise kann man sich beim Aufstieg immer wieder erholen und die vielen Statuen, mittlerweile auch Souvenirstände, zu bewundern.

Besonders interessant sind die mit tibetischen Gebeten behauenen Manisteine, die man  hauptsächlich hier findet.

Über der weißen Halbkugel des Tempels ist ein vergoldeter Würfel mit den Augen des Buddhas, die in alle vier Himmelsrichtungen schauen und so das ganze Tal sehen können. Die Etagen des Daches symbolisieren die Stufen der Erleuchtung und der oberste Schirm das Nirwana.

Der Punkt auf der Stirn symbolisiert das dritte in die Zukunft blickende Auge des Buddhas. In den Nischen stehen die sogenannten Dhyani-Buddhas und ihre Shaktis.

Da dort die Pilger Opfergaben hinlegen, schauen die Affen immer wieder vorbei, ob etwas Essbares darunter ist. Besonders begehrt sind natürlich Puffreis Körner.

Oben angekommen hat man aber auch einen herrlichen Blick auf Kathmandu.

Als ich 1979 das erste Mal in Kathmandu war, ging der Weg überwiegend durch Felder  während sich heute das Stadtgebiet bis zum Swayambuntah hinzieht.

 

Bhaktapur, "die Stadt der Gläubigen" ist heute, nach einem langjährigen Restaurierungsprogramm, die best erhaltene der drei Königstädte.

Bhaktapur ist im Gegensatz zu Kathmandu und Patan relativ sauber und aufgeräumt.

Auch hier findet sich wieder eine Konzentration von Tempeln etc. um den Durbar Square herum. Architektonische Meisterwerke wie das Löwentor, das Standbild des Königs Bhupatindra, das goldene Tor, der Palast der 55 Fenster etc. gehören zum Stadtbild. Aber neben den Tempeln und Palästen sind die Menschen, die man auf den Straßen oder Hinterhöfen sieht, mindestens so interessant anzuschauen. Hier werden noch handwerkliche Arbeiten auf der Straße vollbracht, die es bei uns schon seit Jahrzehnten nicht mehr gibt. So kann man sehen, wie Frauen Getreide durch Zerstampfen mahlen. Die Wäsche wird an öffentlichen Waschstellen gemeinsam gewaschen. Frauen sitzen in Gruppen und spinnen

(mit Wolle!).

Nagarkot ist ein landschaftlich wunderschönes Tal mit vielen Reisterrassen und kleinen Bauernhäusern. Der höchste Punkt liegt ca. 2000 m hoch und wenn das Wetter gut ist, d.h. wenn die Sonne scheint und es nicht nebelig und diesig ist, kann man von hier die Himalajakette einschl. des Mount Everest bewundern. Das ist jedoch nicht sehr oft der Fall und wir hatten dieses Glück leider auch nicht.

Um mehr von den Bergen des Himalajas zu sehen, nehmen wir an einem Rundflug einer etwa 20sitzigen Maschine teil. Es sollte der Himalaja Kette entlang auch zum Mt. Everest gehen, mit Blick auf ihn garantiert! Zugegebenermaßen war der Rundflug sehr schön, denn wir konnten herrliche schneebedeckte Berge sehen, doch wurde es immer windiger, d.h. die Maschine torkelte durch die Luft und konnte nicht in die Nähe des Everest fliegen. Die touristische Begleitung des Fluges wollte uns allerdings einen anderen Berg als Mt. Everest verkaufen! Doch kannte ich seine Form, sodass wir einen Teil des Fluges erstattet bekamen. Alle anderen gingen leer aus.

In Nepal werden viele kleine Buddha Statuen aus Messing und Kupfer gefertigt. Allerdings auch Unmengen von Figuren in allen möglichen und unmöglichen sexuellen Darstellungen. Da ich ein Fan handwerklichen Könnens bin, haben wir in einer Werkstadt auch zwei Buddha Statuen gekauft. Kompliziert wird es, wenn man diese Figuren ausführen will, was ja wohl jeder Käufer möchte. Man braucht nämlich eine Exportgenehmigung, sicher um die unschätzbaren alten Figuren vor dem Abfluss in das Ausland zu bewahren. Unser Verkäufer ist ein erfahrener Kaufmann und so gehen wir gemeinsam zum Amt, um uns die Genehmigung ausstellen zu lassen.

Christine geht es immer noch nicht besser und sie verbringt manchmal einen halben Tag im Bett und ich laufe allein durch die Stadt bzw. noch einmal hoch zum Affentempel, um noch einen kleinen Buddha zu erstehen.

Zum Ende unseres Nepal Aufenthaltes wollen wir noch einen Ausflug nach Pokhara machen, und entschließen uns dort hin mit einem Taxi zu fahren. Das war ein Fehler, denn ca.

5 Stunden für 200 km in einem nepalesischen Taxi zu sitzen ist mehr als eine Zumutung. Der Fahrer hat seine Fensterscheibe immer unten, dreht sie auch auf Wunsch nicht hoch. Entweder versteht er uns nicht oder ignoriert uns bzw. er kann die Scheibe überhaupt nicht hochdrehen. Somit sitzen wir in den Abgasen von den vielen LKW, die wir immer wieder überholen müssen, aber nicht sofort können! Die Schlaglöcher wetteifern um ihre Größe und so wird man immer wieder ordentlich durchgeschüttelt. Wenn man eine Böschung hinab sieht, so kann man fast sicher sein dort unten ein Auto, LKW oder Motorrad zu finden. Dies geht sicher meist tödlich aus, denn es geht mindestens 20-50 Meter runter.

Gott sei Dank hatten wir ein gutes Hotel gebucht und damit ein erstrebenswertes Ziel vor Augen, nach all der frischen Luft.

Das Pokhara Tal ist einer der malerischsten Flecken in Nepal. Von Pokhara hat man einen phantastischen Blick auf den Dhaulagiri, die 5 Annapurna Gipfel und andere Berge. Allerdings muss das Wetter entsprechend sein, was es meistens nicht ist!

Wir lassen uns von unserem Taxi „in die Berge“ fahren und wandern 5 Stunden lang auf den Höhen zurück in Richtung Pokhara. Zumindest waren hier oben keine Autoabgase, sodass die Augen und die Lunge sich ein wenig für die Rückfahrt erholen konnten. Denn wir müssen das Ganze noch einmal über uns ergehen lassen!

Morgen am 2. Februar 1997 werden wir nach Frankfurt fliegen. Zwei sehr unterschiedliche Meinungen haben sich hier bei Christine und mir gebildet. Christine sieht nur den Müll und hat damit fast kein Auge mehr für die Kostbarkeiten dieses Landes. Ich sehe zwar mittlerweile auch mehr Müll, als noch 1979, obwohl es damals viel schlimmer war. Aber ich kann die Sehenswürdigkeiten darüber stellen und den Dreck etwas verdrängen. Christine meint, dass dies ein Ort ist, den man nicht unbedingt gesehen haben muss! Ich meine, dass man ihn unbedingt gesehen haben sollte und würde auch noch gerne ein drittes Mal hinreisen.

Kathmandu eine Stadt, die einen in kürzester Zeit gefangen nimmt. Das Leben pulsiert in den Strassen der Stadt, an jeder Ecke gibt es neue interessante Dinge und Ereignisse zu bestaunen. Überall nimmt man köstliche und fremdartige Gerüche war. Im wahrsten Sinne des Wortes eine Orgie für alle Sinne.

Am 2.2.97 heben wir mit der LH 765 um 12:25 ab und landen nach ca. 13 Std. in Frankfurt, da wir einen Stop in Karachi machen.